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Eiger Nordwand – 1962

Eiger Mönch u. Jungfrau. Foto: Jungfraubahn

Majestätisch steht das Berner Urgestein auf festem Grund. Es zog Bergsteiger schon früh in seinen Bann. Die Eigernordwand war auch für vier Urner Bergsteiger ein ersehntes Ziel. Es waren dies: Josef Jauch, Josef Zurfluh aus Intschi, Franz Gnos aus Bristen und Franz Jauch sen. Die Vier waren ein gut eingespieltes Team, das sich auf unzähligen Bergtouren und Besteigungen zusammen fand. Sie waren nicht auf Publizität aus. Die Leidenschaft war ihr Fron. Freiheit, Berge und Kameradschaft waren, was sie suchten! Unter Wikipedia findet man keinen Eintrag über sie.

Franz Jauch sen. Jg. , erzählt:

Bergfahrten im Sommer und Winter – Franz Jauch

17. August 1962 kamen mein Bruder Josef und ich von Zermatt her, wo wir das Matterhorn bestiegen hatten, um 13 Uhr in Grindelwald ein. Der Eiger, das neue Ziel ist greifbar nahe. Es sollten noch Josef Zurfluh und Franz Gnos zu uns stossen. Dann war unser Quartett vollzählig.

Grindelwald – Da müssen wir Proviant einkaufen und zwar für 4-5 Tage. Brennstoff, Büchsenfleisch, Margarine und Brot. Schwer beladen steigen wir gegen Alpiglen. Dort, im Bergrestaurant, kehren wir jedoch nicht ein, denn wir wollen unbemerkt an unser Vorhaben gehen. Unter der Wand in einer Wiese lassen wir uns nieder. Es wird verpflegt. Der Nebel hängt bis ins erste Eisfeld hinunter. Immer wieder beobachten wir die mächtige „Mauer“ vor uns. Hie und da poltern Steine herunter. Auf Sepps Vorschlag wechseln wir zu einem Älpli, wo es Hütten hat. Dort wollen wir übernachten. Die Alphütten sind einfach. Einen „Obergaden“ gibt es nicht. Wir suchen daher einen geschützten Ort im Freien unter einer Arve. Schnell sind wir im Schlafsack. Doch um Mitternacht beginnt es zu regnen! Es folgt ein Wechsel in einen nahen Stall wo es etwas Heu hat. Es regnet und am Morgen hat es Nebel bis ins erste Eisfeld hinab. Etwas länger liegen bleiben schadet auch nicht! Nichts zu wollen! Dann also doch aus der Pfanne! Josef war vorübergehend weg. Er holte sich in Alpiglen Zigaretten. Eine Wegweite dauert eine halbe Stunde. Nun wird eine kräftige Suppe vorbereitet. Dann kommen zwei Sennen. Sie bedeuten uns, dass wir die Hütte verlassen sollen. Selbst gutes Zureden durch Josef half nichts. Wohin es denn gehen soll war die Frage an Josef. Er deutete hinauf, in die Wand. „Ja was weyt dièr jetzt hiè obsi, da chämèt èr niè ufi!“ Jetzt ging es darum, einen neuen Platz zu suchen und zu beobachten, ob die zwei Kollegen angekommen sind. Schliesslich treffen sie Zurfluh und Gnos. Sie bringen gute Wetternachrichten. Gemeinsam gehen sie hinab ins Bergrestaurant. Eine Rösti mit Schüblig wird bestellt und ein Liter Roten vom „Besseren“! Im Restaurant sind fast alle Plätze besetzt. Die nette und sehr freundliche Wirtin fragt, ob es etwa in die Wand gehe. „Keine Spur, wir sind nur stille Bergwanderer!“ bekam sie zur Antwort. Es wird gebechert und um 22 Uhr sind wir in sehr guter Laune. Niemand denkt mehr an die „Wand“ und deren Gefahren. Auch die Serviertochter ist ein nettes und freundliches Mädchen (träumen sei gestattet). Um Mitternacht verziehen wir uns singend und lachend in die „Gemächer“, ins Massenlager des Restaurants. Nachts sind noch keine Sterne zu sehen. Am schönen Wetter zweifeln wir darum noch. Tagwache ist für 3 Uhr vorgesehen. Doch Wein und wenig Schlaf verderben den Plan. Verschlafen! Ein strahlend schöner Tag begrüsst uns. Es packt uns die Eile. Um 7 Uhr sind wir bereits vor der Hütte und beeilen uns fürs Morgenessen. Schon etwas knapp, wenn man auf den Eiger will! Dieser zeigt sein ganzes Gesicht. Langsam steigen wir zur „Wand“ hinauf. Es ist sehr kühl, was ein gutes Zeichen für beständige Witterung ist. Am Einstieg werden die Packungen nochmals überprüft. Unnötiges Material wird unter einem grossen Stein deponiert. Wir wollen nicht zu viel Gewicht durch die Wand schleppen. Es stossen zwei Östereicher, sehr freundliche Alpinisten, zu uns. Sie mustern unsere Ausrüstung und fragen um Aschluss an unsere Gruppe. Vorerst willigen wir nicht ein. Wir kontrollieren auch ihre Ausrüstung. Beide sind sehr gut voebereitet. Sie haben sogar wasserdichte Anorackanzüge. Einer der beiden gibt uns eine 40 Meter lange Rebschnur mit. Wir sollen diese am Hinterstoisser Quergang einhängen. Dieses Seil lasse er hinten. Wir sollen voraus klettern, weil wir einen Teil schon kennen würden. Sie kämen hinten nach. Abgemacht: Um 11 Uhr steigen wir zum „Schwalbennest auf, biwakieren dort und morgen, je nach Wetter, gehts dann weiter, „ans Eingemachte“! Punkt 11 Uhr am 19. August beginnt der Aufstieg durch steile Geröllhalden in die gefährlichste Wand der Alpen. Wir waren gut vorbereitet was das Handwerkliche betrifft und die Route hatten wi gut studiert. Wir folgtem der Heckmair -Route.

Heckmair-Route

Das Wetter war wundervoll. Am Morgen war es sehr kühl, das verhiess, dass es mehrere Tage so bleiben würde. Aber die Meteorologen haben eine Störung über Frankreich gemeldet. Die beiden Österreicher folgen mit etwas Abstand. Es müssen zünftige Gänger sein. Die Ausrüstung bestand für beide Seilschaften aus 80 m Nylonseil 11 mm, 100 m Rebschnur, 7 mm, 20 Felshaken, 10 Eisröhren, 10 Eisschrauben, Eispickel, Biwaksack, gute Wäsche, gutes Schuhwerk und Steigeisen. Der Proviant war sehr einfach bemessen: 1 Kg Speck, 1 kg Brot und Margarine sowie Pflanzenfett, Dörrfrüchten und Tee. Ein Benzinvergaser und das nötige Reinbenzin dazu. Jeder hatt ein Gewicht von 15-18 kg bei sich.

Aufstieg, die ersten 600 m sind nicht so schwer und werden ohne Seil zurück gelegt. Es geht über einige Schneefelder hoch zum ersten Pfeiler. Einige Platten werden überklettert. Weiter geht es weiter zum Jerschrumen Pfeiler. Da, bei der ersten Biwakhöhle schalten wir einen kurzen Halt ein und stärken uns mit kaloriehaltiger Kost. Es wird angeseilt. Die Platten sind nämlich manchmal vereist und verlangen grosse Vorsicht. Es geht hinauf zum schwierigen Riss. Einer der Österreicher jammert. Ihm sei es ganz dämisch, d. h. schlecht. Vermutlich hat er Schneewasser getrunken. Beide sind jedoch hervorragende Kletterer. Es geht weiter zum schwierigen Riss, eine sehr schwierige Kletterei vom 25 Metern mit 5+ auf der Schwierigkeitsskala.

Grandios sieht die rote Fluh aus (überhängend)! Sie ist an die 500 m hoch und senkrecht. Ein Band führt vom Riss nach links zum Hinterstoisser Quergang. Hier hängen viele Seile drin. Der Quergang ist 40 Meter lang. Josef zieht das Seil ein, das ihm der Österreicher mitgegeben hat. Dieser Quergang wurde den vier ersten zum Verhängnis. Hinterstoisser zog das Quergangseil ein, als das Wetter umschlug und Schnee auf die Platten fiel, konnte er diese zum Rückzug nicht mehr bezwingen. Sie kamen alle ums Leben; Toni Kurz, Anderl Hinterstoisser, Willy Angerer und Edi Rainer.

Eine Schlüsselstelle: der Hinterstoisser Quergang; Bild: Bergsteiger => 70 Jahre Eiger Nordwand

Am Quergang hört man bereits Steine über dem Kopf in die Tiefe sausen. Um 16 Uhr 30 erreichen wir als die ersten das Schwalbennest. Zurfluh und Sepp kommen als zweite, am Schluss die beiden Östereicher. Wir hätten zeitlich noch weiter klettern können. Des mörderischen Steinschlages wegen müssen wir aber einstellen. Die Sonne scheint jetzt in die Wand und löst Steine und Eis die nach ein paar Mal aufschlagen zu kleinen Splitern zerfallen. Guter Humor herrscht unter uns sechs Bergesteigern. Josef kocht Tee. Der Durst macht sich bemerkbar, wahrhaft vom guten Wein, den wir letzte Nacht getrunken hatten. Wir anderen richten uns ein für die Nacht. Die beiden Österreicher richten sich links von uns einen Sitzplatz ein, den sie aus dem Eis herauspickeln und legen eine Art Kissen drauf. Dazwischen kommt ein weiterer Brocken. Jeder der sechs hat nun Platz zum Sitzen, nicht mehr! Von Schlafen in einer solchen Stellung kann kaum die Rede sein. Wir hätten in 20 m Entfernung genug Wasser bekommen, aber kein Mensch wollte es wagen, so heftig war der Steinschlag. Das Schwalbennest ist eine überdachte Nische. Da hat man Schutz genug vor Stein- und Eisschlag. Alle Tonarten hört man. Von der Bassgeige bis zur Violine. Das ist höchst interessant – richtige Eigermusik! Die Sonne sinkt langsam unter den Horizont und kündet uns für morgen einen wunderbaren Tag an. Das ist ein herrliches Naturschauspiel, das man nur in der Eigerwand erleben kann! Die Nacht sinkt herab. Unten sieht man die tausend Lichter von Grindelwald. Um 10 Uhr erstarrt alles zu Eis. Das Wasser hört man nicht mehr rauschen. Der Steinschlag hört auf, Gegen 11 Uhr geht der Mond auf. Gespenstisch wirkt die Landschaft bei Mondschein. Zwischen durch hört man die österreichischen Kollegen etwas murren. Gegen Morgen fällt die Temperatur weit unter den Gefrerpunkt. Ein kühler Wind weht aus der Wand. Der Tag bricht an. Wundervoll geht die Sonne an den Bergspitzen auf und vergoldet den Horizont. Josef schmilzt Schnee und kocht Tee. Die anderen essen nahrhafte Kost. Speck, Brot und Dörrfrüchte auch die Kollegen aus Austria verpflegen. Kollege Zurfluh hat sogar ein halbes Poulet dabei! Wir sind alle bei sehr guter Stimmung, trotz der kalten Nacht. Um 6 Uhr nehmen die österreichischen Kollegen als erste Seilschaft den Aufstieg. Die Route führt durch das erste Eisfeld zum Eisschlauch. Das ist der Übergang vom ersten zum zweiten Eisfeld und ist ziemlich schwierig. Josef und Zurfluh steigen nach. Gnos und ich bilden die letzte Seilschaft. Oben im Schlauch ist schon Warten angesagt. Was ist da los? Mit uns sind noch drei weitere Kameraden in der Wand. Baumann Nick vom akademischen Alpenclub Aarau und zwei Deutsche. Diese sind am späten Abend im Schwalbennest eingetroffen und da sie keinen Platz mehr hatten, stiegen sie noch 2 Seillängen hoch. Unter einem schmalen Felsvorsprung bezogen die drei ihr Biwak. Wir stellten fest, dass diese Lage viel die schlechtere als die unsere war. Zu neunt im zweiten Eisfeld, das ist zu viel. Es gibt bereits Verzögerungen. Voraus geht Nick als erste Seilschaft. Stufen werden geschlagen und Sicherungsplätze ausgehauen. Nach jedem Pickelschlag spritzt das Eis in tausend Stücke. Dem einen Österreicher wird es zu bunt, weil es ihm zu langsam vorwärts geht. Unglaublich, das ist ein Eisgänger wie ich noch keinen gesehen habe. Er klettert direkt hinauf zu den Randfelsen. Sofort steigen wir ihm nach. Alle zwanzig Meter ein Stand und ein Haken! Wie man so hinauf schaut, denkt man an zwei Seillängen. Aber oha, es sind acht mal vierzig Meter! Der moderne Eisgänger macht keine Stufen mehr ins Eis. Vorne an den Steigeisen befinden sich zwei Frontalzacken. Diese werden mit den Schuhen ins Eis hinein geschlagen. Mit dem Pickel und einem Eisrohr in der anderen Hand sind wir hoch gestiegen. Von den Standplätzen die ich aushauhe sausen Eisbrocken in die Tiefe und den Kameraden unten direkt auf den Helm. Sie jammern und fluchen deswegen. Nick quert das Eis in der Mitte schräg gegen die Bügeleisenkante. Dies erfordert mehr Zeit. Über uns kreist ein Adler! Um 13 Uhr erreichen wir die Bügeleisenkante. Schaum mal hinauf, dort oben sind noch weitere Vier! Welcher Nationaltät die wohl angehören? Hier an dieser Kante ist die Steinschlaggefahr sehr hoch weil die Steine im direkten Flug dreihundert Meter weit von der „Spinne“ herab sausen. Das dritte Eisfeld, fast senkrecht, sieht bös aus. Wir versuchen rasch zu queren und stehen unter Dauerbschuss von herab fallenden Steinen. Kollege Zurfluh hat es nicht leicht. Er muss hinter uns sämtliche Eis- und Felshaken ausreissen. Dies erfordert viel Kraft. Dann wollen, die österreichischen Kollegen, dass ich mal vorsteige. Die ersten Seillängen durch die Rampe gehen leicht von der Hand. Eine Verschneidung zieht sich bis zum Wasserfall hoch. Wir stossen wir auf zwei weitere Bergsteiger. Es sind Deutsche. Sie wollen hier nächtigen und das schwere Stück vor ihnen morgen in Angriff nehmen. Nebelschwaden schleichen umher.

Durch den Wasserfall müssen alle hindurch. Er besteht aus einem Halbkamin und ist oben überhängend. Ich schlage einen Standhaken. Der eine Österreicher traut der Sache nicht ganz, lässt sich aber überzeugen.

Sepp und Zurfluh erkundigen sich über die Situation. Es ist streng. Nach weiteren dreissig Metern gibt es ein guten Stand. Franz ist rasch da. Auch der österreichische Kollege klettert schnell nach. Oben hängt eine Eiszunge über uns, blank wie Glas. Wasser schiesst herunter. Es dringt in alles hinein , durch die Ärmel durch die Kleider bis in die Schuhe. Gnos Franz füllt eine Feldflasche ab, damit wir nacher ein Tee kochen können. Der österreichische Kollege erkundigt sich. Es geht hier, doch sollte man die Steigeisen einsetzen! Ich bin noch ohne Steigeisen drin und muss Stehschlingen einhängen. Gnos klettert zu mir nach und übernimmt die Führung für die nächsten vierzig Meter. Dann ist der obere Teil der Rampe erreicht. Es ist 18 Uhr. Es wird das Biwak eingerichtet. Josef und Zurfluh kommen nach. Das war aber happig! Sofort beginnen wir uns einzurichten. Die beiden aus Austria, drei Meter über uns, Zurfluh und Josef richten sich auf der Kante ein. Unter ihnen: 1400 Meter direkter Abgrund. Sie sind an nur einem Haken gesichert! Alle sichern sich. Ein schmaler Felsvorsprungschützt vor Steinschlag. Sepp, der Koch, bereitet uns einen heissen Tee zu. Wir stellen fest, dass wir viel zu wenig Brennstoff mit uns haben. Schlecht berechnet! Die Dämmerung fällt herein. Von Westwn ziehen Gwitterwolken auf. Es wird eine spannenden Nacht werden, wie wir sie noch nicht erlebten. Hoffentlich hält das Wetter bis zum nächsten Mittag! Dann kommt alles gut.

Das Spektakel beginnt mit Wetterleuchten. Wir schlüpfen in die Schlafsäcke. Gnos und ich haben eine sehr unbehagene Stelle ausgesucht. Das Seil welches um die Brust gewickelt ist, drückt heftig. Hie und da hört man die anderen wieder etwas murmeln. Die Zeit scheint still zu stehen. Nach Mitternacht donnert es dauernd. Und das Unwetter kommt näher. Ab und zu schaue ich aus dem Schlafsack hinaus. Sterne sind nicht mehr zu sehen. Die Temperatur ist zwar noch behaglich, liegt aber schon unter dem Nullpunkt. Kein gutes Zeichen! Ein Wetterumsturz bahnt sich an. Am Morgen hüllen uns dunkle Wolken ein. Die Sicht ist praktisch „Null“, der Vorhang „überoben“ hat sich geschlossen. Der Kocher schnurrt. Eis wird geschmolzen um Tee zuzubereiten. Der Apetit ist uns vergangen! Nur der Durst meldet sich. Trockene Kehlen! Wir rüsten uns und überlegen einen Rückweg. Nein, da steigt niemand hinab. Lieber fünf hundert Meter nach oben, als 1400 Meter hinunter! Wir offen, dass der Nebel verschwindet um freie Sicht zu bekommen. Oben am Anfang des Götterquergangs entdecken wir in Rufweite zwei weitere Kletterer in der Wand. Ob sie sich auf dem richtigen Band befänden, welches zur Spinne führe, wollte unser österreichischer Kamerad wissen. Als Antwort kam ein „Ja“ auf hochdeutsch. Der zweite antwortet etwas in unbekannter Sprache. Die Wand wird bereits wieder eingenebelt, wohl für immer! Um 6 Uhr 30 beginnen wir mit dem Aufstieg durch das steile Rampeneisfeld bis zu einem Riss. Reihenfolge: Gnos/Jauch, dann beiden österreichischen Kameraden und Zurfluh/Josef am Schluss.

Es beginnt zu schneien und zu stürmen, wie wir es im Sommer noch nie erlebten. Bei diesem Schnee steigt der Schwierigkeitsgrad mindesrens um einen Punkt an! Nach einer Stunde fahren bereits die ersten Lawinen zu Tal! Der Götterquergang an die dreihunder Meter lang, sieht warhaftig göttlich aus!

Einer der ersten Seilschafte muss uns entdeckt haben. Er ruft seinem Kumpel zu: „sie kommen, sie kommen!“ Von da an übernimmt der österreichische Kollege die Führung. Meisterhaft und sicher geht er vorwärts. Wir klettern sofort nach. Plötzlich wird der zweite Östereicher unsicher und redet von herunter fallen. Sein Kollege muntert ihn auf. Wir haben eben die „Spinne“ erreicht. Das ist ein Eisfeld, welches um 60° bis 65° steil ist und wie ein Trichter geformt ist, der alle Steine und Lawinen kanalisiert. Weiter führt der Vordermann durch die Spinne. Das Eisfeld ist um die einhundertzwanzig Meter lang. Der Sturm tobt unheimlich weiter. Etwa viertelstündlich geht eine Lawine durch die Spinne ab! Der Schneesturm ist so stark, dass die Sicht oft kaum einen Meter weit reicht! Josef wurde von einem Stein am Arm getroffen. Eine dukelblaue, von Blut unterlaufene Stelle ist das Ergebnis. Es hätte mich fast aus dem Stand geschlagen! Die Zeit drängt! Das obere Ende der Spinne ist erreicht! Die ersten Kletterer sind eingeholt. Jetzt sind wir acht Kletterer hier oben in den Ausstiegsrissen. Einer der beiden redet hochdeutsch, der andere englisch. Nun werde ich zum Führen aufgefordert. Wir bilden eine Achterseilschaft. Schneefall, Kälte und schwerer Fels lassen uns nur langsam Höhe gewinnen. Die Hoffnung, den Gipfel noch diesen Abend zu erreichen ist gross. Oben, in den Ausstiegsrissen ist es sehr schwierig und zudem stark vereist. Ich steige hinauf. Die Kräfte verlassen mich langsam, als ich den Karabinerhaken einhängen wollte. Verdammt, da stürze ich ab, ist mein Gedanke! Franz hält, ja er hält mich. Ich finde Halt. Die Beine zittern vor Schreck, Glück gehabt! Franz erkannte die Situation sofort und zog das Seil schnell ein. Nun geht unser östreichischer Kamerad voraus. Sicher und zuverlässig nimmt er die nächste Strecke in Angriff. Bald ist er oben. Er hat den Vorteil, dass er um einiges grösser ist. Gnos geht nach. Die Reihe ist an mir. Ich klettere unsicher wegen des Sturzes, von dem ich mich noch nicht erholt habe. Es ist bereits später Nachmittag. Nach dieser Seillänge ist ein Quergang nach links. Durch kurzes, schräges Abseilen gelangt man in eine Verschneidung. Jetzt übernehme ich wieder die Führung. Ich steige durch die Verschneidung und wie ich oben in der Mitte bin, kommt wieder Unsicherheit auf. Lawinen stürzen über und durch die Verschneidung hinab. Ich rufe, ich käme nicht mehr weiter. Der Österreicher klettert zu mir nach und fragt ob ich Stand hätte, was ich bestätigen kann auch wenn dieser eher eng ist. Er klettert vor und nimmt mich zu einem sicheren Stand. Von hier seile ich Gnos nach, der auch bald da oben ist. Der Österreicher steigt weiter. Gut sichern, sagt er noch. Dann entschwindet er meinen Blicken. Nach einer Weile ruft er, er habe Stand und sei oben. Der zweite Östereicher klettert zu unserem Stand nach und meldet, ein Schweizer sei verletzt, er glaube, er habe ein Bein gebrochen. Das hat uns gerade noch gefehlt und Gnos flucht. Die Hoffnung, den Gipfel heute noch zu erreichen schwindet. Von unten hört man Rufe, doch man kann nichts verstehen. Der Österreicher kommt zurück um sich zu erkundigen was passiert sei. Er seilt sich noch weiter ab kommt aber sofort wieder zurück. Dann ruft er, er soll nun nachkommen, denn wir wollten alle aus dem Loch hinaus. Ernut nehmen wir Rufe von unten wahr doch der Sturm übertönt diese Rufe. Man kann nichts verstehen. Gnos und ich wollen da w arten. Wir ermuntern den zweiten Österreicher, weiter zu steigen. Guter Rat teuer. Gnos kann mich gut sichern. Da werfe ich 40 Meter Seil aus und seile mich durch die Verschneidung ab. Von da steige ich durch durch den Quergang hoch. Der Deutsche und ein Kollege befinden sich über der schweren Stelle. „Was ist da nur los, wollt ihr nicht weiter?“ Zurfluh und Jauch sind noch ganz unten und unter dem Überhang. Und es herrscht ein Seilgewirr. Sie sitzne da unten. „Wollt ihr hierr biwakieren?“ Der deutsche Kollege ruft mir zu: „Seppel will gar nicht mehr nachsteigen!“ „Doch ich werde schon kommen!“ sagt Sepp. Von oben hätte jemand „Biwakieren“ gerufen. Sepp ist beim Überhang abgestüzt und hat sich ein Bein verstaucht. Ich will jetzt einfach helfen. Die Östereicher haben uns ein 60 Meter langes Seil zurück gelassen und sind nur mit einem Seil nach oben gestiegen!“ Das Seil wird so eingehängt, dass es leicht durch den Karabiner gleitet. Josef kommt als erster hoch und quert in die Verschneidung. Von da wird er von Franz nach oben gezogen. Das Gleiche geschieht mit Zurfluh. Die anderen zwei sind sehr aufgeregt und gar verängstigt. Sie glauben, wir würden sie verlassen. Seile links ab in die Verschneidung. Die Nacht bricht herein. Ein Biwak in derart nassen Kleidern und keinem trockenen Faden am Leib erscheint furchtbar zu werden. Beide sind bei mir unter einem Felsvorsprung an der Verschneidung. Ich schlage einen Standhaken ein. Hier wird biwakiert. Hochklettern bringt jetzt nichts. Wir lassen sie im Seil hinten und ziehen sie am Morgen hoch.

Da murmelt jemand etwas in Englisch. Ich verstehe es nicht. „Hochziehen!“, rufe ich. Wie ich oben bei den dreien bin, ist es schon dunkel. Das Biwak sieht bös aus. Sitzen ist unmöglich! Haken werden eingeschlagen. Die Steigeisen  dürfen wir nicht ausziehen! Der Magen knurrt, weil wir den ganzen Tag nichts gegessen hatten. Kochen geht auch nicht. Sepp stellt fest, dass der Brennstoff ausgegangen ist! Die Kehle ist so trocken, dass keine grobe Kost zu sich genmmen werden kann. Sepp begnügt sich mit Schnee und Zucker. Gnos und ich nehmen Schnee und Ovosport zu uns. Zurfluh meint, wenn er nach Alpiglen komme, werde er als erstes einen Liter Glühwein trinken… Es schneit unentwegt weiter. Ob die Östereicher den Mittelegigratt schon erreicht haben? Mich befällt leichtes Fieber. Gnos und Sepp stehen schüttelnd und frierend etwas unterhalb von uns. Zurfluh sagt zu mir, es stimme etwas mit seinen Füssen nicht. Erfrierungen! Ja, ich merke es auch! Zurfluh und ich schlüpfen in den anderen Schlafsack. Wir können ihn nur über den Kopf ziehen. Es entsteht „Kondenswärme“. Wir sind auch nicht sicher hier. In der Nacht rauschen einige Schneeabgänge über unsere Schlafsäcke hinab. Die Minuten werden zu Stunden! Die Nacht will kein Ende haben. Gegen drei Uhr hat sich die Kälte verschärft. Wie wir einmal den Sack abstülpen, funkeln Sterne am Himmel. Es ist wohl mehr als zehn Grad unter dem Gefrierpunkt. Der Morgen bricht an. Es ist heiter und klar. Doch die furchtbare Kälte wird uns zum Verhängnis. Die nassen Seile sind steif gefroren. Knoten lassen sich kaum öffnen. Die beiden unter uns regen sich. „Hochziehen!“ bitten sie. Sie müssen sich gedulden, bis wir bereit sind.  Sepp hat ziemlich starke Schmerzen im Bein. Ich beginne hoch zu klettern. Pulverschnee, Kälte, Hunger, Durst und Fieber machen mir zu schaffen. Es finden sich keine Haken und vorhandene kann man in diesem Eis nicht einschlagen. Vorsicht vor Stürzen ist angesagt! Trotzdem kommt man oft dem Stürzen nahe. Jeder Schritt und Tritt wird beschwerlich. Erschöpfungserscheinungen treten auf. Zurfluh klettert als zweiter, Gnos danach und Sepp zuletzt. Ganz hinten folgen der Deutsche und der Amerikaner. Sechs Berggänger, alle an einem Seil! Wie ich aus dem Riss heraus komme, sehe ich, wie die zwei Österreicher über das Gipfeleisfeld hoch klettern. Gestern erreichten sie den Grat nicht mehr. Einer der beiden winkt mir zu. Unten im Tal liegt eine weit ausgebreitete Nebeldecke. Die Menschen unten auf der Kleinen Scheidegg haben keine Nachricht von uns. „Leben sie noch, oder etwa schon nicht mehr?“… Jetzt sind wir glücklich aus der Wand. Gerettet! Um 11 Uhr erreiche ich als erster Urner den Mittelegigrat. Die Letzten sind noch fünfzig Meter tiefer im Gipfeleisfeld. Im Aufstieg im Gipfelfeld redete mich Zurfluh an. Er wollte, dass ich einen Standhaken einschlug. Ich reagierte nicht darauf! Nun sind wir alle glücklich da! Ein Händeschütteln unter Nationen! Auf der Südseite wärmt die Sonne. Wir müssen kämpfen, damit uns der Schlaf vor Müdigkeit nicht übernimmt. Der deutsche Kollege hilft uns mit Brennstoff aus. Jetzt können wir Tee kochen. Gierig trinken wir das köstliche Nass. Das Essen hingegen mundet nicht. Der Durst beherrscht die Szene!. Von da zum Eigergipfel sind es noch 20 Minuten. Wie wir über den Grat steigen, kommen uns die beiden österreichischen Kollegen entgegen – flotte Kameraden! Der Eiger Gipfel ist erreicht: P. 3970 m ü. M. Ein kühler Wind bläst hier oben, so dass wir uns nicht lange aufhalten. Gemeinsam zu acht steigen wir über die Westflanke ab. Der Abstieg ist sehr gefährlich und erfordert grosse Vorsicht. Es liegt Neuschnee auf blankem Eis! Wir gehen am Seil mit stetigem Sichern. Der Fels ist dachziegelartig geschichtet. Bei einem Sturz würde sich das Seil nirgends verhängen. Die beiden Östereicher gehen voraus. Es folgen der Amerikaner und der Deutsche. Zurfluh, Gnos und ich sind die letzten. Wir begnen zwei Bekannten die da hoch steigen. Es sind dies Martin Epp, bekannter aus dem Kanton Uri sowie sein Kollege Paul Etter. Beide sind Berufsbergführer. Paul Etter hat im vergangenen Winter zusammen mit Hilti von Almen die Matterhorn-Nordwand durchstiegen! Sie gratulieren uns herzlich und steigen aber schnell weiter. Etwas mit Abstand folgen Zurfluh und Sepp. Epp und Etter reden etwas mit ihnen. Unten gewinnen Gnos und ich etwas Vorsprung. Die Platten sind verschneit und nass. Da heisst es aufgepasst! Der Östereicher schlägt Haken ein. Er ist sehr vorsichtig. Etwas unterhalb geht Gnos auf ein steiles Schneefeld. Er rutscht aus und reisst mich mit hinab. Es gleitet rasch und nimmt einem fast die Haare zu Berg. Weiter unten kommen wir zum Stehen. zum Glück! Beinahe wären wir auf der Normalroute tödlich abgestürzt. Es hätte uns direkt in den steilen Eigekessel gespült!

Je wärmer es wird, desto mehr machen sich die Erfrierungen bemerkbar. Hände und Füsse sind aufgeschwollen und dunkelblau gefärbt. Um 17 Uhr haben wir das Ende der Westflanke erreicht. Bekannte Kameraden sind eingetroffen und kommen uns entgegen. Es sind dies:  Jauch Dolf, Zberg Melk, Frei Sepp und Frei Ernst. Sie nehmen uns sofort Rucksäke und Material ab und gratulieren uns. Martin Epp und Paul Etter sind auch schon wieder zurück vom Eiger. Es sind zwei schlanke Burschen, man sieht es ihnen an, richtige Bergtypen! Paul Etter gibt uns Ratschläge wegen den Erfrierungen. Wir sollen uns möglichst schnell in ärztliche Behandlung begeben, damit wir möglichst keine Nachteile davon tragen. Dafür sind wir sehr dankbar. Nun geht’s hinab zur Station Eigergletscher. Auf dem weiteren Abstieg, oh,  Überraschung! Onkel Adolf Jauch ist gekommen um zu gratulieren und auch Cousine Rosa Jauch ist hier! Sie sagt, man habe spannende Zeit erlebt. Keine Sicht, keine Nachrichten nur eine dichte Nebelschicht! Was sich abgespielt habe,  das wissen nur jene, die es erlebt und gesehen haben.

Um 18 Uhr sind wir bei der Station Eigergletscher eingetroffen. Der letzte Zug zur kleinen Scheidegg fährt ab. Wir sind durstig. Dolfi holt jedem eine Flasche Bier, die fast in einem Zug gelehrt wird! Josef Jauch und Sepp Zurfluh kommen mit etwas Abstand. Sepp kann kaum noch gehen. Wir müssen sofort nach Grindelwald in ärztliche Behandlung! Mit dem Österreicher müssen wir noch das Material teilen. Es sind dies ein Seil, einige Karabinerhaken und einige Haken. Die beiden Österreicher, der Deutsche und der Amerikaner gehen zur kleinen Schweidegg weiter. „Adio!“, wir verabschieden uns von diesen Kameraden. Eine Familie nimmt uns da sehr nett auf. Sie geben uns Kaffe oder Ovomaltine. Ein grandioses Entgegenkommen! Sepp Frei nimmt Josef auf den Rücken und trägt ihn nach der Scheidegg. Gnos und ich marschieren dem Bahntrassee entlang nach der Scheidegg. Das Gehen ist schwierig, Erschöpfungserscheinungen plagen mich. Und doch, der menschliche Wille ist stark! Gnos, er ist ein zäher Mann. Nebel liegt auf. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht Richtung Wengen abdriften. Schliesslich erreichen wir die kleine Scheidegg. Da kommt ein weiterer Bergsteiger aus der Wand. Zwei befinden sich noch in der gefürchteten Wand unterwegs. Ob sie durch gekommen sind, können wir nicht wissen. Wir müssen sofort weiter nach Grindelwald. Es fährt keine Bahn mehr! Es wird dunkel. Unterhalb der Schweidegg schauen wir nochmals hinauf. Die Wand ist verschneit wie im Winter. Wir treffen in Alpiglen ein und begeben uns ins Restaurant. „Schaut, da kommen die aus der Wand – wo sind ie beiden Kameraden?“ “ Sie sind oben auf der Scheidegg!“ Wir trinken ein „Eptinger“ und fragen nach einer Taschenlampe, die wir auch bekommen. Die freundliche Wirtin: „Wir waren in grosser Sorge um euch. Ihr habt wohl einiges mitgemacht dort oben!“ Wir bestellen noch das Nachtessen, nehmen es ein und auf gehts, nach Grindelwald zum Arzt. Gegen Mitternacht wollen wir zurück sein. Von Alpiglen bis Grindelwald beträgt eine Wegstrecke etwa 1 1/2 Std. An der ersten Adresse erfahren wir zwar freundliche Aufnahme, doch der Arzt ist noch zu lange abwesend. Wir sind ungeduldig und ziehen weiter. Wir werden wieder freundlich empfangen und angenommen. Der Arzt werde in ca. einer Stunde da sein. Die Wartezeit wird mit einem Tee etwas gelindert, dann erscheint der Arzt. Wir bekommen eine Spritze gegen die Schmerzen. Dann folgt eine Abfolge von Kalt- und Warmbädern. Das Gleiche an Händen und Füssen. Der Arzt erkundigt sich und ist erfreut, Urnern für den Triumpf über die „Wand“ gratulieren zu können. Dann ruft Dolfi Jauch aus Alpiglen an. Es komme nicht in Frage, dass wir heute noch nach oben koämen. Es sei mit dem Arzt, Dr. med. Kr… so abgemacht. Wir könnten beim Arzt übernachten. Morgen würden wir abgeholt und nach Hause geführt. „Schon recht so Dolfi, danke!“ Die Behandlung geht weiter. Gehalten werden wir hier wie zu Hause! Es wird uns sogar ein Nachtessen serviert! Danach dürfen wir in einem Nebenraum nächtigen. Der Arzt gibt uns noch jedem eine Flasche Bier. Wir sind ihm sehr zu Dank verpflichtet. „Ihr könnt morgen bis Mittag ruhen. Gute Nacht!“

1962, Urner Bergsteiger Quartett v.li.: Franz Jauch, Josef Jauch, Josef Zurfluh und Franz Gnos – nach der ärztlichen Erstversorgung vorerst wohlauf. Der Preis für die Leidenschaft, die auch Leiden schafft!

Am 23. August bringt uns Dolfi Jauch nach der Arztvisite nach Amsteg zurück. Um 17 Uhr sind wir soweit. Der Arzt schenkt uns Honorar und weitere Kosten! Wir hatten alles was erforderlich war, um sauber ins „Zivilleben“ zurück zu kehren. Wir sind sehr beeindruckt und entsprechend dankbar. Die Fahrt geht via Interlaken, Meiringen auf den Sustenpass, wo ein Halt eingeschaltet wird. Eine Ovomaltine wird bestellt. Dann geht es nach Hause.

Eiger Nordwand, der erhobeneZeigfinger der Eltern, nach der Rückkehr

Wie wir in Amsteg angekommen, wird es bereits dunkel. Onkel Dolfi und Melk Zberg tragen  mir die Rucksäcke heim. Die Mutter sagte, macht soche Sachen nicht mehr, sie habe schöne Angst ausgestanden. Der Vater meint, viel verdient habt ihr, glaub‘ ich nicht. Nachher gibt es für mich 5 Wochen Ruhe. Gnos Franz nimmt die Arbeit in einer Woche wieder auf. Zurfluh und Jauch können die Arbeit erst später wieder aufnehmen.

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Schon am 1. September will Franz Gnos nach der kleinen Scheidegg fahren. Er fragt, ob ich mitfahren wolle, was ich sofort annehme. Um die Mittagszeit treffen wir in Alpiglen ein, wo es frohes Wiedersehen mit der Wirtin gibt. Hier wird ein einfaches Mittagessen eingenommen. In der Wand sei wieder ein tödlicher Unfall passiert. Man wiss nichts Genaues. Später stellte es sich heraus, dass es sich um einen Östereicher und um einen Schotten handele. Wir betrachteten die Wand via Fernrohr. Und wir sahen den Abtransport der Verunglückten…

„(…)Wir zogen auch hinauf zum besagten Stein, wo wir einiges Material deponiert hatten, bevor wir in die Wand gestiegen sind. Aber was ist passiert? Gestohlen! Kein einziger Karabiner ist zu finden. Verflucht noch einmal, die soll der Teufel holen! Nur die Landkarten und die SAC-Ausweise sind noch da. Es soll ihnen gut tun, jenen die diese Sachen gestohlen haben!)“

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Urgrossdäädi mit Franz jun. und Urgrosskind Alena – die Last des Alters trägt der erprobte Alpinist noch „mit links“!

Franz Jauch ist alt geworden und er braucht Pflege. Spricht man ihn auf die Berge an, beginnen die Augen zu leuchten. Der einfache Mann der Tat brauchte nie viele Worte. Er schultert auch die letzte Last! 

 


Brot der Armen

Unter Brot der Armen wird meist die Kastanie gemeint. in Krisenzeiten jedoch waren einst Pilze eine willkommene Ergänzung auf dem Speisezettel.

Mindestens einal im Jahr zieht es uns in den Wald. Frische Bergluft, prachtvolle Aussicht und am Ende liegen ein paar Pilze im Korb. Längst nicht alles, was sich da präsentiert findet den Weg in den Korb. Schönheiten lassen wir ebenso stehen wie Gefährliches. Die Schnecken und Maden müssen auch von etwas leben.

Herbstwetter mit Panorama

Die Rundsicht ist perfekt. Links hinter den Tannen erkennt man den Übergang von Obwalden ins Haslital, rechts unten ist noch etwas vom tief blauen Lungernsee zu sehen.

Blick Richtung Giswilerstock Glaubenberg und Jänzigrat

Die Cumuli verheissen einen weiteren schönen Tagesverlauf.

Der Speicher ist geräumt…

Notfalls könnte man in der Hütte Schutz finden oder gar übernachten.

Die Hütte ist verlassen, das Vieh ist vor kurzem ins Tal gefahren

Wenn „Alpabfahrt“ ist, bekränzen und schmücken die Bauern ihre Tiere und hängen ihne schwere „Fahrtreicheln“ an den Hals, damit sie weniger zu tragen haben – die Bauern 😉

Der Fliegenpil z-amanita-muscaria- zeigt sich von bester Seite
Ein weiterer Kerl zieht seine Show ab

Fliegenpilze, diese Schönheiten lassen wir so, wie sie sind stehen! Ihr Gift bekäme uns nicht gut! Man soll davon Tobsuchtanfälle und Sprach- und Sehstörungen bekommen. Man trifft ihn vom Flachland bis in die Berge an. Nadelwälder sind sein Gebiet. Auch unter Birken ist er auffindbar. Es wird gesagt, dass im hohen Norden, Fliegenpilze nach Abschälen der Haut verzehrt werden. Es scheint, dass diese Exemplare weniger gift in sich tragen. Von einem Versuch würde ich ablassen!

Ein alter Maronenröhrling-xerocomus-badius

Dieser Maronenröhrling überlassen wir seinem weiteren Schicksal. Er liebt Nadelwälder. Im jüngeren Stadium ist er ein gutter Speisepilz.

Reh- oder Habichtspilz-Sarcodon-imbricatus

Die Rehpilze in dieser Grösse kann man ernten. Wir schneiden sie fein und trocknen sie. Als Gewürz geben sie einer Fleischsauce ein spezielles Aroma.

Grüner Knollenblätterpilz (!) oder Scheidenstreifling?

Was sehen wir denn da? Einer aus der Gattung der Wulstlinge, ein grüner Knollenbätterpilz oder ein Scheidenstreifling?

Grauer Scheidenstreifling

Letzterer findet man weit verbreitet, bevorzugt in Buchenwäldern. Da wir diese nie ernten, wollten wir hier keine Bestimmung vornehmen. Dazu müsste man den Pilz ausgraben. Das bedeutet schliesslich die Zerstörung. Also soll er weiter seiner Bestimmung entgegenwachsen. Vielleicht wird er Beute eines Dilettanten aus dem Süden…!

Aussicht vom Rastplatz

Nach einer kurzen Rast bei Wurst und Brot geht die Suche weiter. Das sehr trockene Wetter diesen Sommer zeigt Wirkung

Dieser Steinpilz hat sich zu wenig gut getarnt! Ein Fall für den Korb!

 

Die Pilze schiessen nicht so wuchtig aus dem Boden. Obwohl diverse Fussspuren zeigen, dass da schon andere Personen waren, finden sich sehr gut erhaltene und praktisch nicht befallene Steinpilz-Exemplare. Es lohnt sich, aufmerksam zu sein!

Auch zu wenig gut versteckt: Steinpilz; boletus-edulis
Ein herrliches Exemplar!

Ein herrliches Exemplar! Der Hut hat nicht die typische Farbe. Die Trockenheit hat es wohl bewirkt.

Von den beiden lassen wir den linken stehen!
Ein Prachtskerl!
Frauentäubling, violette Form;  Russula cyanoxantha

Den Frauentäubling – Pilz des Jahres 1994 -lassen wir auch stehen. Blätterpilze sind nicht meine bevorzugten! Er soll essbar und wohlschmeckend sein. Aber eben: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“

Die angetroffenen Boviste („Stübenorchis“ oder „Staubsäcke“) waren bereits im fortgeschrittenen Stadium. Nur einige wenige nahmen wir mit.

Ein Hasenbovist

Am Ende des Tages gab es doch etwas zum Rüsten!

Einige Eierschwämmli und ein paar Semmelstoppelpilze waren auch dabei! Wir trafen auch Perlpilze an. Wir liessen sie stehen! Mit Eierpilzen wurden wir heuer nicht verwöhnt! Es tut auch nichts zur Sache!

Eieerpilze – Pfifferlinge, relativ gut getarnt
Doch noch was zum Rüsten!

Spaghetti ai funghi oder Eierpilze an Nudeln oder Spaghetti, Marke „Brigitte“ sind nicht zu verachten.

Spaghetti mit Eierschwämmchen, ein Schmaus! Dazu ein Glas Merlot del Ticino!

Für so was fahren wir nicht nach Italien um dort (gefrevelte) Pilze aus der Schweiz zu essen! Es wurde schon gesagt, dass man in Mailand Karten vom Glaubenberg mit allen Pilzvorkommen kaufen könne! Und: Ab dem 10. jeden Monats kann man in den Südtälern von Graubünden und in weiten Teilen des Tessin kaum mehr parkieren. Alles ist verstopft von italienischen Pilzsucher-Autos. Ob sich der Aufwand lohnt? Vor dem 10. müssen sie herkommen um zu rekognoszieren, danach nochmals um zu ernten. Die erlaubten Mindestmengen werden sehr oft überschritten. Hegen und Pflegen sind wohl Fremdwörter! Die Kontrollen finden spärlich statt. Aber wer erwischt wird, muss die „Beute“ abgeben und eine Busse bezahlen.

Waldameisen, ungestört an und in ihrem Bau

Es sind nicht nurPilze, die man zu Gesicht bekommt! Das Drumherum ist ebenso spannend!


Obwalden plant neue Steuern

Die Regierung schreibt, sie habe mit der Steuerstrategie 2005 bis anhin Erfolgsgeschichte geschrieben. Erfolg für wen? Geschenke an Reiche! Geringschätzung gegenüber Rentnern. Die Wertschätzung ihnen gegenüber hält sich in engen Grenzen. Warum soll man sich für sie noch einen Finger krümmen? Sie sterben ja eh aus – früher oder später… Obwalden habe sich zu den sieben ressourcenstarken Kantonen entwickelt.

Grafik: aus dem Abstimmungsbüchlein des Kantons OW

Nun wird beklagt, dass keine Mittel aus dem Nationalen Finanzausgleich (NFA) mehr fliessen! Und Zahlungen aus dem Härteausgleich fallen definitv weg. War dies nicht voraussehbar? Der Trend (blaue Linie) ist schon lange bekannt!

Die Kosten für Gesundheit und Bildung würden stetig steigen, während die Einnahmen nicht in gleichem Masse zunehmen würden. Es bestehe Handlungsbedarf weil jährliche Defizite von 40 Mio Franken entstehen würden.

Grafik: aus dem Abstimmungsbüchlein des Kantons OW

Die „Erfolgsgeschichte“ hatte offenbar eine kurze Lebensdauer! Sogar die Flat Rate Tax wurde in Frage gestellt! Der Abwärtstrend (blaue Linie) ist schon lange bekannt! Was wurde dagegen unternommen?

Die Flat Rate Tax begünstigte vorerst vor allem Firmen und hohe Einkommen! Obere Einkommen wurden im Eiltempo entlastet während man für untere Einkommen gemächliches Schneckentempo einschlug. Gleichbehandlung?

Obwalden gelte heute als attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort. Mit dem Zufluss neuer Mittel wuchs aber auch die Ausgabenfreudigkeit! Wurde aus dem Vollen geschöpft?

Der Wasserkopf (Personal, Behörden) zwischen 2008- 2018 um 13% auf 6,7 Mio Franken gestiegen. Wurden kleine Königreiche aufgebaut? Die Ergänzungsleistungen AHV/IV stiegen um 48% auf 3,8 Mio Franken. Sind auch viele finanzschwache Personen in den Kanton Obwalden gezogen? Die ausserkantonalen Schulbeiträge stiegen um 60% auf 6,6 Mio Franken. Werden anstelle von Stipendien auch zinslose Darlehen gewährt? Die individuelle Prämienverbilligung wuchs um 71% auf 10,1 Mio Franken. Das müsste detailliert dargestellt werden! Spital- und Gesundheitswesen nahm um 80% (!) auf Mio Franken % zu. Das Gesundheitswesen war schon einmal der grösste Kostenfaktor im Staatshaushalt. Daraufhin wurde die Fusion der Spitäler Ob- und Nidwaldens lanciert. Fusioniert ist immer noch nicht und wird es kaum je sein!

Nicht nur der Kanton, sondern auch die Gemeinden haben kräftig ausgegeben und ihre Personalbestende erhöht. Das Bauamt Sachseln /Giswil kam lange Jahre mit einer Person aus! Und heute? Giswil zählt 3, Sachseln inkl. 1 Lernender 10!

Grosse Projekte wurden mit Sondersteuern mitfinanziert. So gab es die Sondersteuer zur Finanzierung des Ausbaus des Kantonsspitals von 0,2 Steuereinheiten (Aufhebung per 2006). Neu wird das Hochwasserschutzprojekt mittels Sondersteuer mitfinanziert.

Bei natürliche Personen soll der Steuerfuss von 2,95 auf 3,45 Einheit angehoben werden (+10,02%). Bei den „übernatürlichen“ bzw. juristischen Personen soll der Anstieg von von 6 auf 6,3 % (+0.378 %) steigen. Gleichbehandlung?

Es wird bald etwas zu ändern geben, falls das Stimmvolk das Gesetz über die Umsetzung von Massnahmen der Finanzstartegie 2027 annimmt – was nicht zu hoffen ist!

„(…) Natürliche Personen finden in Obwalden bemerkenswerte steuerliche Vorteile. Die Steuersätze für Einkommens- und Vermögenssteuern gehören zu den tiefsten der Schweiz, seit 2017 sind die Erbschafts- und Schenkungssteuern abgeschafft. Dank dem lukrativen Steuermodell mit Flat Rate Tax sprechen auch finanzielle Beweggründe für einen Umzug nach Obwalden. Überprüfen Sie das mit Hilfe unserer Steuerrechner.)“

Mit dem attraktiven und konstanten Steuerklima ist es wohl vorbei! (https://www.iow.ch/de/home/). Anstatt im Pilgerschrittverfahren vorwärts ( zwei Schritte vorwärts, einer zurück), läuft es rückwärts. Wann ist der Zustand von einst „Obwalden = Steuerhölle“ wieder erreicht!

Man wird den Verdacht nicht los, dass eine günstige Situation geschaffen wurde um Kapital anzulocken. Jetzt, da von Seiten der EU Druck auf das Steuergebahren in der Schweiz aufgebaut wird, ist der Puff draussen und am Verklingen! Der Mittelstand soll’s primär einmal mehr richten und Rentnner werden mehrfach bestraft: Einmal werden Renten quasi auf Jahre hinaus „eingefroren“. Durch die Teuerung wird deren Kaufkraft stetig vermindert. Formuliert heisst es so: „(…) Aufgrund der aktuellen finanziellen Situation muss auch für das Jahr….auf eine Anpassung der übrigen Renten verzichtet werden. Der Vortsnad hat am…. definitiv entschieden (Art…. Vorsorgeregelement)“ – So läuft es schon seit Jahren!

Sie zäehlen sich zur Crème de lan Crème oder den Mehrbesseren,warum auch immer. Sie zeichenen sich dadurchaus, dass sie Macht ausüben oder es versuchen. Es ist sie am Wirksamsten, sich auf die Kleinen zu stürzen! Grosse fressen Kleine, diktieren was zu tun ist und vermessen sich daran, Moral vorzugeben.Moral sind die Verhaltensregeln der Mächtigen gegenüber den Übrigen! Sie stemmen sich gegen die Ethik!

Sie verhalten sich wie jenen, denen man eine Unniform anmisst und ihnen eine Pistole in die Hand drückt! Gäbe es den Landvogt noch, sie würden auf dem Landenberg aus- und eingehen!Hoffentlichfällt das Volk auf dies Schlangen. bzw. Bauernfängerei nicht ein!

OW, Finanzstrategie 2027+ (Quelle: „Aktuell“)

Der Landesindex der Konsumetenpreise mit Basis 100 im Mai 2000 beträgt im Juli 2018 108,6!

Nun sollen sie mit höheren Steuern belastet werden. Falls jemand Wohneigentum hat, fällt die Steuer für den Eigenmietwert an. Die Bemessung dieser Steuer richte sich nach der Kaufkraft, doch kein Rentner mit Haus bekam beim Eintritt ins Rentenalter eine Anpassung der Eigenmietwertsteuer, wegen der nun geringeren Kaufkraft!

Was auf das Volk zukommt ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich.Sie spricht für sich!

Steuerrechnung, Veränderungen; Quelle: Luzerner Zeitung

Da auch noch diverse Tarifanpassungen vorgesehen sind, dersteigt die Gesamtbelastung weit über die Schmerzgrenze!

Über die Schattenseiten der bisherigen „erfolgreichen“ und kurzbeinigen Steuerstartegie wir kam gesprochen: stark gestiegene Preise für Eigenheime, (die sich Einheimische bald kaum mehr leisten können) sowie die überstarke Zuname des Verkehrs auf der A8 sprechen für sich.

Anstatt des Mittelstandes möge man die Profiteure der bisherigegn, kurzsichtigen „Steuerstrategie“ an die Kandarre nehemn. Davor jedoch haben die Mächtigen Angst wie der Teufel vor dem Weihwasser! Es ist mit den Krähen, die einander keine Augen auspicken!

 

Kommentare (SRF News…)

Jörg Frey (giogio) Montag, 8. Januar 2018, 15:02 Uhr: – Zuerst grossartige Steuergeschenke an die Reichen und Superreichen mit dem Da auch Versprechen, die Steuerausfälle würden dann durch Neuzuzüge kompensiert. Und siehe da: 10 Jahre später merkte der so raffinierte Regierungsrat, dass diese Strategie in die Hosen gegangen ist. Und wer soll nun für dieses Debakel aufkommen? Natürlich der Durchschnittsbürger mit höheren Steuern und die Armen mit weniger Prämienverbilligungen. Nur die Reichen lässt man ungeschoren und höbelet ihnen weiter!!

W. Ineichen (win) Montag, 8. Januar 2018, 23:01 Uhr: – Asylbewerber betreffen diese Sparmassnahmen selbstverständlich nicht.

antigone kunz (antigonekunz) Dienstag, 9. Januar 2018, 18:28 Uhr: – Ich weiß als eine von Zürich und doch liebe Obwaldner Regierung, warum so zaghaft bei den juristischen Personen. Die Erfahrung zeigt, wenn diese ihr Anwesenheit von Steuergeschenken abhängig machen, ist es mit deren Sesshaftigkeit nicht weit her. Bei der nächsten Gelegenheit gehen die auf und davon.


Der Schrebergarten

Gemüse, Blumen alle Arten

aus dem eigenen Schrebergarten,

von Morgen früh bis Abends spät,

wird gehackt, gedüngt, gesät.

Ist das Gemüse dann gedeiht,

bald schon kommt die Erntezeit,

dann kommen oben auch die Läuse

und im Untergrund die Mäuse.

Jetzt herrscht Krieg im Schrebergarten,

gegen die Parasitenarten.

Mit literweise Insektengift

man den Schrebergärtner trifft.

Auch die ach so armen Schnecken,

vertreibt mit Gift man aus den Hecken,

so wird die ganze Gartenpracht

zu einer wahren Gartenschlacht.

Dank Einsatz und mit List,

mit Chemie und Hühnermist,

hat das Gemüse man gepflegt

und mit Liebe auch gehegt.

Nachbarn und Verwandte warten

auf das Gemüse aus dem Garten,

denn von dem Anbau mit Chemie,

erfahren die Beschenkten nie.

Der Ertrag vom Schrebergarten,

hat immer noch die besten Karten.

Ist das Gemüse mal gegessen,

ist die Chemie auch schon vergessen.

Ruedi Gysi, 24. August 2018

Es treiben sich gelegentlich fragwürdige Ideologieprediger durch die Beete. Sie verkünden was sie fest glauben möchten oder was sie  sich eingeredet haben. Das reicht ihnen jedoch nicht. Andere sollten sich gefälligst daran halten. Ansonsten werden sie terrorisiert, ausgenommen die Busenfreunde. Aus Mulch wird Gift nicht nur dahergerededet sondern hysterisch ge- und verschrien. Werden Gartenplatten in die Wege gelegt,  verdichte dies den Boden derart, dass man es 25 Meter weiter noch spüre. Und die vielen Platten würden Ameisen en masse anziehen, was nicht zu dulden sei. Interessant: Die Invasion der Ameisen fand nicht statt! Und ausserdem sind sie kaum schädlich! => Ameisen bringen mehr Nutzen als Schaden – PNP

Das Echo erreicht andere, die sofort auf den Giftzug aufspringen. „Vergiftete Luft! Man kann kaum mehr atmen…!“ Interessant daran ist, dass noch niemand einen Arzt deswegen aufsuchen musste, geschweige denn, vor lauter Atemnot gestorben ist! Es wird einfach irgend etwas ins Blaue hinaus poletet. Eine Nachfrage über verwendete Mittel gibt es nicht. Hauptsache die Stimmung wird angeheizt!

Ähnlich Szenarien erleben Radioamateure. Sobald jemand einen Draht gespannt hat, ist es eine Antenne und die verursacht Kopfschmerzen! Auch wenn es nur eine Empfangsantenne für Kurzwellen ist, die keine Abstrahlung hat! Das Exempel wurde statuiert: Es wurde ein Draht gespannt. Die Kopfschmerzen wurden schon bald angemahnt. Nur: Nachweislich war es keine Antenne! Und: niemand hat in seiner Wäscheküche Drähte abmontiert…! Wo ist die Logik?

So verstreicht die Zeit. Was nun, wenn ein „Sektenprediger“ nun selbst beginnt Gartenplatten in die Wege zu legen? Und wenn er allenfalls beginnt grüne Kügelchen, welchen man auf Deutsch Schneckenkörner nennt zu streuen? Hat er jetzt die „2“ am Rücken? Und, falls seine Rebe von einem Schädling befallen ist, greift er dann zu wirksamer Chemie? Es scheint, als hinder ihn niemand daran! Als Mensch, der sich im Mittelpunkt wähnt, handlt er, wie es die Situation verlangt. Der Zweck heiligt seine Mittel. Kurios ist, dass er  anderen am liebsten keine Rechte zugesteht!

Hochbeete sind für ihn kein Anlass dazu, Bodenverdichtung zu reklamieren! Ob es daran liegt, dass nicht die gleichen Massstäbe gelten?

Mit der Redlichkeit des Denkens ist es nicht weit her! Die mentale Umweltvergiftung ist weit schlimmer als die paar Spritzer aus „Maags Chemieküche“! Aber das ist ein anderes Thema! Doch wird eventuell alles falsch verstanden! Es könnte ja sein, dass Saulus, nun Paulus,  Ameisen gezielt züchten möchte. 😉

„Wieviele von diesen Ideologie-Typen gibt es und wie heissen sie?“ „Es gibt viele Schrebergärten auf der ganzen Welt, ergo gibt es viele „Typen“ und ich heisse Meier!“

Um wen es sich handle? Das muss jeder für sich selbst herausfinden! Ich weiss es auch nicht! Es muss sich um eine graue Maus oder um jemanden handeln, der kaum durch grosse Würfe auffällt! Es ist wie bei Wühlmäusen. Man sieht sie kaum, aber sie sind da!

Ideologen sind Fundamentalisten. „Fundis“ sind machtgierig, auch wenn es sich um ganz kleine handelt! Es geht ihnen um die Durchsetzung der eigenen Ansicht. Darum sind „Fundis“ dogmatisch und daher immer intolerant.

(Der Einfachheit halber wurde die männliche Form gewählt. Sie gilt auch für die weibliche!).


Unglück oder Katastrophe?

Würde das Schweizer Fernsehen mit seinen Fernsehreportern auf einem Schiff z.B. 100 Jahre Mittwoch feiern und würde das Schiff sinken, so wäre dies ein Unglück. Falls jedoch Sascha Rufer schwimmen könnte, wäre es eine Katastrophe! Wem will Sacha Ruefer, dieser kommt einem vor, als wäre er ein „Portionenploderi“, wohl was beweisen? Uns Zuschauern muss er nichts beweisen! Und uns gegenüber muss er sich auch nicht profilieren! Oder ist er etwa in eine „Profilierungsneurose“ verfallen?

Als die englische Fussballmannschaft der kroatischen unterlag, mag es für das Engländerteam und seine Fans ein Unglück gewesen sein. Für uns Schweizer ist jedoch Sascha Ruefer nicht nur eine Zumutung, sondern eine Katastrophe, ohne dass ein Schiff mit ihm untergehen muss…!

Immer wenn Ruefer im Spiel ist und es Alternativen gibt, schalten wir um! Das ARD berichtet weit angenehmer! Da muss ja wohl etwas nicht stimmen, sind doch die eher behäbigen und wortkargen Schweizer immer irgend wie in Konfrontation mit mit den Leuten aus dem „grossen Kanton“ und deren geschliffenen Sprache. Ruefer würde, gäbe es ihn noch, den Altbundesrat Kurt Furgler mit seiner scharfen Zunge übertrumpfen.

Ruefer trat  die Nachfolge von Bernard Thurnheer an. Seinem Vorgänger kann er jedoch das Wasser bei Weitem nicht reichen!

Sie könnten noch dazu lernen, die Sportjournalisten vom Leutschenbach!

Neben Rufer wäre Dani Kern der Ehrgeizige und Alleswisser zu erwähnen. Seine Ratschläge an die Spieler sollte er besser lassen! Es ist einfach, aus der Vogelperspektive das Geschehen zu übersehen. Von hier kann man hätte, wäre, würde, sollten usw. leicht überblicken. Die Spieler haben ein anderes Bild. Ihr Übersichtsniveau befindet sich 1, 6m +/- über dem Rasen. Spiele sind auch keine Bouquets oder mehr oder weniger schöne Blumensträusse. Und wenn, schon, sollten die Farben der Dresses der Spieler korrekt angegeben werden. Die Zuschauer sehen es selbst und farbig… Hat er einen Co-Kommentator neben sich, merkt man, dass es ihm überhaupt nicht behagt. Er muss aufpassen, der Nachbar könnte ja korrigierend eingreifen…. Wenn z.B. ein Ski-Crack als zweiter Sprecher anwesend ist gibt es Farbe in Kerns reportage. Muss er alleine reden, dann merkt jeder, wieviel Feinheiten er kennt! Und wenn dann mal etwas Ausserordentliches passiert, beginnt er ein Geschrei und Gelärm, dass man die Lautstärke praktisch auf Null stellen kann. Man hört ihn so noch, wenn das Fenster geöffnet ist!

Wechseln wir in die Formel 1. Michael Stäuble hat es drauf. Seine Reportage wäre nichts, könnte er nicht alles vom Monitor ablesen. Sämtlich Geschwindigkeiten gibt er mit drei Stellen hinter dem Komma an! wen der Kimi mit 212, 371 km/h unter wegs war und der Vettel sogar mit 212, 378 km/h, dann war letzterer wohl ein klein wenig schneller. Wieviel beträgt die Differenz? Und wie viele Meter wären dies? Auf Stäubles Pedanterie könnte ich verzichten. Ist Stäuble angesagt, schaue ich beim ORF Sport hinein, die machen es angenehmer und stehen nicht dauernd unter Profilierungsstress! Mit dem Paradiesvogel Rainer Maria Salzgeber, gehe ich weniger hart ins Gericht. Aus Jann Billeter kann noch etwas werden, vorausgesetzt, dass er nicht in rueferisches Fahrwasser gerät!

Niemand kann sein wie Beni Turnheer. Wer seine Arbeit selbstkritisch hinterfragt, kommt jedoch an erfolgreichen Beispielen nicht vorbei. Ich denke an Vico Rigassi, Sepp Renggli und Karl Erb und Hans Jucker!

Die „Ruefer’s“ behandeln ihrer Zuhörer wie Deppen, die ihrer Ansicht nach nicht in der Lage zu sein scheinen, selbst das Geschehen am  Bildschirm zu verfolgen. Das Geschehen zu begleiten ist eine edle Sache, wenn so viel wie nötig „geschnorrt“ wird. Weniger ist oft mehr! Das hat sich offenbar bei dieser Generation von Journalisten und Reportern noch nicht herum gesprochen. Die Dilettanten haben also noch persönliche Entwicklungsarbeit vor sich! Das übertriebene Ego werden sie wohl etwas zurück binden müssen! Es wird ihnen gutes Gelingen gewünscht!


Doppelbürger und Integration

Wer ausgewandert ist bleibt meist mit seinem Herkunftsland verbunden. Eine vom Ankunftsland verlangte Integration löscht diese Bindung nicht aus! Die Bindung an die Herkunft bzw. an das Herkunftsland lässt sich mittels einer Tintenburg voller Politiker und dicken Gesetzesbüchern nicht lösen – muss es meiner Ansicht nach auch nicht! Alle dürfen zwei Seelen in ihrer Brust tragen! So augeschlossen sollten wir heute sein!

Der Bekannte St. G. kenne ich, seit ich 9 jährig war. Er kam aus Oberitalien, war Saisonier und er arbeitete anfänglich in der gleichen Fabrik wo mein Vater tätig war. Er wohnte im gleichen Haus auf dem gleichen Boden, war also direkter Nachbar. Er erzählte mir, dass seine Brüder und selbst sein Vater in die Schweiz kamen. Viele Schweizer Firmen suchten Arbeitskräfte, Italien hatte sie! Ich war damals fasziniert vom schönen Rennrad der Marke „Michelin“, welches eine hellgrüne Farbe besass. Ich sah zu, wie St. G. die Collies reparierte und sein Velo pfegte wie ein Bijous! Am Wochenede verkleidete er sich als Velorennfahrer und fuhr von dannen. Mit anderen Kollegen machten sie Rundfahrten und trainierten regelmässig. St. G. ist längst über 80, doch das Rennrad führt ihn heute noch regelmässig in der Gegend herum!

Als ich ihn kürzlich aufsuchte herrschte gerade „Familienrat“. Die drei „G’s“ treffen sich wöchentlich einmal, kochen zusammen, pflegen die Familienbande, schwärmen von ihrer Heimat, die sie bisher regelmässig besuchten oder Ferien dort verbrachten. Damals mussten sie ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Die Mühle konnte die Familie nicht mehr ernähren.

St.G. wohnte bei unserem Nachbar, Er war Italiener, der eine Schweizerin heiratete. St. G. verliebte sich in seine ältere Tochter. Schliesslich gründeten sie ein Familie. St. G., der in seiner Heimat eine Ausbildung als Motorradmechaniker absolvierte und auch die erforderliche technische Ausbildung an einer Schule besuchte, war hier als Hilfsarbeiter eingesetzt, der die Arbeit anstelle eines Automaten ausführen musste. Er aber wollte mehr. So begann er, sich Kenntnisse in Elektrotechnik via Fernschule anzueignen, was ihm schon bald neue berufliche Möglichkeiten einfuhr, die er zu nutzen wusste.. Seine Kinder sind in der Schweiz geboren und leben hier mit ihren Familen. St. G.  wohnt heute im Haus seiner längst verstorbenen Schwiegermutter. Seine Frau ist ihm vor einigen Jahren weg gestorben. Ihre jüngere Schwester hat es nach Italien verschlagen. Sie ist dort verheiratet und lebt in der Toscana. Sie ist zurück – „back to the roots“!

Würde man St. G. auf „Integration“ überprüfen, er würde keine Zweifel offen lassen! St. G. ist alo so etwas wie musterhaft integriert. Wer will ihm verbieten, dass sein Herz jedoch immer noch für seine ursprüngliche Heimat schlägt? Wer will ihm verbieten, die Politik in Italien stets zu verfolgen? St. G. ist als Doppelbürger voll integriert. Er führt ein anständiges Leben ist mit dem Gesetz nie in Konflikt geraten und er hat seine Pflichten stets mustergülitig erfüllt! Wer hat etwas dagegen, wenn Jubel auftritt, wenn die italienische Fussballmannschaft gross auftrupmft oder wenn italienische Skifahrer die Nase vorne haben oder wenn Ferrari am Siegen ist? Deswegen wird der Integration kein Stein aus der Krone gebrochen!

Ich kenne „Papierschweizer“ ungarischer, tschechischer, slowakischer, rumänischer und bulgarischer Herkunft, die sich hier niedergelassen haben und voll integriert sind, bzw. waren.  Die Bande zu ihrer Heimat jedoch blieben stets intakt!

Meine Grossmutter vaterseits ist der Ehe eines Italieners mit einer Schweizerin entsprungen. Ich fühle mich deswegen nicht zu „italienischen Verhältnissen“ hingerissen. Wir haben in der Schweiz genug eigene Türen vor denen es zu wischen gibt!

Wappen Albaniens: der Doppeladler

Aus meiner Sicht ist auch der „Doppeladler“ für mich kein Hinweis darauf, dass ein paar Fussballer politisch aktiv geworden wären! Und wenn, dann nicht in einem Mass, das eine ganze Nation in Aufruhr bringen sollte! Sie sind hier aufgewachsen, sind integriert und haben ihre Wurzeln in einem anderen Land. Was ist daran schlimm? Wenn sie für uns Kastanien aus dem Feuer holen sind sie geschätzt, wenn sie ihre Wurzeln nicht verleugnen sind sie suspekt! Gehts eigentlich noch!? Werden die Nachkommen ausgewanderter Schweizer in Amerika, wo sie ihrer Traditionenen weiter pflegen etwa ausgegrenzt? Es gibt  Wichtigeres zu tun als falsch empfindlich zu sein!

Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri sind wohl Schweizer aber keine Eidgenossen. Es wird eine Zeit kommen, da werden die Eidgenossen in der Minderheit sein. Was dann? Die zwei genannten Fussballer sind wohl trotz Einbürgerung noch keine Schweizer. Sie sind in ihrer Seele Kosovo-Albaner oder gar Albaner! Bei Herrn Xhaka müsste man genau hin sehen! Er hat nämlich nur einen Pass, den schweizerischen! Was ist denn jetzt?

Wenn die „Fehlbesetzung“ (Gregor Rutz) im Zürcher Regierungsrat, die  sozialdemokratische Regierungsrätin Jacqueline Fehr:  die «Doppelbürger sollen streiken!» zum Widerstand aufruft, ist dies schlicht schlechter Stil!

Was der Schweizerischen Fussballverband (SFV) mit der Schnapsidee: Doppelbürger von der Nationalmannschaft auszuschliessen beabsichtigt, ist mir schleierhaft. Die erwähnten „Doppeladler-Aktivisten“ sind doch Symbol dafür, was jemand, der hart arbeitet erreichen kann! Sie sind keine Weicheier! Sie sind nicht vergammelt und sie liegen dem Sozialamt nicht auf der Pelle! Sie sind Vorbilder! Mindestens für viele ihrer Landsleute, die in der Schweiz leben und sich täglcich den Herausforderungen stellen müssen! Was wollen den die kurzfristig denkenden Verbandsstrategen? Sie sollen sich auf den Fussball konzentrieren und die Politik jenen überlassen, die davon etwas verstehen – falls es noch solche gibt!

Es ist der SFV-Generalsekretär Alex Miescher, der eine sehr schlechte Falle in Sachen Doppelbürger machte. Er wäre ein Entlassungsfall wegen des angerichteten Debakels. Doch wie es scheint, sitzt er nach wie vor fest im Sattel. Oder reitet er etwa ein totes Ross?

„(…) Granit Xhaka, im Nationalteam eine unverzichtbare Schlüsselfigur, reagiert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA: «Er hat (Alex Miescher) künftige und aktuelle Doppelbürger wie mich enttäuscht.»)“

Der Fussbalverband sollt e sich mit der Frage befassen, warum die Mannschaft als sie gegen Serbien spielte, zu „120%“ motiviert war und danach „nur“ noch 80-90! Und sie sollte sich fragen, wie man die Motivation eines Teams auf „Volleistung“ bringen kann, ohne dieses zu gängeln bzw. zu manipuieren! Denn, nur wenn das Team „will“, kommt die Leistung. Da nützen gestikulierende Trainer am Spielfeldrand  die versuchen, ihre Spieler verbal fern zu steuern rein gar nichts!

Wer Angst davor hat, dass es in der Nationalmannschaft der Fussballer bald nur noch zwei, drei „echte“ Schweizer gibt, müsste sich überlegen, wie er es auf die Reihe bringt, dass sich das Verhältnis verbessert. Man müsste dann vielleicht über Wohlstandserscheinungen reden und wie man diesen an die Substanz geht!

Seien wir froh darber, dass sich der Grossteil der Ausländer in der Schweiz, ob mit oder ohne roten Pass soweit integriert hat, dass keine grossen Problemzonen entstehen. Oder wünscht sich jemand etwa Banlieues in der Schweiz? „(…) Die französische Polizei hat der brutalen Kriminalität und der alltäglichen Gewalt in der Pariser Banlieue nichts entgegenzusetzen…) Quelle: FAZ

Als die Schweiz Ausländer suchte, bekam sie Fachkräfte! Sie waren nach aktueller Lesart Wirtschaftsflüchtlinge. Sie brachte aber Kenntnisse und Fähigkeiten mit! Das darf man nicht vergessen! Klar, es hatte auch Nieten darunter! das erlebten wir selbst! Die Nieten kamen jedoch nicht wegen unexakter Auswahl, sondern weil der „Import“ von Arbeitskräften politisch motiviert war. Als der damalige italienische Arbeitsminister Sullo mit der Schweiz verhandelte, ging es um eine Anzahl an Köpfen und nicht um eine Anzahl ausgesuchter Fachleute. Auch die Löhne waren politisch und nicht der Qualifikation betreffend! Eine dieser Nieten, menschlich war er ein guter Kumpel, demonstrierte sein Können: Als sein Bohrer stupf war ging er damit wie üblich an die Schleifscheibe. Er drehte den Bohrer so, wie wenn jemand ein Bleistift spitzt! Ab jetzt war er unter steter Beobachtung und bald waren sich alle einig, er bringt es nicht! In die Reinigungemannschaft umgeteilt reinigte er Fensterscheiben von unten nach oben…. Trotzdem empfing er im Vergleich einen überdurchschnittlichen Lohn! So passiert bei den Pilatus Flugzeugwerken 1963/64. Es gab mehrere solcher Beispiele!

Heutige Wirtschaftsflüchtlinge bringen sehr oft nichts mit, womit sie sich auszeichen könnten. Sie landen schliesslich in der Sozialindustrie, wo sie mit Steuergelder durchgefüttert werden und ein Leben wie in einem Ghetto führen. Daraus folgt: «Die Europäer können es langfristig nicht hinnehmen, dass kriminelle Menschenhändler und Afrikaner auf der Suche nach einem besseren Leben sie moralisch erpressen.» BAZ:  «Der Westen soll die Entwicklungshilfe einstellen»


Andere Gedanken

Es begann mit einer Frage meines Segelfliegerfreundes von nordwärts:

  „(…)In der neuen Ausgabe „Die Alpen“ habe ich heute eine kurze Reportage über den Bartgeier gelesen. Sehr interessant im Zusammenhang mit der Aerodynamik. Sehr leichte Knochen, keine Zähne, keine Blase und nur 2 Zehen pro Fuss. Dafür hat er eine Luftblase um in grosser Höhe genügend Sauerstoffvorrat bei sich zu haben. Er kann Strecken bis 800 km nonstop fliegen. Jetzt kommt aber der Widerspruch: Der Bartgeier ist dem Mensch weit überlegen, beträgt seine Leistung 335 km mit dem Gleitschirm. Vor ein paar Tagen ist ein Segelflug ab Bleienbach mit 1‘000 km gelungen, und das nicht als jährliche Einzelleistung. Sollte die Redaktion der Alpen auf diesen Fehler aufmerksam bzw. Richtigstellung hingewiesen werden?  Ich bin gespannt auf eure Reaktion.)“

Was ich dazu brösmele: Als ob es nur Gleitschirme gäbe! Ich würde den Hinweis schon geben! Es gäbe noch weitere:

Der längste Segelflug
Am 21. Januar 2003 flogen Klaus Ohlmann(GER) und Karl Rabeder(AUT) in einem Nimbus 4DM Streckenweltrekord. Die Distanz über Chapelco, El Juncalito, El Maiten und Laguna Diamante in Argentinien betrug 3.008 km !
Der höchste Segelflug
Am 29. August 2006 erreichten Steve Fossett(USA) und Einar Enevoldson(NOR) in einem Eigenbau names „Perlan“, einer modifizierten DG-500, mit einer Höhe von 15.460 m den Höhenweltrekord ! => ich erreichte nur halb so viel an Höhe, überhöhte aber 6045 M.ü.M. und das praktisch ohne O2, denn dieser ging schon bald aus und ich musste bei 4m/sec Steigen abbrechen…! Im Vergleich zum Perlan hatte ich eine primitive Einrichtung zur Verfügung. Letztlich zählt das Erlebnis!
Der schnellste Segelflug
Klaus Ohlmann(GER) und Matias Garcia(ARG) erreichten am 22. Dezember 2006 in einem Nimbus 4DM bei einem 500km Ziel-Rückkehr-Flug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 306 km/h !

PS.: Klaus Ohlmann ist wie Housi National selig, Zahnarzt von Beruf. Die haben es einfacher, als Leute aus andere Berufsgattungen. Sie geben ihren Patienten einfach ein Saridon, wenn sie auf den Flugplatz gehen wollen!

Der Bartgeier ist dem Menschen schon überlegen. Der Bartgeier fliegt als Vogel selbst. Der Mensch braucht dazu eine Verkleidung um sich herum (Flugzeug) oder eine fliegende Beiz die an ein kompliziertes Cockpit angenietet ist (Verkehrsflugzeug). Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!

Nun meldete sich , auch ein geschätzter Segelfiegerkamerad aus dem Sopra Ceneri zu Wort:

(…) Guten Sommerabend ohne Brämen über den Gotthard nach Unterwalden.

Liebe Nicht mehr Fliegende mit ihren Partnerinnen . Schön von euch zu lesen, mich teilhaben zu lassen an Beobachtungen und Erinnerungen, welche oft deckungsgleich mit den meinigen übereinstimmen. Hier ein paar, nicht mehrheitsfähig sein wollende, abstruse Gedanken zu den (H)eurigen…Ich hole etwas weit aus und fasse doch irgendwie zusammen ohne allzu langweilig zu werden. Soll ja auch einen Unterhaltungswert haben, wenn ich endlich wieder mal in die Tasten haue.

Also wenn für Alpinisten etwas so Artfremdes (Geier) in den “Alpen” steht, dann muss man aufpassen. Mir geht dieses „Käsblatt“ im Gegensatz zur „Aero Revue“ oder zum Zürcher SAC-sektionseigenen UTO schon lange auf den Wecker, ich hatte es vor langer Zeit mit einem harschen und vom ZS fairerweise veröffentlichen Briefkommentar abbestellt, bekomme aber seit einigen Jahren die italienischsprachige Ausgabe, welche mich zwar immer noch nervt

Die SAC- Bürokraten im Berner Zentralsekretariat haben nämlich grundsätzlich etwas gegen die Fliegerei (ausser der REGA, welche für ihre nicht literarischen Ausrutscher gut genug ist) und daher hören bei denen die fliegenden Menschen mit den Gleitschirmern auf – die ja ja auch in Lumpen gehüllte Unwesen sind wie manche Alpinisten in ihren, gar nicht nachhaltig hergestellten, textilen Klamotten. Übrigens mischen sich die Berner SAC- Zentralisten in Ermangelung eigener Kernkompetenzen immer mehr in Sachbereiche ein, von denen sie entweder nichts verstehen oder anderweitig fremdgehend um Beachtung bzw. um Werbeanteile buhlen.

Zum ehemaligen Lämmer- alias Bart-Geier: der hat (im Gegensatz zum Adler) ein kurz einziehbares – nein nicht Fahr- sondern Fress-Werk! Damit kann er zwar nicht seinen Rollkrallenweg verlängern, wenn er mit Voll-Last wegfliegen will, jedoch diese vorher in Portionen aufteilen: Mit seinem ausgestreckten Hals zerrt er die für ihn kostbarsten Eingeweidestücke aus den Brustkästen der Kadaver und fliegt sie an den Krallen gefasst, mit wieder aerodynamisch eingefahrenem Hals, in ein Zwischendepot oder direkt in seinen Horst zur Brut bzw. zum brütenden Partner oder frisst die Zwischenverpflegung in einem ruhigen Schlauch gleich selbst. Knochen frisst er nur, wenn nichts „Besseres“ aufzureissen ist. Er ist zwar „dümmer“ als die Pistenkrähen mit den Baumnüssen in Buochs, versteht es aber ebenso, zu grosse Knochen fallen zu lassen und zertrümmert einzusammeln.

Auch als einer der weltweit grösstgespannten Greifvögel ist er – nicht wie der kleinere Adler – kaum je heraldisch dargestellt. Eigentlich ist der Bartgeier, wie alle seine Artgenossen, ein Schmarotzer; er braucht die Nähe von Viermalvier-Räubern oder exakt des Adlers, weil er deren Abfallverwerter ist. Er ist auch feige – eben kein Wappentier – denn mit seiner Riesensilhouette versteht er es ausgezeichnet Kleinwild zu erschrecken, zum Absturz bringen zu lassen. Er führt auch keine Luftkämpfe aus, denn dazu ist er viel zu schwerfällig und zu faul.

Lämmer kann er im Gegensatz zum Adler nicht reissen: seine Auf-, Zustoss- und Greif-Geschwindigkeit ist zu gering – allerdings kann er Neugeborene wie erwähnt erschrecken, so dass sie sich verletzen und dabei vom Muttertier verlassen und ungeschützt werden. Selbst ein Adler kann nach dem verpufften Stoss meistens ein Beutetier nicht anheben und lässt es fallen. Die Fortsetzung erfolgt dann am Boden durch ihn selbst oder andere Räuber. Anderslautende Schauergeschichten aus wundersamen Jahrhunderten waren Vorwand zum Abschuss und aktuelle YouTube Movies sind zum sich Totlachen.

Die beiden gegenübergestellten Greifvögel haben auch von daher ganz unterschiedliche und ausserdem ständig veränderbare Flügel-Profile und Polaren. Sie sind auch sozial verschieden. Adler zum Beispiel, kennen einem, wenn man ihnen ein paarmal in den Bergen begegnet ist und scheinen einen „siebenten Sinn“ zu haben. Wenn man fest an sie denkt, dann tauchen sie plötzlich auf, kommen näher wie zum Gruss und verschwinden rasch wieder, fast immer im Segelflug, selten schlagend. Selbst mit Katharina habe ich das wiederholt beobachtet unterhalb der Lenzuoli-Kette am Gridone wo es einen Horst gibt. Der Rayon eines Adler- und wohl auch Bartgeier-Paares umfasst 40 bis 50 Quadratkilometer.

Segelflieger haben immer wieder Begegnungen mit Adlern gehabt, teilweise auch blödsinnig provozierte, wenn nicht, dann kann man mit ihnen gut kreisen. Mit dem greiferbenamsten Moswey-III war ein Adler leicht „abzutrocknen“ sofern dieser nicht frech im Schlauchzentrum quasi stehend (schlagend) von oben herab „grinste“.

Im Gegensatz zu meinem Kollegen  habe ich den angesprochenen Artikel in den „Alpen“ (noch) nicht gelesen. Meine Partneri hält das Hochglanzprodukt immer eine gewisse Karenzzeit von mir fern (auch andere). Um so leichter kann ich dann das Zeug rasch oder überhaupt nicht über “fliegen“ und entsorgen.

Im übrigen ist es zwar interessant, mir aber seit eh und je völlig wurscht, wie hoch und wie weit und wie schnell (Coubertins Neo-Perversion der antiken olympischen Spiele!) die ver-rückt gewordene Menschheit, bzw. in der Regel deren mental pubertierende Sektion, fliegen, seckeln, hüpfen, schiessen, werfen. Besser alleweil als Kriege führen, doch klinisch-historisch als deren Präludium getestet. Und: in der Antike wenigstens unumwunden als Kriegstüchtigkeits-Voraussetzung in Szene gesetzt – mit allerdings ausschliesslich kriegstauglichen körperlich-technischen Disziplinen. Mehr oder weniger so etwas wie der spätere militärische CH-Vorunterricht – allerdings nicht nackt oder lendengeschürzt denn uns schauten ja keine noch so schönen potentiellen Witwen oder Hetären zu…. Meine hier wiedergegebenen „Verwurschtung“ volksbelustigender und messbarer sportlicher „Leistungen“ betrifft ausnahmslos alle diesbezüglichen Veranstaltungen – auch aktuelle wie jene der FIFA.

Panem et circenses in aeternum et in saeculum saeculi….. das eine habe ich als Bub im Zirkus, das andere in der Kirche der reichsten Nidwaldner Gemeinde beim doppelt dissertierten (Medizin+Theologie) Dr. Dr. Pfarrer M. gelernt!

Ich weiss nicht ob mein Freund den noch gekannt hat, J. H. war ab etwa 1949 dessen Vikar. Ein Cousin meiner Mutter war der dritte im Bunde – A. O. – schwerhöriger Pfarrhelfer, zu dem ich aus diese Grund, wenn überhaupt, beichten gegangen bin. Der Klerus war damals personell gut dotiert im Lopperdorf, und weil keiner der drei aus dem Stegreif von der Kanzel zu donnerwettern verstand, kamen ihnen in den sogenannten Missionsperioden Kapuziner aus belgischen und französischen Negerkolonien zu Hilfe. Die Kirche war dann immer zum Bersten voll und der Oberlehrer, frisch aufgemotzt vom Zürcher Milieu, bzw. „Schulkonferenzen“, brachte die Orgel zum Dröhnen und den Frauenchor zum Jaulen. Was da aus mir frivol daherkommt, war ehedem naive aber gelebte Frömmigkeit und Ergriffenheit. Zerknirscht und moralisch abgewrackt trafen wir uns anschliessend in der familiären Ehrengarde vor den Gräbern unserer Ahnen. Es sei unumwunden zugegeben: ohne die Erinnerung an diese „Echtzeiterlebnisse“ und Wahrnehmungen, wäre ich nicht der, der ich bin. Vielleicht könnt ihr Ähnliches von euch nachempfinden….

Dann wär noch dies: Sowohl der GPS-gegängelte B‘geier als auch die ebenso kontrollierten Mathias und Klaus in ihrem Nimbus DM-Doppelsitzer haben ihre Strecken mit wohl etwas Rückenwind (lokale Zyklonen oder gar Jetstream) geflogen was allerdings die Ungeheuerlichkeit ihrer Leistungen nicht schmälert. Vielleicht sind solche Umstände mit ein Grund, dass meines Wissens Segelfliegen nur gerade während der NS-Zeit olympische Disziplin gewesen ist. Beim Rudern beispielsweise ist das ausdrücklich nicht erlaubt, wie mir die Gebrüder Waser aus Stanstad 1956 erklärt hatten, als ich ihren beiden Skiffs mit meinem Klepper-Faltboot (Jahrgang 1933!) Flankenschutz bot und, getrieben vom plötzlich aufkommenden Föhn, davon fuhr.

Da schaue ich von zu Hause aus lieber den fast Albatros grossen Möwen über dem See zu, welche wie wir früher, sogar im Wind stehen bleiben oder rückwärts fliegend steigen.

Manchmal ist Stehenbleiben oder Rückwärtsgehen zur Vermeidung von Nebenwirkungen gar keine so schlechte Wahl im bodennahen Leben…..

Womit wir auf unsere Spezies als vernunftbestrafte Säugetiere zurück geworfen wären – mit einem tröstlichen Link zum Nichtsäugetier „Vogel“: der hat sich nie mit Vernunft behaften lassen müssen (war wohl zu engelgleich?), dafür beringen sie ihn, schlimmer noch: implantieren ihm Chips und Sender unters Gefieder. Wozu eigentlich? Aus Voyeurismus, vielleicht – das wäre noch die am wenigsten unedle Absicht. Mit Forschung hat das nichts zu tun. Als ob der Mensch keine anderen Pendenzenliste hätte….

Und das an einem Geschöpf, welches kurze Zeit nach dem Aufbruch aus der Schale – ohne Stöpsel- und andere Perioden – einfach i s t und durchgefüttert vom ersten Gump an fliegt! Die Sterne-und Gravitations-Navigation bringt dieses genetisch gleich mit auf diese Welt. Auch das können wir in Brissago an den eigenen Hausgemäuern und Dächern Jahr für Jahr beobachten und dabei eine höhere Ordnung erahnen, welche niemals in Synagogen, Kirchen und Moscheen gepredigt werden kann.

Und last but not least halte ich’s mit H. O. : Weniger ist mehr….Z.B. Beschaulichkeit und hoffentlich – wie ich jetzt – den Griff zum grossen kühlen Bier. Prost!

Sommerabendliche Grüsse vom Schweiss-, Eis- und Wasser triefenden Südpol.

An unsere lieben Kollegen und Kolleginnen nord- und südwärts:
Antworttempo: Man muss das Eisen schmieden, so lange es warm ist!

Ich meinte schier, dass der Kollege aus dem Süden. eben einen Vogel abgeschossen hast! Ich lese gerne, was er uns jeweils auftischt! Ab und zu erkenne ich spitzbübische, freche Bemerkungen! Das ist gar nicht abschätzig gemeint! Nein, sie gefallen!

Die Aussetzung eins Bartgeiers auf der Frutt koste über 100’000 Franken…. Ob damit langfristig sinnvolle Ziele erreicht werden muss sich dereinst weisen. Es gibt einige minderbemittelte alte Menschen unter uns, die der „Obrigkeit“ in Gottes Namen dienten. Sie wurden von der Gesellschaft ausgenommen wie eine Gans. Denen wäre mit 100’000 Franken pro Vogel…(!?) wohl auch geholfen.

Natürlich muss man nun Wölfe in das dicht besiedeltste Land holen, damit die Bartgeier genug zum Fressen finden… Sehe ich da etwas falsch? Und jene, die es wollen, haben keine Schafe zu hüten, wovon sie leben (müssen), sonst würden sie wahrscheinlich verlangen, dass die Armee oder die Allgemeinheit zum Schutz ihrer Herde aufgeboten werden müsse. Aber sonst wären sie überzeugte Pazifisten oder linksgrünrote Geschwüre der Gesellschaft, die Marx und Lenin besser kennen als das ABC.

„(…) Ein Kommunist muss jederzeit bereit sein, an der Wahrheit festzuhalten, weil jede Wahrheit mit den Interessen des Volkes übereinstimmt. Ein Kommunist muss jederzeit bereit sein, Fehler zu korrigieren, weil jeglicher Fehler die Übereinstimmung mit den Interessen des Volkes vereitelt.)“  Aus: Das rote Buch, Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung. – Aber: Die Wahrheit ist ein wertvolles Gut, geht sparsam damit um!“ Mark Twain.)“

Was die Bodenmannschaft des lieben Gottes angerichtet hat, erzeugte nicht vorgesehene Wirkung. Denker lassen sich nicht gängeln! Es war gut, dass es diese Kleriker gab, sonst hätten wir den Mut des Widerstandes und den Mut zum selber Denken kaum gefunden! Alles hat seine guten Seiten auch wenn es abgelehnt wird! Das Paradoxon macht durchaus Sinn! Es gäbe da einiges zu hinterfragen, zu berichten und kritisch zu würdigen.

Um das Thema der langen Flüge noch zu ergänzen müssten doch die Leistungen von Solar Impulse und die Umrundung der Erde mit dem Ballon erwähnt werden. Da brauchte es zwar sehr viel Technik, Meteo Medizin usw. aber es wurden Spitzenleistungen vollbracht, die es zu respektieren gilt. Wir können es auch einfacher haben. Kein Vogel ist je in die Tiefen der Erdschicht hinabgestiegen, um unter Lebensgefahr Kohle abzubauen. Auch haben sie keine Diamanten an den Tag gefördert! Höchstens einige schelmische Elstern haben solch gestohlen…

Als der „Vogel-Meier“ in Flüelen es mit sektiererischem Fleiss fertig brachte, dass das Gebiet des Reussdammes zum Vogelschutzgebiet erklärt wurde, war es „Joe“, ein Seegusler, Schiffsführer auf einem der grossen Nauen der „Kompanie“ der die Frage stellte, wer wohl wichtiger sei, der Mensch oder die paar Vögel und Enten….

Waldshut, Schwäne-Geschwader im Anflug; Foto: Stephan Marti
Waldshut, Möwe Foto: Stephan Marti

Wenn du bei den Möwen genau zusiehst, wirst Du feststellen, dass diese eine „kultivierte Streitkultur“ pflegen! Es ist dann gut zu beobachten, wenn man sie füttert. Hat die eine einen Brocken erhascht, wird sie vielleicht von einer anderen bedrängt. Ist der Angriff misslungen, schwenkt die Angreiferin ab und tut als wäre nichts gewesen. Sie geht auf neue Beute los. Nachtragend reagiert keine Möwe!

Die Predigten in Kirchen Synagogen und Moscheen…. Gäbe es einen Gott, der unsere Gebete erhörte, er wäre bestechlich und allzu menschlich!

„(…) Ich glaube nicht an einen Gott, aber er steht als Ziel vor mir.)“ So formulierte es Saint Ex.

Was mich betrifft liebe ich die Stille in einem Gotteshaus welche ein Steinmetz mit Steinen schuf. Falls es einen Gott gibt, so musste er seit der „Schöpfung“ kein einziges Mal eingreifen. Das wusste der Herr über die schwarzen Löcher, Steven Hawking, in „Eine kurze Geschichte der Zeit“ zu berichten.
Egal ob das Weltall vor 13,6  Milliarden Jahren per Urknall geschaffen wurde, seither dehnt es sich rasend schnell aus, oder ob dieser Urknall nur eine Szene darstellt, die sich wiederholt, als würde die Gesamtmaterie atmen (Urknall, Ausdehnung, Zusammenfall, Urknall, Ausdehnung….), es scheint eine Harmonie zu herrschen. Abgewandelt könnte man der auch Gott sagen. Wenn dem so wäre, dann wären wir ein Stück „All“ und somit ein klein wenig Gott oder göttlich… Von dieser Sicht aus kann ein Gebet Wirkung zeigen. Wirkung wie sie eine Selbsthypnose oder autogenes Training erbringen kann. Ich helfe mir per Gebet selbst. „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott!“ ist eine sprichwörtliche Aufforderung, die Initiative in die eigene Hand zu nehmen und keinem anderen zu überlassen. Sie warnt davor, sich bei der Bewältigung des Lebens zu sehr auf Götter, höhere Mächte oder andere Menschen zu verlassen. => https://de.wikipedia.org/wiki/Hilf_dir_selbst,_so_hilft_dir_Gott.
Warum ich trotzdem Kirchensteuer bezahle? Nicht etwa wegen Bischof Huonder => (Bischof Vitus Huonder: «Verhütung gehört zur Kultur des Todes …) , sondern wegen den Leistungen für die Gesellschaft, welche die Kirche leistet! Wir würden uns wundern, was wir zu berappen hätten, wenn der Staat dies alles tun müsste. „Dem Mutigen hilft Gott“ so schrieb es Friedrich Schiller. Von da her dürfen wir guten Mutes etwas wagen! Als Segelflieger taten wir es x-tausendmal! Auch meine „Bogenkarriere“ ist von mutigen Entscheiden gekennzeichnet. Wie wäre ich doch sonst als mechanisch/technisch Deformierter Personaler geworden?

Mutig sein braucht Selbstvertrauen! Dieses setzt Achtung vor sich selbst voraus. Gepaart mit einer inneren Freiheit, resultiert innere Zufriedenheit. Sind die vier Selbstgefühle in Lot und Balance, steht einer mit beiden Füssen auf dem Boden oder er sitzt fest im Sattel!

Zurück zu Bartgeier und Konsorten. Ich schätze es, wenn man Tieren ihre Welt nicht nur einschränkt. =>Aus dem Blog „Mit klarer Sicht“:  Respekt dem Adler und auch:  Moswey

oder das Thema Schwalben, gesehen im Blog: Ruedmilan: Rundgang Schwalben in Schlossrued, und: Die diebische Elster … kein Kommentar möglich

Wir müssen uns ja nich den Südamerikanischen Regenwad vornehmen und auch nicht die Brandrodungen auf Sumatra, die der Gewinnung von Palmöl dienen sollen und z.B. dem Orang Utan den Lenensraum nehmen. Wir können selbst etwas tun. Etwa wie wir es mit unserem kleinen Biotop machen: Keine Steinwüste!

Vielleicht gelingt es uns im Triumvirat einst einen interessanten Bericht über Weltanschauung Politik und Religion zu schreiben. Ich würde dies gerne tun und auch veröffentlichen. Mit diesen morgengebetartigen Gedanken entlassen wir euch mit einem kräftigen Sprutz keimlosem Weihwasser in den heutigen Tag, ins Jetzt hier und heute!

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PS.: Es gibt Fehlersucher, die sich in meine Artikel hieneingewühlt haben um „etwas“ zu finden! Daher: Alle Namen gekürzt! Es gibt offenbar Leute, die nichts anderes zu tun wissen!

Und es gibt Anwaltskanzleien, die nichts Besseres wissen, als „Bilderklau“ zu reklamieren ums so an Geld zu kommen anstatt mit Arbeit! Sie schicken eine saftige Rechnung, ziehen dann aber den Schwanz ein, wenn sie Belege vorlegen müssen! Jeder versucht von einem anderen zu leben. Speckmaden und Schmarotzer!


Tag der Arbeit

Tag der Oberfaulen meinte jemand:

Die Faulen und die Oberfaulen

Es ist erwiesen, dass Pausen fruchtbar wirken. Es ist besser an Stelle von viel, viel Richtiges zu tun! Daher mag ich es, zu den „Ober- Faulen“ zu gehören. Arbeiten um zu leben statt umgekehrt!

„(…) Es ist aber auch leicht ersichtlich, dass sich Pausen furchtbar auf das organisierte Menschenleben auswirken. Die schlimmsten Beispiele sind Weihnachten und Neujahr…..)“

Da wäre zu kontern, dass es jedem und jeder freigestellt ist, die eigene Zeit zu strukturieren. Wer Langeweile will, soll sie haben.

Am ersten Mai, dem  internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, haben die Gewerkschaften die Lohngleichheit auf die Fahnen geschrieben. Sie sagen aber nicht, was sie unter gleich verstehen. Die einen meinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Korrekt ist es nicht! Die „Arbeit“ entspricht  nach Adam Riese Kraft mal Weg.  Wenn A den Stein in einem halben Tag auf den den Berg gerollt hat, hat er eine  Arbeit vollbracht. Wenn B Tag dafür einen ganzen Tag gebraucht hat, hat er die gleiche Arbeit wie A vollbracht. Weil wir die Zeit ins Spiel brachten ist es offensichtlich: A hat  die grössere, die doppelte Leistung erbracht.

In der Industrie wird eine grössere Leistung oft mit einem Lohnzuschlag belohnt. Es gibt trotzdem Unterschiede in der Einstufung aufgrund eines Lohnsystems nach dem Senioritätsprinzip. => „Wer länger da ist bekommt mehr Lohn!“

Ein Personalleiter, Kantonsangestellter eines Bergkantons versuchte den potentiell neuen Mitarbeitenden frische Bergluft als Lohnkomponente zu verkaufen! => Gehaltsanpassung

Oft wird das Verhalten mitberücksichtigt. => „Wer schönere Augen macht oder wer die grössere brauen Zunge hat, wird belohnt.“ => Gehaltsaufbesserung

Wer viel geforderte Qualität abliefert, wird entsprechend belohnt. => „Ausschuss wird abgezogen!“

Wer viel Verantwortung trägt, wird entsprechend belohnt. => Wer kennt jemanden, der für nicht wahrgenommene Verantwortung bestraft wurde?

Immer, wenn eine Ware von A nach B verschoben werden muss, oder wenn eine Anzahle hergestellter Teile gefertigt werden, gibt es einen festen Bezug auf Arbeit, Qualität und Leistung.

Wie soll die Leistung der Telefonistin gemessen werden? Oder jene eines Portiers? Als einst ein Portier seine Zeit nutzte um einen Fleischhandel aufzuziehen, kamen nach geraumer Zeit die ortsansässigen Metzger aufs Tapet. Sie klagten über die „Schmutzkonkurrenz“. Nun war der Direktor gefordert und sprach ein Machtwort. „Herr Z., hören Sie sofort mit dieser Geschäfterei auf. Wie kommen Sie überhaupt dazu?“ Herr Z. : „Ich wollte nur die Zeit nutzen, anstatt zeitweise untätig herumsitzen!“ Herr Z., merken Sie es ein für alle mal: Sie arbeiten auch, wen nichts arbeiten!“ Nach der Predigt war der Fleischhandel aus. Selbst der Vizedirektor konnte nicht mehr profitieren….

Es gibt viele gute Systeme, die eine „gerechte“ Entlöhnung ermöglichen, wobei vorausgesetzt wird, dass der Direktor mehr verdient als der Hofarbeiter.

Geld kann ein Motivator sein. Allerdings muss Transparenz herrschen. Sobald der „Motivierte“ merkt, dass er gegängelt wird, ist es mit der Motivatio via „Hinten rechts (Portemonnaie) vorbei! => P4 – Personalmotivation und Honorierung

So kann man es auch gestalten: Anfangslohn

Scheinbar keine Systeme gibt es in den obersten Kaderreihen. Sie leben in einem Selbstbedienungsladen! Bestes aktuelles Beispiel ist die Anhebung der Löhne des obersten Mamangements bei der Raiffeisenbank Schweiz.

„(…) Die Genossenschaftsbank Raiffeisen will marktgerechte Löhne bezahlen. Das trifft offenbar in erster Linie für den Verwaltungsrat und CEO Patrik Gisel zu.

Der Verwaltungsrat der Genossenschaftsbank Raiffeisen ist im vergangenen Jahr in den Genuss einer deutlichen Lohnerhöhung gekommen. Der «zunehmenden Komplexität» im Geschäft schien er aber nicht gewachsen, wie der Skandal um den ehemaligen CEO Pierin Vincenz nahelegt.

Ein Lohnvergleich von finews.ch im vergangenen März zeigte, dass unter den bedeutendsten Schweizer Banken die genossenschaftlich organisierte Raiffeisen jene ist, welche ihren Mitarbeitern die bescheidensten Löhne bezahlt…)

Abgetretener Präsident verdiente mehr

Der am Dienstag veröffentlichte Raiffeisen-Vergütungsbericht zeigt nun, dass die Bank daran offenbar was ändern möchte – jedenfalls, was den Verwaltungsrat betrifft. Dieser verdiente 2017 44 Prozent mehr als im Vorjahr…

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Die rote Faust – von Ruedi Gysi

 

Der Erste Mai

Wie jedes Jahr um diese Zeit,

sind die Chaoten kampfbereit.

Der 1. Mai ein Feiertag,

wird meistens dann zu einer Plag.

Chaoten ohne viel Verstand

geraten ausser Rand und Band.

Man schlägt alles kurz und klein,

benimmt sich schlimmer als ein Schwein.

Banken werden jedes Jahr,

besprayt von der Chaotenschar.

Die Polizei sie wird zum Ziel,

bei diesem ach so dummen Spiel.

Redner die nicht geizen

und die Sache noch anheizen.

Für Fernseh- und für Presseleute

gilt dieser Tag als fette Beute,

alles wird gefilmt, geschrieben

und oft masslos übertrieben.

Polizisten die wahllos um sich schlagen

und die armen Chaoten plagen.

Später dann vor dem Gericht,

akzeptiert man der Chaoten Sicht.

Die Anwälte dieser Chaotenbande,

sind für die Menschheit eine Schande.

Tag der Arbeit heisst der 1. Mai,

warum hat man denn frei.

Nehmt den Rat vom Polizist,

macht nicht mit bei jedem Mist,

den 1. Mai soll man geniessen

und nicht mit Steinen schiessen.

Dummköpfe wird es immer geben

das zeigt sich im ganzen Leben

Der Polizist am 1. Mai

Ruedi Gysi, 1. Mai 2018


Ungenaue Journalisten II

 20 Minuten „(…) Ein Motorsegler aus der Schweiz ist in der Nähe des Flughafens Innsbruck abgestürzt. Die zwei tödlich verunglückten Insassen sind identifiziert worden….)“

Flugunfall Innsbruck Bild zeitungsfoto.at Daniel Liebl

Diesen selbststartenden Motorsegeler bzw. Touren Motor Glider (TMG), möchte ich sehen!

Es handelt sich beim Unfallflugzeug um eine Rutan Long-EZ

Nun, man schreibt eben ab. Ist schneller, billiger und – mit Fehlern behaftet! Die Kronenzeitung zeigt es auf!

Ein aufmerksamer Leser der die Szene der Schreiberlinge bestens kennt schreibt:

„(…) Ungenau ??? Was für eine nachsichtige Formulierung für eine konstante Liederlichkeit..
Wobei: Aus diesem Trümmerhaufen verlässliche Rückschlüsse auf den Flugzeugtyp zu ziehen, überfordert auch unser Heer von „Aviatik-Experten“. Von der Kronenzeitung bis zur NZZ war deshalb überall von einem Motorsegler zu lesen: Die ungestraften Folgen eines sorglosen Ersttäters. Dabei hätten die Behörden vor Ort ruhig Herkunft, Flugzeugtyp und Zielort angeben können, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Diese Fakten waren ja dem Flugplatz bekannt.
Aber eben: Kommunikation ist eine noch weitgehend unterentwickelte Spezialdisziplin, in der Wichtigtuer, beamtenhafte Beamte und Ignoranten freies Spiel haben. Ihre hartnäckigen Gegenspieler kommen aus der immer kleineren Schar von recherchierenden Journalisten, die diesen Namen verdienen. Nur: Für die linken Brüder der unzähligen Occasions-Schlagzeilen-Schleudern sind Flugzeuge an sich ein Werk des Teufels. Allenfalls akzeptabel, um umweltbewusste Familien mit ganz vielen Kindern zu ganz günstigen Preisen in ganz populäre Billigurlaubsländern zu fliegen. Ansonsten aber sind Luftfahrzeuge und insbesondere Kleinflugzeuge ungeachtet des Leserinteresses zu verfluchen und mit plakativem Desinteresse zu bestrafen. Und so werden aus einem Fehlstart halt ein Absturz, aus einer Bruchlandung ebenfalls ein Absturz, aus einem Schlingern ein Trudeln, aus einer Seitenwind-Landung eine Horror-Landung und als ausgleichende Gerechtigkeit aus einem tüchtigen Piloten ein Held…
Das war schon immer so und wird wohl immer so bleiben. Zumindest solange die Occasions-Schlagzeilen auf grüne Tasten gehämmert werden…  )“


Das Monster

Das Monster, Ruedi Gysi

 

Monster sind Gestalten,

deren Zellen nicht mehr schalten,

bei ihnen setzt das Denken aus,

ihr Handeln ist ein Graus.

Beim jungen Mann aus Rupperswil,

war Mord und Folter wie ein Spiel.

Was muss im Kopf wohl vor sich gehen,

die Tat die kann man nie verstehen.

Nun beginnt auch das Theater,

mit dem gescheiten Psychiater.

Man möchte es probieren

und das Monster therapieren,

damit will man belegen,

Therapien sind ein Segen.

Man versucht mit Pillen,

die Mordeslust zu stillen.

Man muss zum Täter Sorge tragen,

darf seine Psyche ja nicht plagen.

Es zeigte die Vergangenheit,

der Täter bleibt Gewaltbereit.

Aus diesem Grund ist sonnenklar,

es gibt kein geschenktes Jahr.

Wer eine solche Tat begangen,

soll keine Freiheit mehr erlangen,

darum lasst alle die Berater,

hört ja nicht auf den Psychiater.

Dieses Monster es soll sitzen

und in der Zelle schwitzen.

Ruedi Gysi, 14. März 2018

Es gibt immer welche, die an die Veränderungsfähigkeit von Menschen glauben. Doch was fest „verdrahtet“ ist, ändert sich nicht von selbst. Dies gilt besonders dann, wenn die „Veränderung“ lediglich aufgrund eines einzigen Gespräches erfolgt sein soll. Die Störche lassen grüssen und die Monster leben weiter und sei es „nur“ wie schlafende Hunde…!