Kategorie-Archiv: 32 Sicherheit

Obwalden, Hochwasserschutz und Steuern


Die erste Hälfte des Monats August 2005 war bereits reich an Niederschlag. Vom 18. bis zum 23. August, führte ein Tiefdrucksystem grossflächig zu starken Regenfällen am Alpennordhang. Betroffen waren die Berner Alpen, die Zentralschweiz, Teile Graubündens und Teile Bayerns und Österreich. Aare, Reuss und Limmat hatten ausserordentliche Wasserstände und sehr hohe Abflussmengen.

Diese Wettersituation war die Ursache für das letzte grosse Hochwasser des Sarnersees. Die Niederschläge führten zu vielen weiteren Schäden. Diese betrugen allein für Obwalden 347 Mio Franken (Gesamtschaden über 17 Kantone: Drei Milliarden Franken). Mit mehr als 700’000 Franken pro Quadratkilometer bzw. 10’000 Franken pro Kopf der Bevölkerung, wurden für Obwalden die höchsten Werte festgestellt. 300 Personen (Sarnen, Alpnach, Lungern und Engelberg) mussten evakuiert werden. Telephonverkehr, Wasser- und Stromversorgung waren gestört. Es wurden über 1000 Rüfen gezählt. Der Pegel des Sarnersees stieg innert von 36 Stunden um  2,2 Meter. Damit lag dieser 1,15 Meter über dem bisherigen Höchststand. Die Übersaarung umfasste 450 Hektaren Land.

Dorfplatz Sarnen, Foto: Sarnen online Hochwasserschutz 

Die Unwetterschäden im privaten Bereich waren weitgehend durch Leistungen der privaten und öffentlichen Versicherungen, durch den Fonds für nicht versicherbare Elementarschäden sowie durch den  Fonds für Unwetterschäden und Spendengelder der Glückskette abgedeckt. Für die Wiederinstandstellungsarbeiten im öffentlichen Bereich Obwaldens (Strassen, Wasserbau, Wald, Landwirtschaft, Transportunternehmungen (Bahnen)) waren 64,5 Millionen Franken aufzuwenden. Der Bund übernahm 29,4 Millionen Franken sowie einen ausserordentlichen Beitrag von 14, 4 Millionen Franken für den Bereich „übrige Strassen“. Dies war möglich, weil der Kanton damals der finanzschwächste Kantonen war. Dem Kanton blieben 20,7 Millionen Franken für den öffentlichen Bereich zu tragen.

Mit einem 6,6 km langen Stollen mit sechs Metern Durchmesser als unterirdischer Bypass,  soll zwischen Sarner- und Wichelsee Abhilfe geschaffen werden. Präsentationsfolien zur öffentlichen Informationsveranstaltung vom 16. Januar 2014

Die Entscheidungsfindung hat länger gedauert. Und der Bau wird gesamthaft etwa sechs Jahre, der Stollen für sich vier Jahre in Anspruch nehmen. Es ist zu hoffen, dass bis zur Inbetriebnahme des Werks, Petrus gnädig ist und nicht zu viel Wasser niederlässt! Mit Bundesgeldern wäre dann nicht mehr zu rechnen. Obwalden ist nicht mehr der finanzschwächste Kanton!

Kosten: 115 Mio Franken! Bund (35-65%), Kanton sowie die Gemeinden Sarnen, Sachseln und Giswil sollen dafür aufkommen. Die Kantonsregierung sieht für die Finanzierung des Vorhabens eine zusätzliche Zwecksteuer während 15 bis 20 Jahren vor. Der Aufschlag für die Zwecksteuer bedeute eine Erhöhung des Staatssteuerfusses von 2,95 auf 3,05 Einheiten. Die Gewinnsteuer für Unternehmen werde entsprechend von 6,0 auf 6,1 Einheiten angehoben. Der Aufschlag betrage rund 1,1 bis 1,3 Prozent auf der Steuerrechnung.

Eine zeitlich befristete Zwecksteuern wandte der Kanton Obwalden schon mehrmals an, zuletzt beim Ausbau des Kantonsspitals 1992. Eine Erfahrung: Ist einmal eine Zusatzsteuer etabliert, fällt sie kaum mehr weg. Es werden immer Gründe gefunden, um die Gewohnheit fortzusetzen. Die Bestätigung ist in der Vernehmlassung vom 12. August 2013 zu finden: „Selbstverständlich wäre es möglich, zukünftige grössere Projekte (z. B. in Alpnach) ebenfalls auf diese Art zu finanzieren.“ (für Interessierte: Vernehmlassung Finanzierungsvorschlag „Hochwassersicherheit Sarneraatal„).

Den betroffenen Gemeinden bleibt, die Finanzierung ihres Anteils selber zu regeln. Je nach Ausgang der Vernehmlassung werden die Bewohner in den betroffenen Gemeinden auf längere Sicht tiefer in die Geldbörse greifen müssen.

Solidarität: Schon beim Hochwasser 2005 ging der Bund vom ganzen Kanton aus (keine Differenzierung auf die mehr oder weniger betroffenen Gemeinden). Der Bundesanteil für das aktuelle Projekt betrifft das Gesamtbudget. Somit gilt für diesen Anteil nationale Solidarität. Innerhalb des Kantons ist dem nicht so!

An den  tiefsten Unternehmenssteuern (OW: 12.66%) wird kaum stark gerüttelt werden, genau so wenig wie an den tiefsten Gewinnsteuern für juristische Personen

Der Druck der EU auf die Schweiz wegen den Steuerprivilegien für ausländische Unternehmen wird auch OW zu spüren bekommen, falls die inländischen ordentlichen Steuersätze auf das Niveau der steuerprivilegierten Firmen gesenkt werden. Die Reduktion der Gewinnsteuersätze müsste kompensiert werden, was zu Steuererhöhung führen wird. Ist die Steuerhölle wieder in Sichtweite? Da war der Kanton doch schon! z.B. 2006, abgeschlagen auf Platz 26 im kantonalen Vergleich.

Was passiert, wenn es zu einer Nivellierung der Unternehmenssteuern in der ganzen Schweiz kommt? Welche Unternehmung hätte dann noch speziellen Grund, sich in Obwalden nieder zu lassen? Darüber ist die öffentliche Debatte noch nicht aufgenommen worden. Das vorteilhafte Steuerklima könnte sich schnell ändern – und die Steuern auch!

Übrigens: Erfahrung mit Abflussstollen: Um Langenthal vor Überschwemmungen zu schützen, wurde zwischen Madiswil bis Bannwil ein 7,5 km langer Abflusstollen gebaut. Im Juni 2007 floss die Langete http://de.wikipedia.org/wiki/Langete (trotz Bypass!).

Wenn die allgemeine Erwärmung vermehrt zu starken Gewittern führt, können wir uns noch auf Überraschungen gefasst machen (Auflösung Permafrost, Steinschläge, Murgänge usw.)!

***

Beachten Sie das Finanzblog: Beständigkeit


Murpy in Japan


Wie die jüngste Erfahrung aus Japan zeigt, so diese zutrifft, ist die USV (unterbruchsfreie Stromversorgung) eines AKW’s so lange gewährleistet, als die Batteriespeicher Strom abgeben. Danach ist „Strom aus“- Ende der Kühlung, Entstehung von Wasserstoff (Knallgas) mit Explosionsgefahr und möglicher Beginn einer Kernschmelze! Ein totaler Stromausfall für längere Zeit hatten die Risikospezialisten und Sicherheitsverantwortlichen möglicherweise nicht einkalkuliert, dabei gäbe es genügend Lösungen (z.B. Anlagen mit Batteriespeicher, dynamischem Speicher oder dynamischem Speicher mit Dieselaggregat, sowohl redundant oder parallel. „(… Die Generatoren bei der Anlage Fukushima Daiichi mit drei laufenden Reaktoren sind nach einer Stunde ausgefallen. Man hat daraufhin mobile Generatoren beschafft. Für zwei Reaktoren ging das gut, beim dritten gab es Probleme. Dieselmotoren, gut gewartet, sind zuverlässige Aggregate. man stelle sich vor, dass jedes dritte Passagierschiff , jede dritte Diesellok oder jeder dritte Bus nach einer Stunde stehen bliebe!…)“ Jedes Verkehrsflugzeug hat drei Navigatonsplattformen, die sich gegenseitig überwachen. Drei deswegen, weil die verwendeten Mikrochips nie zu 100% auf alle möglichen Funktionen überprüft werden können. In Relation zum Gefahrenpotenzial und den Folgekosten, wäre eine doppelte, von einander unabhängige Notstromgruppe, die über längere Zeit autonom leistungsfähig ist  für ein AKW nicht Luxus, sondern absolute Notwendigkeit. Dafür reichte es aber offenbar nicht. Die Investition wäre vielleicht der Gewinnabschöpfung zuwider gelaufen. Wenn es zutrifft, dass die Betreiberin des fraglichen AKW’s nicht besonders vertrauenserweckend dasteht, könnte auch mangelhafter Unterhalt eine Rolle gespielt haben (Kostenminimierung).  Aber vielleicht ist alles ganz anders. Wenn Redundante Kühlsysteme für 4 Blöcke vorhanden waren, warum nicht pro Block? Ob man in einem Gebiet mit so viel an tektonischer Spannung das Schiksal mit so vielen AKW’s nicht geradezu herausgefordert hat? Es ist möglich, dass Murphy’s Gesetz wirksam wurde! „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ („Whatever can go wrong, will go wrong.“ ).  Zeit: News-Blog Angst vor Kernschmelze in Japan.

Eine Art der Gewöhnung – seriöse Wartung? (Foto: netdoktor)

Es ist müssig, darüber nachzudenken, ob die Folgekosten eines GAUs nicht besser in erneuerbare Energie investiert werden sollten! Was man jedoch feststellen kann: Es wurde 40 Jahre lang wenig getan, um erneuerbare Energiequellen zu erschliessen. Für den Bau der ersten AKW’s wurden den Menschen die Vorzüge schmackhaft gemacht. Danach liess man die Bevölkerung an der Entsorgung der Abfälle teilhaben, derweil die Atomkraftwerkbetreiber von sauberer, sicherer und billiger Energie redeten, was einer Verdrehung der Tatsachen gleich kommt. Ganz sicher bekommt die Diskussion um neue AKW’s in der Schweiz eine neue Dimension! Einfach durchgewunken wird voraussichtlich gar nichts mehr!

Der Bund: …AKW-Betreiber haften mit ihrem ganzen Vermögen… . Ein schlechter Deal oder geschicktes Juristenfutter? Sollte der schlimmste Fall eintreten, würde das Vermögen kaum weit reichen. Mit einem Konkurs wäre alles schnell geregelt. Oder man würde zum Notrecht greifen – das Volk bezahlen lassen – um einen Konkurs abzuwenden. So würden wenigstens die grossen Kapitalgeber geschont.

„(…) Der GAU, der grösste anzunehmende Unfall, ist dank umfassender Sicherheitsmassnahmen bei einem modernen Atomkraftwerk unwahrscheinlich, aber ein Restrisiko bleibt. Falls er doch eintritt, sind die Folgen für Mensch und Umwelt immens….

… Die Atomkraftwerke verfügen somit faktisch über eine Staatsgarantie. Die Beschränkung der Deckungssumme auf 1,8 Milliarden Franken bedeutet eine indirekte Subventionierung des Atomstroms, welche den Wettbewerb verfälscht: Die Atomkraftwerke sparen Versicherungsprämien, was die Produktionskosten verbilligt. …)“

Harrisburg, Three Mile Island, Tschernobyl und Fukushima-1 sprechen eine andere Sprache. 

Wenn die AKW’s so sicher wären, wie von den Betreibern und den Lobbyisten behauptet wird, warum weigern sich Versicherer die Schäden von Atomkraftwerken in unbegrenzter Höhe zu decken? Da musses handfeste Gründe dafür geben. Fehlende Schadenserfahrung kann nicht mehr ins Feld geführt werden!

Liste der Unfälle in kerntechnischen Anlagen – Wikipedia

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Unfälle in kerntechnischen Anlagen, ….. radiologischer Unfälle (englisch); ↑ Explosion in Atomkraftwerk
 
Aus dem personalblog:
 

Beim Lotto, 6 aus 45,  beträgt die Totalvariation 1 :  8´145´060.

Um einen Sechser zu haben genügt im besten Fall ein Tipp, im schlechtesten Fall sind über 8 Mio Tipps nötig! Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass ein Ereignis eintrifft, dann trifft es ein, egal, ob schon morgen oder in 500 oder in 10’000 Jahren! Wie die AKW-Unfälle zeigen, ist die Eintreffenswahrscheinlichkeit für AKW’s inkl. GAU wesentlich höher, als suggeriert wird!

Wir werden es noch erleben, dass die Nachkalkulation für das weltweite Experiment „AKW“ mehr Kosten zu Tage bringt, als es den Befürwortern und den Lobbies lieb ist!

 
 Portraitbild von Rolf Schweiger
„(…) … FDP-Ständerat und Atomlobbyist Rolf Schweiger…… weil die Eintretenswahrscheinlichkeit eines Nuklear-GAU bei einer Zeitdauer von zehn Millionen Jahren liege! …)“
Diese Aussage ist so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil stimmt! Man bedenke die maximale Lebensaduer eines AKW’s von gegen 50 Jahren!
Wie falsch der Atomlobbyist liegt, kann in schöner Regelmässigkeit beobachtet werden!
Die Frage lautet nicht, ob die Eintreffenswahrscheinlichkeit eines SUPER-GAUS, ausgesagt von einem Juristen,  1: 10’000’000 beträgt. Die Frage ist, wie viele Tschernobyls, wie viele Three Mile Islands, wie viele Fukushima und Lucens, Schweiz die Erde erträgt!
Wie haben sich die Atomlobbyistendie Beschaffung von mehreren Tausend „Liquidatoren“ in der Schweiz vorgestellt? Selbstverständlich würde Notrecht beansprucht und die viel geschmähte Armee eingesetzt. Die Lobbyisten würden bestimmt nicht vorne an der Front anzutreffen sein!
„(…) Der japanische AKW-Betreiber Tepco (=> n-tv: …Affären prägen Tepco...)   hat einen Aufruf nach freiwilligen Helfern gemacht. Erfolgreich. Es haben sich gut 20 Personen gemeldet. …)“ odh: aus eigenen Reihen kommen die wohl kaum!
 

Das Herz der Medaille der Liquidatoren, eine Würdigung ihrer Arbeit (Foto: Wikipedia). Anstatt Würdigung der geleisteten Arbeit bedeutet die Medaille auch Brandmarkung vom „System“ Ausgebeuteter!
Nach Angaben der WHO gab es 600.000 bis 800.000 Liquidatoren. Die als Liquidatoren bezeichneten Katastrophenhelfer wurden von der damaligen Regierung der Sowjetunion aus Weißrussland, der Ukraine und Russland zusammengezogen. Bis 1996 waren in diesen Staaten 200.000 registriert. Nach einem Bericht der WHO waren es zuletzt rund 400.000 Liquidatoren. Rund die Hälfte der Liquidatoren – überwiegend junge Soldaten – waren im Einsatz, ohne dass sie dafür einen Beleg erhielten.[1 Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation hatte die Reaktorkatastrophe vermutlich zwischen 14.000 und 17.000 Tote zur Folge.[2] Über die gesamte Zeit aufsummiert geht die WHO nach ihrem Bericht von 2006 von über 120.000 zusätzlichen Krebstoten aus. (=> Liquidatoren, Wikip.)
Ob die „Ehren-Abzeichen“ schon vorbereitet, strahlensicher in einem Bunker lagern? 45 Milliarden Franken würde der Ausstieg aus der Atomernergie die Schweiz kosten, titelt der Blick am 18. 3. 11. Für die UBS waren mittels Notrecht sofort 60 Milliarden an Kapital zu Verfügung. Wo ist das Problem? Man mache sich doch Gedanken über den Nutzen! Rezept: man gebe einer Grossbank 12 Milliarden. Diese macht daraus im Faktor 5 Papiergeld… Via Notrecht könnte die Nationalbank dafür „gewonnen“ werden. – alles ist lösbar, vor allem, wenn es sich lohnt!
 

Suite101.de
 
Wenn etwas nicht sein darf, dann kann es nicht sein! Versorgungssicherheit und vor allem gut rentierende Produktion kommen vor der Sicherheit der Bevölkerung. Es werden gefährliche Spiele gefahren wie am Kraftwerk Mühleberg nachvollzogen werden kann. Die Betreiber tragen ein geringes Risiko, das Volk ein grosses! Wenn der Zustand derart desolat ist, dass die Ergebnisse einer externen Untersuchung Geheimsache sind, dann ist etwas faul im Staate! => Tagesanzeiger, 19. 3. 2011: …Der Betrieb ist nicht mehr sicher…

   

*****

Hier: Börsengerüchte von cash Guru »  

Lesen Sie das Finanzblog von Stephan Marti!


Falsche Bewerbungen – das ist ein Ding!


Heise online schreibt, dass im Internet falsche Angebote im Umlauf sind. Ziel ist es, Werbe-Software unter das Volk und dessen Computern zu bringen. Die Links führen jedoch nur zu einem Download eines Zugangsprogramms wie z.B.: „Bewerbungstips-Setup .exe“

(…) Wer bei dessen Installation das Kleingdruckte in Form der Nutzungbedingungen liest, erfährt bereits recht genau, wo der Hase langläuft. So ist der Hersteller „nicht verpflichtet, besondere Dienste zu liefern“ – was er auch nicht tut. Jedenfalls konnten wir keine einzige Bewerbungsvorlage entdecken. Im Gegenzug darf die Werbe-Software dann aber „eine Reihe von Änderungen am System des Kunden“ vornehmen, also insbesondere Werbung einblenden, die Startseite des Browsers verändern, Zugriffe auf URLs umleiten und so weiter.

 

Die Gefahr ist gross, dass der Rechner verseucht wird, was dann den „Angreifern“ mit zu lesen ermöglicht und die Manipulation von Web-Inhalten zulässt, ist gross. Mehr im Artikel: …Werbung statt Bewerbungsangebote…

Es ist immer ratsam, mit Dateien, mit der Endung … -exe vorsichtig umzugehen.


Datenschutz


Das deutsche Persönlichkeitsrecht erfährt eine neue Ausprägung. So sieht es die FAZ: …Ein neues Grundrecht erblickt die Welt… , Reinhard Müller

(…) Als 1983 das Volk gezählt werden sollte, fürchtete man den gläsernen Menschen. Heute ist der gläserne Mensch nach Meinung von Datenschützern schon Wirklichkeit geworden, und die überkommenen Grundrechte reichen aus Karlsruher Sicht nicht mehr aus, um die Bürger vor den Gefahren zu schützen, die sich aus dem technischen Fortschritt ergeben. Deshalb wird nun die Vertraulichkeit in informationstechnische Systeme hochgehalten; damit können sogar Haushaltsgeräte gemeint sein, wenn sie miteinander vernetzt sind. …

(…) Leichtfertig handelt der Rechtsstaat sowieso nicht

Richtig ist: Das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung und das alte Fernmeldegeheimnis helfen nicht wirklich weiter….
Ob die Hürden für Online-Durchsuchungen genügend hoch sind, wird sich in der Zukunft weisen. Im Zusammenhang mit den liechtensteinschen Banken hat sich der deutsche Staat via den BND auf den Standpunkt gestellt, der Zweck heilige die Mittel. Die Steuerfahnder geniessen weitgehende Handlungsfreiheit. Die Rechtslage ist unklar, aber Recht und recht haben sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe. Man lese, wie dies die Rechtsanwälte Weiss und Partner GbR sehen: …Steuerstrafsachen und Rechtstaatlichkeit…
Mit etwas Fantasie kann sich jeder ausmalen, wie es um das „neue Grundrecht“ bestellt sein könnte, wenn nur irgend wer an (vermeintlich) hoher Stelle etwas wissen will… der einzeln Betroffene wird wohl kaum merken, ob die moderne „GESTAPO“ bereits geschnüffelt hat. Ist es verwunderlich, dass ein allgemeines Misstrauen gegen den Staat in Deutschland weit verbreitet ist?


Schweizer wollen härtere Strafen für junge kriminelle Ausländer


Für Betroffene bedeutet es „sich integrieren„, sich einordnen. Das braucht persönliche Motivation, persönliches Bemühen und eine intensive Auseinandersetzung mit der hiesigen Mentalität, mit der Sprache (auch Hochdeutsch!), der fachlichen Qualifikation und den Gesetzen. Das ist eine hohe Forderung, wenn man bedenkt, dass viele eine bescheidene Ausbildung haben, mit Sprachverständnis und Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben.
Aus der Sicht des Staates wird von Integrationsbemühungen geredet. Man müsst schleunigst etwas unternehmen. Ein Massnahmenpaket, mehr bei: …Nachrichten.ch… . Das andere bzw. jemand integrieren bedeutet nicht weniger, als das andere bzw. jemanden unterordnen, erobern! Das aber ist eine gute Voraussetzung, um gar nicht an die Leute heran zu kommen!
Und wie soll man jemanden integrieren, der in Strukturen lebt, die einer Umgebung einer Parallelgesellschaft ähnlich ist? Die Problematik von Parallelgesellschaften diskutiert man auch im Ausland, siehe „Highlights“ Oe1.ORF.at …islamische Parallelgesellschaft…
Wenn man glaubt, Strafe alleine genüge nicht, man müsse auch erziehen, dann soll dies jemand vormachen. Wer von zu Hause her schlecht oder nicht erzogen ist, den müsste man umerziehen oder erst erziehen.
In der Schweiz hat man viele gute Erfahrungen mit Einwanderern gemacht. Es gibt offenbar Ethnien, die schlecht oder nicht in diese Gesellschaft passen. Das wird auch nicht besser, nur weil Europapolitik betrieben wird. Mit den Menschen aus den lateinisch sprachigen Ländern gab es eben so wenig Probleme wie mit solchen aus den direkt umliegenden Ländern sowie den übrigen Länder der alten EU. Interessant dabei ist die Feststellung, dass sich diese jeweils organisieren. Die einzigen die sich kaum organisieren sind Leute aus dem Balkan…
Offenbar liegt das Problem anders wo! Es ist durchaus verständlich, dass die Bevölkerung harte Massnahmen fordert und auch erwartet. Es ist auch nicht verwunderlich, dass auf das Recht zu gehen hingewiesen wird. Die kürzlich durchgeführte Umfrage zeigt deutlich, was das Volk will:
.
Gesehen bei ZISCH, Neue Luzerner Zeitung online:
Jugendgewalt aktualisiert 10.02.2008 12:34

Straftäter schneller ausschaffen

Straftäter schneller ausschaffen;
Bild Keystone

Junge Ausländer, die schwere Straftaten begangen haben, sollen ohne Verzug ausgeschafft werden. Diese Haltung vertreten laut einer Umfrage 69 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Jeder Zweite findet nebst Strafen auch die Erziehung wichtig.

Für die im „SonntagsBlick“ („Junge kriminelle Ausländer sollen raus„), „Le Matin Dimanche“ und „Il Caffe“ publizierte Umfrage hat das Institut Demoscope am 6. und 7. Februar 913 Personen befragt – wenige Tage, nachdem am Karneval von Locarno ein 22-jähriger Tessiner Student zu Tode geprügelt worden war.

Die drei mutmasslichen Täter sind zwischen 19 und 21 Jahre alt. Zwei stammen aus Bosnien und einer aus Kroatien, wobei zwei einen Schweizer Pass haben.

Auf die Frage, ob man ausländische Jugendliche nach schweren Straftaten ausweisen soll, sprechen sich 69 Prozent für „Sofort ausweisen“ aus, 26 Prozent äussern sich dagegen, 5 Prozent machten dazu keine Angabe. Die Zustimmung zur sofortigen Ausweisung ist in der Deutschschweiz mit 72 Prozent höher als im Tessin (67 Prozent) und in der Romandie (60 Prozent).

Strafen allein genügt den Befragten aber nicht: 50 Prozent sprechen sich dafür aus, nicht nur zu strafen, sondern auch zu erziehen. Nur 23 Prozent sehen in härteren Strafen das Mittel gegen Jugendgewalt. 21 Prozent meinen, auch die Eltern müssten bestraft werden.

Eine Mehrheit sieht die öffentliche Sicherheit nicht in Gefahr. 59 Prozent sind der Meinung, dass die Polizei die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten kann. 30 Prozent traut dies der Polizei nicht zu, 11 Prozent äusserten dazu keine Meinung.

Fast drei Viertel gehen abends ohne Unbehagen auf die Strasse. 51 Prozent der Befragten fühlen sich am Abend und in der Nacht draussen „ziemlich sicher“, 22 Prozent sogar „sehr sicher“. „Ziemlich unsicher“ fühlen sich 21 Prozent, „sehr unsicher“ 3 Prozent.

Die Frauen fühlen sich jedoch unsicherer: Während sich bei den Männern nur 12 Prozent ziemlich oder sehr unsicher fühlen, erreicht dieser Anteil bei den Frauen 34 Prozent.

ats

*****

CHO Consulting Herbert Odermatt, Stellenvermittlung, CH 6072 Sachseln – Schwerpunkt Gesundheitswesen – Sie suchen die Herausforderung, wir drücken Ihnen die Türklinke dafür! Mehr: …Stellenangebote... siehe auch …Stellenvermittlung… Wir freuen uns auf Ihren Anruf.


Herbst


Herbst – „Die Tage werden kürzer, die Bremswege länger“

Was kann man über einen Tag schreiben? Früher führte man Tagebücher, deren Inhalt mit Schloss und Riegel (besser als hinter Schloss und Riegel kommen) versehen, vor Einsicht durch Unbefugte geschützt waren.

Tagebuch ohne Schloss

Millionen schreiben im Internet in sogenannte Blogs. Doch erst provokative Einträge sind für die Masse interessant

Zurück zum Bremsweg. Helm sei Dank schrieb ich 2002, als ich es schaffte, auf dem Fahrrad auf einer Kreuzung von einem Auto erfasst zu werden. Die Fahrerin begann den Bremsweg erst nach dem Crash. Der Velohelm schützte meinen Kopf vor Schlimmerem. Etwa 45 Jahre lang fuhr ich ohne Helm. Gerade rechtzeitig begann ich meine Gewohnheit zu ändern. Für mich muss kein Velohelm-Obligatorium eingeführt werden. Die gemachte Erfahrung genügt. Die Tips zum Helmtragen von Pro Velo sind lesenswert. Was nützen Velohelme wirklich? Es gibt immer ein Dafür und ein Dagegen für etwas. Sicherheit – mit oder ohne Helm, das ist eine Frage. Der Helm ist nur ein Teil des Ganzen. Verkehrssinn, Übersicht, eigenes korrektes Verhalten, geeignete (helle) Kleider oder gar Leuchtjacken und Vorsicht sind genau so wichtig wie der Helm. Und das korrekte Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer ist ebenso wichtig wie bauliche Massnahmen (Radwege).

Im Auto, welches der beste Helm sein soll, fühlt man sich besonders sicher. Das Vier-Augen-Prinzip nützt nicht in jedem Fall. Besonders dann, wenn im Rückspiegel ein Lastwagen immer grösser wird und es schliesslich kracht, weil der Bremsweg nicht ausreichte, wird es eng um das „Sicherheitsgefühl“. Die sichere Karosse wird dann nämlich zusammengeknautscht wie eine Kartonschachtel. Die Sicherheit auf der Strasse ist relativ. Man kann dann froh sein, wenn wenigstens die Knautschzone ihren Dienst nicht versagt und die Kopfstütze ihre Funktion erfüllt hat. Daher Kopf schützen – Nacken stützen!

Zur Sicherheit sagte ein ehemaliger Sicherheitsingenieur von der SUVA:

  1. Begegnen sich ein Mensch und ein Krokodil überraschend auf freier Wildbahn, dann ist die Sicherheit für den Menschen minimal.
  2. Wenn sich der Mensch mittels einer Ritterrüstung schützt, ist die Sicherheit relativ gross – weil Krokodile kein Büchsenfleisch (Spam ; billiges Doesenfleisch) mögen.
  3. Will dieser Mensch absolute Sicherheit gegenüber dem Krokodil haben, so töte er dieses z. B. mit einem Jagdgewehr!

Tierschützer würden eine andere Methode vorschlagen.


Schutzgeld


Als ich 1989 den ersten PC beschafft habe, kostete dies sehr viel für relativ geringe Leistung. Der 286-er Prozessor leistete was er musste oder was er konnte. Die Festplatte hatte eine Kapazität von 40 MB. Das galt als sehr fortschrittlich. Nicht umsonst redete man von einem „AT“ (Advanced Technik). Das Beherrschen der wichtigsten DOS-Befehle war ein „muss“!

Im Übergang kam ein „386-er“ ins Haus, danach ein Pentium II. Dieser tat seinen Dienst etwa 10 Jahre lang. Zu lange meinten einige Kenner der Szene. Inzwischen hat Windows-98 hat ausgedient, denn das Betriebssystem wird nicht mehr gewartet. Auch die neueren Antivirusprogramme unterstützen dieses Betriebssystem nicht mehr. Schade eigentlich, denn für den alltäglichen Gebrauch waren die Leistungen genügend. Aber da mit E-Mails kommuniziert wird und regelmässig im Internet gesurft wird, sollte man mit der technischen Entwicklung Schritt halten. Hat man damals für PC, 24-Nadel-Drucker und Bildschirm, mit Spezialrabatt noch über 6000 Franken ausgegeben, so kommt man heute mit gut 2000 Fr. weg. Enthalten ist ein grosser Flachbildschirm, ein PC mit einer Festplatte mit einer Kapazität von 250 GB, ein Laser-Color-Drucker „all in one“ und eine externe Festplatte (500GB), und nicht zu vergessen, eine riesige Auswahl von Möglichkeiten. Die Leistung ist relativ billiger geworden.

Vielleicht habe ich auch einen entscheidenden Fehler begangen. Mit etwas mehr Mut wäre am Schluss vielleicht ein „Mac„, Apple Macintosh, am Arbeitsplatz gestanden.

Alles gut und recht so. Vermutlich werden aber bald Programme angeboten, die all die respektable Kapazität wieder auffressen. Es werden so viele Möglichkeiten angeboten, die man als Einzelner gar nie anwenden wird.

Damit man unbehelligt arbeiten kann, müssen regelmässig Service-Patches installiert werden. Und es braucht einen umfassenden Virenschutz. Dieser wiederum muss abonniert werden um in den Genuss der stetigen Aktualität zu kommen. Für den Schutz bezahle ich regelmässig Geld. Schutzgeld notabene! Auch die nötigende Erpressung liegt nahe: „Wenn du kein Schutzgeld bezahlst, verlierst du „unseren“ Schutz!“ Einen Gruss von der Mafia! Wenn ich der Phantasie freien Lauf lasse, dann liegt der Gedanke nicht fern, dass die Viren-Tüftler unter der gleichen Decke stecken wie die Softwarehersteller… Eine verrückte Idee? So crazy muss die Idee gar nicht sein.

Ähnlich wird ja von Anti-Virenprogramme-Softwarefirmen behauptet, dass sie Virenentwickler anheuern damit ihre Software besseren Anklang findet. Naja eigentlich alles Vermutungen, wobei ich ehrlich gesagt glaube, dass was wahres dran ist. Was glaubt ihr, wer die meisten Viren programmiert?

Krieg führende Nationen bekämpfen schliesslich all zu oft Gegner mit Waffen, die in ihrem eigenen Land hergestellt wurden. Und Geheimdienste inszenieren Vorgänge, welche die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln rechtfertigen. Sogar der alte Greenspan nahm (musste er?), ähnlich Galileo Galilei, eine wichtige Aussage zurück.

Schlagzeilen in den USA machen vor allem Greenspans Wertschätzung für Bill Clinton und die Deutung des Irakkriegs. Clinton sei wissbegierig und ein guter Zuhörer gewesen. Auch da klingt Kritik an Bush an. Den Irakkrieg, betont Greenspan, habe Bush nicht wegen Öl geführt. „No, no, no“, wird er in Interviews energisch. Verkehrte Welt. (wer’s glaubt ist selber schuld! odh) Greenspan hatte versucht, der Bush-Regierung klarzumachen, wie wichtig Saddams Sturz für die Weltwirtschaft sei. Nicht in erster Linie wegen Iraks Öl. Sondern weil Saddam aus seiner Sicht versuchte, den wichtigsten Transportweg zu kontrollieren, die Straße von Hormuz im Persischen Golf. Das hätte zu Ölpreisen von 120 Dollar pro Barrel führen können, fürchtete er. Bei Bush drang er damit nicht durch, der konzentrierte sich auf Saddams Waffenprogramme.

Man stelle sich vor: die Software-Entwickler könnten die benötigte Geldmenge beliebig steuern!

So bin ich also dem Gedeih oder Verderb ausgesetzt, wenn ich Schutzgeld bezahle oder nicht. Ich werde zwar kaum in einer dunklen Gasse meuchlings abgemurkst und ich werde kaum in eine Benzintonne einbetoniert und in einem Stausee, der sich periodisch leert versenkt, wenn ich nicht bezahle, aber wenn ich nicht in Ruhe arbeiten kann, dann trifft es mich eben empfindlich. Also bleibt nur das Bezahlen des Schutzgeldes übrig. Selbst ein Mafiajäger müsste klein beigeben. Das alles passiert mit dem Segen von Wettbewerbshütern, nationalen und internationalen Gerichtshöfen, Antitrustinstitutionen etc. Das Ganze hat aber doch noch einen positiven Anstrich. Via ADSL stellt mir mein Provider einen Spam– und einen Phishing-Filter sowie einen Virenfilter zur Verfügung. Aber das ist nicht gratis und kommt zu den Schutzgeldern dazu.


Vier-Augen-Prinzip


Wenn man über Zero Defects redet, geht man vom primitivsten Anstand, eine Arbeit fehlerfrei zu erledigen aus. Da hat mich der Finanzblogger daran erinnert, dass es im Strassenverkehr oft Situationen gebe, wo etwas mehr primitiver Anstand und fehlerfreie Erledigung der „Arbeit“ von Nöten wäre.

Über vierzig Jahre aktive Fliegerei haben mich gelehrt, auf mich selber Acht zu geben. Und im Strassenverkehr, wo man sich im Gegensatz zur Fliegerei meist nur mit zwei, statt wie dort mit drei Dimensionen begnügen muss, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich zu nahe kommt, wesentlich grösser.

Mit dem Fahrstil eines Bekannten, der jeweils sehr direktiv durch die Strassen fährt, habe ich nichts am Hut! Einmal auf die Gefährlichkeit hingewiesen lautete die Antwort: „Die anderen haben auch zwei Augen im Kopf“. Diese Art von Vier-Augen-Prinzip zu praktizieren könnte fatale Folge zeitigen.

Da ist es mir lieber, davon auszugehen, dass ich mich im Strassenverkehr in einer sehr komplexen Situation befinde. Und für einmal ist es besser anzunehmen, dass alles was passiert, sachlichen Abläufen folgt und, dass man an die übrigen Verkehrsteilnehmer keine hohen Ansprüche stellt. Und oft, wenn man annimmt, der andere handle auf eine bestimmte Weise, wird man vom Gegenteil überrascht. Im Cockpit, wo im Teamwork gearbeitet wird und wo die Abläufe definiert sind, ist die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips sinnvoll. Im Strassenverkehr gelten andere Gesetze. Von Team keine Spur, jeder gegen jeden wäre schon träfer. Nach über viereinhalb Jahrzehnten ohne nennenswerten Schaden (eben habe ich ein Holz angefasst!), kann ich mit Genugtuung feststellen, das richtige Gemisch an direktivem und rezeptivem teils variabel, teils konstant, ja integrativem und separativem Verhalten gefunden zu haben. Sich selber auf die Schulter klopfen? Mit nichten! Es ist weiterhin „aufpassen“ angesagt. Vorsicht sei die Mutter der Porzellankiste. Aber übertriebene Vorsicht ist ebenso schädlich wie zu wenig davon.