Brexit, Chance verpasst?

Die Briten scheinen die Gelegenheit zu verpassen, den Austritt aus der EU in eine Wachstumsstrategie umzumünzen.

Die Europäische Union (EU) stellt mit ihrem zunehmenden Regulierungs- und Zentralisierungsdrang gewissermassen die Antithese zum Erfolgsmodell dar, welchem der Kontinent seinen Aufstieg zu verdanken hat. Errungenschaften wie etwa die parlamentarische Demokratie, die Wirtschaftsfreiheit und Gewerbefreiheit, wie auch die Gewissens- und Religionsfreiheit entstammen der Abwesenheit einer zentralen politischen Gewalt und dem Wettbewerb zwischen verschiedenen Gebietskörperschaften. Der enorme Agrarprotektionismus, sowie undurchdachte gebietsübergreifende Richtlinien und Politiken der EU schränken diesen Systemwettbewerb immer stärker ein.

Aus dieser Optik hätte der Brexit durchaus eine Chance sein können, um diesen schädlichen Trend umzukehren. Doch allem Anschein nach wird Grossbritannien diese Gelegenheit nicht nutzen können. Die ökonomischen Weisheiten eines Adam Smith, die ruhmvolle Vergangenheit der industriellen Revolution (1.0-4.0) und des Freihandels, die gesunde Rhetorik einer Margaret Thatcher zum privaten Unternehmertum und zur Eigenverantwortung sind leider heute nicht mehr die dominierenden Ansichten.

Die Politik Grossbritanniens wird heute vom Chauvinismus des Wohlfahrtsstaats dominiert und viele Interessengruppen möchten den bestehenden nationalen Etatismus aufrechterhalten, ob im Gesundheitswesen, in der Bildung, im Wohnsektor, in der Landwirtschaft und der Fischerei oder bei «öffentlichen Dienstleistungen». Die wettbewerbsfähige Strategie des Brexit, nämlich die eines einseitigen Freihandels gegenüber der EU wie auch dem Rest der Welt, wird nur von einigen Think Tanks vorgeschlagen. Nichtsdestotrotz verspräche diese einen enormen Wohlstandsvorsprung. Quelle: Liberales Institut

Das nicht-verwertete Potenzial des Brexit

Es bleiben unbeantwortete Fragen:

  • Was wäre, wenn festgestellt würde, die Menschheit hätte ihr zahlenmässiges Maximum erreicht?
  • Wie würden die Wachstumsökonomen damit umgehen?
  • Die Theorien der Postwachstumsanhänger scheinen ins Leere zu verlaufen! Über „Peak Oil“ ist schon viel geschrieben worden. Die nächste Runde heisst vielleicht Peak Everything oder Peak Prosperity
  • Was wäre, wenn die Wachstumsapostel keine Alternativen zum wirtschaftlichen und Geldwachstum fänden?
  • Würden sie vielleicht etwas nachhelfen, damit Wachstum wieder möglich wäre?
  • Welche Mittel würden sie wohl einsetzen? Etwa Krieg mit biologischen oder chemischen Mitteln oder mit etwas ganz anderem? hatten wir mit den Kriegen WK1 u WK2 (inkl. Konzentrationslager und Ethanasie, sowie von Vietnam bis Syrien und Jemen…
  • Was ist von Politikern zu erwarten, deren „Horizont“ bis zu den nächsten Wahlen reicht und denen es nur um Macht geht? Die Wahrheit bleibt bei ihnen aussen vor!
  • Was ist von Unternehmern zu erwarten? Sie die kurzfristig und oft egoistisch denkt! (Hansjörg Wyss)

Die andere Sicht: öffne den folgenden Link: „Man sollte weit weit weg sein, wenn die Bombe hochgeht“  – Volkswirt Dr. Markus Krall zum Brexit

Ergänzt: 21/22. 04. 19


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