Kategorie-Archiv: 03 Wirtschaft

Geld regiert die Welt

Keine Neuigkeit in dieser Überschrift. „Nichts Neues unter der Sonne!“ (Kohelet), wissen wir schon; schon immer gesagt;…

Wenn man es schon gewusst haben will, sollte man sich jedoch um die Einzelheiten kümmern. Dann wird es etwas anspruchsvoller werden!

Hören Sie den Vortrag von Ernst Wolff: Auf der letzten Etappe zum Crash – Wie konnte es so weit kommen? 27. Mai 2019

Der nächste Coup: Die Abschaffung des Bargeldes!  Für Barzahlung sind der Käufer und der Verkäufer, also zwei Parteien involviert. Beim Bezahlen via Kredikarte kommt ein dritter dazu (eine Made im Speck). Der Finanzdienstleister – Ziel: totale Überwachung und eine weitere Masche zur Aussaugung bzw, Enteignung der Einzelnen… Angriff auf den Mittelstand durch Plattformökonomie.

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KenFM im Gespräch mit: Ernst Wolff („Finanz-Tsunami“)

„(..) Geld regiert die Welt! Banken-Kartelle sind längst die eigentliche Macht auf diesem Globus. Das, was die großen Finanzdienstleister seit Jahrzehnten als FIAT-Money auf den sogenannten „Märkten“ imitieren, hat spätestens seit 1971 keinerlei Bezug mehr zu echten Werten. Als US-Präsident Nixon, nach der enormen Verschuldung während des Vietnamkriegs, die Golddeckung des Dollar aufgab, zog die Regierung endgültig vom Weißen Haus in die Wall Street um. Banken sind inzwischen so mächtig, dass einzelne Banker heute per Mausklick Summen bewegen können, die deutlich größer sind als die Mittel, die mittlere Staaten im Jahr erwirtschaften. Mit solchen Hebeln ausgestattet, können Großbanken im Verbund jeden politischen Gegner in die Knie zwingen, der nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Derartige Machtspiele sind dennoch selten geworden, denn die Drehtür-Politik der Finanzinstitute ist wesentlich effektiver. Längst sind unsere politischen Entscheider in den Regierungen von „Beratern“ umstellt, die direkt aus dem Bankensektor stammen. Mario Draghi, der heute die EZB kontrolliert, stammt direkt von Goldman Sachs. Zufall? Mit dem Aufheben des Glass-Steagall-Act aus dem Jahre 1932, wurde die strikte Trennung zwischen klassischem Bankgeschäft und Investmentbank wieder aufgehoben. Hatte man aus den Fehlern der Weltwirtschaftskrise nicht gelernt? Oder war Bill Clinton, als der das Gesetz von damals in die Tonne warf, einfach gedanklich bei Monica Lewinsky? Wir wissen es nicht. Was wir wissen ist, dass selbst der Crash von 2008 am Selbstbedienungs-Charakter des (Finanz-) Systems nichts geändert hat. Gewinne werden privatisiert, Verluste verstaatlicht. Schon kurz nach dem Crash, ausgelöst durch die Bank Lehman Brothers, wurden wieder astronomische Boni bezahlt und entstanden wieder neue „Finanzprodukte“, die nur dazu geschaffen wurden, um auf den Spieltischen der Großbanken unüberschaubare Spekulations-Blasen zu schaffen. Unser Geldsystem ist eine Munitionsfabrik, in der es zu Gewohnheit, ja zu Bedingung geworden ist, rund um die Uhr zu rauchen, will man ganz oben mitspielen. Das kann nicht ewig gut gehen. Die nächste Krise ist so sicher wie ein Waldbrand im Hochsommer, wenn eine glühende Zigarette unachtsam im Unterholz entsorgt wird. Wer glaubt, nur weil er bis zum Hals im Wasser steht, Feuer könnte ihm nichts anhaben, der verdrängt, dass nicht nur der Wasserspiegel permanent steigt, sondern die Dreiecke, die ihn umkreisen, zu den Haien gehören, die sich überall tummeln. Um uns baut sich ein erneuter Finanz-Tsunami auf, dessen Wirkung alles Bisherige übersteigt, zumal die Mittel der Bankenrettung 2008 vollständig verbraucht wurden. Dieser Kahn hat schlicht kein einziges Rettungsboot mehr! Was erwartet uns? Wie dicht stehen wir an der Klippe? Und warum erfahren wir über den erbärmlichen Zustand unseres Geldsystems kaum etwas? Was früher im Kleingedruckten unterging, wird heute durch das Erschaffen von medialen Nebenkriegsschauplätzen geleistet. Man verkauft uns für blöd. Durch die Bank und mit den Medien. KenFM spricht mit Ernst Wolff über den Status Quo unseres Geldsystems und nimmt dabei keine Dollar-Note vor den Mund. Nach seinem Bestseller „Weltmacht IWF“ legt Wolff jetzt mit „Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“ noch eine Schippe drauf. Wer die Nerven hat, sich den Konsequenzen der „Märkten“ zu stellen, sei vorab gesagt: das Interview wird ihn erzürnen. Menschen, denen ihr Arzt empfohlen hat sie mögen sich schonen, sollten sich diese Ausgaben von KenFM im Gespräch sparen.

Inhaltsübersicht: 00:00:24 Das neue Buch: Finanz-Tsunami, ein Lehrbuch in Kapiteln 00:02:06 Das Ende des klassischen Finanzsystems 00:04:04 Historischer Diskurs: Was ist Geld? 00:07:37 Was ist eine Investment-Bank? 00:09:11 Die Wurzeln des Bankensystems liegen im Wilden Westen 00:15:11 Entstehung des Federal Reserve System, auch FED genannt 00:20:19 US-Banken finanzieren den 1. Weltkrieg 00:25:07 Kredite als Destabilisierungsfaktor in den USA & Europa 1914 – 1945 00:32:15 1945: Bretton-Woods Währungsordnung versus Triffin-Dilemma 00:38:12 Wer gegen der Dollar opponiert, bekommt Probleme 00:42:27 Der Beginn des Petro-Dollars und des IWF 00:47:28 Finanzkrisen der 70er bis 90er, neue Wege werden benötigt 00:52:19 Finanzderegulierungen mit Unterstützung der Politik 01:00:42 Bürger müssen kritischer werden, sich informieren, sich wehren 01:16:23 Finanzzusammenhänge aus den letzten 100 Jahren 01:32:23 Wann kommt die große Tsunami-Welle?

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Den möglichen Crash wird durch die Vierte Industrielle Revolution beschleunigt. Die Ethik ist endgültig abhanden gekommen


Vierte Industrielle Revolution

Während man heute noch möglichst 6- bis noch mehr Spuren aufweisende Autobahnen in die Städte plant, dort aber möglichst alle Parkplätze abschafft, überlegt kaum jemand in Wirtschaft und Politik über echte und zukunftsträchtige Alternativen nach. Und falls, ist es beim Volk bisher noch kaum angekommen! Man zentriert Arbeit und lässt tausende von Arbeitskräften antanzen (Pendlerkosten). Dezentralisation der Arbeit wäre ein wichtiges Postulat. Es würde neben den grossen Zentren auch in der Region Steuersubstrat abwerfen, mit allen Konsequenzen. Im Hinblick darauf, was uns noch blüht ist der „Steuerdeal“ aus Sicht AHV vermutlich eine gute Zwischenlösung. Die definitive Lösung kann momentan niemand voraus sehen, denn Roboter bezahlen keine Sozialversicherungsbeiträge, ausser es würde eingeführt! Was weltweit desbesüglich geschieht, wird wohl in die Betrachtung einbezgen werde müssen!

Wir können hautnah mitverfolgen wie eine neue Industrielle Reform, die vierte, im Entstehen ist! Die Rede ist von der grossen digitalen Transformation. Untertitel sind: Roboter, Drohnen, Künstliche Intelligenz KI, virtuelle un andere Realitäten, Schwarmintelligenz, usw.

Jörg Heynkes: „(…) Humanoide Roboter, Drohnen, Schwarmmobilität, künstliche Intelligenz, virtuelle und erweiterte Realitäten…
Wir leben, so Jörg Heynkes, in der spannendsten, aufregendsten aber auch gefährlichsten Zeit der Menschheitsgeschichte. In diesem Vortrag führt er vor Augen, wie tiefgreifend die Digitalisierung schon in naher Zukunft unsere Lebenswirklichkeit verändern wird. Er beschreibt die gewaltigen Chancen dieser „vierten industriellen Revolution“, die uns ganz neue Möglichkeiten geben wird, Probleme zu bewältigen. Er betont aber auch die Notwendigkeit eines radikalen Umdenkens. Denn wenn wir weitermachen wie bisher und nicht lernen, die neue Technik verantwortungsvoll zu nutzen, steuern wir auf den Abgrund zu.)“

Was gemeint ist und eine Zeitabfolge:

Es geht nicht primär was Atlas kann, es geht primär darum, wie Atlas gesteuert wird. Und es geht darum, zu wissen, dass das was Atlas kann, die nächsten 10’000 Atlas‘ ebenfalls können!

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Die Vögel brauchen sich um Digitalisierung, KI, usw. nicht zu kümmern. Sie haben dieses Problem nicht, denn ihre einzige Aufgabe ist die Bewahrung des Fortbestandes und nicht das Ziel, gierig mehr als andere zu haben, koste es was es wolle… Das was z. B. eine Meise kann, können alle anderen Meisen auch….!

Die folgenden Bilder wurden im Mai 2019 geschossen. Ab dem 22. 05. 19 war der Flugbetrieb eingestellt, ergo auseflogen! Der Nistkasten wurd von unserem Grosskind vor vielen Jahren in der Schule gebaut. Mit der Ausreise ins Ausland blieb der Kasten da. Seither haben jedes Jahr Kohlmeisen darin genistet. Dreimal kam es vor, dass nach der ersten Brut Blaumeisen einzogen und mit wenig „Zusatzpolster“ das bestehende Nest nutzten! Einmal wurde die frühzeitig verlassen.

Umgebung scheint sicher

Ob die Vögel in Zukunft ihre Aufgabe erfüllen können hängt vom Nahrungsangebot ab. Dieses wird weitgehend durch Unmengen von Produkten an „Pflanzenschutzmitteln“  wie Glyphosat und anderen der Grosskonzeren wie Monanto, –  Bayer, Syngenta& Co, eingesetzt durch die Landwirtschaft, eingeschränkt oder zerstört.  Dass in dieser Richtung etwas passiert ist erkennen wir daran, dass unsere Autoscheiben kaum mehr tote Insekten aufweisen. Selbst die Segelflieger haben festgestellt, dass die Torsionsnasen über viel längere Zeit sauber bleiben als vor 20 Jahren!

gestartet
Der eine raus, der andere rein!
Hat geklappt, es ist frei
Bald frei?
Ausflug

Kommentare:

„(…) Heynkes ist ein hervorragender Referent. Ja ich denke unsere “Enkelpersonen” werden sich in einer solchen Welt zurechtfinden oder zurechtfinden müssen. Schwarmmobilität ist ein interessantes Stichwort. Aber wie halten die ”Digitalisten” die “Nichtteilhabenden” und die wird es in Massen geben im Zaum?  Wohl mit “Schwarm” – Roboterkriegern. Also Jörg Heynkes hat die Fantasie angeregt und wir können jetzt an den Pensionärstammtischen “schocken”.
Die Industriegesellschaft wird Gewinner und Verlierer produzieren. Das ist heute und war gestern so. Am richtigen Ort zu sein wird die grösste Herausforderung sein. Wir werden ja sehen, als Zuschauer oder Betroffene.)“ (von O. B., Davos)

„(…) Wir erleben in unseren kurzen Jahren  wirklich fantastische Entwicklungen, am Boden, in der Luft und im Space, vom Mensch erzeugt.  Leider aber auch schreckliche  Ereignisse  rund herum auf diesem Globe, auch vom Mensch gemacht.  … … und zum Thema Windschutzscheibe und Insekten: Wir waren vor einigen Tagen auf der Autostrasse nach Zentral Texas, als uns ploetzlich mit einem Klapf die volle Sicht nach vorne limitiert wurde. Nach dem Stop fanden wir die Scheibe mit Honig ueberdeckt und viele tote wilde Honigbienen. Ein Schwarm muss auf der Suche nach mehr Blumen vom sicheren Flugweg abgekommen. Schlechter Staffelfuehrer, oder Ausfall der Sensoren! – (O. Sch., Arlington, Texas)


Brexit, Chance verpasst?

Die Briten scheinen die Gelegenheit zu verpassen, den Austritt aus der EU in eine Wachstumsstrategie umzumünzen.

Die Europäische Union (EU) stellt mit ihrem zunehmenden Regulierungs- und Zentralisierungsdrang gewissermassen die Antithese zum Erfolgsmodell dar, welchem der Kontinent seinen Aufstieg zu verdanken hat. Errungenschaften wie etwa die parlamentarische Demokratie, die Wirtschaftsfreiheit und Gewerbefreiheit, wie auch die Gewissens- und Religionsfreiheit entstammen der Abwesenheit einer zentralen politischen Gewalt und dem Wettbewerb zwischen verschiedenen Gebietskörperschaften. Der enorme Agrarprotektionismus, sowie undurchdachte gebietsübergreifende Richtlinien und Politiken der EU schränken diesen Systemwettbewerb immer stärker ein.

Aus dieser Optik hätte der Brexit durchaus eine Chance sein können, um diesen schädlichen Trend umzukehren. Doch allem Anschein nach wird Grossbritannien diese Gelegenheit nicht nutzen können. Die ökonomischen Weisheiten eines Adam Smith, die ruhmvolle Vergangenheit der industriellen Revolution (1.0-4.0) und des Freihandels, die gesunde Rhetorik einer Margaret Thatcher zum privaten Unternehmertum und zur Eigenverantwortung sind leider heute nicht mehr die dominierenden Ansichten.

Die Politik Grossbritanniens wird heute vom Chauvinismus des Wohlfahrtsstaats dominiert und viele Interessengruppen möchten den bestehenden nationalen Etatismus aufrechterhalten, ob im Gesundheitswesen, in der Bildung, im Wohnsektor, in der Landwirtschaft und der Fischerei oder bei «öffentlichen Dienstleistungen». Die wettbewerbsfähige Strategie des Brexit, nämlich die eines einseitigen Freihandels gegenüber der EU wie auch dem Rest der Welt, wird nur von einigen Think Tanks vorgeschlagen. Nichtsdestotrotz verspräche diese einen enormen Wohlstandsvorsprung. Quelle: Liberales Institut

Das nicht-verwertete Potenzial des Brexit

Es bleiben unbeantwortete Fragen:

  • Was wäre, wenn festgestellt würde, die Menschheit hätte ihr zahlenmässiges Maximum erreicht?
  • Wie würden die Wachstumsökonomen damit umgehen?
  • Die Theorien der Postwachstumsanhänger scheinen ins Leere zu verlaufen! Über „Peak Oil“ ist schon viel geschrieben worden. Die nächste Runde heisst vielleicht Peak Everything oder Peak Prosperity
  • Was wäre, wenn die Wachstumsapostel keine Alternativen zum wirtschaftlichen und Geldwachstum fänden?
  • Würden sie vielleicht etwas nachhelfen, damit Wachstum wieder möglich wäre?
  • Welche Mittel würden sie wohl einsetzen? Etwa Krieg mit biologischen oder chemischen Mitteln oder mit etwas ganz anderem? hatten wir mit den Kriegen WK1 u WK2 (inkl. Konzentrationslager und Ethanasie, sowie von Vietnam bis Syrien und Jemen…
  • Was ist von Politikern zu erwarten, deren „Horizont“ bis zu den nächsten Wahlen reicht und denen es nur um Macht geht? Die Wahrheit bleibt bei ihnen aussen vor!
  • Was ist von Unternehmern zu erwarten? Sie die kurzfristig und oft egoistisch denkt! (Hansjörg Wyss)

Die andere Sicht: öffne den folgenden Link: „Man sollte weit weit weg sein, wenn die Bombe hochgeht“  – Volkswirt Dr. Markus Krall zum Brexit

Ergänzt: 21/22. 04. 19


UBS – schlechter Stil

Sergio Ermotti

Die 14 Millionen Franken an Gehalt und Boni an Herrn Ermotti sind jenseits aller ethischen Begriffe.

Der  CS-Chef holt auf und bekommt für 2018 30% nehr als im Vorjahr, nämlich 12,7 Mio Franken. „(…) Die Gesamtentschädigung der CS-Geschäftsleitung, zu der Ende Jahr 12 Mitglieder gehörten, beläuft sich auf 93,5 Millionen Franken. Im Vorjahr war den ebenfalls 12 Mitglieder lediglich 69,9 Millionen bezahlt worden. Bei der UBS verdiente das Top-Management letztes Jahr insgesamt 100,8 Millionen Franken. …)“ – Dies alles bei einem um 30% gesunkenen Aktienkurs…

Man findet immer jemand, der eine dumme Angelegenheit schön redet!

Dazu gehört  „Vergütungsexperte“ (?) Urs Klingler! Er sagt dazu: «Das hat einerseits mit dem globalen Markt zu tun, wo wir in Konkurrenz zu amerikanischen Organisationen stehen.» Und zum anderen arbeite man in der Finanzbranche mit Geld. Da sei die Nähe zu guten Löhnen quasi gegeben, so Klingler.

Lohn:  [nach Stunden berechnete] Bezahlung für geleistete Arbeit [die dem Arbeiter bzw. der Arbeiterin täglich, wöchentlich oder monatlich ausgezahlt wird]

Der amerikanischen Markt als Konkurrenz würde kaum dazu führen, dass Herr Ermotti und seinesgleichen nach Amerika abwandern würden, auch wenn sie hier „nur“ nur eine Mio Franken pro Jahr bekämen. Ausnahmen gibt es immer. Und würden sie ausziehen, wäre es auch kein Schaden. Es hat genügend Fähige die zwei Konti im Griff haben könne, die Konti Soll und Haben – oder zwei Nägel in der Wand: am einen die Rechnungen, am anderen die Quittungen…! Ein Zeit lang, als der Staat die Bank „retten“ musste, herrschte eher „sollte haben“!

Das Schweizer Fernsehen beschäftigt neben den eigenen Angestellten für die meisten Belange so genannte „Experten“. Es hört sich gut an und niemand muss den ungeschützten „Titel“ begründen.

Die Mitarbeiter von Orell Füssli, wo die Banknoten hergestellt werden, arbeiten auch mit Geld. Die Nähe zu guten Löhnen, vergleichsweise mit jenen des Herrn Ermotti kommen da aber nicht vor!

Urs Klinglers Aussage hörte ich ähnlich auch schon: „Wenn die Papierkorblehrerin des Bundesrates wesentlich mehr verdiene, als die Papierkorblehrerin in einem subalternen Betrieb, dann fällt es kaum auf, obwohl beide absolut das Gleiche tun! Jene Person, die den Bundesrat bedient profitiert von der „Prestigeumgebung“

Klingler: Boni vor dem Knock-Out

«Die 14 Millionen sind im internationalen Vergleich eigentlich relativ bescheiden», sagt Urs Klinger. Man habe allein in den USA 70 CEOs gefunden, die mehr verdienten (verdienen?), so der Experte. Man soll doch mal den Weltdurchnitt heranziehen und nicht nur die USA und deren Exzess! Auf Sizilien findet man wohl einige, die noch mehr Geld generieren!

Jemand meinte einst etwas böse: „Schweizer Gangster unterscheiden sich gegenüber amerikanischen darin , dass sie   bereits hinter dem Bankschalter agieren…!“Al Capone sei gegrüsst!

Gangster in der Bank

Bankschalter werden wohl bald ausgedient haben. In Antiquitäten-läden sind sie dann für einige Zeit zu haben!

„(…) Laut den Resultaten der Wissenschaftler erwirtschaftet die organisierte Kriminalität in Europa mit verbrecherischen Machenschaften Milliardenbeträge und investiert die Gewinne zu einem grossen Teil in legale Geschäfte. Die gesamten Umsätze auf dem Kontinent werden auf umgerechnet gut 120 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt. – Michele Riccardi, ein an der Studie beteiligter Wissenschaftler, erklärt gegenüber der Zeitung «Der Standard»: «Allein der Markt für gefälschte Waren umfasst etwa 50 Milliarden Franken.» Des Weiteren sei der Drogenhandel absolut zentral. So verdiene die Mafia mit dem Heroinhandel etwa 10,3 Milliarden Franken jährlich, mit Kokain 8,2 Milliarden und mit Marihuana 8,1 Milliarden. Und genau diese Gewinne würden dann via Investitionen in legale Märkte fliessen….)“ Quelle

Es mag ja sein, dass Turbokapitalismus und Hochfrequenzhandel anspruchsvoll sind. Asnpruchsvoll für die Computerspezialisten! Siehe: Neue Rechnergeschwindigkeiten für die Wall Street.

Die Forschung, z.B. in der Biochemie, ist auch anspruchsvoll! Dort jedoch besteht Innovation, werden Erkenntnisse gewonnen, wird Neues entdeckt, entstehen Arbeitsplätze…

Die folgenden Zahlen zeigen auf, wieviel die Topmanager in der Schweiz verdienen. Einige von Ihnen gehören auch international zu den bestbezahltesten CEO. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2016 in denen auch Prämien und Boni miteinberechnet wurden.

Als Boni noch kein Thema war, wurden Leistungsprämien für ausführende produktive Tätigkeiten (monotone Seriearbeiten) ausgerichtet. Die Erkenntnis: Leistungssteigerungen seien nur „über hinten rechts“, übers Portemonnaie zu erreichen. Hilfskräfte bekamen keine Prämien und Leute in „gehobenen Stellen“ sowie Chefs waren durch ihre im Vergleich höheren Löhne bereits abgegolten.

Die britische Ökonomin Diane Coyle: „Chefs und führende Banker, die komplexe Jobs mit vielen unmessbaren Aufgaben erledigen, sollten die letzten Angestellten sein, die Boni erhalten.“

Das sind die 10 Topverdiener, Raubritter und Feudalherren, unter den Schweizer CEO

CEO Unternhemen Gehalt
1. Sergio Ermotti UBS CHF 13,7 Mio.
2. Severin Schwan Roche CHF 12,3 Mio.
3. Joe Jimenez Novartis CHF 12 Mio.
4. Paul Bulcke Nestlé (bis Ende 2016) CHF 11,21 Mio.
5. Tidjane Thiam Credit Suisse (für 2016) CHF 10,24 Mio.
6. Richard Lepeu Richemont CHF 9,7 Mio.
7. Ulrich Spiesshofer ABB CHF 9,3 Mio.
8. Eric Olsen LafargeHolcim CHF 9 Mio.
9. Erik Fyrwald Syngenta CHF 8,4 Mio.
10. Mario Greco Zurich CHF 7,8 Mio.

Quelle: Job channel

Boni mit Trittbrettfahrereffekt: Jeder möchte gerne haben was anderen regelmässig aufs Konto geschwemmt wird. Das Gesundheitswesen treibt seltsame Blüten: Ärzte an Spitälern profitieren neben anderem davon, dass sie mehr (unnötig) operieren bzw. behandeln. Leistungsabhängige Boni sind die Ursache! In Zürich soll dieser Wildwuchs nun entfernt werden – auch um die Aushöhlung des Gesundheitswesens durch gewinngetriebene Einrichtungen einzudämmen.

Boni an Lehrer für gute Leistungen der Schüler …. Schön gesagt! Die Schüler bringen gute Leistungen, Lehrer kassieren Bonus – Widersinn! Boni auszurichten für ureigenste Aufgaben wirkt schal!

Ob der Lokführer des Personenzuges mehr Lohn oder gar einen Bonus erhalten soll, als jener, der die gleiche Fahrt mit einem Güterzug absolviert, weil ersterer wegen den vielen Passagieren die grössere Verantwortung trage? Klassifikatorisch ist es nicht relevant, ob Passagiere, eine Black Box  oder Güter transportiert werden. Die Aufgabe besteht darin, sicher von A nach B zu gelangen! Ergo haben wir es mit gleicher Verantwortung zu tun.

Bei den Turbokapitalisten herrscht Streben nach Profit, Gier und Unersättlichkeit. Auf diesem Altar wird die Schweiz geopfert.


Eigenmietwert – Schweizer (Un-) Eigenart

In der Schweiz wird der Eigenheimbesitzer für sein selbst finanziertes Wohneigentum mit einer theoretischen Steuer belegt. Befürworter dieses Kuriosums, welches es auf der ganzen Welt sonst eher selten gibt, finden auf kurlige Weise immer wieder Scheinargumente dafür. Allein schon die aufgewendete Energie zur Verteidigung dieses helvetischen Blödsinns macht die Angelegenheit suspekt. Wer würde etwas verteidigen, woraus er keinen Nutzen ziehen könnte? Wer sind denn die Interessierten, die Nutzniesser? Es müssen primär wohl die Geldgeber sein – darunter auch Pensionskassen, Banken Immobilienhändler usw. Es wird zur Zeit wieder über die Abschaffung dieser Besteuerung diskutiert: Dabei wird argumentiert, diese Steuer auf dem Eigenheim sei systemwidrig, willkürlich und ungerecht.

„(…) In Kombination mit den Steuerabzügen für Schuldzinsen und Liegenschaftsunterhalt sorgt die Besteuerung dieses «Naturaleinkommens» im Prinzip für die Gleichbehandlung von Wohneigentümern und Mietern sowie von selbstfinanziertem und fremdfinanziertem Wohneigentum. Damit entspricht das System im Prinzip dem Gebot der Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit….   …Man stelle sich drei Familien vor. Die erste Familie wohnt im eigenen Haus ohne Hypothek, die zweite Familie wohnt auch im eigenen Haus, zahlt aber pro Jahr 12 000 Franken Schuldzinsen, und die dritte Familie zahlt jährlich 24 000 Franken Miete. Bei sonst gleichen Verhältnissen stehen diese Familien wirtschaftlich sehr unterschiedlich da, weshalb sie von der Einkommenssteuer auch unterschiedlich betroffen sein sollten. Das geltende System sorgt im Prinzip für die Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit: Die Wohneigentümer dürfen ihre Kosten für Schuldzinsen und Liegenschaftsunterhalt abziehen, müssen aber dafür den Geldwert aus ihrem Wohnrecht – den Eigenmietwert – als Einkommen versteuern. Dies ermöglicht im Grundsatz die Gleichbehandlung von Wohneigentümern und Mietern sowie von selbstfinanziertem und fremdfinanziertem Wohneigentum. Das System ist somit einigermassen «neutral»: Es bevorzugt in Sachen Wohnform und Verschuldungsgrad keine bestimmten Lebensentwürfe. Das ist aus liberaler Sicht an sich gut so. …) Hansueli Schöchli, NZZ

Tatsache ist, dass die Investoren mit dieser Situation bisher gut gelebt haben. Man erinnert sich nicht gerne an Flopps! Doch schon der selige Professor Walter Wittmann geisselte um 1983 das Verhalten von Versicherungen und Pensionskassen und warnte von den Folgen wenn sie ausriefen: „…  Wir suchen Bauland, wo ist egal, Geld spielt keine Rolle…“ Die Häuser wurden gebaut, mussten oft wegen geringer Nachfrage unter dem Wert vermietet werden und nach 20 Jahren, wenn erste Sanierungen nötig wurden, durften die Investoren respektive die Versicherten erneut in die Tasche greifen. Ich verstehe den Vergleich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht.

Herr Schöchli möge sich noch andere Szenarien betrachten: Ein „Mitttelständler“ im unteren Bereich der „Gehalts-Bandbreite“, ohne geerbtes Vermögen, mit Familie ist während 30 Jahren Mieter. Während dieser Zeit finanzierte er das auswärtige Studium von zwei Hochschulabsolventen, ohne dafür Stipendien zu bekommen. Dies weil er in einem Kanton lebte, der diesbezüglich praktisch nichts zu verteilen hatte. Einzig zinslose Darlehen standen zur Verfügung, deren Rückzahlung ab einem bestimmten Termin nach Studiumsabschluss mit 4% verzinst wurde. Dass es aufging, verdiente die Gattin mit (Teilzeit). Es wurde den Umständen entsprechend gelebt, damit auch noch etwas gespart werden konnte (dritte Säule). Im Alter um die 50 wurde ein Eigenheim erstanden (Zins 7.0% bzw., 5,5%)! Das nötige Eigenkapital war knapp nicht vorhanden, doch eine Bank sah dies (Gott sei Dank) nicht so eng.

Das Eigenkapital dafür wurde eigenständig erwirtschaftet und sowohl als Einkommen und als Vermögen versteuert (so wie das Auto und die Sportgeräte). Die Schuldzinsen konnten im Rahmen des Gesetzes abgezogen werden. Das für das Haus eingesetzte Kapital wurde also schon zwei mal versteuert.

Eine unfreiwillige Frühpensionierung nach etwas mehr als einem Dezenium brachte eine grosse Verunsicherung. Die Gefahr des Verlustes des Eigenheims war akut.Zum guten Glück kam es besser als „erwartet“. Die Anpassung an die neue Situation erlaubte es schliesslich dass biss zur Aufgabe der Berufstätigkeit und auch danach, die weitere Amortisation der Hypothek. Volkswirtschaftlich gesehen eine gute Sache, weil das da gebundene Kapital durch Freisetzung anderswo eingesetzt werden konnte. Offenbar ist dies in einer Zeit wo Staaten faule Kredite aufkaufen und Geld bis zum „Geht nicht mehr“ drucken, kein Thema mehr.

Die „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ ist also ab der Pensionierung eindeutig geringer. Von einer Reduktion des Eigenmietwertes jedoch ist nichts zu merken. Logo: Personen, die einen Grossteil ihrer Hypothekarschuld abbezahlt haben sind im Vergleich zu jenen benachteiligt, die ein aktives Vermögen versteuern müssen. Im Rentenalter, wenn ihr Einkommen tiefer ist als zuvor, kann es zu grossen Problemen führen.

Aus volkswirtschaft Sicht wäre es wohl besser gewesen, das Geld zu verjubeln um den Inlandmarkt zu beflügeln (Die Ankurbelung des Inlandmarktes war stets ein Anliegen der Bundesrätin Leuthard) oder gar vorübergehend auszuwandern (Far East), um dann, wenn Ebbe im Portemonnaie herrschte, reumütig zurück zu kommen um von der Sozialhilfe oder von der AHV mit Ergänzungsleistung zu leben… in einer im Vergleich zu teuren Wohnung notabene!?

Hätte ich anstelle eines Hauses ein Flugzeug gekauft, dieses betrieben und teilweise vermietet, hätte man buchhalterisch unter dem Strich kaum viel verdient. Das Flugzeug wäre wie ein Auto versteuert worden und einen Eigenmietwert hätte man dafür nie bezahlt. Wie würde nun Herr Schöchli alle Nichtflugzeugbesitzer oder alle Nichtcamperbesitzer einreihen?

Sie können anstelle eines Flugzeuges ein altes Postauto nehmen, welches als Camper umgebaut wurde und mit allem Comfort ausgerüstet als fahrbares Ferienhaus betrachtet werden könnte. Auch hier käme kaum jemand auf die Idee, einen Eigenmietwert zu kreiern.

Die Logik der Besteuerung des Eigenmietwerts als Besteuerung eines Nutzens, für den kein Geld gezahlt wird, liesse sich noch bedeutend ausweiten und könnte für grosse Steuererträge sorgen. Neben der Besteuerung der Selbstnutzung des gekauften Autos käme da auch etwas sehr Menschliches infrage: einvernehmlicher Sex, entweder über die Ehe (zweimal pro Woche, nach Luther) oder über die Einwohnerämter, was bei jungen, unverheirateten Paaren sehr lukrativ sein dürfte, insbesondere wenn der Staat feststellt, wie häufig da konsumiert wird, egal, ob es zutrifft, so wie bei der Billag, die man ja auch zahlt, ohne zu konsumieren oder gar Vergnügen daran zu haben. NZZ, 27. 10. 2017, Leserbrief von Laurenz Hüsler, Egg b. Zürich

Mit dem Erwerb eines Eigenheimes ist man vorerst an den Wohnort gebunden. Will man kurze Arbeitswege, dann muss ein Stellenangebot in der Region genügen. Wenn dies nicht der Fall ist, muss gependelt werden. Flexibilität wird ja diesbezüglich speziell von den Wirtschaftskapitänen und, wen wunderts, von vielen Politikern stets wieder gefordert. Bezüglich Eigenmietwert sind dies keine Pluspunkte! Sie schmälern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit! Man bedenke, dass Pendler immer mehr zu einer Art „Freiwild“ verkommen. Durch vermehrte Hindernisse werden sie fiskalisch benachteilt. Der Pendlerabzug wird limittiert. So kommt es z.B. daher: 86’000 Zürcher Autopendler sollen mehr Steuern zahlen

Würden Wohneigentümer handeln wie es Wirtschaftsgurus und Finanzmenschen gerne sähen, also beim Job-Wechsel gleich das Wohneigentum wechseln, würde der Spekulation zu weiterem Auftrieb verholfen. Und der nächste, der das verlassene Wohneigentum übernähme, wäre mit höheren Kosten konfrontiert.

Wohneigentümer tragen zur Stabilisierung des Immobilienmarktes bei! Sie sind bestimmt nicht „Blasen bildend“. Sie dürfen jedoch an den Folgen indirekt partizipieren, wenn Wohnraum infolge von Blasen oder Überhitzung teurer werden. Die Kantone werden zu gegebenr Zeit das private Wohneigentum neu einschätzen. Das Ziel ist klar: Erhöhung des Eigenmietwertes!

Wer pendelt verliert wertvolle Zeit. Wer weiter weg wohnt hat weniger Zugang zu Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen. Über die Unfähigkeit der Wirtschaftskapitäne, die Arbeit vermehrt in die Regionen zu verteilen wurde bisher kaum nachgedacht (mit der Arbeit zu den Arbeitnehmenden anstatt alle Arbeitnehmer möglichst zur gleichen Zeit zu den Arbeitgebern schicken). Mindestens Staus wärenn es weniger und die Staukosten ebenfalls. Dafür werden einfach mehr Autobahnen in Richtung grosse Zentren gebaut, wo der Kollaps vorprogrammiert ist. Diese Zentrumsbewegung lässt auch Wohnraum in Zentren teurer werden. Warum soll ich dies nun via mein Eigenheim mittels der Eigenmietsteuer mitfinanzieren?

Falls jemand gedenkt, bei einem Stellenwechsel auch das Wohneigentum zu wechseln, so wie man den Kirchenchor wechselt, muss gut rechnen und eine Mehrfachbesteuerung (die ein Mieter nicht hat!) beachten (Grundstückgewinnsteuer, Handänderungessteuer bzw. -gebühr, Gebühren für die Beurkundung, Gebühren für den Grundbucheintrag). Am neuen Ort wird es wahrscheinlich teurer.  Vielleicht ist nur noch ein Eigenheim im Baurecht möglich. Das zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Gleichbehandlung nebenbei!

Wer in der „Aglo“ wohnt hat selbst von den Grossverteilern Nachteile zu erwarten. Die schicken nämlich ihr Ladenhüter zuerst in die Aussenbezirke, dann in abgelegenerne Regionen.

Die zum Teil fragwürdigen “Aufrüstung“ älterer Häuser treibt die Mietkosten zusätzlich in die Höhe. Mit 4 primitiven Stahlträgern, ein paar Holzbrettern als Boden, werden Balkone an die Häuser geschraubt. Frühere Bausünden verlangen nach Aussendämmung der Wände und reine „Pinselsanierungen“ sollen die Wohnqualität erhöhen. Alles Argumente, um die Einnahmen zu maximieren. Der Zuwachs an Wohnqualität hält mit den Kostensteigerung für den Mieter nicht Gleichschritt.

Warum soll jetzt der Eigenheimbesitzer diese einseitige Kostensteigerung indirekt via Eigenmietwert der „Gerechtigkeit“ die eine Scheingerechtigkeit“ ist, mittragen? Diese „Sanierungen“ habe ich z.B. nicht nötig, ist das Haus doch nahe am Minergiestandard was die Dämmung der Fassaden betrifft und somit ein sorgfältiger Umgang mit den Ressourcen (Heizung) gewährleistet ist..

Wo Wohnungen gute Anlagen sind Quelle: Nzz/UBS
 Da wo Wohnungen weniger gute Anlagen sind, herrscht „Steuerhölle“ – ein weiteres Indiz für Schöchlis (Un-) Gleichbehandlung von Wohneigentümern und Mietern!

„(…) Und immer mehr Privatpersonen folgen dem Beispiel finanzkräftiger Investoren, indem sie Liegenschaften kaufen, um sie zu vermieten (Buy-to-let). Naturgemäss erwerben Private kleinere Immobilien als eine Pensionskasse – in der Regel sind es Eigentumswohnungen. Obwohl die Preise für solche Objekte seit 2000 durchschnittlich um insgesamt 85% bzw. jährlich um 3,7% gestiegen seien, liessen sich mit ihnen attraktive Renditen erzielen, schreibt die UBS in einer am Montag veröffentlichten Studie…)“

Dass bei dieser Entwicklung der Eigenmietwert nicht sinken kann ist wohl logisch! Ein Argument mehr, diese unsinnige und ungerechte Steuer abzuschaffen. Je schneller, dest besser!

Die Argumente des Befürworters für den Eigenmietwert sind auf Sand gebaut. In vielen anderen Ländern gibt es keinen Eigenmiet à la Helvetia. Dort ist oft so, dass ein Kredit für ein Haus innert 20-25 Jahren auf „Null“ zu reduzieren ist. Dort gibt es keine Diskussionen! Viel mehr ist es doch so, dass Geldgeber gut damit leben, dass der Schweiezer Eigenheimbesitzer sein Leben lang Schuldzinsen bezahlt – mit „Steuergeschenken“ der Dritten Säule als Köder!

Jörg Baumberger emeritierter Titularprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und Eigentümer (ohne Hypothekarschuld) eines Reiheneinfamilienhauses sieht es anders. Immerhin überlässt er es dem Leser selbst zu urteilen. 

Aus der Sicht eines Jägers gibt es viele Geier und Parasiten die sich an seiner Beute, dem Eigenheim, zu schaffen machen. Sie heissen: Steuer für den Eigenmietwert, Grundstückgewinnsteuer, Handänderungessteuer bzw. -gebühr, Gebühren für die Beurkundung, Gebühren für den Grundbucheintrag, Wertvermehrung. Wer im Stockwerkeigentum lebt bezahlt sehr oft viel zu hohe Verwaltungskosten. Mit Finten wird ihm einiges schmackhaft gemacht: Steuerabzug für Schuldzinsen, … Später , wenn Altersbeschwerden den Einzug in ein Heim oder gar Pflege notwendig werden, nimmt der Sozialstaat den Rest bis auf Fr. 20’000.- bzw. Fr. 40’000.- für ein Paar. Falls das Eigentum früher an die Nachkommen weitergegeben wurde, wird allenfalls auch bei ihnen noch die hohle Hand gemacht.

Dem „Jäger“ fällt es nicht leicht, seine Beute zu verstecken oder zu schützen. Der mächtige Staat, der über den Verhältnissen gut lebt, muss das Geld irgend woher nehmen. Die ungebremste Stellenvermehrung zeigt, woher der Wind weht.

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SMS, der Finanzbloggersagte:

„(…) beim USRIII, wo wir massgeblich an der Kippung mitgeholfen haben, schrieb ich: Wieso wird der Holdingabzug nicht einfach abgeschafft und der Unternehmesgewinn normal besteuert, allenfalls mit einem kleineren Rabatt. Damit die Doppelbesteuerung von Unternehmensgewinnen in der Schweiz mit der Einkommenssteuer auf Dividenden ausgeglichen wird, könnte einfach ein Rabatt auf die versteuerten Einkommensgewinne aus Schweizer Dividenden gewährt werden. Das wäre Steuergerechtigkeit … und dann gleich noch den fiktiven Eigenmietwert abschaffen. So etwas schaffen nur Liberale. Linke und Rechte würden aus Eigennutz diskutieren. Steuerphilosphie ist eine echte Philosophie.“)“

odh darauf: Gut gesagt!
Nur: “ Steuerphilosophie ist eine echte Philosophie“ Der Begriff Philosophie wird für jeden Dreck verwendet! Philosophie strebt ohne Gewinnabsicht zur Wahrheit. Alles was mit Steuern zu tun hat bedeutet Gewinn oder Aufwand – mit Philosophie hat dies nichts zu tun! Deformation professionelle? Ein wenig vielleicht schon! Ich war u.a. bei Max Lüscher in der Schule und er nahm es sehr genau! Steuern werden vom Staat „verordnet“. Es handelt sich also um ein Gesetz, welches das Ziel ist. Vorgängig werden Strategien zum Ziel entwickelt. Steuerstrategie wäre wohl angebracht. Die Luzerner reden nicht von Steuerphiliosophie, sondern von Steuerstrategie!
 


Schweizer Prinzipien – längst vergessen?

Schweizer können von Rumänen jene Prinzipien wieder erlernen, die sie einst erfolgreich machten! Rumänien blickt auf eine über 6000 Jahre lange Kultur zurück. Man wird wohl etwas gelernt haben!

Selbst die Protestanten in der Schweiz sind sich der Sache nicht mehr sicher. Pfarrherren der evangelische Kirche bereitet sich auf die Kremation ihrer Konfession vor, sie verschwinde in der Bedeutungslosigkeit und habe keine Zukunft. Das sagte kein Geringerer als der reformierte Pfarrer Peter Ruch.

Martin Beglinger, NZZ-Redaktor und Protestant, geht in seinem Artikel «Wir Protestanten» in der neusten Ausgabe von «NZZ Geschichte“ (2/Juli 2015) der Frage nach, wie es zum Bild der fleissigen Protestanten und der faulen Katholiken kam, das auch in der aktuellen Schuldenkrise Griechenlands sichtbar wird. (sys)

…. Wie die Reformation die Schweiz zu einem der reichsten Länder machte. Und warum die Katholiken von heute die neuen Protestanten sind.

sinngemäss: „(…) Die fleissigen, protestantischen „Nordländer“ haben es weiter gebracht als die (faulen) katholischen Südländer. Die alten Konfessionsgrenzen existieren weiter. Während es in der Schweiz einen Röstigraben gibt kennt Europa einen Wohlstandsgraben. Die besten Triple-A Schuldner und die reichsten Länder sind protestantisch geprägte Länder im Norden. Am Schwanz der Aufzählung finden wir die katholischen Südländer und das orthodoxe Griechenland. Was die Korruption betrifft, verlaufen die Grenzen gleich….

…Fleissige Protestanten – faule Katholiken – ein alter Konflikt! – Die Calvinisten hatten 5, die Katholiken bis zu 70 Feiertagen pro Jahr! …)“

Es lohnt sich, Beglingers Gedankengängen zu folgen!

Nicht in einer „Denkfabrik“ sind die Erkenntnisse an die Oberfläche geschwemmt worden, auch nicht an einer Uni, auch nicht durch eine digitale Denkmaschine oder sonst durch wen oder wo in einer Tintenburg – nein, ein Sportjournalist ist drauf gekommen!

Brief aus Rumänien

Arbeit ersetzt das Ornament

(…) Catalin Tolontan ⋅ Um Stil und Taktik einer Fussballmannschaft zu verstehen, reicht es manchmal, ein Geschichtsbuch zu öffnen. Denn Stil und Taktik des rumänischen Teams lesen sich wie aus dem Geschichtsbuch der Schweiz. Geduld, Sie werden dieses Paradoxon schon noch verstehen!

In einer Ausgabe der «Eidgenössischen Zeitung» von 1859 stand wenige Jahre vor der Gründung des Bundesstaates zu lesen: «Von einer republikanischen Gemeinschaft kann man nicht erwarten, dass sie Kunstwerke hervorbringt, wie sie unter anderen politischen und sozialen Gestirnen entstehen. Für Zürich ist es eine unschätzbare Möglichkeit, dass hier statt dem, was nützlich und förderlich ist, keine sinnlosen architektonischen Ornamente möglich sind.»

Sparsamkeit, Nüchternheit und Bescheidenheit bezeichnet die Publizistin Joëlle Kuntz als Zürichs Grundwerte. Und genau diese Eigenschaften sollten Yann Sommer und Xherdan Shaqiri von Rumäniens Nationalteam erwarten. Die Mannschaft des ehrwürdigen Anghel Iordanescu reist nicht nach Frankreich, um der Fussballgeschichte ein Kunstkapitel hinzuzufügen. Nein, der Stil der Tricolorii bleibt nüchtern und zielgerichtet. Ohne Feuerwerk. Ohne Risiken.

Als Spanien kürzlich zu einem Testspiel nach Bukarest kam, endete die Partie torlos, und die Gäste können immer noch nicht sagen, ob man gespielt hat oder das Spiel abgesagt wurde, ohne dass man sie benachrichtigt hätte. «Selten gab es eine Mannschaft, die das Spiel so zumacht, wie die Rumänen das tun», schrieb die spanische Zeitung «Marca». Sie war höflich, meinte sie doch ein Team, das den Fussball abmurkst.

Warum spielt Rumänien so? Aus eben jenem Grund, den die «Eidgenössische Zeitung» vor so vielen Jahren formuliert hat: Von einer republikanischen Gemeinschaft sei nicht zu erwarten, dass sie aristokratische Gesten zeigt. Selbst zur Zeit der «goldenen Generation» war bei den Tricolorii die Defensive das taktische A und O. Zwar standen damals Gheorghe Hagi und Gheorghe Popescu von Real Madrid und dem FC Barcelona im Team, ihre technischen Eskapaden machten den Unterschied. Aber die Defensive und der Ballbesitz blieben die kulturelle Sozialisation, die den rumänischen Spielern Selbstsicherheit verlieh.

Mit dem heutigen Mangel an Stars bleibt Sparsamkeit erst recht die einzig valable Option auf dem Platz. Die Tricolorii fahren mit einem Team nach Frankreich, dessen Stars der Goalie Ciprian Tătăruşanu von Fiorentina und der Verteidiger Vlad Chiricheş von Napoli sind. Sonst ist die Mannschaft orientalisch angehaucht, mit Spielern, die in Israel, der Türkei, Bulgarien und im Persischen Golf auftreten. Nun denn, niemand soll einen Derwischtanz erwarten, das rumänische Nationalteam pflegt ein zielorientiertes Spiel, das auf Kampf setzt.

Gestern sind die Tricolorii ins Aostatal ins Trainingslager gefahren. Die fleissigen Bergler dort werden Augen machen. Denn heute ist kaum einer noch so sehr wie die rumänischen Spieler davon überzeugt, dass gradlinige Arbeit das schöne Ornament ersetzen kann.)“

Die NZZ berichtet in dieser Kolumne regelmässig aus den Ländern der Gruppengegner des Schweizer Fussballnationalteams an der EM 2016. Catalin Tolontan ist Rumäniens berühmtester Sportjournalist. –  NZZ vom 19. 05.15

Die Stichworte sind genannt, sie müssen lediglich befolgt werden! Wenn die Katholiken die neuen Protestanten sind, sind wir alle Protestanten.

Als ich als Stift am zweiten Protyp des Pilatus Porters HB-FAO ein Durchführungsloch im Brandspant, welches nachträglich angebracht werden musste, auf einen Zehntel Millimeter genau aber zwei Zentimeter daneben platzierte, fand ich einen gnädigen Vorgesetzten. Meister Hans Wahlen: Du hast zwei mal Glück gehabt. Erstens, weil Du es sofort gemeldet hast und zweitens, es ist ein Prototyp. Wir bestellen jetzt den Konstrukteur. Dieser wird die Zeichnung deinem „Werk“ anpassen. Ab heute sind dann alle diese Löcher am falschen Ort. Wenn alles gleich falsch ist, ist es wieder richtig!“

Alles gleich falsche = richtig – Protestanten und nacherzogene Katholiken = Protestanten…

 


Die Lügen der Stromkönige

Erinnern Sie sich an die Reklamen der Stromkonzerne? Der billigste und sauberste Strom wurde angeboten! Und man bezahlte ordentlich für die Finanzierung der AKW’s. Ich erinnere mich an den Kauf von drei Anleihen des KKW Leibstadt zu 7 3/4 % ! Leider konnte ich nicht mehr Geld dafür aufwerfen… Nebst den tiefen Preisen wurde auch Schonung der Umwelt angeboten. Fukushima lässt grüssen!

„(…) die Nähe von Fukushima kehren nur noch die Alten zurück, berichtet ARD-Korrespondent Jürgen Hanefeld im Gespräch mit tagesschau.de. Dass die Region bald wieder zurück zur Normalität finden könnte, hält er für ausgeschlossen…)“ mehr: „Dann strahlt nur noch dein Grab“ (tagesschau.de)

Als AKW’s gebaut wurden, wussten alle, dass diese eine beschränkte Lebensdauer hatten und man wusste auch, dass ein stillgelegtes AKW dereinst abmontiert und entsorgt werden muss.

Und alle Akteure wussten, dass ein AKW von der Planung, über den Bau und den Abriss inkl. Lagerung der radioaktiven Abfälle für über 100’000 Jahre nie rentieren könnte, da während den geplanten dreissig Betriebsjahren, mittlerweilen ist von 45 Jahren die Rede, um die 60 werden es schliesslich sein, nie die nötigen Einnahmen zu generieren wären, mit denen das alles zu bezahlen wäre!

Die Schlaumeier richteten es so ein, dass der rentable Betrieb vom unrentablen Bereich wie Entsorgung und Lagerung von atomaren Abfällen getrennt wurde. Es wurde die NAGRA (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle ) geschaffen.

Ein Schulbeispiel dafür, wie Rentables für die Kapitalisierung und der Rest für die Sozialisierung ausgeschieden wird!

Jetzt konnten sie wüten und hohe Gehälter kassieren und sich auf hohem Podest bewegen. Sie erteilten Politikern bis hinauf zum Bundesrat Empfehlungen und Ratschläge. Es wurde ihnen förmlich aus der Hand gefressen, denn sie verkörperten das „ todsichere“ oder „tubelsichere“ Geschäft schon nahe am Perpetuum mobile – den garantierten Sechser mit Zusatzzahl im Lotto quasi. Die Aktionäre frohlockten. Der Zaster in Form von Zinsen bzw. Dividenden flossen! Sie ergaben sich, wie so viele Narren in ihre Erhabenheit, wurden dabei fett und betriebsblind, dem „tubelsicheren Geldscheissesel“ oder der Eierlegenden Wollmilchsau vertrauend.

Eier legende Wollmilchsau
Eier legende Wollmilchsau oder das „tubelsichere“ Geschäft

Die „Narren“ äh, Genossenschafter:
Schweizerische Eidgenossenschaft (vertreten durch das Departement des Innern)
BKW FMB Energie AG, Bern (Kernkraftwerk Mühleberg)
Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, Däniken
Kernkraftwerk Leibstadt AG, Leibstadt
Axpo Power AG, Baden (Kernkraftwerke Beznau I und II)
Alpiq Suisse SA, Lausanne
Zwilag Zwischenlager Würenlingen AG, Würenlingen

Heute dürfen wir feststellen, dass eine Stilllegung und der Abbau kaum finanziert sind. Die Stromkonzerne wollen die Kuh melken, bis sie nichts mehr hergibt. Jede frühzeitige Stilllegung, durch den Gesetzgeber erzwungen, würde diesen Milliarden kosten! Man kann sich das Modell in Deutschland zu Gemüte führen!

Heute gilt ein Grosshandelspreis von 2 Cent/kWh. Vor drei Jahren waren es noch 4 Cent! Die (deutsche) Energiewende hat dies geschafft. Berlin „schenkt“ Produzenten von Strom, der mit Solarzellen oder mit Windanlagen erzeugt wird, eine Einspeisevergütung und garantiert die Abnahme. Strom aus Wind und Sonne hat Grenzkosten von „Null“. Der„tubelsicheren Geldscheissesel“ auf Deutsch! Da sind einige , so scheint’s, von allen guten Geistern verlassen! Während man mit Subventionen die bisherigen Energieträger erwürgt, suggeriert man günstigeren alternativen Strom. Der Schildbürgerstreich funktioniert und wie! Es ist der geprellte deutsche Konsument der ersten nichts vom neuen Segen spürt, dafür aber zweimal gemolken wird: Die hohen Einspeisevergütungen werden nämlich auf ihn umgelegt und mit den Steuern bezahlt er noch einmal dafür! Unglaublich wie dumm deutsche Bürger sein müssen! Wie stark muss es in den Himmel stinken, bis sie es selbst riechen? Sie bezahlen für ihre Dummheit den höchsten Strompreis innerhalb der EU! Früher einmal wurden Kriege angezelltelt um Vermögen zu vernichten, damit man das Rad neu erfinden konnte. Heute hat man „humanere Mittel“ um zu gleichen Zielen zu kommen: Die Geld- bzw. Vermögensvernichtung.

Die grosse Vermögensvernichtung
Die grosse Vermögensvernichtung

Braucht es noch Erklärungen? Die Entschädigungsritter interessiert das wenig. Sie haben gemerkt, dass mit der hohlen Hand mehr Einnahmen generiert werden als mit „Arbeit“. Die kleinen Bettler werden verjagt, den grossen wird der Hinntere mit Gold einbalsamiert:

FAZ vom 15.10.2014: Vattenfall fordert von Deutschland 4,7 Milliarden Euro als Entschädigung für die Stilllegung seiner Atomkraftwerke. Vattenfall hat die Bundesregierung vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington verklagt. …. Die Energiekonzerne Eon, RWE und Vattenfall klagen wegen des Atomausstiegs auch vor dem Bundesverfassungsgericht auf Schadenersatz. Allein Eon fordert vom Steuerzahler acht Milliarden Euro.

Dringender denn je: Staatsrecht vor allen anderen, fremden Rechten!

Der Energiekonzern Eon fordert von der Bundesregierung 380 Millionen Schadenersatz für das dreimonatige Atom-Moratorium nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Dabei geht es um entgangene Gewinne wegen der Abschaltung der Kernkraftwerke Unterweser (Niedersachsen) und Isar 1 (Bayern).
Zuvor hatte schon RWE eine Schadenersatzklage in Höhe von 235 Millionen Euro wegen der dreimonatigen Biblis-Abschaltung eingereicht – auch hier gingen anschließend beide Blöcke nicht mehr ans Netz.
Wegen der dauerhaften Stilllegung und der Beschlüsse zum Atomausstieg haben Eon und RWE Verfassungsbeschwerde eingelegt – hier geht es wohl um Schadenersatz in zweistelliger Milliardenhöhe.
Die Energiekonzerne klagen zudem gegen Zusatzkosten bei der Endlagersuche – so will Eon sich unter anderem nicht an Kosten beteiligen für die geplante Unterbringung von 26 Castor-Behältern aus der Wiederaufarbeitung im Ausland in anderen Zwischenlagern als in Gorleben, wo es hierfür eine gültige Einlagererlaubnis gebe.

Die Wasserkraftwerke rentieren nicht mehr. Komisch, erst noch wurde das Wasserschloss Schweiz als heilige Kuh verehrt!
Wenn erneuerbare Energie gefördert wird, wie auch immer, dann sind Speicher unverzichtbar!

Speicher:

  • Stauseen
  • Akkumulatoren
  • allenfalls Warmwassertanks
  • aufgeheizte „Untergründe“
  • Umwandlung in Wasserstoff oder andere chemische Energieträger… mehr
  • Zink-Luft-Speicher (in Entwicklung)… mehr
  • Vanadium-Redox-Flow-Batterie … mehr
  • Dual-Ionen-Batterie (in Entwicklung)… mehr
  • Tesla: Spottbilliger Solarstromspeicher
  • usw.

„(…)Wegen den tiefen Kosten für Kohle, Gas und CO2-Zertifikate und teilweise billiger Solar- und Windenergie sind die europäischen Strompreise deutlich gesunken. Schweizer Atomstrom ist zurzeit nicht konkurrenzfähig. …)“

Niemand spricht darüber, dass sich die billige Konkurrenz aus Europa mit gedrucktem Geld und mit riesigen staatlichen Subventionen finanziert. Sie betreibt unlauteren Wettbewerb! Würden Staaten ausserhalb der EU so verfahren, würden sie vor europäische Gerichte gezerrt und sie müssten riesige Bussen bezahlen.

Die Schlaumeier sind wieder in Aktion! Das Volk soll einmal mehr gemolken werden! Die Atomkraftwerke, sollen in einer staatlichen Auffanggesellschaft zusammengefasst werden, so die Pläne des maroden AKW-Betreibers Alpiq. „20 Minuten“ formuliert es so:

„(…) Um das Ziel zu erreichen, könnte auch mit der Jobangst gespielt werden, schlagen die Lobbyisten Alpiq vor. Eine Rettung durch den Staat werde begünstigt, «falls die einzige Alternative zur Rettung ein Verlust an Arbeitsplätzen mit hohen sozialen Folgekosten für Kantone wäre», heisst es im Papier. …)“

Die Fehler der Stromkönige und der Politik wird der Steuerzahler bezahlen, egal ob es eine staatliche Auffanggesellschaft geben wird, oder ob es Konkurse gibt. Verbleibende Altlasten werden den Aktionären, also vorwiegend Kantone und Gemeinden aufgebürdet – ausser der Bund nähme sich der Sache an. Der Steuerzahler kommt so oder anders, an die Kasse.

In den Fonds für die Stilllegung müssten mindestens 20 Milliarden Franken gebunkert sein. Werden Geschäftsberichte durchkämmt, finden sich diese Summen nicht!

Die Möglichkeiten des kleinen Mannes

Solarzellen werden günstiger und die Akkutechnik bringt leistungsfähigere Produkte auf den Markt. Insellösungen werden somit attraktiver. So wie heute schon Alphütten ohne Zugang ans öffentliche E-Netz mit Solarstrom betrieben werden, kann ich doch heute mein Haus versorgen! Meine kleine Versuchsanlage bestärkt mich in dieser Annahme! Dann können die „Volksmelker“ den abgeschöpften Rahm bald an ihr Bein streichen! Sie finden ihr Parkett jederzeit! Beispiel: Liberalisierung im Strommarkt – ein gutes Geschäft!

Nachtrag: Weil Links im Blog mit der Zeit verschwinden, treibe ich etwas mehr Aufwand und verbrauche etwas mehr Speicherplatz. Doch für meine Leser und Leserinnen ist es angenehmer so.

Der Hotelier aus Brig hat den Durchblick in Sachen Strom!

„(…)Treuhand für Atomstrom

Früher lernten wir in der Schule den ­Dreisatz. Heute haben alte Männer Angst vor Flatterstrom.

Von Peter Bodenmann

Wasserkraft ist das Standbein der Schweizer Stromproduktion. Ihre Schwäche: Wasserkraftwerke produzieren im Sommer mehr Strom als im Winter. Ihre Stärke: Mit Wasserkraft kann man dank Schweizer Stauseen Flatterstrom aus Sonne und Wind pro­blemlos glätten. In Norwegen wird bis 2020 der grösste Onshore-Windpark Europas gebaut. Die Dänen von Vestas dürfen 278 Windturbinen mit je einer Leistung von 3,6 MW liefern.

Der Windpark Fosen Vind wird pro Jahr 3400 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Davon 60 Prozent im Winter. Windkraft ist die ideale Ergänzung zur Wasserkraft. Erstens, weil die Produktion vorab im Winter anfällt. Und zweitens, weil sie zurzeit die mit Abstand günstigste erneuerbare Energie ist. (Anmerkung odh: Da wo der Wind zu wenig weht, dient Solarenergie. Die im Sommer zu viel produzierten Kilowatts lassen sich dazu verwenden, um Wasser in die Speicherseen zu pumpen. So können diese zusätzlich sinnvoll genutzt werden!)

Fosen Vind wird nur 1,2 Milliarden Franken investieren, um 3,4 Milliarden Kilowattstunden Strom zu produzieren. Um pro Jahr jeweils eine Kilowattstunde Strom zu produzieren, muss man im norwegischen Trondheim nur 35 Rappen investieren. Der Preis pro Kilowattstunde Strom wird – alles inklusive – rund 4 Rappen betragen. Eine Revolution. Neue britische Atomkraftwerke produzieren eine Kilowattstunde Strom für 13 Rappen. Ohne Berücksichtigung der Entsorgungskosten. Neue Windparks von Vestas produzieren die Kilowattstunde günstiger als Beznau, Gösgen oder Leibstadt. Subventionsfrei. Nicht begriffen haben das die bürgerlichen Parteien. Sie wollen die gefährlichen Schweizer Schrottreaktoren unbefristet weiterlaufen lassen. Nicht begriffen haben das die rotgrünen Umweltfreunde. Sie wollen nach dem Vorbild der Landwirtschaft die rationelle Produktion alternativer Energien weiter mittels Subventionslawinen verhindern.

Begriffen haben die neue Ausgangslage die Credit Suisse und die BKW (ehemals Bernische Kraftwerke). Die Credit Suisse organisiert die zurzeit spottgünstigen Kredite für Fosen Vind. Die BKW unter Suzanne Thoma beteiligt sich zu 11,2 Prozent an Fosen Vind. Begriffen hat dies Alpiq. Niemand interessiert sich mehr für Schweizer Atomstrom. Beteiligungen an den ältesten Schrottreaktoren der Welt will kein Hedgefonds erwerben. Um die Politik zum Handeln zu zwingen, bietet deshalb Jasmin Staiblin die Hälfte der wertvolleren Wasserkraft zum Verkauf an. Notfalls auch an ausländische Unternehmen. Thoma und Staiblin ­investieren keinen roten Rappen in die Kampagne von Economiesuisse gegen die Still­legung der Atomkraftwerke. Nichts wäre den beiden lieber, als wenn der Staat diese auf­kaufen und stilllegen würde. Mittels einer Treuhandgesellschaft. Nach DDR-Vorbild.

Wer hat noch Angst vor Flatterstrom? Leserinnen und Leser der Weltwoche wissen es.

Der Autor ist Hotelier in Brig und ehemaliger Präsident der SP Schweiz. )“

Als Hotelier ist man am Puls des Tourismus, welcher ein schwieriges Umfeld darstellt. Der „Linke“ muss sich den Gegebenheiten des Marktes stellen. Als Unternehmer hat er bei Lenin wohl kaum sinnvolle Ratschläge nachgelesen!

Solarparks, wie in einem Steinbruch am Walensee angedacht, sollte man vermehrt in die Betrachtung einbeziehen!

Der Thermikofen über dem "Schild"
Der Thermikofen über dem „Schild“

Im Kanton Obwalden würde sich im Melchtal, das Gebiet über dem „Schild“ anbieten! Der gelbe Bogen zeigt den natürlichen „Parabolspiegel“. Hier würden Solarzellenfelder kaum jemanden stören. Da wo es erforderlich ist wäre eine Kombination mit Lawinenverbauungen möglich. Der „Bogen“ wird bei sonnigem Wetter vom Morgen früh bis in den späten Abend mit Sonnenlicht belegt! Im übrigen sehen wir rot markiert, dass da Windquellen vorhanden wären. Der Abtransport des gewonnen Stroms könnte in einer Leitung erfolgen! „Pfuus“ gäbe es genug, man müsste ihn lediglich abholen!


Die Kalk- und Steinfabrik AG Beckenried

Kalk- und Steinfabrik
Kalk- und Steinfabrik

Betriebe, Unternehmungen und Institutionen können Regionen befruchten und am Leben erhalten. Am Beispiel einer ländlichen Gegend im französischen Jura konnte beobachtet werden, dass nach der Schliessung des einzigen grösseren Arbeitgebers, einem Spital, sich die Gegend rund herum zurück entwickelte und verarmte. Der Umlauf des Geldes nahm ab!

Beckenried hat erfahren, was der Verlust eines „Grossbetriebes“ bedeuten kann.

Aus Distanz betrachtet dürfen auch kritische Fragen gestellt werden.

Die „Fabrik“ war nicht nur eitel Sonnenschein. Erneuerungen wurden nur dann gemacht, wenn es absolut nötig war. Extrem formuliert: Es wurde versucht, mit Nichts, Alles zu machen! Nicht umsonst wurde gewitzelt, die „Fabrik“ unterscheide sich von St. Urban (“Klappsmühle“, sorry Psychiatrie) nur darin, dass St. Urban wenigstens ein dichtes Dach vorzuweisen hätte (Othmar Käslin sel. – „Ottmari“).
Rationalisiert wurde höchstens auf Druck von aussen (Markt). Während in der Risleten das Gestein von Hand bis fast auf Faustgrösse mittels „Schlägel und Wegge“ verkleinert werden musste, weil der Steinbrecher keine grösseren Steine schlucken konnte, wussten sich andere Betriebe besser zu helfen. Im „Hartsteinwerk Matt“ von „Praloran, Murer und Hagenbach“ wurde schon früh rationalisiert. Rollwagen wurden durch Dumper (Dormann) ersetzt. Ein Bagger aus amerikanischen Armee-Restbeständen, der schon bald durch eine leistungsfähigere Maschine ersetzt wurde, kam zum Einsatz. Der Kraftprotz von Brecher stellte alle Maschinen der Konkurrenz weit herum in den Schatten. Die noch ungebrauchte Reservemaschine vom Typ „Ammann“ kam aus einem beendeten Kraftwerkbau. Dieser konnte Steine aufnehmen von der Grösse einer „Badewanne“, wie mir Onkel Meinrad Murer stolz erklärte und zeigte. So war es kaum verwunderlich, dass im Vergleich ein etwa doppelter Ausstoss mit  halbem Personalaufwand erreicht wurde. Faktor 4 etwa, die Sprache könnte nicht deutlicher sein! In der Risleten musste das gebrochene Material wieder in Rollwagen geladen werden um per Nauen in die Fabrik zu transportieren. In der „Matt“ konnte das aufbereitete Material direkt vom Silo via Kännel und/ oder Förderband auf die Nauen geladen werden. Das kleine Unternehmen war dem grossen an Effizienz weit überlegen! Mit diesem geistigen Ausflug sollen aber die Leistungen der Pioniere, welche in Beckenried eine Kalk- und Steinfabrik aufbauten nicht geschmälert werden.

Musste in der Risleten Bergschotter abtransportiert werden, war Handarbeit angesagt. Die Seegusler verschoben pro Tag etwa 25 Tonnen Material pro Mann von Hand! Ob man davon in Irland Kenntnis hat? Kaum, denn ich glaube, dass nicht einmal die Zurlindens oder Franz Huber davon Kenntis nahmen…

Abtransport von Bergschotter - mühsame Handarbeit. Der Schwalmis wird richtig ins Wasser gedrückt!
Abtransport von Bergschotter – mühsame Handarbeit. Der Schwalmis wird richtig ins Wasser gedrückt! – Bild: © Archiv H. Odermatt

Allerdings gelang es den Unternehmern und Strategen nicht, dass der Gewinn in der Schweiz abgeschöpft wird. Dieser fliesst nun nach Irland! Wer Chips (Aktien) im Casino (Börse) verhökert, braucht sich nicht zu wundern, wenn andere abkassieren….Rein um den Gewinn abfliessen zu lassen bräuchte es keine Fremdarbeiter. Die sollten direkt im Profitland ihre Brötchen verdienen… aber das ist zu einache „Alchemie“!

Die „Fabrik“ verdient meine besondere Beachtung. Wie viele andere, verdiente mein Vater hier sein Brot. Er war über 25 Jahre treuer Mitarbeiter. Der Betriebsausflug vom 18. Mai 1957 (Sa) war sein letzter….

Die Beckenrieder „Omerta“ hielt dicht. Was an diesem Ausflug passierte, wurde „zugemauert“…  Der „Gulag“ wurde weiter genährt.

Kalk-und Steinfabrik AG Beckenried

von Paul Zimmermann, pensionierter Gemeindeschreiber von Beckenried. Er hat einen Beitrag zur Ortsgeschichte für das Beggriäder Mosaik Nr 43/ Nov. 2002 sorgfältig zusammen getragen. Als ehemaliger KV-Stift der „Fabrik“kennt er die „Materie“. Ich stehe mit ihm in verwandtschaftlicher Verbindung. Und er war unser Standesbeamte vor über 50 Jahren…

Die Gemeinde konnte den Artikel nicht zur Verfügung stellen weil die Dateien erfasst und gespeichert sind ( so Daniel Amstad, Gemeindepräsident und Verantwortlicher Mosaik!). Für mich bedeutete dies eine kleine Fleissarbeit. Folgen wir Paul Zimmermanns interessanten Schilderungen  (meine Ergänzungen sind kursiv geschrieben, ebenfalls habe ich einige Bilder ersetzt):

Wasser und Stein bringen Brot

Beckenried, NW Nr, 26 in der Wehri im Boden, Beckenried
Beckenried, NW Nr, 26 „dè Bedèlèr “ in der Wehri im Boden, Beckenried, vor der  Boden-Schiffhütte, wo er erbaut wurde.

Die Einwohner Nidwaldens lebten über Jahrhunderte zur Hauptsache von der Land- und Forstwirtschaft und den damit verbundenen Handwerken. Der Anstieg der Wohnbevölkerung erforderte die Suche nach weiteren Erwerbsmöglichkeiten. Der gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingetretene wirtschaftliche Aufschwung kam dem entgegen.

In unserem Kanton war ursprünglich die Möglichkeit zur Wassernutzung und ein geeigneter Standort, mit Vorteil am See, für die Eröffnung von Handwerks- und Fabrikationsstätten ausschlaggebend. Das beste Beispiel dafür ist die gewerbliche und industrielle Entwicklung im Rozloch. In ähnlichem Rahmen trifft dies auch für Beckenried zu. Die vorhandene Wasserkraft des Mühlebaches und des Kohltalbaches boten Voraussetzungen zum Gesteinsabbau in den Steinbrüchen und dessen Aufarbeitung, vornehmlich zu Kalk und Zement. Zum einen ergab sich die Möglichkeiten Gerätschaften durch Wasserkraft anzutreiben, zum anderen war das für die verschiedenen Betriebsabläufe notwendige Wasser vorhanden.

Wohl aus solchen Überlegungen heraus erfolgte im Jahre 1889 die Gründung der Firma „Kalk- und Cementfabriken Beckenried Actiengesellschaft“. Sie entwickelte sich sehr rasch zu einem beachtlichen Fabrikationsbetrieb. Im Jahre 1914 übernahm sie die zweite in Beckenried bestehende Kalkfabrik, die Firma Schwarz& Co. Zu Zeiten sollen in beiden Betrieben zusammen an die 250 Arbeiter beschäftigt gewesen sein; zu einem beachtlichen Teil Italiener. Einige von ihnen sind hier sesshaft geworden oder haben andernorts in der Schweiz ihre zweite Heimat gefunden.
Über Jahrzehnte war die Firma „Kalk- und Cementfabriken Beckenried Actiengesellschaft“ bzw. die spätere „Kalk-und Steinfabrik AG“ eine der gesamtschweizerisch führenden Firmen zur Herstellung von Baustoffen. Wohl dank ihr war Beckenried in den Jahren 1880 bis ungefähr 1920 bevölkerungsmässig die zweitgrösste Gemeinde Nidwaldens. Stans hatte anno 1920 total 2980 Einwohner, Beckenried 1628, Buochs 1549. Gegenwärtig (2002) ist Beckenried mit rund 2900 Einwohnern an 7. Stelle der 11 Nidwaldner Gemeinden. Nidwalden hatte 1840 erst 11’339, 1920 schon 13956 und Ende 2001 bescheidene 38740 Einwohner. Per 31. 12. 2014 sind es 42’100 Einwohner. Der Ausländeranteil beträgt 13,2% (31. August 2014). Beckenried vermochte mit der Bevölkerungsentwicklung nicht Schritt zu halten. Ein Grund dazu sind sicher die fehlenden Arbeitsplätze.

Am 3. Juni 1969 gab der Verwaltungsrat der „Kalk- und Steinfabrik AG“ offiziell und in einer Pressemitteilung die bevorstehende Schliessung der Fabrik auf Ende des Jahres 1970 bekannt. Vorgängig fanden mit Beteiligung des Regierungsrates und des Gemeinderates eingehende Gespräche und Abklärungen zu allfälligen Alternativen statt. Diese blieben ohne konkrete Ergebnisse. Eingehende Untersuchungen hatten gezeigt, dass die langfristige Weiterführung des Betriebes wirtschaftlich nicht zu vertreten war. Neu kam hinzu, dass die damals vorgesehene Linienführung der Nationalstrasse N2 (heute A2) die Schliessung des Steinbruches Risleten zur Folge gehabt hätte, womit der Fabrik zum Teil die Rohmaterialbasis entzogen worden wäre. Im Weiteren datierten die in Betrieb stehenden Fabrikationsanlagen für Kalksteine aus den Dreissigerjahren und vermochten den modernen produktionstechnischen Anforderungen nicht mehr zu genügen. Ein Neubau der Kalksandsteinfabrik am derzeitigen Standort war einerseits daher nicht vertretbar, da zur Abdeckung der Kosten unbedingt grössere Produktionseinheiten notwendig gewesen wären, dazu jedoch die Nachfrage fehlte. Zum anderen verfügte die Fabrik weder über einen geeigneten Strassenanschluss, noch über einen Bahnanschluss. Der grösste Teil der Rohmaterialien musste über den See zugeführt werden; die Fertigprodukte wurden seit jeher mit Nauen (Lastschiffen) abtransportiert. Diese zusätzlichen Transportkosten, mit denen konsumnahe Konkurrenzfabriken weniger oder überhaupt nicht belastet waren, fielen von Jahr zu Jahr immer mehr ins Gewicht.
Als ein Jahr später die neue Linienführung der Nationalstrasse mit dem Seelisbergtunnel bekannt wurde, keimte Hoffnung auf. Der Weiterbestand des Steinbruches in der Risleten war möglich. Die Weisskalkproduktion hätte also weiter geführt werden können. Die Risleten hätte aber auf längere Sicht zu wenig abbaubares Gestein hergegeben. Die Erschliessung eines neuen Steinbruches kam nach eingehender Prüfung aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen nicht in Frage.
Im Jahre 1969 wurden noch 40 Mitarbeiter beschäftigt, davon 27 Schweizer. Die Firma bemühte sich, den Mitarbeitern Stellen in anderen Firmen zu vermitteln und zeigte sich auch inbezug auf die Sozialleistungen, Abgangsentschädigungen und allfälligen Kündigungsfristen im Verhältnis zur damaligen allgemeinen Usanz grosszügig. Sowohl für die Belegschaft, wie das Gemeinwesen Beckenried war die anfangs des Jahres 1971 erfolgte Schliessung der Kalk- und Steinfabrik ein schwerer Schlag. Dies umso mehr, als innert relativ kurzer Zeit auch die Betriebe „Sattelfabrik Herbert Reinecke“ und der Steinbruch „Murer & CO“ schlossen und die „Sägerei Remigi Murer’s Söhne AG“ nach Stansstad dislozierte. Die nachfolgende Hochkonjunktur mit dem Bau des Seelisbergtunnels und des Lehnenviadukts schuf auf befristete Zeit einen Ausgleich und liess den Wegfall der Arbeitsplätze lindern. Betrachtet man die heutige Situation, zeigt es sich, dass in Beckenried ein Mangel an Arbeitsplätzen besteht. Es ist schwierig, den Bestand zu halten, geschweige denn Ausfälle wettzumachen oder gar zusätzliche Stellen zu schaffen. Umso mehr von Bedeutung und positiv zu bewerten ist, dass durch die dieses Jahr durch den Regierungsrat an die WABAG Kies AG erfolgte Neuerteilung der Konzession zur Kiesentnahme in der Risleten die zur Zeit davon abhängigen dreizehn Arbeitsplätze auf der Baggeranlage, auf den Lastschiffen und in der zentralen Werkstatt in Beckenried erhalten bleiben.

Sinn und Zweck diese Beitrages im „Beggriäder Mosaik“ möchte sein, die „Kalk- und Steinfabrik“ als einen gewichtigen Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde Beckenried in Erinnerung zu behalten. Dass dies möglich wurde, dafür geht ein besonderer Dank an die Direktion der WABAG Kies AG; insbesondere an deren kürzlich in den Ruhestand getretenen Direktor Peter A. Weber für die grosse Unterstützung bei der Recherchierung und Aufarbeitung der Unterlagen. Ein Dank geht auch an all die weiteren Personen, die mit Auskünften oder Unterlagen dienten. Zahlreiche Photos aus der Zeit des Autobahnbaues verdanken wir Pater Adelhelm Bünter selig. Weitere Unterlagen stammen aus dem Gemeindearchiv.
Beckenried, im Oktober 2002, Paul Zimmermann, KV-Stift in der Kalk- und Steinfabrik AG in den Jahren 1952 – 1957

Die Firmengeschichte im Zeitraffer

Die verflossenen 125 Jahre fallen in eine Zeit, die wirtschaftlich und gesellschaftlich mehr Veränderungen mit sich brachte, als dies vorher je der Fall war. Die nachfolgende Firmengeschichte möchte Einblicke vermitteln und anregen, auch zwischen den Zeilen zu lesen und Parallelen zu ziehen. So waren z.B. die ersten Eigentümer Franzosen, es folgten Schweizer und nun Iren. Oft ist auch die Rede von Firmengründungen, Auflösungen oder Zusammenschlüssen, von Kartellen Konkurrenzkampf, von Erfolgen und Krisen. Alles Dinge, die wir heute fast täglich von den Medien vermittelt bekommen.

1878: Herr Sevestre, ein unternehmungsfreudiger Franzose aus dem Elsass gründet in Beckenried eine Kalkfabrik. Am Mühlebach, wo zwei Wasserräder laufen, werden anstelle der bisherigen Zündholzfabrik fünf Kollergänge installiert. Im „Doelli“ (heute Delli) bei Alpnachstad und in der Hinter Rütenen werden die Kalksteine in Schachtöfen gebrannt und zum Mahlen an den Mühlebach transportiert. Da der dortige Platz keine Entwicklung gestattet, erfolgt der Kauf von Terrain zwischen dem Vorder- und Hinter-Erlibach. In der Folge wird auch dort gebrannt und gemahlen. Als Kraftquelle dient ein Dampf-Lokomobil.

Beggenriednmit Fabrikanlagen beim Mühlenbach

1883: Eintrag Firma E. Sevestre & Cie im Handel-sregister. Als Eigentümerin ist Frau Elise Sevestre ver- merkt. Zweck: Zement- und hydraulische Kalkfabrikation. Hauptniederlassung in Beckenried; Zweigniederlassung in Bludenz, Aussersihl (Zürich) und Rozloch.

1889: Mühlhauser Herren gründen die „Kalk- und Cementfabriken Beckenried Aktiengesellschaft“. Mit einem Kapital von Fr. 300’000.- Die Gesellschaft erwirbt am 1. Juli die Kalkfabrik Sevestre & Cie. Das erst Betriebsjahr, nur 6 Monate dauernd, bringt einen Gewinn von Fr. 36’419.50.

1890: Erste Generalversammlung. Es sind 18 Aktionäre, 274 Aktien haltend, anwesend. Alois Steinbrunner übernimmt die Direktion. Der Steinbruch „Doelli“ wird aufgegeben.

1891: In Zürich wird die Fabrikation von Schlackenzement aufgenommen.

1893: Der Betrieb in Zürich wird von Aussersihl nach Giesshübel verlegt und erweitert. Sevestre eröffnet in Chatel – St. Denis (Freiburg) eine Konkurrenzfabrik und wird deshalb vom Verwaltungsrat abberufen.

1895: Die Fabrikation am Mühlebach und die Öfen in Hinter-Rütenen werden eingestellt. Es erfolgt die Konzentration auf die Anlagen im Erlibach, wo Investitionen in der Höhe von weiteren Fr. 163’000.- erfolgen.

1896: Fortsetzung des Ausbaus der Anlagen Erlibach mit Investitionen von Fr.182’000.- . Damit erreichen die Investitionen in Beckenried und Zürich total Fr. 816’000.-. Nach Abzug der erfolgten Abschreibungen von Fr. 204’000.- beträgt der Buchwert Fr. 612’000.-. Der Jahresumsatz an hydrauliaschem Kalk erreicht 26’320 Tonnen. Der Verkauf geht mehrheitlich an die im Bau befindliche Gotthardbahn.

Trajekt der DGV
Trajekt der DGV

Der Verlad erfolgt bereits ab der Fabrik in Bahnwagen. Diese werden mit Trajektschiffen der Dampfschiffgesellschaft zu den Geleiseanschlüssen transportiert (Flüelen, Luzern).

1897: Eröffnung eines Verkaufsbüros in Zürich.

1898: Es werden wieder Fr. 108’000.- investiert.

1899: Ausgabe einer 1/2 % Obligationsanleihe im Betrag von Fr. 300’000.- Gründung des ersten Kartells mit Beckenried an der Spitze. Verkauf der Schlackenzementfabrik Giesshübel.

1902: Grosse Baukrise in der schweizerischen Bauwirtschaft. Gründung der AG Kalk. Bis 1906 infolge geringem Absatz und niedrigen Preisen kein Gewinn mehr erzielt.

1906: Ersatz der Kollergänge – Wikipedia durch eine Peiffer-Kugelmühle mit Windsichter. Kosten: Fr. 33’000.-

1912: Das Obligationenanleihen wird in 5% konvertiert auf Fr. 200’000.- reduziert.

1914: Übernahme der Kalkfabrik Schwarz & Co. mit Öfen in Vorder-Rütenen (Moklis) und Risleten zum Preis von Fr. 112000.-

Moklis, ehem. Steinbruch der Firma Schwarz - Bild H. Odermatt
Vorder-Rütenen, wo die Firma Schwarz tätig war mit der Wehri im „Moklis“, Bild © H.Odermatt
Wehri im Moklis, im Hintergrund das Arbeiterwohnhaus; Bild © H. Odermatt
Wehri im Moklis, im Hintergrund das Arbeiterwohnhaus; Bild © H. Odermatt
Moklis Arbeiterhaus 1993
Moklis, Arbeiterhaus wie es einst war

So um 1948 waren die Brennöfen längst nicht mehr im Betrieb. Doch die Anlage diente als Rampe. Der obere Teil war überdacht. Mit Rollwagen wurde das ausgebrochen Material ab dem Steinbruch in Silos gekippt. Ab da wurden Rollwagen abgefüllt und mit dem Delphin oder der Steinrose zur Fabrik transportiert. Im oberen Teil wohnte damals die Familie Richiger, im unteren Teil die Familie Josef Grüniger. Er fuhr eine Zeit lang auf dem Delphin.

Moklis Haus in der neueren Zeit - Bild: H. Odermatt
Moklis Haus in der neueren Zeit – Bild: © H. Odermatt

1915: Beginn der grossen Weisskalk-lieferunung für die Carbidfabrikation infolge des hohen Verbrauches der kriegsführenden Länder. Aufbau von 2 Öfen auf 12m Höhe. Da die Mühlhauser Herren während des Krieges nicht in die Schweiz kommen können, übernehmen Direktor Steinbrunner und sein Schwiegersohn Hermann Beck- Stein- brunner das Unternehmen durch den Aufkauf der Aktien. Die Kalk AG wird um 10 Jahre verlängert.

1920: Ferdinand Zurlinden erwirbt am 14. August für die Jura-Cement-Fabriken – Wikipedia sämtliche Aktien und Obligationen von den Herren Beck & Steinbrunner zum Kaufpreis von Fr. 470’000.-
Ferdinand Zurlinden wird Verwaltungsratspräsident. Konrad Edelmann übernimmt die technische Leitung in Beckenried. Gustav Schneider leitet das kaufmännische Büro zuerst von Aarau aus.

Ferdinand Zurlinden
Ferdinand Zurlinden

An Besitztum wird ausgewiesen:
Fabrikareal im Erlibach und in der Vorder-Rütenen; Steinbrüche Vorder- und Hinter-Rütenen mit zwei Schiffswehren, Konzession für Steinbrüche Risleten und Scheubrix.
Zwei grosse Weisskalkschachtöfen, 6 kleine Schachtöfen, 1 Peiffer-Kugelmühle mit Windsichter und Walzen-Vorbrecher, 1 Hochspannungsmotor 120 PS mit durchgehender Transmissionswelle, 4 Silos für je 100 Wagen gemahlenen Kalk, drei Löschhallen, ein Lastschiff mit 50 Tonnen und eines mit 25 Tonnen Tragkraft, beide mit 12 PS Benzinmotor ausgerüstet. Direktionswohnhaus am Mühlebach, Arbeiterwohnhaus mit 6 Wohnungen im Erlibach, 2 kleine Wohnhäuser in Vorder- und Hinter-Rütenen.

Gründung der Vereinigung Schweizerischer Weisskalk-Fabrikanten mit Kontingentierung der 7 Fabriken. Beckenried erhält einen Anteil von 12%.

Steinbruch "Scheibrix"
Steinbruch „Scheibrix“

1921: Abbruch von 2 Löschhallen. Die 3. Löschhalle erhält ein neues Betondach. Anschaffung einer Entstaubungsanlage Beth für die Mühle mit Kosten von Fr. 12’000.-. Kauf einer Kalklöschmaschine System Schulthess vom Kalkwerk Hergiswil zum Preis von Fr. 30’000.-, womit gleichzeitig die Marke „Kalk“ erworben wird.

1922: Aufgabe der Schlackenzement-Fabrikation durch Verkauf des 300 Wagen Kontingents an die E.G. Portland.

1923: Gustav Schneider übernimmt die Direktion in Beckenried.
Aufstellung eines Steinbrechers in der Risleten. Einführung des Rollloch-Betriebes im Steinbruch Scheubrix (Rolle (Bergbau) – Wikipedia). Installation der Abzapfschnecken im Kalksilo mit halbautomatischer Waage.

1924: Bau des Nauens „Schwalmis“ mit 90 Tonnen Tragkraft, 36 PS Sulzer Diesel, 13 km/h Geschwindigkeit, Gesamtkosten von Fr. 40’000.-

Schwalmis NW Nr 23, vor dem Untergang am Seeverlad in Luzern
Schwalmis NW Nr 23, vor dem Untergang am Seeverlad in Luzern – Bild aus: D’r Schwalmis und d’r Bodä Edi“ , von Rolf Gwerdervon Rolf Gwerder

1925: Übernahmen des Weisskalk- kontingents von ca. 5% des stillgelegten Kalkofens Hergiswil gegen eine Entschädigung von Fr. 40’000.-.

1926: Die „Kalk AG“ wird um weitere 10 Jahre verlängert. Bau des „Steinnauen“ (Steinrose, ist heute auf dem Sarnersee) mit eingebauten Geleisen für Rollwagen, 50 To  Tragkraft, 20 PS Sulzer Diesel, Geschwindigkeit 12 km/h. Kosten: Fr. 30’000.-.

Steinrose auf dem Sarnersee, daneben das Arbeitsschiff Tschiffeler, OW 20, Foto, c H. Odermatt
Steinrose auf dem Sarnersee, daneben das Arbeitsschiff Tschiffeler, OW 20, Bild © H.Odermatt

1927: Jules Moschen wird nach 48-jähriger Tätigkeit pensioniert. Robert Crivelli-Würsch ist sein Nachfolger.

1928: Erhöhung des Aktienkapitals auf Fr. 500’000.-. Neue Firmenbezeichnung: „Kalk-und Steinfabrik AG“

1929: Aufnahme der Kalksandsteinfabrikation mit folgender Ausrüstung: 1 Presse Komnick mit 2400 Stück Stundenleistung. 1 Dampfkessel 84 m3 Sulzer 1906. 3 Härtekessel zu 16 m, 1 Mischtrommel 16 m3, 1 Sandmühle Löhnert, 1 Drehkran (Typ Kayser) 5t Tragkraft.

Kayser Kran
Kayser Kran, Bild aus „D’r SCHWALMIS“ und d’r Bodä Edi“von Rolf Gwerder

Die Kalksandsteinfabrikation ist die Reaktion auf die Gründung der Cementfabrik Hunziker in Olten.
Inbetriebnahme des neuen Nauens „Goliath“ im August. Tragkraft 250 Tonnen, 90 PS Sulzer Diesel, 15 km/ Geschwindigkeit. Kosten: Fr. 75’000.-

Goliath, beladen bei der Fabrik
„Goliath“, beim Einlad bei der Fabrik

Schicksalsschlag für die Firma, für die Angehörigen und ganz Beckenried. Der Nauen „Schwalmis“ versinkt am 12. Dezember 1929 in einem fürchterlichen Sturm. Zwischen Gersau und Beckenried fand die gesamte Besatzung, Lorenzo Clementi, Johann Ambauen, Louis Käslin, August Scheuber und Emil Vogel den Tod. Auf dem Friedhof erinnert eine Gedenktafel an dieses traurige Ereignis.

Gedenktafel Schwalmis
Gedenktafel, Friedhof Beckenried – Bild: © Herbert Odermatt

Am Morgen wurde mit voller Ladung nach Flüelen gefahren. Auf der Rückfahrt fasste der Schwalmis in Brunnen Schotter. Ungefähr um 17 Uhr erfolgte dort die Abfahrt. In Anbetracht des Umstandes, dass sich ein Sturm ankündigte, war der Nauen nur etwa zu drei Vierteln beladen. Trotz der Vorsichtsmassnahmen wurde der Heimathafen bei der Kalk-und Steinfabrik nicht mehr erreicht.

Schwalmis Unfallpunkt2
Stellen, an denen der „Schwalmis“ vor der Hebung geortet bzw. vermutet wurde. Bild: © Herbert Odermatt

Meinrad und Edi Murer bargen den Schwalmis 1938 aus einer Tiefe von 212 Metern und stellten ihn in Stand. Er leistete noch bis 1982 seinen Dienst. => Unternehmen Schwalmis – Projektabwicklung einmal ganz anders

Nicht zu vergessen ist der Stiefbruder von Meinrad und Edi: Josef Würsch (Schwabs Sepp). Er war vielseitig begabt, Schmied von Beruf – ein ideenreicher Alleskönner! Er baute aus Stahlblech ein Nauenmodell, an dem die Überlegungen geübt werden konnten. Er war quasi der Stratege! Jahre später spielten wir mit dem „Eysigè“ – mit dem Eisigen Nauen – aus Eisen…

Josef Würsch (Schwab's Sepp)
Der „Stratege“Josef Würsch,14.5.1890 -3.11.1945 (Schwab’s Sepp)
Hebung des „Schwalmis“ – eine Pioniertat der besonderen Art!
Hebung des „Schwalmis“ – eine Pioniertat der besonderen Art!

1930: Preiskampf mit den Cementfabriken Olten und Hausen. Installation einer zweiten Komnick-Presse mit ebenfalls 2400 Stück Stundenleistung. Kosten Fr. 30’000.- Erstellung eines neuen Bürogebäudes mit Kosten von Fr. 7000.- Die Fabrik im Rozloch wird still gelegt und deren Kontingent auf andere Fabriken verteilt. Verlängerung der Weisskalkvereinigung um 5 Jahre.

1931: Die beiden grossen Weisskalköfen werden infolge Rissbildung durch zwei neue Schachtöfen mit 13 m Futterhöhe und 2,5 m Durchmesser ersetzt. Deren Leistung beträgt 18 Tonnen. Kosten Fr. 60’000.-
Die Kalkfabrik Bärschwil wird stillgelegt. Der Kampf mit Olten und Hausen wird beendet, indem Olten ein Kontingent erhält und Hausen von der E.G. Portland gekauft wird.

1932: Rudolf Zurlinden, Gründer und Seniorchef der Jura-Cement-Fabriken, stirbt im Alter von 81 Jahren.
Rudolf Zurlinden wuchs als Waisenknabe in denkbar einfachen Verhältnissen in Zofingen auf. Er bewies schon früh seine geschäftliche und organisatorische Begabung. Er diente auch uneigennützig der Öffentlichkeit.

Rudolf Zurlinden 4. Nov. 1851-4. April. 1932
Rudolf Zurlinden 4. Nov. 1851-4. April. 1932

Mit 30 Jahren gründete Rudolf Zurlinden in Aarau eine Zementfabrik (Jura Cement – Geschichte), die später nach Wildegg verlegt wurde. Die Jura-Cement-Fabriken Aarau-Wildegg wurden unter seiner Führung zu einem der bedeutendsten Unternehmen der Baustoff-Industrie der Schweiz. Zu den zahlreichen Tochtergesellschaften gesellte sich 1920 die Firma „Kalk- und Steinfabriken Beckenried Actiengesellschaft“. Rudolf Zurlinden hat sich sehr für den Betrieb Beckenried interessiert und ihm beachtliche Synergien zu gute kommen lassen. Die Kalk- und Steinfabrik AG konnte aus seinem Nachlass ein Aktienpaket der Kieshandels AG Brunnen übernehmen.
Verlängerung der Weisskalkvereinigung bis 1940. Beckenried bekommt ein variables Kontingent von 3-5 Prozent.

1933: Kontingentierung der Kalksandsteine unter sich und mit den Ziegler-Organisationen. Beckenried bekommt ein 11% Kalksandstein-Kontingent.
Die Kieshandels AG Brunnen wird aufgeteilt und die AG Seeverlad Horw gegründet. Es wird dort eine Verladebrücke von 65 m Länge mit einer 5,5 T Laufkatze erstellt. Damit erhält Beckenried den lang ersehnten Lagerplatz in der Nähe von Luzern und die Möglichkeit für den maschinellen Auslad der Nauen und zum Belad der Lastautos.

1934: Beginn der Fabrikation von Hohlkammersteinen mit 12% Einsparung an Material und Frachten. Das entsprechende Patent wird eingetragen.

1935: Kauf des Rennbootes „Tempo“ mit Kosten von Fr. 7000.-
Für den Kalk werden allgemein die Papiersäcke eingeführt. Knoblauch, Schinznach-Bad, baut eine Cementfabrik. Der Kampf gegen ihn beginnt.

Fabrik xdef1936: Stilllegung der Cement- und Kalkfabrik Knoblauch. Dessen Kontingent wird verteilt. Das Kontingent Beckenried steigt von 10,41 auf 12,79 %.
Nach mehreren Krisenjahren in der ganzen schweizerischen Bauwirtschaft ist der Tiefpunkt bezüglich Absatz und Preise erreicht.

1937: Verlängerung des Kontingentvertrages Ziegler/Kalksandstein um 5 Jahre. Die Ziegler-Organisationen gründen Verkaufsstellen. Beckenried schlisst sich an. Errichtung eines neuen Werkstattgebäudes. Kosten Fr. 12’000.-

1939: Beim Ausbruch des 2. Weltkrieges ist die Fabrik wohl vorbereitet und mit sehr grossen Vorräten ausgestattet.

1940: Inbetriebnahme einer elektrischen Dampfkesselheizung mit 200 Watt Leistung (kWh?). Kosten Fr. 10’000. Es wird ein elektrischer Schweissapparat(!) angeschafft.

1941: Ablauf des Kontingentvertrages Ziegler/Kalksandstein. Das Preishaltungsabkommen bleibt noch bestehen.

1942: Anstieg des Verbrauches von hydraulischem Kalk infolge der Zement-Rationierung. Die „Sektion für Baustoffe“ zwingt zur Verwendung des Lonza-Karbidkalkes für die Kalksandsteinfabrikation. Erstellung einer zweiten Kalkmühle. Kosten Fr. 50’000.- .
Ankauf des ca. 30 Jahre alten Nauens „Delphin“ (Früher Helene), 35 t Tragkraft, 12 PS Deutz-Motor (1-Zylinder). Geschwindigkeit 10 km. Preis Fr. 10’000.-

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Helene, später Delphin, im Rozloch, Bild: „Nauen auf dem Vierwaldstättersee“ von Rolf Gwerder

Der Unterstützungs- fonds wird in eine selbständige Stiftung umgewandelt. Das Anfangskapital beträgt FR. 70’000.-

1943: Inbetriebnahme einer neuen Brechanlage Ammann mit 1 Grobbrecher, 1 Amarobrecher, 2 Doppel-Vibrationssieben, 5 Silos. Kosten Fr. 70’000.- .
Bau des Kriegshafens in „Hinter-Rütenen“ mit Durchstich vom See her zum alten Steinbruch. Kostenübernahme durch den Bund (Militär). Aufstockung des Aktienkapitals auf 750’000 und Erhöhung der Beteiligung an der Sand- & Kies AG Alpnachstad zwecks Ankauf der Baggerfirma Spiller.

1944: Umbau des alten Fabrikgebäudes Vorder-Rütenen in zwei Arbeiterwohnungen. Kosten: Fr. 18’000.-

1945: Ferdinand Zurlinden ist 25 Jahre Verwaltungsratspräsident.
Direktor Gustav Schneider kann sein 25-jähriges Jubiläum feiern.
Der Umsatz erreicht erstmals eine Million Franken.

1946: Einbau einer Ölheizung in Dampfkessel. Schlossermeister Camadini stirbt nach 46 Dienstjahren. Nachfolger ist Josef Aschwanden (Aschwandès Beppi, s‘ Zindhéuzli – Zündhölzchen).

1947: Aufstellung einer dritten Kalksandstein_Presse.

1948: Franz Huber übernimmt die Direktion. Emil Honegger während rund zwei Jahren technischer Leiter.

1950: Die Fabrikation von hydraulischem Kalk wird aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

1950: und Folgejahre. Erstellung eines Öllagers mit 3x 30’000 Liter-Tanks. Automatische Hochofenbeschickung und Modernisierung einzelner Betriebsteile wie Absackerei, Förder- und Container- anlagen. Neubau Unterstand mit Transformatorenstation.

1965: Geologische Gutachten über die Steinbrüche in der Risleten der Kalk- und Steinfabrik AG und der Murer & Co kommen zum Schluss, dass der weitere Abbau beschränkt ist. Zum einen sind die verwertbaren Gesteinsschichten zu einem grossen Teil erschöpft. Zum anderen sind die Steinbrüche durch die in Aussicht stehende Linienführung der Autobahn N2 (A2) tangiert. Abklärungen über Jahre hinweg ergeben Varianten für einen neuen Steinbruch an der westlichen Flanke der Kohltalschlucht und deren obliegenden Gebiet. Die Realisierung kommt nicht zu Stande.

1967: Erste Studien und Vorprojekte für eine Baggeranlage im Seegebiet Risleten.

1968: Übernahme der Waser- Baumgartner AG (nachmalige WABAG AG) durch die Jura-Cementfabriken. Die Kalk-und Steinfabrik weist an Produktionszahlen aus:
Kalksandsteine: 8,0 Mio. Stück; Weisskalk 12’600 Tonnen
Filler 7’600 Tonnen

1969: Die Kalk- und Steinfabrik AG bestätigt dem Gemeinderat Beckenried mit Schreiben vom 3. Juni 1969 die definitive Schliessung der Kalk- und Steinfabrik auf Ende des Jahres 1970. Vorgängig fanden intensive Verhandlungen mit Einbezug des Regierungsrates über Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung des Betriebes statt. Es ergaben sich keine Alternativen.

1970: Eine längere Schlechtwetterperiode verursacht am 31. Mai massive Rutschungen im Gebiet Ischen. Die Bachdurchlässe bei der Emmetterstrasse werden verstopft. Die Wasser- und Schuttmassen wälzen sich über die Emmetterstrasse und verwüsten das unterliegende Gebiet. Rund 1000m3 Schutt gelangen in die Fabrik und müssen mühsam weggeräumt werden.

Werkstattmeister Josef Aschwanden steht 50 Jahre im Dienst der Kalk- und Steinfabrik.

Die Hiobsbotschaft der Fabrik
Die Hiobsbotschaft der Fabrik

1971: Die Kalk- und Steinfabrik wird im Laufe des Monats Februar geschlossen. Der Steinbruch Risleten ist noch bis 1973 zur Gewinnung von Koffermaterial und Bergschotter in Betrieb. Die zentrale Werkstatt bleibt im Erlibach erhalten.

1972: Ausbau der Rütenenstrasse als Bauzufahrt zur Erstellung des Seelisbergtunnels. Damit erhält die Kalk- und Steinfabrik verspätet die seit Jahrzehnten ersehnte strassenseitige Erschliessung.

Am 9. März 1972 stirbt Direktor Franz Huber nach längerer Krankheit im Alter von 62 Jahren. Er war während 24 Jahren als Direktor in den Diensten der Kalk- und Steinfabrik AG. Daneben hat er sich in der Gemeinde und im Kanton immer wieder für die Übernahme Öffentlicher Aufgaben zur Verfügung gestellt: Mitglied der Verwaltungskommission des Gemeindewerks von 1955-1962, wovon die letzten 4 Jahre als Präsident, Gemeinderat von 1955-1962, wovon die letzten sechs Jahre als Gemeindepräsident; Kantonsrichter 1959-1965; Landrat 1966 bis zum Hinschied.
Dr. Peter Weber wird Direktor der Seegesellschaften der Jura-Cement-Fabriken und damit auch der rechtlich noch bestehenden Kalk- und Steinfabrik AG. Das Personal der Seegesellschaften in die Pensionskasse der Jura-Cement-Fabriken aufgenommen.
Beginn der Abbruch arbeiten der Kalk- und Steinfabrik. Diese dauern bis 1978. Sie sind mit Übungen der Luftschutztruppen verbunden. Die Werkstatt und der Umschlagplatz bleiben in Betrieb.

1973: Studien zur Wohn- und Überbauung der Direktionsliegenschaft St. Anna. Die Realisierung unterbleibt.

1974: Die Kalk- und Steinfabrik wird durch Fusionsvertrag vom Oktober rückwirkend auf den 1. Juli durch die WABAG AG Buochs übernommen. Es entsteht die neue WABAG Kies AG mit Hauptsitz in Beckenried und Zweigniederlassung in Buochs. Aktienkapital 1,35 Mio. Franken. Verlegung der Greifbaggeranlage von Buochs

Baggerei in Buochs
Greifbagger in Buochs – Bild: © Herbert Odermatt

in das neue Baggergebiet in der Risleten. Die Kapazität der in den Jahren 1972/73 in Buochs mit Kosten von 4,6 Mio. Franken umgebaute Saugbaggeranlage in eine Greifbaggeranlage beträgt 120 m3 pro Stunde! Hugo Baumgartner ist für die Baggeranlage zuständig. In den Folgejahren ergibt sich eine Jahresproduktion von rund 159’000 m3.

1976: Die Firma Kalk- und Steinfabrik AG wird im Handelsregister gelöscht, „nachdem keine Aktiven und Verpflichtungen mehr bestehen“.

Fabrik und 1- 401977: Rudolf Zurlinden, Verwaltungsrats-Präsident der Jura-Cement-Fabriken und lange Zeit auch der Kalk- und Steinfabrik AG stirbt im Alter von 61 Jahren. Damit schliesst eine 95-jährige erfolgreiche Äera. Verwaltungsrats-Präsidenten von Grossvater Rudolf Zurlinden (Gründer JCF 1882) über Sohn Ferdinand Zurlinden und Enkel Rudolf Zurlinden.

Fabrik und 2... vkl.1978: Die Kalk- und Steinfabrik ist abgebrochen. Erhalten bleibt die zentrale Werkstatt.

MLS „Stans“ in der Hinter-Rütenen Bild: © Herbert Odermatt
MLS „Stans“ in der Hinter-Rütenen Bild: © Herbert Odermatt

1980: Erwerb des Silo-Selbstentladeschiffes MLS „Stans“, 670 To, von der Firma Niederberger AG, Stans. Es diente vorgängig zusammen mit dem Schwesterschiff „Fritz“ (benannt nach dem „Hudel-Fritz“) zum Abtransport des Ausbruchsmaterials des Seelisbergtunnels. Betriebsleiter Josef Moschen tritt nach 50 Dienstjahren in Pension. Otto Würsch („Wirsch Jaggis Otti“) wird sein Nachfolger als Leiter der zentralen Werkstatt.

1982: Erweiterung der Hafenanlage Hinter-Rütenen

1985: Durchführung von Kernbohrungen im Seegebiet Risleten bis minus 180 m unter Wasser. Es wird ein Rohmaterialvolumen von 9 Mio. m3 ermittelt.

1992: Gesamtrevision der Baggeranlage Risleten. Neue Greiferanlage und Totalerneuerung der Aufbereitungsanlagen in den Jahren 92/93. Sandaufbereitung neu mit Zyklonen. Investition: Fr. 4,5 Mio. Franken.

Eindrückliche Zahlen von Hugo Baumgartner, pens. Betriebsleiter der Baggeranlage Risleten: Pro Hub kommen 8 m3 Gestein in die Verarbeitung. Alle 4 Minuten kommt eine neue Ladung. Die nasse Ware wiegt ca. 2 Tonnen/ m3. Also bringt das Ungetüm pro Hub etwa 16 Tonnen Rohmaterial. Der Greifer alleine wiegt 10 Tonnen! Das sortierte Material z. B. 0,32-er Kies wiegt ca. 1,8 Tonnen.

im 3 1/2-Minuten Takt ... m3 aus üeber 170m Tiefe
im 4-Minuten Takt 6 m3 aus über 170m Tiefe

1994: Erstmalige Zertifizierung des QM-Systems der Seegesellschaften und damit auch der WABAG AG.

Fabrikhaus: 1993, Bild: © Herbert Odermatt
Fabrikhaus: 1993, Bild: © Herbert Odermatt

1996: Das an die 100 Jahre alte Fabrikhaus wird abgebrochen. Neue Überbauungsvorhaben gelangen nicht zur Realisierung.

„(…) Das „Fabrikhuis“ war ein sehr einfaches Gebäude. Die Böden waren mit Tannenbrettern belegt. Gekocht und geheizt wurde mit Holz. Ein Eskimofen im Wohnzimmer, ein Diffusor und ein Stück Heizrohr waren die einzigen Wärmequellen. Der zweite Ofen im „Stübli“ war ausser Betrieb. Wir heizten diesen ab und zu doch. Die Blechhülle wurde an zwei Stellen jeweils rotwarm! drei Meter davon entfernt lagerten  jeweisl 1- 2 Portionen Schwarzpulver… Das WC warausserhalb der Wohnung im Treppenhaus. Warmwasser gab es im „Wasserschiff“ des Kochherds. Dusche/Bad: das wäre zu viel Luxus gewesen. Die „Grossreinigung“ erfolgte in der Küche. Diese wurde jeweils dafür umfunktioniert. Würde heute jemand Asylbewerbern eine solche Wohnung anbiete, müsste er sich In Brüssel und in Strass burg dafür rechtfertigen… Wir hatten als Kinder keine Probleme damit. Alles war da was nötig war! Und bei den Kollegen sah es mit wenigen Ausnahmen kaum anders aus! Allerdings hatten diese weder vergleichbare Lärm- noch die Zementstaubemissionen zu erdulden.)“ odh

Das alte Fabrikhuis, wo ich einen Teil meiner Jugendzeit verbrachte
Das alte Fabrikhuis, wo ich einen Teil meiner Jugendzeit verbrachte
MLS Beckenried, Bild: Seegesellschaften
MLS Beckenried, Bild: Seegesellschaften

2000: Bau des Silo- Selbstentladeschiffes MLS „Beckenried“. 740 To Tragkraft, Kosten 3,4 Mio. Franken.

Die international tätige irische Baustoffgruppe CRH plc Dublin, übernimmt die Gruppe Jura mit Sitz in Aarau. Als Tochtergruppe der Jura-Holding Aarau sind auch die Seegesell schaf- ten mit Einbezug der WABAG Kies AG von dieser Übernahme betroffen. Die einzelnen Firmen bleiben unter ihrem bisherigen Namen bestehen.
Forscher entdeckten auf einer steil aufragenden Felsplatte im Steinbruch Risleten die weltweit „jüngsten“ Dinosaurierspuren. Sie stammen von Tieren der Familie der Iguanodontiden. Diese bis 6 Meter langen Pflanzen fressenden Dinosaurier lebten in der Kreidezeit. Ihre höchsten Arten- und Individuenzahl erreichten sie vor 120-115 Millionen Jahren. Zum Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren, starben sie wie alle grossen Dinosaurierarten vollständig aus. Siehe Dinosaurier der späten Trias (vor etwa 220 Millionen Jahren)Seite 19. Die Risleten befindet sich im Kanton Nidwalden! Wie exakt sind die Angaben der Forscher, wenn die so „genau“ arbeiten?
Die im Steinbruch vorhandenen Spuren stammen von Dinosaurier, welche vor 110 Millionen Jahren bei tropischem Klima an den Ufern des Ur-Mittelmeeres Tethys, wahrscheinlich in der Gegend des heutigen Tessins, lebten. Durch die Alpenfaltung wurde der dortige Meeresgrund in unsere Gegend verschoben und aufgeschichtet. Dank dem Gesteinsabbau ist die Freilegung der Dinospuren erfolgt.

2002: Neuerteilung der Konzession zur Kiesentnahme in der Risleten auf die Dauer von 20 Jahren für ein Volumen von 6 Mio. m3. Abbautiefe bis 180 Meter unter Wasser.

Direktionswechsel
Dr. Peter Weber trat am. August 2002 nach dreissig Jahren aktiver Tätigkeit als Direktor der Seegesellschaften und damit auch der WABAG Kies AG in Pension. Am 8. Mai 1972 erfolgte seine Wahl durch den Verwaltungsrat der Seegesellschaften als Nachfolger des verstorbenen Direktors Franz Huber. In Beckenried hatte sich Dr. Peter Weber noch bis 1978 mit dem restlichen Abbruch der Kalk- und Steinfabrik zu beschäftigen. Zur Hauptaufgabe für die WABAG Kies AG wurde die Erschliessung und Nutzung des Seegebietes Risleten zum Sand- und Kiesabbau. Die wichtigsten Daten sind in der vorstehenden Firmengeschichte festgehalten. Direktor Dr. Peter Weber hat sich in jeder Beziehung mit den Seegesellschaften identifiziert.

DirektorenAuf den 1. August 2002 hat Paul Zosso, dipl. Bauing. ETH, die Direktion über nom- men. Seine früheren beruflichen Tätigkeiten als Mitarbeiter in einem Ingenieurbüro, in verschiedenen Funktionen in Bauunternehmungen und zuletzt während mehr als sechs Jahren als Kantonsingenieur des Kantons Luzern, boten ausgezeichnete berufliche Voraussetzungen zur Erfüllung dieser neuen Aufgabe.

Schlussgedanken

Dieser Gang durch die Firmengeschichte ist eine Teilaufnahme. Verschiedene Aspekte, wie etwa die Entwicklung der Arbeits- bedingungen mit Einbezug der Sozialbelange oder das Spannungsfeld zwischen betrieblichen und öffentlichen Interessen kommen darin nicht oder höchstens am Rande zum Ausdruck. Auch war die Belegschaft der Kalk- und Steinfabrik eine feste Grösse in der Gemeindepolitik. Ihre Meinung konnte für Annahme oder Verwerfung von Vorlagen entscheidend sein. Regelmässig stammten auch Behördenmitglieder aus ihren Reihen. Die Kalk- und Steinfabrik war für Beckenried mehr als ein bedeutender Industriebetrieb und Arbeitgeber. Im Laufe der Jahrzehnte ist sie zur Institution geworden – und nicht wenige vermissen sie noch heute, bald 32 Jahre nach ihrer Schliessung. Paul Zimmermann im Oktober 2002

Lesen Sie auch:

Weitere ergänzende Literatur:

  • Nauen auf dem Vierwldstättersee
  • D’r SCHWALMIS“ und d’r Bodä Edy
  • Goliath
  • Trajekt – Luzern – LU 11 und Hugo Bürkli
  • wir warten geduldig auf „Die Matt“

alle vier(fünf) im Eigenverlag von Rolf Gwerder, Trockmatt 8b, 5504-Othmarsingen/AG, Tel.: 062 896 32 86 * Mail: rolfgwerder@bluewin.ch


Konstant ist nur die stete (Ver-) Änderung

Dies gilt auch für ein Blog. Der Anbieter ändert die Geschäftsziele. Schon ist Gelerntes und Vertrautes zu einem guten Teil nutzlos.
Das Bild Mit Klarer Sicht ex personalblog1 hat bald einmal ausgedient. Sie werden sich leicht an etwas Neues gewöhnen. Es wird so aussehen:Mit klarer Sicht n Zu den Veränderungen: Das Analogtelefon wurde weitgehend durch ISDN abgelöst. Ich musste meines kürzlich erstzen. Nachträglich erfuhr ich zufällig (der Installateur und Lieferant machte mich nicht darauf aufmerksam), dass ab 2017 eine weitere Neuerung ins Haus steht. Dann wird das Telefon über IP, wie PC, Internet… angeschlossen. Analog und ISDN-Telefone kann man dann dem Receycling zuführen.
„(…) Bestehende Festnetztelefone: Alle Telefone, die das Frequenztonwahlverfahren unterstützen, können weiterverwendet werden, in dem sie am Router angeschlossen werden. Mit diesen Geräten wird keine verbesserte Sprachqualität erreicht. ISDN-Telefone werden nicht mehr unterstützt und können daher nicht weiterverwendet werden…“ so die Swisscom und weiter: Kunden mit einem ISDN-Anschluss bekommen auch Festnetztelefonie IP und können mit der Option Multiline auch weiterhin mehrere Nummern und Sprachkanäle beziehen. Dazu werden sie von einem ISDN-Anschluss auf einen analogen Anschluss migriert. Daher bedarf es in vielen dieser Fälle einer Anpassung der Hausinstalltion, da ISDN eine spezielle Verkabelung verwendet. In diesem Fall schreibt die Swisscom zwingend einen Tehnikereinsatz vor…)“ siehe auch:
Ich verstehe nicht warum die Sprachqualität noch verbessert werden soll, ist dies doch bereits hervorragend!

Ab 2024 sollen in der Schweiz alle Radioprogramme nur noch digital und hauptsächlich über DAB+-Plattformen verbreitet werden. Dies ist das Ziel eines Massnahmenplans der Radiobranche, die spätestens 2024 die analoge UKW-Verbreitung ihrer Programme einstellen will. Mehr:

Autofahrer werden einfach ein neues Auto kaufen anstatt eines DAB-Radios…

Freilich gibt es technische Argumente. Ein wesentlicher Vorteil des Digitalradios ist der Wegfall des Frequenzwechsels. Mit dem DAB+-Standard lassen sich zwischen 18 und 24 Programme
über eine Frequenz übertragen. Dadurch kann das Programmangebot massiv ausgebaut werden Benötigen die Verbraucher wirklich mehr Angebote?). Auch in der Telefonie scheinen die Vorteile, die Nachteile zu übertreffen. PC Welt sieht es wie dargestellt.

Die Industrie ist aber an der „schöpferischen Zerstörung“ (Schumpeter) ebenso interessiert. Schliesslich muss „Wachstum“ erzeugt werden.


Globalisierung

 

Zu Gunsten der Wirtschaft oder zu Gunsten der Völker? Die Frage: Wem nützt die Globalisierung? ist nicht unberechtigt! Es ist das GATT-Abkommen (General Agreement on Tariffs and Trade), 1947 in Genf beschlossen, welches den Start zur Globalisierung einleitete. Das Ziel: Verbesserung von Lebensstandard und Wohlstand in allen Ländern mittels frei gestaltetem Handel. Ziele erreicht? Kaum!
Es lassen sich Vorteile wie Nachteile aufzählen. Die Balance lässt sich nicht einfach finden.
Die Rolle der Multis: "(...) Die Transnationalen Konzerne (TNKs), die ganz überwiegend aus den Industrieländern stammen (USA, EU, Japan), sind die treibenden Kräfte der Globalisierung. Die Umsätze zahlreicher TNKs sind höher als das Bruttosozialprodukt vieler Länder der Welt. Wer sich ernsthaft mit der Globalisierung beschäftigt, muss sich auch mit den Multis befassen. Konzerne, die am Markt bestehen wollen, müssen offenbar die Kosten senken: durch billige Arbeitskräfte, Einsparungen z.B. im Umweltbereich, Reduzierung von Sozialabgaben und Steuern. Mit der Drohung, auf einen anderen Standort oder in ein Steuerparadies auszuweichen, können sie inzwischen - demokratisch gewählte - Regierungen erpressen oder zu hohen Subventionen zwingen. Diese geben den Forderungen der Wirtschaft immer öfter nach, mit der Begründung, dies seien globale Sachzwänge, dazu gebe es keine Alternative. Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern jedoch, dass Unternehmen, wo immer sie tätig sind, soziale und ökologische Mindestnormen und die Menschenrechte respektieren und nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien handeln...)" => http://www.globalisierung-online.de/info/text5.php

Einsparungen im Umweltbereich ist ein gutes Stichwort.

"(...) Das Tschernobyl Italiens nennen die Einheimischen das Hinterland von Neapel. Aus dem Boden raucht und stinkt es, weil unter Broccoli-, Spinat- und Fenchelfeldern hunderttausende Kubikmeter gefährlicher Sondermüll gären: Ölschlamm aus Fabriken, Asbest in großen Mengen, Abfälle aus Krankenhäusern, Medikamente, Lösungsmittel, Farben. Die Abfälle stammen von Industriebetrieben aus ganz Italien und sogar Europa. Jahrzehntelang hat die Mafia Kalabriens, die Camorra, Milliarden Euro durch die illegale Entsorgung von giftigen Abfällen in ihrer Heimaterde verdient. Das WELTjournal berichtet aus den Anbaugebieten, wo Grundwasser, Ernten, Luft und Menschen nachhaltig vergiftet sind. Dank der präzisen Aussagen eines reuigen Camorra-Bosses kann die Polizei die illegalen Giftdeponien exakt lokalisieren. Nach Jahrzehnten des Wegschauens soll jetzt aufgeräumt werden. Doch wer garantiert, dass bei den öffentlichen Ausschreibungen für die Sanierung der Böden nicht wieder die Camorra mitmischt? Heute geht es der Ökomafia nicht mehr um das Geschäft mit der illegalen Entsorgung, sondern um ganz legale Sanierungsaufträge. Ein zynisches Spiel, in dem nur der Profit zählt.)" (Senderinfo) Das vom ORF 2 ausgestrahlte Video zu diesem Thema darf leider aus rechtlichen Gründen nur in Österreich ausgestrahlt werden. => http://tvprogramm.srf.ch/details/1207392093

Fahrlässigkeit, Kostenminimierung, mangelnde Kontrolle, Vetternwirtschaft, Korruption usw. sind oft Grund für Umweltkatastrophen mit zum Teil globalem Ausmass. Man denke an Tschernobyl, Fukushima, die Exon Valdes, Öl-Plattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko, die Giftgasunfälle in Seveso und Bophal, Three Mile Island bei Harrisburg (Pennsylvania), das Austrocknen des Aralsees, die Explosion in der Plutoniumfabrik Majak, in der Nähe der Stadt Kyschtym im Ural mit dem grössten Atomunglück aller Zeiten, usw.

Wie steht es um die Dominanz des Dollars? Für 85 Prozent aller Devisen-Transaktionen weltweit wird der Dollar verwendet. Dabei gehen nur etwa 20% der Exporte an die USA. Die $-Dominanz stützt sich auf der US-Wirtschaft ab. 1971 gaben die USA die Goldbindung auf (Präsident Nixon!). Seither ist allein das Vertrauen der Investoren gefragt! Dieses scheint aber zu schwinden. Das Vertrauen setzt voraus, dass die US-Volkswirtschaft wächst und als Garant für die Verbindlichkeiten gerade steht. Tatsächlich gewachsen sind hauptsächlich die Schulden und die Notenpressen laufen auf Hochtouren. Im billigen Geld wurde und wird das Heil gesucht. Die US-Schulden, bei steigender Tendenz, betragen inzwischen über 50 Mia $ und erfordern jährlich 4’000 Mia $ an Zinsen. Die Gefahr eines $-Crash’s steigt. Dies hätte drastische globale Auswirkungen zur Folge. Warum es noch nicht passiert ist hat damit zu tun, dass es der FED gelungen ist, das Vertrauen in US-Staatsanleihen zu erhalten um so einen ständigen Kapitalfluss in die US-Ökonomie zu erhalten – zu Lasten der übrigen Welt. => Der Dollar-Imperialismus – TLAXCALA

Die Freihandelsabkommen CETA (EU-Canada) und TTIP (EU-USA), APEC (Pazifischer Raum) führen u.a. zu Freizügigkeit für Arbeitnehmer. Dies ist offenbar willkommen. Länder und Arbeitnehmer profitieren. Es wird aber gerne übersehen, dass dies eine grosse Völkerwanderung mit auch negativen Folgen auslöst. Man holt Arbeitnehmer zu den Produktionsstätten. Der umgekehrte Weg, Arbeit zu den Arbeitnehmern zu bringen wird zu wenig beachtet, ausser dann, wenn es um einfachste Tätigkeiten und billigste Kräfte geht. Kleider nähen im Hochpreisland lohnt sich nicht. Moldawien, das ärmeste Land Europas (3,1 Mio Einwohner, BIP 6,124 Mrd. USD), lebt praktisch nur noch von den Überweisungen seiner rund eine Million Gastarbeiter in der EU und in Russland! Es gibt auch beim Exportweltmeister Deutschland fragwürdige Entwicklungen. z.B. Lohnentwicklung Deutschland, die zum Denken anregen.

"(...) Die erste wirklich unabhängige Studie über die Folgen des Freihandelsabkommens TTIP kommt zu einem für Europa verheerenden Ergebnis: 583.000 Arbeitsplätze werden bis 2025 in der EU verlorengehen. Die Exporte werden schrumpfen, ebenso das Bruttoinlandsprodukt. Löhne und Steuereinnahmen werden sinken. In den USA werden all diese Kennzahlen dagegen steigen. Die einzigen, die in der EU profitieren, sind die Kapitalvermögen. Das TTIP erweist sich demnach als gefährlicher Turbo für die Umverteilung von Arm zu Reich...)" => http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/14/unabhaengige-studie-ttip-vernichtet-in-europa-583-000-arbeitsplaetze/

Ein anderer Aspekt: «Exportschlager Mensch: Nordkorea schickt im großen Stil Arbeiter nach Katar. Von ihrem Gehalt sehen die Beschäftigten kaum etwas – das meiste kassiert die Regierung in Pjöngjang. Menschenrechts-Organisationen sprechen von „moderner Sklaverei“».. (Der Spiegel)

Viele Bürger in Rumänien äussern sich zum Beitritt ihres Landes zur EU mit gemischten Gefühlen. Sie sind pessimistisch und auch enttäuscht. Ihre Wahrnehmung deckt sich nicht mit jener der einflussreichen Politiker und Mächtigen! Viele Ausgewanderte können sich kaum vorstellen, dereinst wieder in ihr Land zurück zu kehren – ein Land mit einer über sechs Tausend Jahre alten Kultur!

«Man kann heute besser ins Ausland reisen und dort arbeiten (wird als wesentlich positiv dargestellt!). Die Menschen in unserem Land hatten zu verstehen, dass es keine Alternative, als den EU-Beitritt gab. Doch die Sorgen, welchen Stellenwert RO innerhalb der EU bekommt sind vorhanden und man fragt sich, welchen Gewinn denn für das Land resultiert. Bis jetzt sieht man kaum etwas davon. Eine Verbesserung des Lebensstandards kann man nicht erkennen. Gegenteiliges schon! Es gibt eine kleine Minderheit, die stark, sehr stark profitiert. Die Mehrheit ist ärmer geworden. Die Teuerung steigt viel schneller als die Lohnwentwicklung. Löhne werden eher nach unten korrigiert. Den Staatsangestellten inkl. Gesundheitspersonal wurden die Löhne vor einiger Zeit um 25% gekürzt! Die Staatsangestellten und die Lehrerschaft haben sich ihre Rechte mittels Streik und dem Gang auf die Strasse zum Teil zurückk erkämpft. Doch ist die Situation noch unbefriedigend. Im Gesundheitsbereich gab es keine Korrekturen! Trotz Bekämpfung der  Korruption sind die Resultate dürftig. Die kleine Korruption hat abgenommen, die grosse hingegen hat sich verstärkt. Die alten Netzwerke bis hin zu den Geheimdiensten gibt es offiziell nicht mehr, doch die alten Seilschaften funktionieren im Hintergrund neben dem Volk vorbei weiter. Viele Menschen wissen kaum, was morgen sein wird. Das Gefühl, dass der Einzelne im eigenen Land keine Perspekive hat ist verbreitet. Viele denken an temporäres oder definitves Verlassen des Landes. Das Land hat bisher sehr viele hervorragende Berufsleute, Ingenieure und Wissenschaftler an das Ausland verloren. Diese Menschen fehlen dem Land, um dieses weiter zu bringen. Einflussreiche Politiker (inkl. Premierminister) haben Staatseigentum zu Schleuderpreisen und im Eigennutz an ausländische Investoren verschleudert. „Petrom“ (Tankstellenkette) musste laut Direktiven der EU (?) mit allen seinen Bodenressourcen (Erdöl) an Österreich unter Wert verkauft werden. Es ist zum Weinen wenn man sieht, dass die Erde (Grund und Boden) Rumäniens vielfach entfremdet worden ist. Es sind zwar einige Konzerne, und kleinere Unternehmen aus dem Ausland gekommen (IT, Textil, Landwirtschaft, Maschinen u. Apparate). Sie bieten im Vergleich leicht höhere Verdienste. Sie kommen aus Frankreich, Österreich, Italien, Holland, Deutschland und wenige aus den USA. Es ist vermutlich das tiefe Lohnniveau, welches diese Betriebe dazu antreiben»

Rumänien hätte für sich genug zu tun! Aber es strebt eine Wiedervereinigung mit Moldawien an. Nach offiziellen rumänischen Quellen besitzen bereits 300.000 Moldawier die rumänische Staatbürgerschaft. Doppelt so viele haben offizielle Anträge gestellt oder versuchen es auf dem Schwarzmarkt. Für rund 2000 Euro soll ein rumänischer Pass in der moldauischen Hauptstadt Chisinau zu haben sein. In Bukarest lassen sich rumänischen Beamte rund 1500 Euro für eine „schnellere Passbearbeitung“ zahlen.

Würde man in anderen Ländern nachfragen, käme man auf ähnliche Aussagen. Für wen die Globalisierung gut ist, wurde hier zu einem Teil beantwortet. Mit mehr direkter Demokratie könnten Richtungsänderungen bewirkt werden. Doch direkte Demokratie ist für die Wirtschaft und viele Politiker so etwas wie das Weihwasser für den Teufel.
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Finanzblog: Russland und EU contra Schweiz und Ukraine

 

 


Genau hingeschaut