Kategorie-Archiv: Damit sie nicht in Vergessenheit geraten

Walter Korner (KoWa)

Liebe Segelflieger und Segelfliegerinnen sowie Ehemalige Mitglieder der SG Nidwalden. KoWa,  wie ihn seine engsten Freunde nannten, ist nicht mehr unter uns.

 

Walti war eifriger Flugmodellbauer. Der Virus wurde ihm wohl von seinem Bruder Edi übertragen. Das „richtige Fliegen“ jedoch reizte ihn auch. Auch da eiferte er Edi nach.

Hans Stocker, Walter Korner, Modell mit Staustrahltriebwerk

Bevor er zur SG Nidwalden stiess, war er Flugmodellbauer, zusammen mit seinem Bruder Edi. Es ist wohl klar, woher das Virus kam.

Das „richtige Fliegen“ jedoch reizte ihn. Auch da eiferte er Edi nach. Ergo trat er in die SGN ein. Sein fliegerischer Tatendrang führte ihn u.a. auch nach Samaden, wo er mit seinem jüngeren Bruder Franz im Doppelsitzer das Engadin aus der dritten Dimension erforschte. Im engeren Freundeskreis innerhalb der SGN war Walti „KoWa“.

Das Trio aus der Gruppe „1789“. von linkes: Rolf K. Bucher, KoWa, Bruno Tuschak
Ein Fireball

Es war ihm wichtig, den Wind richtig im Gesicht zu spüren. Dies gelang ihm am besten in seinem Fireball auf dem Vierwaldstättersee. Später renovierte er zusammen mit Franz einen ziemlich herunter gekommenen englischen Kreuzer und danach kam noch ein „Zugvogel“ zum Einsatz. Bald einmal war ein Motorboot gefragt. Die Freizeitbeschäftigung auf dem See war familienfreundlicher, als jene auf dem Flugplatz!

Maria, Waltis Schwester erinnert sich:: „(…) Da sich Seppi und Walti dem Segeln verschrieben hatten, fuhren sie einst nach Holland und holten sich zwei Segelschiffe im Baukastensystem vom Typ Waarship mit Kajüten,  wo die ganze Familie Platz drin hatte. Die Schiffe wurden perfekt ausgebaut. Im Sommer shipperten wir beide Familien im Zugerseee herum, und ankerten am Ufer, wo wir ein Feuer machten und im Schiff übernachteten.  Das Waarship von Seppi liegt immer noch im Zugersee und gehört jetzt Adrian, meinem Sohn.)“.
Waarship  

Beruflich schlug es Walti nach Durban in Südafrika, wo er für die AMEXCO ein paar Jahre tätig war. Zurück in der Schweiz, stand er vor einer Entscheidung. Wenn er wieder Richtung Durban verreiste, dann für immer. Er entschied sich anders.

Aus beruflichen und privaten Gründen kam er nicht mehr auf den Flugplatz zurück. Eine Zeit lang wohnte er im Elsass, wo er Landhaus bewohnte. Mit seiner Familie wohnte er in Cham.

Wer Walti kannte der weiss, dass er feiner Kamerad war, auf den man zählen konnte. Wir denken gerne an ihn zurück!


Peter Würsch, Kell

28. 01. 21; Klassenvereinigung 42/43 Beckenried – wer erinnert sich noch? Die Rede ist von Peter von der Kell.

Peter Würsch, obere Kell

Unser Schulkollege Peter hatte ein kurzes Leben. Aufgewachsen ist er in der oberen Kell. Die Familie zählte 12 Kinder. Wer kannte den alten Kell Sepp (18 93) nicht, ein stattlicher, hagerer aber kräftiger Mann mit Bart! Ging er zur Kirche, trug er ein gesticktes Hirthemd. Er war der Patriarch, der die Familien mit samt seinen Geschwistern leitete. Und wer kannte seine Frau Josefine (05) nicht? Sie war eine kräftige, robuste Frau. Sie kam vom Berg Hag und war eine Ambauen. Der Wagner, Walter Ambauen (ein Ifängler), war ihr Bruder. Ebenso Paul vom Ruotzen. Und s‘ Chell Anni in der St. Anna ebenso!

Die beiden Eltern standen mit beiden Füssen auf dem Boden und sie wussten, was, wie aus diesem zu holen war! Daran arbeiteten sie Tag für Tag.

Obere Kell

Wenn ich mich beim Fabrikhaus auf den Schulweg begab, kamen Peter und der Rütenen Seppel, später auch noch sein Bruder Edy daher, beim vorderen Erlibach stiessen Hubert und Fredy Murer mit ihren Schwestern, sowie „Loh Hälmis“ zu uns. Weiter vorne kkamen die Mühlebächler, Marcel Müller Sepp und Sefi Aschwanden dazu und Otto Niederberger war meist zuerst in der Kirche, so konnte er nicht geplagt werden… Ab dem Boden begegneten wir Annelies und Netti Amstad sowie Edwin und Franz Vogel. im Sumpf kamen Beata dazu und auch Nann’s , Otto und Urs, trafen auf uns. Die Alpenrösler, erst Otto Erni, später Raimund und Maria Amstutz schlossen das „Senten“ ab.. Ein schönes Tschuppel Kinder, die sich in der Kirche an ihre vorbestimmten Plätze einreihten. Der oder die erste im Kirchenbank  führte die Anwesenheitskontrolle. Wer fehlte musste sich später rechtfertigen!

Die Familie Würsch besass ein stattliches Haus. Einmal gebaut, sollte daran nicht verändert werden, es musste einfach „ein Leben“ lang genügen!

Sie waren eine grosse Familie. Die Kinder waren nicht zum Anschauen da. Sie mussten im eigenen Betrieb Hand anlegen, sei es in der Chell oder in den gepachteten Landplätzen wie z.B. bei „Seraphinis“ beim „Eggili“ oder im „Pfeyffers“ und auch dem eigenen Land auf dem Ischenberg.

Also wurden alle Kinder schon früh zum Arbeiten angehalten. Sie erlernten nach und nach alle Arbeiten, die auf einem landwirtschftlichen Betrieb anfallen. Sie wurden dadurch schon früh selbständig, so auch Peter. Die schwersten Arbeiten mussten die Männer stemmen. Doch die Grenze wurde nicht so exakt gezogen. Mit den Arbeiten auf Feld und Stall wurde man schon früh abgehärtet und man wusste woher das Essen auf dem Tisch kam.

Die Kinder: Josy, 28; Marie, 29; Josef (Bepp), 30, verunfallt auf dem geliebten See; Walter, 32; Anni, 33; Theres I, 34, gestorben mit 7 Jahren; Folge eines Unfalls; Paul, 36; Elisabeth, 37; Marta, 39; Peter, 43; Theres II; 46; Heiri , 49 verunfallt im Umgang mit einem Hasentöter.

Hinder Chiles

Geheizt und gekocht wurde mit Holz. Auch das Holz dazu musste angeschleppt, gerüstet und gelagert werden. Die grosse Familie brauchte die Mithilfe aller! Verwöhnt wurde niemand.

Peter Würsch in der Klasse 6 und 7, 1955
1889           75 Jahre Feldmusik Beckenried            1964

Die Freizeit verbrachte Peter bei den Schwingern und in der Feldmusik. Er hatte ein S-Horn. Sein Wunsch war es, sich einst ein eigenes Waldhorn leisten zu können. Beim Schwingen reichte es gar zu einem kantonalen Kranz. Im Militär leistete er Dienst beim „Spiel“ der Militärmusik. Wer es zur Militärmusik schaffte, hatte eine gute Qualifikation im Sack.

Leider machte sich bei Peter eine unheilbare Krankheit bemerkbar. Weder die Ärzte noch er selbst hatten genügend Mittel und Kräfte, um erfolgreich dagegen zu ankämpfen. So verwelkte das noch junge Leben in den eigentlich besten Jahren mit nicht einmal 25!

Es gab eine weitere harte Prüfung. Heinrich, der jüngere Bruder verunfallte tödlich, als er mit einem Schiesseisen hantierte und „Bepp“, der älteste kam einst nach einem Ausflug mit seinem Schiffli nicht mehr nach Hause.

Mit Schul- und Vereinskameraden hatte er es gut. Peter war ein verlässlicher Kamerad. In der Schule war er gelegentlich auch mal bereit, Mut zu zeigen. Der „Herr Lehrer“ musste einst hinaus, jemand klopfte an die Tür. Er kam und kam nicht zurück! Es wurde unruhig in der Klasse. Plötzlich hatte einer eine Zigarette, Sie wurde herumgeboten. Als sie bei Peter ankam, rief jemand: „Getraust dich ja nicht!“. Peter zündete in aller Ruhe die Zigarette an. Als dann „Herr Lehrer“ zurück kam, rümpfte er die Nase und er fragte: Wer hat…? Niemand regte sich. Dann wandte der „Herr“ einen fiesen Trick an! Er fragte A. S., seine Familie war offenbar mit Reichlins befreundet, ob er etwas zu sagen wisse. Ängstlich wusste er etwas!

Der Orgelischt, Pius Reichlin, 1907 – 1978

Dann rief der Volksbildhauer Peter auf. Er soll mit ihm kommen. „Wir gehen jetzt zusammen ins Sitzungszimmer, den Tatzenstock in der Hand. Es dauerte wieder eine Weile. Niemand regte sich. Es gab auch keine weitere Mutprobe. Als die beiden zurück kamen wirkte der Lehrer befriedigt und Peter, der arg malträtiert worden war weinte bis die Schule aus war! Die Erziehungsmethoden des Herren P. R.! Er war Vater mehrerer Kinder. Ob er mit ihnen auch so umgegangen ist? Sein Sohn B., der mit uns in der gleichen Klasse die Schulbank drückte sagte mir einst an einer Klassenzusammenkunft: „Ich hasste meinen Vater sehr!“ Dabei hörte man heraus, dass der Hass noch intus war. B. sagte es, als bräuchte er dafür das „S“ x-fach! Dem nicht von allen geliebten Lehrer musste man zugte halten, dass er ein hervorragender Organist war, und der über Jahre den Kirchenchor leitete. Im Gemeindefilz hatte er Rückhalt, etwa so wie der Landjäger! Nicht alle haben es verstanden!

Nach der Primarschule und zwei Sek-Klassen bei Kaplan Alois Dober, ging es um die Zukunft.

Mit dem Besuch einer Berufslehre als Maurer im Betrieb des „Steinen Franz“ ging es nicht, wie er es sich vorgestellt hatte. Denn die „alten“ Kollegen behandelten den Stift nicht sonderlich freundlich und zwar so, bis es ihm verleidete. Er beendete das Abenteuer „Lehre“ schon nach ein paar Wochen. Danach wechselte er zur Kalk-und Steinfabrik, wo er in der „Titschlifabrik“ beschäftigt war. Die Aufgabe bestand im Wesentlichen darin, die unter hohem Dampfdruck frisch gepressten Zementsteine vom Rundteller abzuräumen und exakt aufzustappeln. Eine stupide, monotone Arbeit. Humanisierung der Arbeit war in der Kalk- und Steinfabrik noch längst nicht angekommen. Einmal, man schrieb das Jahr 1983, hatte Peter grosses Glück. Er war auf den Goliath beordert worden und richtete sich entsprechend ein. Dann holte er sein Znüni am sonst üblichen Ort. Als er zurück kam, war der Goliath weg – verschwunden! Der Nauen wurde ungleichmässig mit Kalktanks beladen. Drei auf der einen und nur einer auf der anderen Seite und niemand merkte es, weder der Kranführer noch der Schiffsführer! Die Fenster der Motorhütte waren geöffnet. Es drang Wasser ein. Der Nauen füllte sich auf ging innert Minuten unter! Peter hatte wegen des Znünibrotes Glück gehabt!

Der Goliath wurde in kurzer Zeit gehoben. Die Nauen Mars und Neptun wurden dafür eingesetzt. Sie wurden, schon wie bei der Hebung des Schwalmis mit Querträgern verbunden. Es wurden vier Motorwinden darauf platziert. Taucher schweissten unter Wasser Laschen an die Stahlschale des Goliath’s woran die Hebeseile befestigt wurden. Die Hebung erfolgte ereignislos. Danach wurden die Beteiligten zu einem Mahl ins Edelweiss eingeladen. Mit stolzem Schritt ging der Schiffsführer Kari I. voran… Er hatte offenbar schon „vergessen“, dass er der Verantwortliche für die Beladung war! Die „Übung kam auf über Fr. 400’000.- zu stehen! Othmar Käslin, der die Verhältnisse kannte meinte einst: Der Unterschied der „Fabrik“ zu St. Urban (Psychiatrie) liege darin, dass in St. Urban wenigstens das Dach dicht sei!“…

Später wechselte Peter nach Horw, an den Seeverlad wo er eine Zeit lang als Kranführer tätig war. Wer hier die „Kuh“, den gross Kran bedienen durfte war etwas! Diese Arbeit musste er leider schon bald aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Im Winter war es zu kalt und zu zügig. Danach fand er eine Stelle in Stansstad, auch am Seeverlad, wo er auf einem kleineren Kran trotz schwindenden Kräften tätig war. Schliesslich fand er eine Arbeit mit besseren Arbeitsbedingungen bei „Schneider Möbel“ in Hergiswil. Er arbeitete bis es nicht mehr ging. Er war ein harter Kerl! Hier erlebte er, dass die Firma hinter ihm stand, bis er er schliesslich arbeitsunfähig wurde, und darüber hinaus!

Peter ,mitte, war angekommen. Ein strammer Mann als Militärmusiker

Am schlimmsten, neben seiner Krankheit traf ihn, dass er nicht mehr diensttauglich war und deswegen sein Horn und die Uniform abgeben musste. Das „Reglement“ nahm ihm einen Teil seiner hart erworbenen Identität!

Wir pflegen zu sagen, wir würden ein ehrendes Andenken bewahren… Wir stehen zu unserem Wort!

Ich bedanke mich bei Theres, Peters jüngeren Schwester für ihr Zutun zu diesem kleinen Bericht und die Fotos.

Herbie Odermatt

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Fluglehrer Tony Birrer gibt das Werkzeug ab

Grenchen – Fast vier Jahre in der Luft verbracht: Pilot mit den meisten Flugstunden hört auf.

Tony Birrer gibt mit 79 Jahren den Steuerknüppel ab. Seine Flugschule auf dem Grenchner Regionalflughafen wird aufgelöst.

Tony Birrer war 48 Jahre lang Fluglehrer auf einmotorigen Flugzeugen und verbrachte fast vier Jahre in der Luft.
© Peter Brotschi
Peter Brotschi, Autor des Berichtes über Tony Birrer

Fast vier Jahre lang in der Luft mit einmotorigen Flugzeugen: So viele Flugstunden hat Tony Birrer gesammelt. Der Fluglehrer schaut auf ein Leben zurück, das er ganz im Dienst der Leichtaviatik verbracht hat. Instruktor in der Luft zu sein war für ihn weit mehr als ein Job, es war die Berufung schlechthin. Nun hört er auf und seine Flugschule auf dem Grenchner Flughafen wird aufgelöst.

34’847 Stunden in der Luft– vier ganze Jahre

Noch einmal steht Tony Birrer für das Zeitungsfoto vor seinem Flugzeug und streicht mit der Hand über den Propeller der Rockwell AC14 Commander. 48 Jahre lang war er Fluglehrer auf Leichtflugzeugen und war in dieser Zeit exakt 34’847 Stunden in der Luft. Das sind fast vier Jahre seines Lebens. Mit dieser Zahl steht er zuoberst auf dem Podest aller Pilotinnen und Piloten in der Schweiz in Sachen Flugstunden.

Insgesamt hat er 106’542 Landungen absolviert und dies alles ohne einen Unfall und ohne, dass der Flugzeugmotor auch nur einmal gestottert hätte. Über 3000 Personen durfte er in dem fast halben Jahrhundert fliegerisch begleiten, aus- und weiterbilden. 500 Schülerinnen und Schüler hat er von der ersten Flugstunde bis zur Motorflugprüfung begleitet. «Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich so vielen Menschen die Schönheit des Fliegens beibringen durfte», schreibt er im Abschiedsbrief an seine Kunden.

Als Experte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt hat er 1350 Motorflugprüfungen abgenommen. 127 einmotorige Flugzeugtypen hat er selber geflogen.

Nichts deutete darauf hin, dass Tony Birrer dereinst der Mann mit den meisten Flugstunden in der Schweiz sein sollte, als er als Bauernsohn im Luzerner Hinterland aufwuchs. Doch er begeisterte sich früh für die Aviatik.

Aufgewachsen im Luzerner Hinterland

Nach der Lehre als Automechaniker arbeitete er in der damaligen Direktion der Militärflugplätze (DMP) und erlernte in der Freizeit das Segel- und Motorfliegen. Danach folgten Wanderjahre als Mechaniker und diverse anderen Jobs in Südafrika, Kanada und den USA.

Mit dem Ziel Linienpilot absolvierte er 1970 nach seiner Rückkehr die Instrumentenflug-Ausbildung in Zürich. Damals waren Pilotenstellen in der Verkehrsluftfahrt aber Mangelware. Deshalb folgte er dem Rat eines Kollegen und schloss die zusätzliche Ausbildung zum Fluglehrer ab. Das Praktikum führte ihn auf den heute geschlossenen Flugplatz Ascona.

Nun war Tony Birrer definitiv in seinem Wunschberuf angekommen und betätigte sich als leitender Fluglehrer in Beromünster. 1978 folgte die Selbstständigkeit mit einer eigenen Flugschulabteilung auf dem Flugplatz Triengen unter der Flugschule Flying Ranch. Nach zehn Jahren musste er dies wegen einer Nachfolgeregelung aufgeben und wechselte auf den Euro-Airport zur Flugschule Basel.

Vor 24 Jahren kam Birrer nach Grenchen

1996 gründete er erneut eine Einzelfirma und wechselte nach Grenchen, wo ihm der Verwaltungsrat der Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG die Erlaubnis zum Führen einer Flugschule erteilt hatte.

Tony Birrer hat durch seine Leidenschaft für die Aviatik weit über das Pensionierungsalter gearbeitet. Durch die aktuelle Wirtschaftskrise und wegen seines gesundheitlichen Zustandes ist nun mit 79 Jahren Schluss.

Er verhehlt aber nicht, dass er gerne weiter aktiv geblieben wäre. Aber zurückschauend ist er zufrieden mit sich und seinem Berufsleben: «Ich würde nichts anderes machen, wenn ich nochmals auf Feld eins zurückgehen könnte», gibt er zu verstehen.

Privat zieht es Tony Birrer von seinem Wohnort Egerkingen zurück in den Heimatkanton nach Beromünster, wo er einst mit seiner Familie gelebt hat. Ganz aus der Fliegerszene wird Tony Birrer aber nicht verschwinden. Als Passagier und Begleitpilot wird er weiterhin mit seiner geliebten Leichtaviatik verbunden bleiben.

Tony schob och das Folgende nach: file:///C:/Users/Herbie/AppData/Local/Temp/CCE15062020_0004-2.pdf

Anmerkung: Ich lernte Tony im Birrfeld kennen, wo er einst auch aktiv war. Seinem Wunsch, dort selbständig eine eigene Flugschule zu betreiben, konnte ihm leider nicht gewährt werden. Nimmt man das Arbeitsjahr mit 48 Wochen (ex Ferien) à 42 Std, ergibt es ziemlich genau 20 Arbeitsjahre die Tony in der Luft war.

Eine Richtigstellung: Während seiner aktiven Zeit ereignete sich auf der Axalp ein fataler Flugunfall. Paul Birrer war Militärpilot (Kommandant FlSt 11), Teamleader der Patruoille Swiss  und flog den Hunter J-4014 zu Schrott und kam dabei um. Paul war nicht der Bruder von Tony, wie es auch Fredi Birrer nicht war, der im Schupfart als Fluglehrer tätig war. Dies teilte mir Tony heute mit! Der Hunter sollte im Rückenflug über die Krete fliegen.  Er touchierte dabei bei einem Fotoshooting eine Krete über der Axalp. Trümmer töteten auch den Piloten Ernst Saxer.

Der Unfallflug am 18. April 1968 über der Axalp des Hunter MK 58 J-4014 mit P. Birrer am Steuer
Ernst Saxer,(+), Pilot Flst10 und Fotograf  Tödlicher Unfall auf der Axalp am 18. 04 .68 (Bild: BZ)

Kreten werden mithilfe des Zielgerätes an- und überflogen, wenn es in geringem Abstand sein muss. Es war offenbar zu tief oder es hat geblendet.Der Überflug sollte im Rückenflug erfolgen etwa nach dem Schema: Aufziehen in Normalfluglage (+g), 180° um die Längsachse drehen auf Kretenhöe, Nase nach unten ziehen wie beim Beenden eines Loops, aufdrehen in Normallage und den Fluchtweg im Gelände mit +g fortsetzen. Bei diesem Manöver muss wohl etwas dazwischen gekommen sein!

HB-FAN, nach dem Unfall durch Ernst Saxer am Dambuschpass

Mit Ernst Saxer tritt auch jener Pilot ab, der einst den ersten Pilatus Porter, HB-FAN, während Eiselins Dhaulaghiri Expedition hoch oben auf dem Nordost Col kaputt flog.

Emil Wick um 1978

Man gab dem Steuerknüppel die Schuld am Desaster, indem behauptet wurde, die Manschette über dem Alurohr des Sticks habe sich abgelöst. Der Steuerknüppel wurde mehrfach nachgebaut und mit vierschiedenen Toleranzen (extremen weit, normal extrem eng) und auf die Temperaturen, die geherrscht haben mussten, gekühlt. Kein Versuchsträger versagte!  Der Steuerknüppel war es

Offiziell wurde die Besatzung mittels einer DC 3 zu finden. Es war wohl zu hoch für diese Grossmutter. Als man keine Lebenszeichen fand, wurde die Übung abgebrochen. Man staunte nicht schlecht, als die bereits für verschollen erklärte Mannschaft zu Fuss in Pokhara eintraf. Ab dieser Zeit herrschte Eiszeit zwischen der Expeditionsleitung und dem Porterteam.

Dass der Motorenmechaniker Hans Reiser von Pilatus wegen des nötigen Motorenwechsels am HB-FAN mit von der Partie war, wurde versehentlich „vergessen“!

Siehe auch: http://www.flymicro.com/everest/index.cfm?page=docs/History/Emil_Wick.htm


Abberufen: Markus Leander Ritzi

Ein Grosser tritt ab!

Leander Markus Ritzi

19.06.1931 – 14. 014. 2020

Leander Markus Ritzi – Bild Aeropens

Ich lernte Markus Leander Ritzi als Kommandant der Fliegerstaffel 9 kennen. Er war Linienpilot bei der damaligen Swissair und tat als Milizpilot seinen Dienst.  Bei Swissair begann es mit der Convair 440 „Metropolitan“ und endete am 30. Juni 1989 als Capt. auf dem DC-10 infolge Pensionierung.

Fl Staffel 9, Emblem, die „Hexxe und der Besen“

Die Fl St 9 war zu meiner Dienstzeit  in Interlaken auf einem Feldstützpunkt staioniert. Am Anfang und weit ins Jetzeitalter wurde noch mit den „Lötlämpli“, DH 100 Vampir geflogen. Ich tat in der Fl Kp 11 Dienst. Diese war für die Wartung der Flugzeuge der Staffel zuständig. Am Anfang wurde mir die Flz-Wart Nr 1 innerhalb der Gruppe zugeteilt. Es bedeutete die Übergabe und Rücknahme des Flz an und vom Piloten, was u.a. auch Beihilfe beim Ein- und Aussteigen betraf.  Das enge Cockpit, es wurde erst später mit Schleudersitzen ausgestattet, verlangte nach einem „Schuhlöffel“. Später waren mir jeweils 4 Flz zugeteilt, die ich mit meiner Gruppe zu betreuen hatte. So bekam ich gelegentlich auch mit Hptm Markus Ritzi direkt in Kontakt. Er pflegte einen angenehmen Umgang.

Im militärischen Flugdiesnt war anstelle des Lande-T ein Pfeil ausgelegt. Ein Militärpilot in höherem Rang sollte einst in Bern Belp landen. Per Funk gab er durch, er könne wegen des nicht ausgelegten Pfeils nicht landen. Nach der Wiederholung des Ausrufs, soll sich jemand anonym ins Gespräch eingemischt haben und empfahl, wenn es ohne Pfeil nicht gehe, soll er es doch mit Absteigen probieren…. Es wurde gemunkelt, dass der Anonyme ein bekannter Segelflieger aus der Nordwestschweiz gewesen sein soll…. Von einem Landeunfall in diesem Zusammenhang wurde nie etwas bekannt.

Markus L. Ritzi, Beim Fachsimpeln, Hahnenweide, 18. 09. 2016 – „Zum Wohl und auf ein Neues!“

Wer Markus begegnete lernte eine authentische Person kennen, die weder überheblich noch reserviert wirkte. In seiner ruhigen, ja fast zurückhaltenden Art schälte sich eine gesellige Natur begleitet mit einem leisen Schalk heraus.

Es war einmal…. mit Markus (r)

Markus Ritzi war als Segelflieger weit herum bekannt. Er vertrat die Schweiz an zwei Weltmeisterschaften. Bei einer belegte er den 2. Platz. Er wurde nur deswegen nicht Sieger, weil es ihm nicht danach lag, erster um Leben und Tod zu werden. Das ging ihm zu weit. So wird ein Berühmter auch alt!

Zuletzt traf ich Markus auf der Hahnweide. anlässlich einer Reise, organisiert für die Segelflugveteranen durch Manfred R. Kueng. Bei einem Bier erzälte uns Markus über einige „Meilensteine“ Im Segelflug. Er war nicht nur ein guter Flieger, sondern auch ein interessanter Erzähler. Er nannte die Fakten mit einem gewissen Schalk. Übertreiben war nicht seine Sache. Auch hatte er ein Ohr für unsere Erlebnisse!

Die SG Basel/ Fricktal erzählt darüber im „Blettli“: „Lasst hören aus alter Zeit!“ von am

etwas futuristich, dieses Segelflugzeu “ Möve“ – Bild H. Odermatt

Adieu Markus! Bleibst in bester Erinnerung, solange wie wir sind!

Kommentare:

Roberto S. : Danke dir, „Gralshüter“, der nun fortlaufend for ever abtretenden alten Garde. …. Es wird irgendwann zu einem Nachruf in der Aero Revue kommen – Markus war am und über dem Jura viel unterwegs, manchmal auch am Boden. Immer bescheiden, ruhig, souverän – ein stiller unaufdringlicher Lehrmeister. Auch „Leader Ritzi“ hatte ein paarmal „Riesenschwein“, umso erfreulicher sein immerhin gutes Alter – ich hoffe ohne schmerzhafte Krankheit oder geistigen Zerfall.

Das Beispiel aus aus dem Blettli „Lasst hören aus alter Zeit!“  bzw. aus der argentinischen  Pampa und England zeigt ja (zwischen den Zeilen) wie unnachhaltig und stumpfsinnig Leistungssport grundsätzlich, und hier (Segefliegen) mit dem missbrauchten Vehikel nur auf Sekundenschinden und Kilometerfressen fixiert, sein kann. Dass sich das nur noch ein paar wenige überhaupt leisten können, ist einer der Gründe, warum das (hochtechnisierte) Segelfiegen so stark an Terrain verliert und an „die in Lumpen gehüllten“ Egotripper abtreten muss. …. Nun – wie du abgewandelt schreibst: mit Pilgerschritten (zweimal vor- einmal rückwärts) ist wohl auch (und nicht allein) beim Segelfliegen mehr (auch emotionale) Nachhaltigkeit dahinter, als beim blossen „Rankingpunkten“.

PS: Dein Gemälde mit der vergeistigten Möwe passt perfekt auf einen Segelfliegergrabstein oder zu einer spiritistischen Jahresversammlungseinladung…..es ist super! Picassos Taube ist eine lahme Ente dagegen….. aber leider besser „beräiiit(r)ingt“.

Manfred R. Kueng.: Markus war damals in der SG Basel in den 1950/60er Jahren als Hauptfluglehrer, Militär- und Swissairpilot unser aller Vorbild. Später (vor ca. 15 Jahren) waren wir zusammen als Fluglehrer in einem Breitenförderungskurs in Münster, VS. Er war stets ein guter Kamerad. An den Herbstauflügen der Segelflug-Veteranen war er bis vor 2 oder 3 Jahren regelmässig dabei, auch 2016 an der ausserordentlichen Reise zum Oldtimer-Treffen auf der Hahnweide und zu Schempp-Hirth in Kirchheim u/Teck. Seit etwas über einem Jahr war er mit seiner Krankheit auf professionelle Pflege in einer entsprechenden Institution angewiesen.
Wir werden ihn immer in guter Erinnerung behalten.

Oats, Othmar Schwarzenberger: (selbst ein leidenschaftlicher Segelflieger sagte mir kürzlich: “ Ich konnte noch meinen Segelflug zum 90 Geburtstag fliegen, zusammen mit Wally Scott, Jr , (70) der Sohn von unsererm Texas Langstrecken Flug Icon Wally Sr (odh: Im Jahr 1970 flogen Wally Scott und Ben Greene von Texas aus knapp 1200 Kilometer – Weltrekord. Beide flogen  die ASW-12, zu diesem Zeitpunkt eines der leistungsfähigsten Segelflugzeuge. – Quelle: https://www.shz.de/148510 ©2020) vor der Flubetrieb aus Sicherheits -Gruenden eingestellt wurde (Covid-19). Fuer wie lange ist noch eine offene Frage“.

Herzlichen Dank für Deinen Bericht und Abschied von 1965 Vice Weltmeister im Segelflug, Markus Ritzi. Möge er nun in Ewigkeit  seine Flüge mit  Segelfluzeug,  Flugwaffe,  Swissair und Ballon in friedlicher Ruhe weiter pilotieren. Unsere Wege kreuzten sich (nach Anregung von Hanns-Adalbert Wirz) nachdem  Markus als Chef des Schweizer Teams an der 1970 Segelflug-Weltmeisterschaft in Marfa, Texas führte.  Ich konnte in Dallas mit der Besorgung von Unterkunft  am Team Treffpunkt Dallas, sowie für die Crew und Begleiter Autos  die nötigen Reservationen sichern. Aus beruflichen Gründen war ich leider den restlichen Sommer nicht in Texas und konnte so nicht in Marfa sein. Nach weiterem Kontakt zwischen der Ritzi und meiner Familie, ergab sich,  dass seine älteste Tochter für einen Som

MARFA 1970 – vor 50 Jahren!

mer Aufenthalt  Gast in unserem Heim für Familiarization mit Texas English  und Kultur war.

 Als Abschiedsgeschenk  erwarb sie die Texas Driver License, mit 16 Jahren. Wir hoffen das Du und Brigitte“ gsund“ und „zwaeg“ sind und alles normal ablauft.  Hier ist es ruhig and wir machen das Beste mit der Isolation.

Herzliche Gruesse,

Oats & Christine

 Peter W. Frey: LIEBE FLIEGERKOLLEGEN,  – UND WIE HABE ICH IHN NOCH IN EINNERUNG DEN LEANDER. EINE EPISODE MAL AN EINEM TAL IM BIRRFELD (EVTL. 1967). ICH SCHLEPPTE DEN METEOFLIEGER UND MELDE MEIN STEIGEN MIT 3M/SEC. DANN EINE STIMME AUS DEM „ALL“:  LEANDER AUS EINER METROPOLITEN ÜBER DEM BIRRFELD: „UND ICH HABE 7M STEIGEN“ GRUSS LEANDER. SEINE FRAU FLOG ZUM BEGINN DER JU – 52  FLÜGE NOCH ALS FLUGBEGLEITERIN. JA ER IST JA AUCH SEHR ALT GEWORDEN UND BLEIBT SO IN  GUTER ERINNERUNGI  –  SCHÖNE SUNNTIG UND HÄBET SORG UND BLIEBET GSUNG. GRÜSSE VOM BIRRFELD

Rolf B.: Es macht immer Spass von dir zu lesen, nach dem alten Spruch „Humor ist wenn man trotzdem lacht“, danke. Leider nicht zum Lachen ist der Tod von L. M. Ritzi. Auch wenn er ein langes inhaltsreiches Leben hatte, stimmt es einen immer nachdenklich wenn ein „Grosser“ geht. Ein gutes Stück Geschichte geht verloren. Leider habe ich ihn nicht persönlich gekannt, nur sein Name und seine Erfolge waren für mich ein Begriff.

 


Jakob Seeholzer

Die Zeit vergeht – Freunde gehen – Lauf der Zeit

Aero Revue   –  Bild durch anklicken vergrössern!

Wir erinnern uns gerne an Jakob. 1965 im April begleitete ich ihn während einigen Flügen am Doppelsteuer. Das Schulflugzeug, die noch fast neue Rhönlerche, HB-702. Wir trafen uns auch an der Luzerner Abendschule für Betriebstechik und Organisation. Bald aber

Rhönlerche HB-702

verliess Jakob die SG Nidwalden. „Herbies’s und Cami’s Regime“ seien für ihn zu forsch gewesen, sagte er einst. Wir wollten die SG Nidwalden voran bringen.Wir verlangten von den Schülern eine gewisse Regelmässigkeit am Schul- und Flugbetrieb. Jakob hatte andere Ziele. In Beromünster holte er sich das „PP“, den Führerausweis für Privatpiloten. Schliesslich wurde er einer der erfahrensten Gletscherpiloten.

Jakob Seeholzer  –   Foto: Charly Winkler

Jakob hat Grosses geleistet, ohne sich je gross in den Vordergrund zu stellen! Er pflegte die ruhige, bescheidene Art! Sky News hat es präzise dargestellt. Jakob brachte seine Tochter Diana ins Cockpitt, aber nicht nur!

Im Namen der alten Kämpen der SG Nidwalden sage ich: Adieu Jakob.


Im Gedenken an Hans Stocker

Hans Stocker verschrieb sich dem Fesselfug. Er blieb dieser Sparte sein Leben lang treu. Nun hat uns Hans im Dezember 2019 verlassen. Es war Roberto S. der die Info zu mir trug.Ich begegnete Hans im Herbst 1960 auf dem Flugplatz Buochs. Edi Korner baute ein Staustrahltriebwerk und das passende Fesselflugmodell (nach Helmit Appelt) dazu. Die Pläne dafür waren im „Hobby, Magazin der Technik“ abgebildet.

Staustrahltriebwerk

Das oben abgebildete Triebwerk entspricht ziemlich genau jenem, das wir bei Pilatus in „Hosensackarbeit“ angefertigt hatten. Es war Edi Korners Idee.  Ich stellte einige mechanische Teile und das Flatterventil dafür her. Da dieses nach jedem Start ausgewechselt werden musste, fertigte ich einige Hilfswerkzeuge dafür an. So konnten wir diese in Serie herstellen. Die Brennkammer und das Strahlrohr wurde aus Abfallblechen des Pilatus P3 – Auspuffs hergestellt. In der Schweisserei fanden wir Profis die für ein Bier uns gerne Hartlöt- und Schweissarbeiten ausführten. Der Konus wurde in der Spenglerei hergestellt und das Endrohr wurde ebenfalls da vorgefertigt.

Hans Stocker rechts und Walter Korner, Modell mit Staustrahltriebwerk, erster Start.

Als es um den ersten Start ging, stiess Hans Stocker zu uns. Im Bild erkennen wir Walter Korner, dar das Trieberk mit einer Lörlampe startet. Rechts, Hans, der das Geschehen und die Neuheit interessiert  beobachtet und das Modell bis zu Kommando „Start“ festhält.

Als das Modell, von Edi Korner geschickt gesteuert wurde bis der Tank leer war, kam kurze Zeit später der Betriebswächter David Baumgartner auf dem Militärvelo, bgleitet von seinem Schäferhund und fragte verduzt, ob da etwa ein Düsenflugzeug vorbeigeflogen oder gelandet wäre, er könne keines sehen…. Nachdem er aufgeklärt war, verzog er sich in sein Wachhäuschen bei der Pforte der DMP. Das Pulsotriebwerk machte einen ohrenbetäubenden Lärm. Damit ohne Selecton und Pamir zu hantieren,  war sehr fahrlässig! Übrigens: Gelegentlich liessen Mitglieder Segelfluggruppe Nidwalden, die zum Teil auch Modellflieger waren, ihre Modelle fliegen wenn wir Segelflugbetrieb angemeldet hatten. Die „Regierung“ der DMP liess uns gewähren. Entsprechende Verträge hatten wir nicht! Es ging alles sehr unkompliziert zu! Heute ist es etwas anderes! Der Luftraum ist bald so reguliert, dass man im Regelwerk stecken bleibt!

Eine erste Düse war zu schwer. Es wurden Zollrohre verwendet. Die Zündung erfolgte mittels eines Funkengenerators den wir in einer Garage auftrieben und einer Zündkerze. Bei der zweiten, leichteren Version erfolgte die Zündung mittels einer Lötlampe. Ein brennender Lappen ging notfalls auch. Eine weitere Möglichkat war der Einsatz einer Wunderkerze. Wir zogen die Lötlampe vor.

Dank Katharinas Spürnase kam ich via Roberto zu folgender Info:

Die Website „fesselflug.ch“ wurde vor geraumer Zeit von unserem lieben Freund und Kameraden Hans Stocker „erfunden“ und publiziert. Über viele Jahre ein treuer Fesselflieger im Herzen hat Hans zu unserer gemeinsamen Sache auf seine Weise viel beigetragen. Seine innere Haltung zu den

Hans Stocker

Fesselfliegern hat ihn, als Mannschaftsleiter der schweizerischen Nationalmannschaft, im Jahr 1994 bis an die Weltmeisterschaft nach China gebracht. Hans ist einer der Eckpfeiler unserer Gemeinschaft und wir sind ihm zu Dank verpflichtet.

Vor kurzem hat nun Hans Stocker entschieden, die Fackel weiter zu geben und die schweizerische Fachkommission für Kreisflug des SMV ist stolz, die Website „fesselflug.ch“ ab dem 1. Januar 2009 als verantwortlicher Herausgeber weiterführen zu dürfen.

Januar 2009, FAKO des SMV

Roberto kannte Hans noch von der Ausbildungszeit, als der Flugmodellbau das Interessean der Fliegerei wie ein Virus weiter trug. Roberto war zu meiner fliegerischen Anfangszeit in der SG Nidwalden aktives Segelflieger-Mitglied. Später wechselte er zur SG Luzern und blieb ihr treu, bis diese aufgelöst wurde. Noch heute verwaltete er die Akten der SGL. Die beruflichen Ausrichtungen liessen uns etwas aus den Augen gleiten. Hans zog es zur Swissair, später SR-technics, Roberto traf ich später bei den Segelflugveteranen wieder. Seither tauschen wir regelmässig Wissenswertes aus. Hans Stocker ist mir im Laufe der Jahre fast gänzlich aus den Augen entschwommen. Ich denke gerne an ihn zurück!
Adieu Hans!

Roberto:

….

Liebe Kollegen
Es ist die Jahreszeit des Sterbens.

Ich weiss nicht, ob jemand von euch Hans Stocker gekannt hat.

Zusammen haben wir die Berufsschule in Luzern besucht.
Vom ersten Lehrjahr (1954) an haben wir miteinander Modellflugzeuge gebaut.
Vor allem Kreisflugmodelle, zuhause und in der Modellfluggruppe Luzern, in der alten Kaserne.
Hans ging zur Swissair, SR-Tecnics und blieb Zeit seines Lebens dem Kreisflug treu.
Wir haben Hans zum letzten Mal im Oktober besucht.  
Katharina und ich nahmen an der Abdankung teil.
Nach der Innerschweiz vorweihnächtliche Grüsse
Roberto

Von Hans Stocker weiss ich nichts zu berichten, ich sah ihn nur wenige Male auf hier auf Tschuttiplatz. Aber am 25. Dezember war ich mit unserem Sohn und meinem Enkel auch auf diesem Tschuttiplatz. Das Christkind brachte ihm eine neue Drohne, weil das erste Modell im Geäst eines hohen Baumes in Luzern festsitzt. Hier durfte ich die Drohne starten und in einem Schwebeflug das Gefühl am Steuer angewöhnen. Ich stand also genau an derselben Stelle wie Hans Stocker und Roberto einst, allerdings auf dem Kunstrasen. Darunter ist die grösste leer stehende Einstellhalle vom Kanton. So ist mir die Erinnerung an Hans bewusster geworden.

Die anschliessende Flüge wurden durch den kräftigen Wind unendlich erschwert und der Sohn konnte eine Umkehrkurve nicht mehr rechtzeitig beenden, so dass eine Kollision am Maschenzaum vor dem „Dr. Zumbühl-Haus“ das Spiel beendete. Die Drohne konnte wieder repariert werden und ist wieder flugtauglich.

Fredy

 


Fritz Bigler ist nicht mehr unter uns

Fritz Bigler, 14. 03. 1931 – 19.10. 2019

Ich traf auf Fritz Bigler anlässlich vieler Kaderkurse des damaligen L+A, heute BAZL und auch an der Fortbildungen im Rahmmen der Fliegerischen Vorschulung, FVS. Er war Instruktor, Prüfer, Kursleiter, Ratgeber, präziser Analyst und Geradlinigkeit in Person! Wir erlebten ihn jedoch nicht als strengen Beamten. Er kannte die Toleranzgrenzen und er war bereit, diese bei Gegebenheit soweit als zulässig auszureizen. Eine einst vorgesehene Ballonfahrt mit ihm kam leider nie zustande. Es lag an mir, schade!

Anlässlich der Inspektion eines Kurses für die FVS, meldete ich einen gravierenden Vorfall. Bei der Instruktion Vrille Ein- und Ausleiten, drehte unser Schulflugzeug nach. Erst nach den erneuten und exakten Manipulationen „Ein- und Ausleiten“ während des Drehens, konnte die Vrille beendet werden. Anstatt zwei, wurden es sechs Umgänge! Da die Flugzeugnase nur leicht unter dem „Normalzustand“ lag und die Sinkgeschwindigkeit gering war, befanden wir uns in einer flachen Vrille! Es drehte sehr regelmässig – schon fast schön aber es lag ernsthaft Gefahr in der Luft! Es war aussergewöhnlich, lag doch der ermittelte Schwerpunkt ziemlich in der Mitte des zulässigen Bereiches!

Der exakte Instruktor prüfte die Berechnung und den verwendeten Ballast nach. So weit so gut. Nun war eine andere Ursache zu suchen. Es wurde der obere Ausschlag des Höhenruders nachgemessen. Es stellte sich heraus, dass dieser zu gering war (unter dem unteren Toleranzwert! Die Empfehlung lautete: Neu einstellen und die Toleranz nach oben bis zu 95% ausnützen. Danach hatten wir Ruhe! Es war „beruhigend“ zu erfahren, dass in den USA über das Verhalten dieses Flugzeugtyps beim Trudeln ein umfangreicher Bericht vorlag, von dem man hier weit und briet nichts wusste! Der Bericht war das Ergebnis mehrerer Unfälle im Zusammenhang mit Vrillen (Trudeln) mit diesem Flugzeugtyp.

Inspektor Fritz Bigler – Nachflugbesprechung, Birrfeld, Foto: odh

Im vergangenen Jahr hatten wir noch Kontakte gepflegt. Nun ist ist dies Geschichte. Es bleiben die guten Erinnerungen.

Schweizer Mannsschild, Foto: Brigitte Odermatt

Das Schweizer Mannsschild dürfte Dir nicht unbekannt sein. Es ist eine Rarität. Sinnbildlich passt es zu Dir! Adieu „Fritz“!


„Hexen“ in Nidwalden

… gemeint sind die echt fliegenden Hexen in der Segelfluggruppe Nidwalden.

Hexen in Nidwalden

Frauen hatten es in der Fliegerei nicht gleich einfach, wie die Männer. Das war in der Geschichte der SG Nidwalden nicht anders.

Edi Lischer

Edi Lischer, der langjährige und unermüdliche Chrampfer als Obmann, als Bauleiter, als Flugzeugmechaniker in der Wartung des Schleppflugzeuges, hatte klare Vorstellungen. Sie waren von Erfahrungen vom Flugplatz Grenchen geprägt, wo die wohl wenigen Frauen, jedoch mit mehr finanziellen Möglichkeiten dauernd gehätschelt und auf Sänften getragen werden mussten. Sein Kollege, Max Müller, auch aus der Grenchner Ecke, hatte gleiche Erfahrungen nach Buochs importiert.

Max Müller

So sollte es in Buochs nicht einhergehen! Und wenn schon jemand etwas weniger Kraft habe, dann soll sie doch einfach bis ans Lebensende Startlisten schreiben oder das Windenseil zurück holen und beim Ein- und Aussteigen helfen… Trotzdem haben es einige gerade deswegen geschafft, die Dominanz der Männer zu brechen. Ihre Methode war simpel, aber wirksam: Sie integrierten sich voll. Trotzdem ist es Tatsache, dass der Frauenanteil der Fliegenden gering ist.

Mimi K.

Anfänglich waren es die „Fliegerfreundinnen“, die gesucht waren, wenn es um den Einsatz von Nadeln und Faden ging, etwa beim Eintuchen eines Segelflugzeuges. Zum Arbeiten hatten sie zu genügen, das Fliegen war nicht ihr Vergnügen! Eine der Näherinnen war „Mimi“ K, wie Röbi Sidler zu berichten wusste. Der Weg ins Cockpit fand sie nicht.

Judit Ziermann, Moritz‘ (Attila Ziermann) Frau war in Ungarn aktive Fliegerin von 1954 bis 1955. Dann wurde sie Mutter und brachte ihre Tochter zur Welt und ist 1956 nach dem Einmarsch der Russen in die Schweiz geflohen. Judit wurde in der Schweiz nicht fliegerisch aktiv. Die Familie brauchte sie und dann erkrankte sie an einer unheilbaren Krankheit und verstarb, von vier Kindern weg!

Die erste aktive Segelfliegerin war meines Wissens nach Elisabeth G. Doch bevor ihre fliegerische Karriere richtig begann, zerstörte ihr Fluglehrer diese durch eine Unachtsamkeit! Sie stürzten auf einem Schulflug nach einem Windenstart ab. Der Doppelsitzer Spyr Va, HB-509, war kaputt. Fluglehrer und dieangehende Fliegerin blieben unverletzt.

Ich war Zeuge dieses Unfalls. Meine Aufgabe bestand darin, mit dem Pistenfahrzeug das Seil für den nächsten Start auszuziehen. Ich schaute während des Fahrens dem Spyr zu. Dieser nahm eine seltsame, von mir vorher noch nie gesehen Fluglage ein und begann gemächlich zu drehen, bis es am Boden knallte.

Schwarzer Tag; August hug und Elisabeth G. (aus Spyrbuch)

Für einen Moment war es still, bis sich das Kabinendach wie von selbst öffnete und August heraus sprang und sagte: „das Mal hätt’s en aber sicher!“ Er meinte, dass der Spyr nun endgültig kaputt sei. In der Folge ging Fluglehrer August Hug über die Bücher und fasste einen Entschluss. Er schrieb diesen auch gleich ins Spyrbuch, was oben zu sehen ist. Er beendigte mit diesem Flug seine fliegerische Karriere. Elisabeth getraute sich nicht mehr ans Steuer. Sie begleitete ihren Rolf aber als Hilfsfrau bei seinen Streckenflügen. „Mausi und Rolf“ waren oft noch im Funk zu hören. Das Schicksal schlug erneut zu. Rolf stürzte mit dem Blanik in Samaden ab und starb an den Folgen des Unfalls. Seine Tochter Regula die mitflog, überlebte. Sie wurde später Segelfliegerin. Ihr Mann ist Segelfluglehrer. Elisabeth hat mit der Fliegerei längst abgeschlossen. Sie möchte sich zum Thema nicht weiter äussern, was wir verständnisvoll respektieren.

Marta Z; Marta war die erste Segelfliegerin, welche die Prüfung zum Erwerb des Führerausweises erfolgreich bestanden hat. Marta begann, es ihrem Aschi gleich zu tun. Irgend bei einem  Trainingsflug ab der Winde mit dem Grunau Baby II, HB-403,  traf Marta den Flugplatz nicht am üblichen Ort, aber immer noch innerhalb des Flugplatzareals, wenn man dieses bis zum Sonnenhof gelten lässt. „Frauen sollte man nie alleine in ein Flugzeug lassen!“ war der eindeutige Tenor von Fluglehrer

Marta Z.

und Ehemann Aschi…. Das gab dann Marta den „Gong“. Sie beendete ihre fliegerische Karriere danach bald einmal, nicht aber, bevor sie noch einmal, hoch schwanger, mit der K8 den Gupf „poliert“ hatte..

Brigitte Odermatt – Mattmann, nahm einen Anlauf, den Steuerknüppel in den Griff zu bekommen. Sie war 20 Jahre aktiv und hatte viele schöne Flüge nach zu weisen. => Brigitte Odermatt, Nidwaldner Fliegerin von einst

Kägiswil; Brigitte vor der Elfe 17 A und Foto HB-1273

Marie Ming – mit Marie wäre etwas später fast das passiert was Edi Lischer immer gepredigt hatte. Man soll ja niemand an den Haaren herbeiziehen, nur damit man mehr Mitglieder habe. Die Leute müssten selbst wollen und selbst kommen. Sepp Ming, unser alter und erfahrener Fluglehrer war ein versierter Praktiker. Er hörte nicht einfach auf jedes daher getragene Geschwätz. Er wollte seine Erfahrungen selbst machen. Das Leben lernte es ihn so. Als Verdingbub hat er gestartet und es wurde etwas aus ihm! Er bewährte sich als Meister im Drahtzug eines Stahlwerks. Die Karriereleiter machte aus ihm einen Sektorleiter mit an die einhundert Mitarbeitenden! Sein Experiment „Marie“ misslang. Warum? Der schlaue Fuchs versuchte Brigitte zu instrumentalisieren. Sie sollte Marie „motivieren“!

Marie Ming

Da tat Sepp aber ein Fehlgriff. Brigitte lehnte sofort und entschieden ab! Sie wusste von Marie über Sepp’s Absicht und sie konnte es sich einfach nicht vorstellen! Brigitte meinte gegenüber Sepp, dass es ohne inneren Antrieb ein Misserfolg werde. Sepp liess sich von der jungen Frau etwas sagen! Das war eine seiner Stärken, was seine Grösse ausmachte! So endete der Versuch ohne Schulbetrieb im Doppelsitzer. Die beiden machten dann aber doch noch eine längere gemeinsame Reise. Sie starteten mit dem Faltboot in Luzern und fuhren damit bis Rotterdam! Sie nahmen an Gewicht ab und an Muskeln zu! Und Sepp gestand uns einmal ein, dass er mehr als einmal daran dachte, aufzugeben. Doch Marie liess nicht locker bis das Ziel erreicht war! Frauen sind oft eben doch die stärkeren „Männer“!

Marianne Lindhoff war eine jener jungen Frauen, die auf Geheiss ihres (-er) Verehrer (-s ), es den Männern gleich tun sollte. Es blieb bei Schulflügen am Doppelsteuer. Wir haben Marianne aus den Augen verloren.

alte Kämpen

Das Bild ist typisch. Eine Frau unter Männern… Das Bild: Von links hinten: Urs Löliger. Attila Ziermann (+), Klaus Gansera (Gupfera), Ruedi Plüss, Sepp Häfliger, Walter Fleischmann und Ernst (Aschi) Zgraggen. Vorne Marianne Lindhoff und Klaus Ziegenbein (+). Es blieb noch der Fotograf zu erwähnen: Heinz Forrer (+).

Elisabeth Nietlispach: Ich begnete ihr im Birrfeld. (…)Robert Wyss habe ich als sehr pflichtbewussten Fluglehrer wahrgenommen, war ich doch selber noch eher eine „strebsame Schülerin“. Aber mit meiner Kollegin Billy konnte er sehr gut rumalbern, die beiden hatten es immer sehr lustig zusammen. Als die beiden einmal viel zu kurz kamen, und wir schon meinten, wir müssten sie auf der anderen Seite der Strasse holen, tauchte die Rhönlerche plötzlich wieder knapp über dem Maisfeld auf, um dann gleich nach der Strasse auf die Wiese abzusacken. Wir hatten etwas Angst, die beiden hätten sich verletzt, aber sie stiegen prustend lachend aus der Rhönlerche aus …)“.

Elisabeth Nietlispach, im Kurs 1967 im Birrfeld, rechts im Bild

Parallel zu Röbis Kurs fand ein L+A-Kurs Kunstflug-S unter der Leitung von Fritz Bigler u. Werner Ledermann statt. Röbi fand es weniger lustig, wenn sich einige „Jungspunde“  aus der Reihe der Segelfluglehrer einen Spass daraus machten, die zwei Damen aus dem Konzept zu bringen … ;-).

Liesbeths 5-Stünder

Elisabeth fügte sich schnell ins SGN Leben ein. Sie entwickelte ihr Fliegerisches Können kontinuierlich, erfüllte die Bedingungsflüge und erwarb schon schnell ihren Führerschein. Ihre Ziele lagen bei der Swissair, wo sie Airhostess wurde und deswegen die aktive Fliegerei beendete.

Etwa in der Zeit kam Barbara Heller dazu. Ihr Vater, Flugzeugkontroller, verimpfte den Virus weiter. Barbara haben wir aus den Augen verloren. Sie ging nach Zürich und wurde Airhostes bei der Swissairs wo sie während ihrer Ausbildung auf Elisabeth Nietlispach stiess. Barbara soll es nach England verschlagen haben. Genaues wissen wir leider nicht.

Später kam Lotti S. dazu. Sie wollte einen Bericht schreiben. Dieser ist aber noch nicht eingetroffen. Er wird später eingefügt. Immerhin hat ihre Tochter Fabienne den Fliegervirus aufgenommen!

Dann erschien Heidi B.  als junges, aufgeschlossenes Teenie in die SGN. Ihr Glaube an die Zukunft und ihr Optimismus waren unerschöpflich. Ermutigt durch einen heimlichen „Motivator“, ihren etwas älteren Bruder Hans, der später auch Flieger und Fluglehrer wurde, wusste Heidi genau, was sie wollte! Segelfliegerin werden war das Ziel. Frei sein wie ein Vogel! Die Mutter erkundigte sich bei der SG Nidwalden und schon bald war ein erster Schnupperflug absolviert. In der Folge ging alles ziemlich schnell. Die Flugprüfung bestand Heidi noch bevor sie einen Fahrausweis für das Auto hatte, am 16.07. 1983. Prüfungsexperte: der Schreibende. Heidi flog die Rhönlerche, Ka8, K6E und B4. Zusammen mit Brigitte Odermatt nahm Heidi auch an einem nationalen „Hexentreffen“ bei. Die beiden Frauen kamen zum Schluss, dass sie dort nicht dabei sein wollten. Sie wollten niemandem etwas beweisen, sondern wie alle anderen Mitglieder, Teil der Gemeinschaft sein – mit allem Drum und Dran. Auch im Baulokal war Heidi anzutreffen, wo sie fleissig und beharrlich mehr als nur die Pflichtbaustunden absolvierte.

Buabetrieb in der Exklave, Carosserie Röllin, Altdorf; Überholung K6E; v. li.:, Herbie Odermatt, Albert Röllin, Walter Arnold, Walter Steiner, Brigitte Odermatt u. Heidi H.( – B.)
Nach getaner Arbeit, Zeit aufschreiben, Kaffee trinken und Erlebnisse austauschen! Walter Steiner und Heidi

Rita Sidler – Würsch kam als fröhliche, junge Frau in die Gruppe. Die fliegerische Ausbildung begann am 19. März 1978 in Buochs. Der Führerausweis wurde am 11. Dezember 1978 durch das Luftamt ( L+A) erteilt. Rita besass auch die Erweiterung für Passagierflüge. Gesamte Flugerfahrung: 66: 40 Std; 161 Landungen. Sie nahm am Segelfluglager 1981 in Münster teil, wo sie nach einem geplanten Flug von ca. 2,5 – Std eines Segelfluges nicht zurück kam. Nach einer Suchaktion wurde das Wrack des Segelflugzeuges am Setzhorn an einem schneebedeckten Osthang entdeckt. Die Pilotin fand beim Unfall den Tod. Der damalige Obmann, Mitorganisator des Lagers informierte mich ins Birrfeld, wo ich einen Flugkuers leitete. Wir seine jetzt auch eine „normale Segelfluggruppe“!

Flugplatz Buochs – Siesta mit Rita  mit Rücken zur Kamera (im Mittelpunkt), linke Bildseite: mir unbekannt, danch: Rita, Urs Blöchlinger, Walo Bütler, Marcel Gubelmann und Franz Küng
Hans und Johanna Arnold

Johanna Arnold (im Bild mit Hans, ihrem Gatten und langjährigem Kassier. Johanna hat sich fliegerisch zurück gehalten. Sie hat also keine grossen Stricke zerrissen. Sie brachte jedoch ihre Sozialkompetenz ins Spiel. Immer, wenn es darum ging, Schwächeren etwas zu bieten, war Johanna da! Sie engagierte sich bei den Behindertenflugtagen, teilweise zusammen mit Edi Lischer. Sie konnte so ihre Berufserfahrungen wertvoll einsetzen.

Valérie Engel, „Engeli“ Flugprüfung: 19. 07. 1989: Engeli war bereit, via „Ferninterview“ etwas aus dem eigenen „bluemten Trögli“ zu erzählen:

Was war der Motivator, dass du in die Fliegerei einsteigen wolltest? „Der Auslöser war mein damaliger Freund „Hacki“, welcher in der FVS war und für kurze Zeit nach Magadino durfte. Weiter war es die Freundschaft zu Christian Rohrbach und Jann Alder. Wir wollten eigentlich zu dritt bei der SGN beginnen, Jann kam dann aber leider nicht mit. Ich schaffte es, einen Kurs in der Fliegerischen Vorschulung (Motorflug) zu belegen.“

Welche Ziele hattest du dir gesteckt? „Sicherlich wollte ich in einer frühen Phase in ein grosses Cockpit gelangen. Es wurde mir jedoch sehr früh klar, dass ich kein Interesse an Technik und Motoren hatte. Somit kam für mich nur die Segelfliegerei in Frage und nicht das Motorflugbrevet.“

Engeli, nach bestandener Flugprüfung  – Thomas Hefti und Roli Schürmann (re) als Zeremonienmeister; ein Klapps auf den Allerwertesten von sämtlichen Anwesenden…

Was hat dir die Fliegerei gebracht? Persönlich Ich habe in der SGN eine wunderschöne, unvergessliche Zeit verbracht und fühlte mich in diesem Umfeld sehr wohl. Als ich merkte, dass ich mich nicht für Technik begeistern kann realisierte ich kurz danach, dass mir der Umgang mit Menschen sehr am Herzen liegt und die Gastgeberrolle meine Leidenschaft ist. Dass ich meine Leidenschaft in einem Flugzeug ausüben kann ist ein Geschenk.

Warum hast du mit Fliegen aufgehört? „Ich bin für mein Studium nach Bern gezogen und der Aufwand, regelmässig nach NW zu pendeln wurde einfach zu gross. Zudem wusste ich, dass ich nur in der SGN fliegen wollte und in keiner anderen Gruppe!“

Welchen Hobbies gehst du heute nach? „Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit für Hobbies. Meine drei Mädchen halten mich auf Trab und ich arbeite 80%. Davon fliege ich als Maître de Cabine etwa 10 % und die restliche Zeit bin ich Team Leader in der Kabinenführung der Swiss.“

Wieviele Stunden und Starts hattest du total Keine Ahnung, da ich alles weggeworfen habe. Aber es waren nicht sehr viele, da ich nicht die Fleissigste war.

Was hat dir in der SGN gut gefallen? „Die meiste Zeit war ich die einzige Frau in der SGN. Alle nannten mich liebevoll Ängeli und ich darf sagen, dass ich auf Händen getragen wurde. Alle haben sich mir gegenüber immer sehr anständig, zuvorkommend und fair verhalten. Die einzige Frau zu sein war für mich ein eindrückliches und angenehmes Erlebnis.

Was gefiel dir nicht gut? „Es war schlimm für mich, dass der schlechteste Lehrer den ich jemals in meinem Leben hatte zur SGN kam.  Er war mein Englischlehrer. Er schenkte mir kaum Beachtung und in der Schule musste ich ihm weiterhin Sie sagen. Sein Verhalten mir gegenüber war wirklich ein Trauerspiel!“

Hattest du als Frau Nachteile? „Walti Schocher hatte schnell gemerkt, dass ich kein Flair für Technik hatte. Somit durfte ich während den Baustunden nur Flügel polieren und Kaffee kochen… was mir eigentlich sehr gefallen hat.“

Wer hat dich gefördert? Ich bin mir nicht mehr sicher, wie diese zwei Fluglehrer hiessen: Cami (Albert Camenzind)? Und Sepp Häfliger?? Gebremst hat niemand.

Welches war (waren) das (die schönsten oder eindrücklichsten Erlebnis(se)? „Dazu gehört sicher der erste Alleinflug bei dem das Windenseil riss. Zudem die Akroflüge mit Louis oder Roli. Mir bleibt der unvergessliche Humor von Sämi Plüss in Erinnernung. Und heute noch denke ich mit einem Lachen im Gesicht an Louis Hammer.  Eindrücklich und traurig waren der Absturz von Norbert (hiess er so?) in Münster und der tragische Unfall von Urs Blöchlinger während eines militärischen Fluges im PC 9. Es sind somit weniger die Erlebnisse, welche mir geblieben sind, sondern die bereichernden Begegnungen mit den SGN- Mitgliedern.“

Danke Engeli für den ineressanten Einblick!

Eszter Ziermann, sie sollte fortsetzen, was ihre Mutter Judith abbrechen musste. Vater Moritz war der „Motor“ dahinter. Eszter während des Prüfungsfluges: Der Schlepper hatte die Höhe erreicht. Eszter zog am Capotgriff anstatt an der Klinke. Das Capot kam hoch und wie von einem Geistesblitz getroffen ergriff Eszter das Capot und schloss es und meldete wie aus einer Kanone geschossen: „Capot zu und verriegelt!“. Mein Sicherheitsgriff um die Querstange am Capot hätte seinen Dienst getan. Eszter war jedoch sehr schnell!….Andere Interessen setzten dieser noch jungen Fluglaufbahn ein frühes Ende.

Andrea Amort, Amtl. Prüfung bestanden am: August 1992

Andrea Amort, Prüfung

Andrea wurde vom Vater, dem erfahrenen Flieger, etwas gepusht.  Andrea begriff das Fliegen gut Doch mit dem Angriff eines Studiums fehlte die nötige Zeit. Andrea verliess die Fliegerei. Heute lebt sie in Zürich.

Zu erwähnen wäre noch Rosmarie Brugger, leider habe ich sie vollkommen aus den Augen verloren!

Eine der jüngsten „Hexen“ will hier nicht erwähnt werden. Sie will in den „Medien“ nicht erscheinen. Sie verdient ihren Respekt! Es fehlen: Suzanne Perret,. Sie war mehrere Jahre aktiv inder Gruppe und verliess diese Richtung Hausen a. A., wo sie u.a. während über 10 Jahren den Ffluplatzkiosk leitete. Weiter sind noch Monika Durrer und Erika Walther zu erwähnen. Da wären nun die Gedächtnisse der Kameradinnen und Kameraden gefragt.

Ob die Hexen der Schweiz am Frauenstreik teilgenommen haben, weiss ich nicht. Die eindeutige Minderheit im Bereich der Fliegerei hätte wohl Anlass dazu gegeben. Vielleicht herrscht so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit. Die Männer sind auch nicht auf die Barrikaden gestiegen, weil sie bei den Hebammen ¨fast auch „Null“ untervertreten sind…

Wurde jemand vergessen? Ergänzungen sind jederzeit möglich! Auch bessere Fotos können eingefügt werden!

*****

Nun aber wagt sich eine „Junghexe“ in die Phalanx der Männer: „Katarayna S.“

Junghexe Ktarayna

Das Flugbuch ist noch sehr neu und im Papierkrieg sind schon diverse Bemerkungen und Übungen eingetragen. Ich schätze mal, dass sie die“Stöpselperiode“ noch nicht überwunden hat. Der Fluglehrer wird ihr erklären, was gemeint ist. Wir wünschen Katarayna das Glück der Tüchtigen und viel Erfolg im Sonnenwind! Zum Quatschen ist jetzt keine Zeit. Die ASK 21 wartet…

Nach dem Abarbeiten der Checkliste (jede Manipulation hat ihre Kontrolle!) ist Ktarayna pronto für einen weiteren Schnupperflug im „Paradies“, wie es auf ihrem Sonnenhut steht!

Auf ins Paradies…! 🙂

Es muss gut kommen! Ihr heutiger Fluglehrer Alois Bssig feiert heuer 50 Jahre Segelfluglehrer! 


Adieu Walter Trutmann

Walter Trutmann

Walter Trutmann-Ettlin, Architekt HTL, alt Kantonsarchitekt

(23. 12. 1938 – 02. 06. 2019)

Ich lernte Walter bei meiner Arbeit und als Mitglied der Spitalleitung am Kantosspital Obwalden kennen. Es ging damals um die Projektierung und Realisierung des „Neuen Behandlungstraktes“. Walter war ein integerer, geradliniger und äusserst kompetenter Fachmann. Er verfolgte die gesteckten Ziele kosequent. Im manchmal rauhen Klima und der Meisterung von Klippen bewahrte er Ruhe, liess sich nicht vom Kurs abbringen und pflegte dabei stets einen angenehmen Umgang. Nun hat uns Walti verlassen!

Finstere Zeit

Und danach, einfach nichts? Es gibt vielleicht etwas, hinter dem vermeintlichen Nichts. Andeutungsweise könnten wir es erahnen.

Erhellung

(…) Ich bin von euch gegangen, nur für einen Augenblick, und gar nicht weit. Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin, werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt.)“
von Antoine de Saint-Exupéry

Adieu Walti!

Wir erinnern uns gerne an die Begnung mit Dir!


Robert Wyss hat sich auf den Born zurück gezogen

Robert Wyss, Segelfluglehrer

Röbi Wyss, 15. 03. 1942 bis 13. April 2019 Foto: odh)

Ein Leben für den Segelfug

Aufgewachsen ist Röbi in der kleinen Gemeinde Boningen (SO) auf einem Bauernhof. Das Dorf liegt im Gäu, am Südfuss des Borns (719 m ü. M.). Er hatte noch fünf Geschwister und er war der Jüngste in der Familie. Es zog ihn vom Hof weg. Bauer wurde sein älterer Bruder. Röbi erlernte den Beruf eines Maschinenschlossers bei der SBB in deren Werkstätten in Olten. Mit achtzehn begann für ihn die Segelfliegerei. Noch auf dem elterlichen Hof, baute er um 1968/70 herum einen ersten Segelflugzeuganhänger. Schliesslich wurde er hauptamtlich angestellter Segelfluglehrer. Dies gab es einst noch in Grenchen,  bei der Alpar in Bern und in Schänis bei der ASSAG. Über 35 Jahre drückte er der Fliegerschule Birrfeld im Bereich Segelflug seinen Stempel auf! Im Winter zog er Überstunden ein und ansonsten arbeitete er im Flugzeugunterhalt seines Arbeitgebers. War er da nicht, fand man ihn auf dem Flugplatz Olten.

Olten Flugplaatz

Ob er es wusste oder nicht, er war ein echter Dienstleister. Er setzte sich für andere ein. Die Devise, sie soll von Heinrich Pestalozzi: stammen, „Erziehen heisst, tausendmal das Gleiche sagen!“ traf wohl auf ihn zu.

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser, Röbi während einer Kontrolle, Foto: odh

Er nahm es stets genau. Es passte nicht allen. Wer unterzieht sich in seiner Freizeit schon gerne einer pedantischen Ordnung?! Wer sich bemühte, sich in sein Konzept einzuordnen, dem war sein Goodwill gewiss. Ordnung und klare Linie, im Hangar und auf dem Flugplatz, waren so etwas wie seine Lebensversicherung.

An „Gelagen“ traf man Röbi äussert selten an! Er zog seine Linie fadengerade durch! Luxus war nicht sein Ding. Trotzdem mangelte es ihm materiell an nichts.

Die schnell lebige Zeit lasse Vergangenes, auch Bewährtes, schnell vergessen – wird gesagt. Es ist nicht die Zeit, sondern es sind die Menschen, die in der Informationsflut die Orientierung verlieren. Wichtiges, auch Bewährtes von Anderem zu unterscheiden, fällt offenbar vielen Menschen schwer. Dem Vergessen versuche ich etwas entgegen zu wirken. Freunde und gute Kameraden dürfen nicht auf dem Altar der Schnelllebigkeit geopfert werden! Ich weiss: „Blasen gegen Windmühlen! Doch der Versuch ist es wert!

Blasen gegen Windmühlen, Zchng: odh

Röbi war den Kampf gewohnt. Als Bauernbub wurde er nicht zur Bequemlichkeit und zur Verschwendung erzogen. Das Leben hat er gemeistert und im Beruf gab er stets das Beste, sei es als Maschinenschlosser, als Segelfluglehrer, oder als exakter, lizenzierter Flugzeugkontrolleur. Seine Arbeitgeber konnten sich die Finger ablecken! Er war selbständig und er wusste, was wie zu tun war. Das ihm anvertraute Material war „seines“! So überliess er nichts dem Zufall. Er wusste z. B., dass die selbst gestrickten Schleppseile von Ernst Hümbelin nach weit über 4000 Starts auf einer ausgetrockneten Graspiste immer noch brauchbar waren. Auch die Kameraden „seiner Segelfluggruppe Olten begannen zu begreifen, was Röbi alles geleistet hatte! Als sie eine Milchmädchenrechnung anstellten, reichte eine halbe Million Franken nicht aus…

Röbi mit Guido Wälhli vor der Dimona – man kennt einander! Foto: Archiv Urs Meier

Müsste ich zu Röbi passende Items suchen, kämen mir spontan die folgenden in den Sinn: wortkarg, ehrlich, authentisch, geradlinig, exakt bis pedantisch, oft etwas stur, seriös, sehr hilfsbereit, vorausschauend und absolut zuverlässig. Ein Mann der Rede war er nicht aber ein Mann der Tat.

Wertschätzung, Foto: Archiv Urs Meier
Slowenien 2016, Foto: Archiv Urs Meier

Röbi war gegen sich selbst streng, doch wusste er das Leben auf seine Art zu geniessen. Über Mittag war eine obligatorische Ruhepause, möglichst am Schatten, angesagt. Näher an sich heran liess er nur ganz wenige. Nach einem anstrengenden Fluglehrertag mit vielen Platzrunden, verzog er sich pünktlich nach Feierabend. Am Abend allenfalls noch „das Ohr am Boden“ für seine Schützlinge zu haben, war nicht seine Aufgabe. Der Arbeitstag musste dafür genügen. Lieber genoss er auf dem Surfbrett die Wellen des Hallwilersees.

Am Arbeitsplatz in der ASK 21 – Foto: Archiv Urs Meier
Röbi vor seiner ASW-19, Foto:Foto: Archiv Urs Meier

War nicht Surfen angesagt, eilte er nach Olten, wo er das Flug- und Hilfsmaterial „seiner“ Segelfluggruppe stets à jour hielt. Gehilfen brauchte er kaum. Er arbeitete lieber alleine. So wusste er, dass es gut war. Er führte keine Arbeit ein zweites Mal aus! Mussten Flugzeuge zur Grundüberholung, z.B. nach Slowenien gebracht werden, Röbi stand zur Verfügung. Er hatte und nahm sich die Zeit! Bei der SG Olten war Röbi bis kurz vor seinem Tod als „guter Geist“ im Einsatz. Er wirkte im Hintergrund, alle profitierten davon!

Unterwegs zum Glderservice mit Urs, ein Sandwich musste genügen! Foto: Archiv Urs Meier
Man traf Röbi auch im Nationalen Segelfugwettbewerb an! Foto: Archiv Urs Meier

Ausserhalb der Saison zog es ihn z.B. nach Samaden, oder nach Ungarn wo er in seiner ASW – 24 das Engadin (Samaden) oder die weiten Ebenen im Lande Attilas, z.B. in Györ, aus der dritten Dimension für sich eroberte. Das war die Art, wie er dem Käfig von tausenden von Schulvolten entfloh.

Othmar Schaffroth, Charles Bachmann, Erwin Mit oltener Kollegen, von links: Erwin Lehmann, Urs Meier, Markus Engeler und Robert Wyss, Foto: SG Olten

Mit einer Crèmeschnitte vom Beck konnte man Röbi nicht reizen, aber etwas Selbstgebackenes wusste er sehr zu schätzen! Administration, bzw. „Papierkram“ mochte er nicht. Er war froh, dass es „Fremdarbeiter“ gab, die sich den FVS-Kursen annahmen. Ich war einer von denen und lernte Röbi näher kennen und schätzen.

Auf einer Wanderung, Foto: Foto: Archiv Urs Meier

Segelfluglehrer sind meist fit. Einsteigen, Platzrunde, Aussteigen, Flugzeug zum Startplatz zurückstossen… – Sisiphos – ! Und dies vom Morgen bis Feirabend. Den Ausgleich suchte sich Röbi auch in der Natur. Nicht um sonst, wies sein Flugbuch 11601 Flugstunden und 56023 Landungen auf! Das ist der Bereich Segelflug. Man müsste noch den Motorflug dazu zählen!

Kompromisse mochte er nicht: Als wir einst gleichzeitig unseren 2-wöchigen Kurs durchführten, musste er anstelle Scheibe’s SF 25 B-Falken,  ein anderes Flugzeug auf Eignung im harten Schulbetrieb probieren. Es sah wie ein Plagiat des Falken aus. Noch mehr Spannweite bei gleich starkem Motor. Dass der Uhu ein regenunenmpfind-liches Profil aufwies, war aus Distanz das einzig Positive, was ich dem Typ abgewinnen konnte. Denn die sehr harte Landung mit einem flotsch nassen Falken, verbunden mit einer Vergaservereisung hatte ich samt meinem Rücken hinter mir. Das „Geschwür“ passte ihm nicht. So liess er vielleicht einen seiner Schüler etwas länger gewähren und konnte den „Härtetest“ schlisslich nicht mehr verhindern. Es gilt, in solchen Momenten, sanft aber bestimmt einzugreifen! Nach einer sehr harten Landung, die ein Falke problemlos geschluckt hätte, war die Übung vorbei. Der S…..o musste auf die Böcke. Es gab viel Holzarbeit!  Nachträglich gab es Fragen… auch an mich. Da ich während der fraglichen Phase mit einem Schüler im Ausschweben vor der Landung war, hatte ich „leider nichts Genaues“ gesehen.

SZD 19 Bocian –  musste man gesehen haben! Foto: Archiv Urs Meier

Deformation professionelle, hier der SZD-9 Bocian (Storch) oder nach unserer Redeart der „Bock“. Gab es etwas zu lernen, Röbi war zur Stelle und er achtete darauf, dass es gut kam!

Man erinnert sich:

Röbi mit seinem Team – Segelflugkurs, Birrfeld anno 1967 v. li. …? Röbi Wyss, Billy W., Elisabeth N. (Foto)

(…) Röbi Wyss habe ich als sehr pflichtbewussten Fluglehrer wahrgenommen, war ich doch selber noch eher eine „strebsame Schülerin“. Aber mit meiner Kollegin Billy konnte er sehr gut rumalbern, die beiden hatten es immer sehr lustig zusammen. Als die beiden einmal viel zu kurz kamen, und wir schon meinten, wir müssten sie auf der anderen Seite der Strasse holen, tauchte die Rhönlerche plötzlich wieder knapp über dem Maisfeld auf, um dann gleich nach der Strasse auf die Wiese abzusacken. Wir hatten etwas Angst, die beiden hätten sich verletzt, aber sie stiegen prustend lachend aus der Rhönlerche aus …)“.

Parallel zu Röbis Kurs fand ein L+A-Kurs Kunstflug-S unter der Leitung von Fritz Bigler und Werner Ledermann statt. Röbi fand es weniger lustig, wenn sich einige „Jungspunde“  aus der Reihe der Segelfluglehrer einen Spass daraus machten, die zwei Damen aus dem Konzept zu bringen … ;-).

S. …: (…) Ich sah in Röbi stets das gute Vorbild. Nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen. Seine Gelassenheit wies darauf hin, dass er in vielen Dingen über der Sache stand.)“

H…: (…) Es hat nicht sein sollen – wollte ich Röbi doch nochmals sehen. Er war sehr gefasst. Ich solle ihm später wegen eines Termins anrufen… Nun hat er abgeschlossen, sein Leiden ist vorbei. Ich lernte Röbi schätzen und verstehen. Noch etwas besser wurde das Verständnis, als einige Einzelheiten seiner Biografie zu Tage kamen. Ich will mir das Bild, wie ich es hatte, bestehen lassen! )“

R…: (…) Ja, …, Röbi wird mit einem wunderschönen Segler unterwegs sein!

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Finstere Zeit, Foto: odh

Seine Krankheit trug er tapfer und mit Geduld. Schliesslich hatte er ihr nichts mehr entgegen zu setzen. Er trug sein Schicksal gefasst. Dabei durfte er aber auf Getreue zählen, die ihm in den letztenTagen wichtigen Beistand leisteten. Es war vielleicht etwas, was er zuletzt erwartet hatte! Seine Ruhestätte wird „sein“ Hausberg, der Born sein. Er wird ihn wohl behüten! – Finstere Zeit – und danach, einfach nichts? Es gibt vielleicht etwas, hinter dem vermeintlichen Nichts. Andeutungsweise können wir es erahnen – eine Frage des Wollens!

(…) Ich bin von euch gegangen, nur für einen Augenblick,
und gar nicht weit.
Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin,
werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt.)“

von Antoine de Saint-Exupéry

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein (Reinhard Mey)!

Welle über OW, Mitte 70-er Jahre, Chrigu Hählen, SG Nidwalden

Adieu Röbi, während eines Vierteljahrhunderts, trafen wir uns regelmässig, wenn wir parallel je einen Segelflugkurs leiteten oder an Treffen mit dem BAZL oder an Veranstaltungen des AeCS. Warst stets ein guter Kamerad!

Herbie Odermatt

 

Allen, die zu diesem Portrait beitrugen, gebührt mein herzlicher Dank!


Genau hingeschaut