Gehaltsanpassung

 

So könnte man es auch sehen. Heute wird sehr viel Aufwand getrieben, um Leistung und Verhalten der Angestellten zu beurteilen und ins Lohnsystem einfliessen zu lassen um letztlich Gehaltsaufbesserung zu betreiben. Leistungsorientierte Lohnfindung nennt man das. Was bei den kleinen bis mittleren Salären mit Akribie und grossem Aufwand ermittelt wird, erscheint im Vergleich zu den Kadergehältern wie Erdnüsschen zählen. Während man für die Unteren in der Hierarchie bei gut laufender Konjunktur 1-3,5 % locker macht („Löhne in der Schweiz gestiegen“), sind es bei den oberen 2-stellige %-Werte („Löhne der Top-Manger steigen rasant“). Die obersten Top-Verdiener lassen wir tunlichst aus dem Spiel. In jeder Statistik gibt es schliesslich ein paar „Ausreisser“.

Eine kleine Geschichte

Ein Polizeibeamter X in höherer Funktion ist mit seinem Lohn im Vergleich mit anderen Kollegen (kantosnübergreifend) nicht zufrieden. Er bespricht dies mit seinem Chef. Dieser erkennt das Problem, hat aber auch gleich eines. Das Lohn-Budget ist gemacht. Reserve für spezielle Fälle sind nicht vorgesehen. Ergo muss alles „kostenneutral“ abgewickelt werden. Der Chef kommt seinem Mitarbeiter nach Rücksprache mit dem Oberchef und dem Personalamt entgegen. Das Resultat für den Mitarbeiter: plus Fr 150.- pro Monat (er hätte insgeheim jedoch den dreifachen Betrag gemeint, wäre aber mit dem doppelten zufrieden gewesen). Ein paar Tag später kommt Kollege Y zu X und sagt: „Ich bedanke mich bei dir recht herzlich!“ “ Für was dankst du mir eigentlich?“ „Für die monatlichen 150 Franken, die ich dir abgeben durfte!“

Der Chef hatte trotz „grosszügigigem Entgegenkommen“ nun zwei demotivierte Mitarbeiter! „Personalmotivation und Honorierung“ waren offenbar Fremdwörter.

So hat man also Kostenneutralität verstanden. Man gibt dem einen und nimmt es vom anderen. Man musste schnell noch eine Qualifikation vorbereiten, ein Mitarbeitergespräch mit Y führen und ihn überzeugen, dass seine Leistung tiefer als bisher bewertet werde. Und dass wegen der Systemkonformität eine Korrektur zwingend sei. Y ist derweil aufgefallen, dass sonst keine Mitarbeitergespräche angesgt waren. Er wollte etwas mehr wissen. Dann hat man ihm klaren Wein eingeschenkt. Man hat ihm erklärt, dass man bei X etwas in die positive Richtung tun müsse und dass er das nun tragen müsse.

Schildbürgerstreich? Eine Geschichte aus Gersau?

Mit Fasnacht („Gerfaz“-Figur), Mittefastenfeuer, Sennengemeinde auf „Holzbüöl“, Sennenkilbi mit „Tschämeler“ (Wildmannen), Klausentricheln und Klausenumzug kennt G. ein vielfältiges Brauchtum. Noch heute erinnern Ausdrücke wie „Gersauern“ oder „Gersauerstückli“ an die Eigenart G.s und ihrer Einwohner zur Zeit ihrer Republik. Sie gehören, wie etwa die Taten der Leute von Merligen, in das Kapitel der Schildbürgerstreiche.

Die Geschichte stammt weder aus Gersau noch von den Schildbürgern. Sie ist in einem Innerschweizer Halbkanton, jedoch nicht in Nidwalden passiert. Und all zu alt ist sie auch noch nicht…

 


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