Eiger Nordwand – 1962

Eiger Mönch u. Jungfrau. Foto: Jungfraubahn

Majestätisch steht das Berner Urgestein auf festem Grund. Es zog Bergsteiger schon früh in seinen Bann. Die Eigernordwand war auch für vier Urner Bergsteiger ein ersehntes Ziel. Es waren dies: Josef Jauch, Josef Zurfluh aus Intschi, Franz Gnos aus Bristen und Franz Jauch sen. Die Vier waren ein gut eingespieltes Team, das sich auf unzähligen Bergtouren und Besteigungen zusammen fand. Sie waren nicht auf Publizität aus. Die Leidenschaft war ihr Fron. Freiheit, Berge und Kameradschaft waren, was sie suchten! Unter Wikipedia findet man keinen Eintrag über sie.

Franz Jauch sen. Jg. , erzählt:

Bergfahrten im Sommer und Winter – Franz Jauch

17. August 1962 kamen mein Bruder Josef und ich von Zermatt her, wo wir das Matterhorn bestiegen hatten, um 13 Uhr in Grindelwald ein. Der Eiger, das neue Ziel ist greifbar nahe. Es sollten noch Josef Zurfluh und Franz Gnos zu uns stossen. Dann war unser Quartett vollzählig.

Grindelwald – Da müssen wir Proviant einkaufen und zwar für 4-5 Tage. Brennstoff, Büchsenfleisch, Margarine und Brot. Schwer beladen steigen wir gegen Alpiglen. Dort, im Bergrestaurant, kehren wir jedoch nicht ein, denn wir wollen unbemerkt an unser Vorhaben gehen. Unter der Wand in einer Wiese lassen wir uns nieder. Es wird verpflegt. Der Nebel hängt bis ins erste Eisfeld hinunter. Immer wieder beobachten wir die mächtige „Mauer“ vor uns. Hie und da poltern Steine herunter. Auf Sepps Vorschlag wechseln wir zu einem Älpli, wo es Hütten hat. Dort wollen wir übernachten. Die Alphütten sind einfach. Einen „Obergaden“ gibt es nicht. Wir suchen daher einen geschützten Ort im Freien unter einer Arve. Schnell sind wir im Schlafsack. Doch um Mitternacht beginnt es zu regnen! Es folgt ein Wechsel in einen nahen Stall wo es etwas Heu hat. Es regnet und am Morgen hat es Nebel bis ins erste Eisfeld hinab. Etwas länger liegen bleiben schadet auch nicht! Nichts zu wollen! Dann also doch aus der Pfanne! Josef war vorübergehend weg. Er holte sich in Alpiglen Zigaretten. Eine Wegweite dauert eine halbe Stunde. Nun wird eine kräftige Suppe vorbereitet. Dann kommen zwei Sennen. Sie bedeuten uns, dass wir die Hütte verlassen sollen. Selbst gutes Zureden durch Josef half nichts. Wohin es denn gehen soll war die Frage an Josef. Er deutete hinauf, in die Wand. „Ja was weyt dièr jetzt hiè obsi, da chämèt èr niè ufi!“ Jetzt ging es darum, einen neuen Platz zu suchen und zu beobachten, ob die zwei Kollegen angekommen sind. Schliesslich treffen sie Zurfluh und Gnos. Sie bringen gute Wetternachrichten. Gemeinsam gehen sie hinab ins Bergrestaurant. Eine Rösti mit Schüblig wird bestellt und ein Liter Roten vom „Besseren“! Im Restaurant sind fast alle Plätze besetzt. Die nette und sehr freundliche Wirtin fragt, ob es etwa in die Wand gehe. „Keine Spur, wir sind nur stille Bergwanderer!“ bekam sie zur Antwort. Es wird gebechert und um 22 Uhr sind wir in sehr guter Laune. Niemand denkt mehr an die „Wand“ und deren Gefahren. Auch die Serviertochter ist ein nettes und freundliches Mädchen (träumen sei gestattet). Um Mitternacht verziehen wir uns singend und lachend in die „Gemächer“, ins Massenlager des Restaurants. Nachts sind noch keine Sterne zu sehen. Am schönen Wetter zweifeln wir darum noch. Tagwache ist für 3 Uhr vorgesehen. Doch Wein und wenig Schlaf verderben den Plan. Verschlafen! Ein strahlend schöner Tag begrüsst uns. Es packt uns die Eile. Um 7 Uhr sind wir bereits vor der Hütte und beeilen uns fürs Morgenessen. Schon etwas knapp, wenn man auf den Eiger will! Dieser zeigt sein ganzes Gesicht. Langsam steigen wir zur „Wand“ hinauf. Es ist sehr kühl, was ein gutes Zeichen für beständige Witterung ist. Am Einstieg werden die Packungen nochmals überprüft. Unnötiges Material wird unter einem grossen Stein deponiert. Wir wollen nicht zu viel Gewicht durch die Wand schleppen. Es stossen zwei Östereicher, sehr freundliche Alpinisten, zu uns. Sie mustern unsere Ausrüstung und fragen um Aschluss an unsere Gruppe. Vorerst willigen wir nicht ein. Wir kontrollieren auch ihre Ausrüstung. Beide sind sehr gut voebereitet. Sie haben sogar wasserdichte Anorackanzüge. Einer der beiden gibt uns eine 40 Meter lange Rebschnur mit. Wir sollen diese am Hinterstoisser Quergang einhängen. Dieses Seil lasse er hinten. Wir sollen voraus klettern, weil wir einen Teil schon kennen würden. Sie kämen hinten nach. Abgemacht: Um 11 Uhr steigen wir zum „Schwalbennest auf, biwakieren dort und morgen, je nach Wetter, gehts dann weiter, „ans Eingemachte“! Punkt 11 Uhr am 19. August beginnt der Aufstieg durch steile Geröllhalden in die gefährlichste Wand der Alpen. Wir waren gut vorbereitet was das Handwerkliche betrifft und die Route hatten wi gut studiert. Wir folgtem der Heckmair -Route.

Heckmair-Route

Das Wetter war wundervoll. Am Morgen war es sehr kühl, das verhiess, dass es mehrere Tage so bleiben würde. Aber die Meteorologen haben eine Störung über Frankreich gemeldet. Die beiden Österreicher folgen mit etwas Abstand. Es müssen zünftige Gänger sein. Die Ausrüstung bestand für beide Seilschaften aus 80 m Nylonseil 11 mm, 100 m Rebschnur, 7 mm, 20 Felshaken, 10 Eisröhren, 10 Eisschrauben, Eispickel, Biwaksack, gute Wäsche, gutes Schuhwerk und Steigeisen. Der Proviant war sehr einfach bemessen: 1 Kg Speck, 1 kg Brot und Margarine sowie Pflanzenfett, Dörrfrüchten und Tee. Ein Benzinvergaser und das nötige Reinbenzin dazu. Jeder hatt ein Gewicht von 15-18 kg bei sich.

Aufstieg, die ersten 600 m sind nicht so schwer und werden ohne Seil zurück gelegt. Es geht über einige Schneefelder hoch zum ersten Pfeiler. Einige Platten werden überklettert. Weiter geht es weiter zum Jerschrumen Pfeiler. Da, bei der ersten Biwakhöhle schalten wir einen kurzen Halt ein und stärken uns mit kaloriehaltiger Kost. Es wird angeseilt. Die Platten sind nämlich manchmal vereist und verlangen grosse Vorsicht. Es geht hinauf zum schwierigen Riss. Einer der Österreicher jammert. Ihm sei es ganz dämisch, d. h. schlecht. Vermutlich hat er Schneewasser getrunken. Beide sind jedoch hervorragende Kletterer. Es geht weiter zum schwierigen Riss, eine sehr schwierige Kletterei vom 25 Metern mit 5+ auf der Schwierigkeitsskala.

Grandios sieht die rote Fluh aus (überhängend)! Sie ist an die 500 m hoch und senkrecht. Ein Band führt vom Riss nach links zum Hinterstoisser Quergang. Hier hängen viele Seile drin. Der Quergang ist 40 Meter lang. Josef zieht das Seil ein, das ihm der Österreicher mitgegeben hat. Dieser Quergang wurde den vier ersten zum Verhängnis. Hinterstoisser zog das Quergangseil ein, als das Wetter umschlug und Schnee auf die Platten fiel, konnte er diese zum Rückzug nicht mehr bezwingen. Sie kamen alle ums Leben; Toni Kurz, Anderl Hinterstoisser, Willy Angerer und Edi Rainer.

Eine Schlüsselstelle: der Hinterstoisser Quergang; Bild: Bergsteiger => 70 Jahre Eiger Nordwand

Am Quergang hört man bereits Steine über dem Kopf in die Tiefe sausen. Um 16 Uhr 30 erreichen wir als die ersten das Schwalbennest. Zurfluh und Sepp kommen als zweite, am Schluss die beiden Östereicher. Wir hätten zeitlich noch weiter klettern können. Des mörderischen Steinschlages wegen müssen wir aber einstellen. Die Sonne scheint jetzt in die Wand und löst Steine und Eis die nach ein paar Mal aufschlagen zu kleinen Splitern zerfallen. Guter Humor herrscht unter uns sechs Bergesteigern. Josef kocht Tee. Der Durst macht sich bemerkbar, wahrhaft vom guten Wein, den wir letzte Nacht getrunken hatten. Wir anderen richten uns ein für die Nacht. Die beiden Österreicher richten sich links von uns einen Sitzplatz ein, den sie aus dem Eis herauspickeln und legen eine Art Kissen drauf. Dazwischen kommt ein weiterer Brocken. Jeder der sechs hat nun Platz zum Sitzen, nicht mehr! Von Schlafen in einer solchen Stellung kann kaum die Rede sein. Wir hätten in 20 m Entfernung genug Wasser bekommen, aber kein Mensch wollte es wagen, so heftig war der Steinschlag. Das Schwalbennest ist eine überdachte Nische. Da hat man Schutz genug vor Stein- und Eisschlag. Alle Tonarten hört man. Von der Bassgeige bis zur Violine. Das ist höchst interessant – richtige Eigermusik! Die Sonne sinkt langsam unter den Horizont und kündet uns für morgen einen wunderbaren Tag an. Das ist ein herrliches Naturschauspiel, das man nur in der Eigerwand erleben kann! Die Nacht sinkt herab. Unten sieht man die tausend Lichter von Grindelwald. Um 10 Uhr erstarrt alles zu Eis. Das Wasser hört man nicht mehr rauschen. Der Steinschlag hört auf, Gegen 11 Uhr geht der Mond auf. Gespenstisch wirkt die Landschaft bei Mondschein. Zwischen durch hört man die österreichischen Kollegen etwas murren. Gegen Morgen fällt die Temperatur weit unter den Gefrerpunkt. Ein kühler Wind weht aus der Wand. Der Tag bricht an. Wundervoll geht die Sonne an den Bergspitzen auf und vergoldet den Horizont. Josef schmilzt Schnee und kocht Tee. Die anderen essen nahrhafte Kost. Speck, Brot und Dörrfrüchte auch die Kollegen aus Austria verpflegen. Kollege Zurfluh hat sogar ein halbes Poulet dabei! Wir sind alle bei sehr guter Stimmung, trotz der kalten Nacht. Um 6 Uhr nehmen die österreichischen Kollegen als erste Seilschaft den Aufstieg. Die Route führt durch das erste Eisfeld zum Eisschlauch. Das ist der Übergang vom ersten zum zweiten Eisfeld und ist ziemlich schwierig. Josef und Zurfluh steigen nach. Gnos und ich bilden die letzte Seilschaft. Oben im Schlauch ist schon Warten angesagt. Was ist da los? Mit uns sind noch drei weitere Kameraden in der Wand. Baumann Nick vom akademischen Alpenclub Aarau und zwei Deutsche. Diese sind am späten Abend im Schwalbennest eingetroffen und da sie keinen Platz mehr hatten, stiegen sie noch 2 Seillängen hoch. Unter einem schmalen Felsvorsprung bezogen die drei ihr Biwak. Wir stellten fest, dass diese Lage viel die schlechtere als die unsere war. Zu neunt im zweiten Eisfeld, das ist zu viel. Es gibt bereits Verzögerungen. Voraus geht Nick als erste Seilschaft. Stufen werden geschlagen und Sicherungsplätze ausgehauen. Nach jedem Pickelschlag spritzt das Eis in tausend Stücke. Dem einen Österreicher wird es zu bunt, weil es ihm zu langsam vorwärts geht. Unglaublich, das ist ein Eisgänger wie ich noch keinen gesehen habe. Er klettert direkt hinauf zu den Randfelsen. Sofort steigen wir ihm nach. Alle zwanzig Meter ein Stand und ein Haken! Wie man so hinauf schaut, denkt man an zwei Seillängen. Aber oha, es sind acht mal vierzig Meter! Der moderne Eisgänger macht keine Stufen mehr ins Eis. Vorne an den Steigeisen befinden sich zwei Frontalzacken. Diese werden mit den Schuhen ins Eis hinein geschlagen. Mit dem Pickel und einem Eisrohr in der anderen Hand sind wir hoch gestiegen. Von den Standplätzen die ich aushauhe sausen Eisbrocken in die Tiefe und den Kameraden unten direkt auf den Helm. Sie jammern und fluchen deswegen. Nick quert das Eis in der Mitte schräg gegen die Bügeleisenkante. Dies erfordert mehr Zeit. Über uns kreist ein Adler! Um 13 Uhr erreichen wir die Bügeleisenkante. Schaum mal hinauf, dort oben sind noch weitere Vier! Welcher Nationaltät die wohl angehören? Hier an dieser Kante ist die Steinschlaggefahr sehr hoch weil die Steine im direkten Flug dreihundert Meter weit von der „Spinne“ herab sausen. Das dritte Eisfeld, fast senkrecht, sieht bös aus. Wir versuchen rasch zu queren und stehen unter Dauerbschuss von herab fallenden Steinen. Kollege Zurfluh hat es nicht leicht. Er muss hinter uns sämtliche Eis- und Felshaken ausreissen. Dies erfordert viel Kraft. Dann wollen, die österreichischen Kollegen, dass ich mal vorsteige. Die ersten Seillängen durch die Rampe gehen leicht von der Hand. Eine Verschneidung zieht sich bis zum Wasserfall hoch. Wir stossen wir auf zwei weitere Bergsteiger. Es sind Deutsche. Sie wollen hier nächtigen und das schwere Stück vor ihnen morgen in Angriff nehmen. Nebelschwaden schleichen umher.

Durch den Wasserfall müssen alle hindurch. Er besteht aus einem Halbkamin und ist oben überhängend. Ich schlage einen Standhaken. Der eine Österreicher traut der Sache nicht ganz, lässt sich aber überzeugen.

Sepp und Zurfluh erkundigen sich über die Situation. Es ist streng. Nach weiteren dreissig Metern gibt es ein guten Stand. Franz ist rasch da. Auch der österreichische Kollege klettert schnell nach. Oben hängt eine Eiszunge über uns, blank wie Glas. Wasser schiesst herunter. Es dringt in alles hinein , durch die Ärmel durch die Kleider bis in die Schuhe. Gnos Franz füllt eine Feldflasche ab, damit wir nacher ein Tee kochen können. Der österreichische Kollege erkundigt sich. Es geht hier, doch sollte man die Steigeisen einsetzen! Ich bin noch ohne Steigeisen drin und muss Stehschlingen einhängen. Gnos klettert zu mir nach und übernimmt die Führung für die nächsten vierzig Meter. Dann ist der obere Teil der Rampe erreicht. Es ist 18 Uhr. Es wird das Biwak eingerichtet. Josef und Zurfluh kommen nach. Das war aber happig! Sofort beginnen wir uns einzurichten. Die beiden aus Austria, drei Meter über uns, Zurfluh und Josef richten sich auf der Kante ein. Unter ihnen: 1400 Meter direkter Abgrund. Sie sind an nur einem Haken gesichert! Alle sichern sich. Ein schmaler Felsvorsprungschützt vor Steinschlag. Sepp, der Koch, bereitet uns einen heissen Tee zu. Wir stellen fest, dass wir viel zu wenig Brennstoff mit uns haben. Schlecht berechnet! Die Dämmerung fällt herein. Von Westwn ziehen Gwitterwolken auf. Es wird eine spannenden Nacht werden, wie wir sie noch nicht erlebten. Hoffentlich hält das Wetter bis zum nächsten Mittag! Dann kommt alles gut.

Das Spektakel beginnt mit Wetterleuchten. Wir schlüpfen in die Schlafsäcke. Gnos und ich haben eine sehr unbehagene Stelle ausgesucht. Das Seil welches um die Brust gewickelt ist, drückt heftig. Hie und da hört man die anderen wieder etwas murmeln. Die Zeit scheint still zu stehen. Nach Mitternacht donnert es dauernd. Und das Unwetter kommt näher. Ab und zu schaue ich aus dem Schlafsack hinaus. Sterne sind nicht mehr zu sehen. Die Temperatur ist zwar noch behaglich, liegt aber schon unter dem Nullpunkt. Kein gutes Zeichen! Ein Wetterumsturz bahnt sich an. Am Morgen hüllen uns dunkle Wolken ein. Die Sicht ist praktisch „Null“, der Vorhang „überoben“ hat sich geschlossen. Der Kocher schnurrt. Eis wird geschmolzen um Tee zuzubereiten. Der Apetit ist uns vergangen! Nur der Durst meldet sich. Trockene Kehlen! Wir rüsten uns und überlegen einen Rückweg. Nein, da steigt niemand hinab. Lieber fünf hundert Meter nach oben, als 1400 Meter hinunter! Wir offen, dass der Nebel verschwindet um freie Sicht zu bekommen. Oben am Anfang des Götterquergangs entdecken wir in Rufweite zwei weitere Kletterer in der Wand. Ob sie sich auf dem richtigen Band befänden, welches zur Spinne führe, wollte unser österreichischer Kamerad wissen. Als Antwort kam ein „Ja“ auf hochdeutsch. Der zweite antwortet etwas in unbekannter Sprache. Die Wand wird bereits wieder eingenebelt, wohl für immer! Um 6 Uhr 30 beginnen wir mit dem Aufstieg durch das steile Rampeneisfeld bis zu einem Riss. Reihenfolge: Gnos/Jauch, dann beiden österreichischen Kameraden und Zurfluh/Josef am Schluss.

Es beginnt zu schneien und zu stürmen, wie wir es im Sommer noch nie erlebten. Bei diesem Schnee steigt der Schwierigkeitsgrad mindesrens um einen Punkt an! Nach einer Stunde fahren bereits die ersten Lawinen zu Tal! Der Götterquergang an die dreihunder Meter lang, sieht warhaftig göttlich aus!

Einer der ersten Seilschafte muss uns entdeckt haben. Er ruft seinem Kumpel zu: „sie kommen, sie kommen!“ Von da an übernimmt der österreichische Kollege die Führung. Meisterhaft und sicher geht er vorwärts. Wir klettern sofort nach. Plötzlich wird der zweite Östereicher unsicher und redet von herunter fallen. Sein Kollege muntert ihn auf. Wir haben eben die „Spinne“ erreicht. Das ist ein Eisfeld, welches um 60° bis 65° steil ist und wie ein Trichter geformt ist, der alle Steine und Lawinen kanalisiert. Weiter führt der Vordermann durch die Spinne. Das Eisfeld ist um die einhundertzwanzig Meter lang. Der Sturm tobt unheimlich weiter. Etwa viertelstündlich geht eine Lawine durch die Spinne ab! Der Schneesturm ist so stark, dass die Sicht oft kaum einen Meter weit reicht! Josef wurde von einem Stein am Arm getroffen. Eine dukelblaue, von Blut unterlaufene Stelle ist das Ergebnis. Es hätte mich fast aus dem Stand geschlagen! Die Zeit drängt! Das obere Ende der Spinne ist erreicht! Die ersten Kletterer sind eingeholt. Jetzt sind wir acht Kletterer hier oben in den Ausstiegsrissen. Einer der beiden redet hochdeutsch, der andere englisch. Nun werde ich zum Führen aufgefordert. Wir bilden eine Achterseilschaft. Schneefall, Kälte und schwerer Fels lassen uns nur langsam Höhe gewinnen. Die Hoffnung, den Gipfel noch diesen Abend zu erreichen ist gross. Oben, in den Ausstiegsrissen ist es sehr schwierig und zudem stark vereist. Ich steige hinauf. Die Kräfte verlassen mich langsam, als ich den Karabinerhaken einhängen wollte. Verdammt, da stürze ich ab, ist mein Gedanke! Franz hält, ja er hält mich. Ich finde Halt. Die Beine zittern vor Schreck, Glück gehabt! Franz erkannte die Situation sofort und zog das Seil schnell ein. Nun geht unser östreichischer Kamerad voraus. Sicher und zuverlässig nimmt er die nächste Strecke in Angriff. Bald ist er oben. Er hat den Vorteil, dass er um einiges grösser ist. Gnos geht nach. Die Reihe ist an mir. Ich klettere unsicher wegen des Sturzes, von dem ich mich noch nicht erholt habe. Es ist bereits später Nachmittag. Nach dieser Seillänge ist ein Quergang nach links. Durch kurzes, schräges Abseilen gelangt man in eine Verschneidung. Jetzt übernehme ich wieder die Führung. Ich steige durch die Verschneidung und wie ich oben in der Mitte bin, kommt wieder Unsicherheit auf. Lawinen stürzen über und durch die Verschneidung hinab. Ich rufe, ich käme nicht mehr weiter. Der Österreicher klettert zu mir nach und fragt ob ich Stand hätte, was ich bestätigen kann auch wenn dieser eher eng ist. Er klettert vor und nimmt mich zu einem sicheren Stand. Von hier seile ich Gnos nach, der auch bald da oben ist. Der Österreicher steigt weiter. Gut sichern, sagt er noch. Dann entschwindet er meinen Blicken. Nach einer Weile ruft er, er habe Stand und sei oben. Der zweite Östereicher klettert zu unserem Stand nach und meldet, ein Schweizer sei verletzt, er glaube, er habe ein Bein gebrochen. Das hat uns gerade noch gefehlt und Gnos flucht. Die Hoffnung, den Gipfel heute noch zu erreichen schwindet. Von unten hört man Rufe, doch man kann nichts verstehen. Der Österreicher kommt zurück um sich zu erkundigen was passiert sei. Er seilt sich noch weiter ab kommt aber sofort wieder zurück. Dann ruft er, er soll nun nachkommen, denn wir wollten alle aus dem Loch hinaus. Ernut nehmen wir Rufe von unten wahr doch der Sturm übertönt diese Rufe. Man kann nichts verstehen. Gnos und ich wollen da w arten. Wir ermuntern den zweiten Österreicher, weiter zu steigen. Guter Rat teuer. Gnos kann mich gut sichern. Da werfe ich 40 Meter Seil aus und seile mich durch die Verschneidung ab. Von da steige ich durch durch den Quergang hoch. Der Deutsche und ein Kollege befinden sich über der schweren Stelle. „Was ist da nur los, wollt ihr nicht weiter?“ Zurfluh und Jauch sind noch ganz unten und unter dem Überhang. Und es herrscht ein Seilgewirr. Sie sitzne da unten. „Wollt ihr hierr biwakieren?“ Der deutsche Kollege ruft mir zu: „Seppel will gar nicht mehr nachsteigen!“ „Doch ich werde schon kommen!“ sagt Sepp. Von oben hätte jemand „Biwakieren“ gerufen. Sepp ist beim Überhang abgestüzt und hat sich ein Bein verstaucht. Ich will jetzt einfach helfen. Die Östereicher haben uns ein 60 Meter langes Seil zurück gelassen und sind nur mit einem Seil nach oben gestiegen!“ Das Seil wird so eingehängt, dass es leicht durch den Karabiner gleitet. Josef kommt als erster hoch und quert in die Verschneidung. Von da wird er von Franz nach oben gezogen. Das Gleiche geschieht mit Zurfluh. Die anderen zwei sind sehr aufgeregt und gar verängstigt. Sie glauben, wir würden sie verlassen. Seile links ab in die Verschneidung. Die Nacht bricht herein. Ein Biwak in derart nassen Kleidern und keinem trockenen Faden am Leib erscheint furchtbar zu werden. Beide sind bei mir unter einem Felsvorsprung an der Verschneidung. Ich schlage einen Standhaken ein. Hier wird biwakiert. Hochklettern bringt jetzt nichts. Wir lassen sie im Seil hinten und ziehen sie am Morgen hoch.

Da murmelt jemand etwas in Englisch. Ich verstehe es nicht. „Hochziehen!“, rufe ich. Wie ich oben bei den dreien bin, ist es schon dunkel. Das Biwak sieht bös aus. Sitzen ist unmöglich! Haken werden eingeschlagen. Die Steigeisen  dürfen wir nicht ausziehen! Der Magen knurrt, weil wir den ganzen Tag nichts gegessen hatten. Kochen geht auch nicht. Sepp stellt fest, dass der Brennstoff ausgegangen ist! Die Kehle ist so trocken, dass keine grobe Kost zu sich genmmen werden kann. Sepp begnügt sich mit Schnee und Zucker. Gnos und ich nehmen Schnee und Ovosport zu uns. Zurfluh meint, wenn er nach Alpiglen komme, werde er als erstes einen Liter Glühwein trinken… Es schneit unentwegt weiter. Ob die Östereicher den Mittelegigratt schon erreicht haben? Mich befällt leichtes Fieber. Gnos und Sepp stehen schüttelnd und frierend etwas unterhalb von uns. Zurfluh sagt zu mir, es stimme etwas mit seinen Füssen nicht. Erfrierungen! Ja, ich merke es auch! Zurfluh und ich schlüpfen in den anderen Schlafsack. Wir können ihn nur über den Kopf ziehen. Es entsteht „Kondenswärme“. Wir sind auch nicht sicher hier. In der Nacht rauschen einige Schneeabgänge über unsere Schlafsäcke hinab. Die Minuten werden zu Stunden! Die Nacht will kein Ende haben. Gegen drei Uhr hat sich die Kälte verschärft. Wie wir einmal den Sack abstülpen, funkeln Sterne am Himmel. Es ist wohl mehr als zehn Grad unter dem Gefrierpunkt. Der Morgen bricht an. Es ist heiter und klar. Doch die furchtbare Kälte wird uns zum Verhängnis. Die nassen Seile sind steif gefroren. Knoten lassen sich kaum öffnen. Die beiden unter uns regen sich. „Hochziehen!“ bitten sie. Sie müssen sich gedulden, bis wir bereit sind.  Sepp hat ziemlich starke Schmerzen im Bein. Ich beginne hoch zu klettern. Pulverschnee, Kälte, Hunger, Durst und Fieber machen mir zu schaffen. Es finden sich keine Haken und vorhandene kann man in diesem Eis nicht einschlagen. Vorsicht vor Stürzen ist angesagt! Trotzdem kommt man oft dem Stürzen nahe. Jeder Schritt und Tritt wird beschwerlich. Erschöpfungserscheinungen treten auf. Zurfluh klettert als zweiter, Gnos danach und Sepp zuletzt. Ganz hinten folgen der Deutsche und der Amerikaner. Sechs Berggänger, alle an einem Seil! Wie ich aus dem Riss heraus komme, sehe ich, wie die zwei Österreicher über das Gipfeleisfeld hoch klettern. Gestern erreichten sie den Grat nicht mehr. Einer der beiden winkt mir zu. Unten im Tal liegt eine weit ausgebreitete Nebeldecke. Die Menschen unten auf der Kleinen Scheidegg haben keine Nachricht von uns. „Leben sie noch, oder etwa schon nicht mehr?“… Jetzt sind wir glücklich aus der Wand. Gerettet! Um 11 Uhr erreiche ich als erster Urner den Mittelegigrat. Die Letzten sind noch fünfzig Meter tiefer im Gipfeleisfeld. Im Aufstieg im Gipfelfeld redete mich Zurfluh an. Er wollte, dass ich einen Standhaken einschlug. Ich reagierte nicht darauf! Nun sind wir alle glücklich da! Ein Händeschütteln unter Nationen! Auf der Südseite wärmt die Sonne. Wir müssen kämpfen, damit uns der Schlaf vor Müdigkeit nicht übernimmt. Der deutsche Kollege hilft uns mit Brennstoff aus. Jetzt können wir Tee kochen. Gierig trinken wir das köstliche Nass. Das Essen hingegen mundet nicht. Der Durst beherrscht die Szene!. Von da zum Eigergipfel sind es noch 20 Minuten. Wie wir über den Grat steigen, kommen uns die beiden österreichischen Kollegen entgegen – flotte Kameraden! Der Eiger Gipfel ist erreicht: P. 3970 m ü. M. Ein kühler Wind bläst hier oben, so dass wir uns nicht lange aufhalten. Gemeinsam zu acht steigen wir über die Westflanke ab. Der Abstieg ist sehr gefährlich und erfordert grosse Vorsicht. Es liegt Neuschnee auf blankem Eis! Wir gehen am Seil mit stetigem Sichern. Der Fels ist dachziegelartig geschichtet. Bei einem Sturz würde sich das Seil nirgends verhängen. Die beiden Östereicher gehen voraus. Es folgen der Amerikaner und der Deutsche. Zurfluh, Gnos und ich sind die letzten. Wir begnen zwei Bekannten die da hoch steigen. Es sind dies Martin Epp, bekannter aus dem Kanton Uri sowie sein Kollege Paul Etter. Beide sind Berufsbergführer. Paul Etter hat im vergangenen Winter zusammen mit Hilti von Almen die Matterhorn-Nordwand durchstiegen! Sie gratulieren uns herzlich und steigen aber schnell weiter. Etwas mit Abstand folgen Zurfluh und Sepp. Epp und Etter reden etwas mit ihnen. Unten gewinnen Gnos und ich etwas Vorsprung. Die Platten sind verschneit und nass. Da heisst es aufgepasst! Der Östereicher schlägt Haken ein. Er ist sehr vorsichtig. Etwas unterhalb geht Gnos auf ein steiles Schneefeld. Er rutscht aus und reisst mich mit hinab. Es gleitet rasch und nimmt einem fast die Haare zu Berg. Weiter unten kommen wir zum Stehen. zum Glück! Beinahe wären wir auf der Normalroute tödlich abgestürzt. Es hätte uns direkt in den steilen Eigekessel gespült!

Je wärmer es wird, desto mehr machen sich die Erfrierungen bemerkbar. Hände und Füsse sind aufgeschwollen und dunkelblau gefärbt. Um 17 Uhr haben wir das Ende der Westflanke erreicht. Bekannte Kameraden sind eingetroffen und kommen uns entgegen. Es sind dies:  Jauch Dolf, Zberg Melk, Frei Sepp und Frei Ernst. Sie nehmen uns sofort Rucksäke und Material ab und gratulieren uns. Martin Epp und Paul Etter sind auch schon wieder zurück vom Eiger. Es sind zwei schlanke Burschen, man sieht es ihnen an, richtige Bergtypen! Paul Etter gibt uns Ratschläge wegen den Erfrierungen. Wir sollen uns möglichst schnell in ärztliche Behandlung begeben, damit wir möglichst keine Nachteile davon tragen. Dafür sind wir sehr dankbar. Nun geht’s hinab zur Station Eigergletscher. Auf dem weiteren Abstieg, oh,  Überraschung! Onkel Adolf Jauch ist gekommen um zu gratulieren und auch Cousine Rosa Jauch ist hier! Sie sagt, man habe spannende Zeit erlebt. Keine Sicht, keine Nachrichten nur eine dichte Nebelschicht! Was sich abgespielt habe,  das wissen nur jene, die es erlebt und gesehen haben.

Um 18 Uhr sind wir bei der Station Eigergletscher eingetroffen. Der letzte Zug zur kleinen Scheidegg fährt ab. Wir sind durstig. Dolfi holt jedem eine Flasche Bier, die fast in einem Zug gelehrt wird! Josef Jauch und Sepp Zurfluh kommen mit etwas Abstand. Sepp kann kaum noch gehen. Wir müssen sofort nach Grindelwald in ärztliche Behandlung! Mit dem Österreicher müssen wir noch das Material teilen. Es sind dies ein Seil, einige Karabinerhaken und einige Haken. Die beiden Österreicher, der Deutsche und der Amerikaner gehen zur kleinen Schweidegg weiter. „Adio!“, wir verabschieden uns von diesen Kameraden. Eine Familie nimmt uns da sehr nett auf. Sie geben uns Kaffe oder Ovomaltine. Ein grandioses Entgegenkommen! Sepp Frei nimmt Josef auf den Rücken und trägt ihn nach der Scheidegg. Gnos und ich marschieren dem Bahntrassee entlang nach der Scheidegg. Das Gehen ist schwierig, Erschöpfungserscheinungen plagen mich. Und doch, der menschliche Wille ist stark! Gnos, er ist ein zäher Mann. Nebel liegt auf. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht Richtung Wengen abdriften. Schliesslich erreichen wir die kleine Scheidegg. Da kommt ein weiterer Bergsteiger aus der Wand. Zwei befinden sich noch in der gefürchteten Wand unterwegs. Ob sie durch gekommen sind, können wir nicht wissen. Wir müssen sofort weiter nach Grindelwald. Es fährt keine Bahn mehr! Es wird dunkel. Unterhalb der Schweidegg schauen wir nochmals hinauf. Die Wand ist verschneit wie im Winter. Wir treffen in Alpiglen ein und begeben uns ins Restaurant. „Schaut, da kommen die aus der Wand – wo sind ie beiden Kameraden?“ “ Sie sind oben auf der Scheidegg!“ Wir trinken ein „Eptinger“ und fragen nach einer Taschenlampe, die wir auch bekommen. Die freundliche Wirtin: „Wir waren in grosser Sorge um euch. Ihr habt wohl einiges mitgemacht dort oben!“ Wir bestellen noch das Nachtessen, nehmen es ein und auf gehts, nach Grindelwald zum Arzt. Gegen Mitternacht wollen wir zurück sein. Von Alpiglen bis Grindelwald beträgt eine Wegstrecke etwa 1 1/2 Std. An der ersten Adresse erfahren wir zwar freundliche Aufnahme, doch der Arzt ist noch zu lange abwesend. Wir sind ungeduldig und ziehen weiter. Wir werden wieder freundlich empfangen und angenommen. Der Arzt werde in ca. einer Stunde da sein. Die Wartezeit wird mit einem Tee etwas gelindert, dann erscheint der Arzt. Wir bekommen eine Spritze gegen die Schmerzen. Dann folgt eine Abfolge von Kalt- und Warmbädern. Das Gleiche an Händen und Füssen. Der Arzt erkundigt sich und ist erfreut, Urnern für den Triumpf über die „Wand“ gratulieren zu können. Dann ruft Dolfi Jauch aus Alpiglen an. Es komme nicht in Frage, dass wir heute noch nach oben koämen. Es sei mit dem Arzt, Dr. med. Kr… so abgemacht. Wir könnten beim Arzt übernachten. Morgen würden wir abgeholt und nach Hause geführt. „Schon recht so Dolfi, danke!“ Die Behandlung geht weiter. Gehalten werden wir hier wie zu Hause! Es wird uns sogar ein Nachtessen serviert! Danach dürfen wir in einem Nebenraum nächtigen. Der Arzt gibt uns noch jedem eine Flasche Bier. Wir sind ihm sehr zu Dank verpflichtet. „Ihr könnt morgen bis Mittag ruhen. Gute Nacht!“

1962, Urner Bergsteiger Quartett v.li.: Franz Jauch, Josef Jauch, Josef Zurfluh und Franz Gnos – nach der ärztlichen Erstversorgung vorerst wohlauf. Der Preis für die Leidenschaft, die auch Leiden schafft!

Am 23. August bringt uns Dolfi Jauch nach der Arztvisite nach Amsteg zurück. Um 17 Uhr sind wir soweit. Der Arzt schenkt uns Honorar und weitere Kosten! Wir hatten alles was erforderlich war, um sauber ins „Zivilleben“ zurück zu kehren. Wir sind sehr beeindruckt und entsprechend dankbar. Die Fahrt geht via Interlaken, Meiringen auf den Sustenpass, wo ein Halt eingeschaltet wird. Eine Ovomaltine wird bestellt. Dann geht es nach Hause.

Eiger Nordwand, der erhobeneZeigfinger der Eltern, nach der Rückkehr

Wie wir in Amsteg angekommen, wird es bereits dunkel. Onkel Dolfi und Melk Zberg tragen  mir die Rucksäcke heim. Die Mutter sagte, macht soche Sachen nicht mehr, sie habe schöne Angst ausgestanden. Der Vater meint, viel verdient habt ihr, glaub‘ ich nicht. Nachher gibt es für mich 5 Wochen Ruhe. Gnos Franz nimmt die Arbeit in einer Woche wieder auf. Zurfluh und Jauch können die Arbeit erst später wieder aufnehmen.

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Schon am 1. September will Franz Gnos nach der kleinen Scheidegg fahren. Er fragt, ob ich mitfahren wolle, was ich sofort annehme. Um die Mittagszeit treffen wir in Alpiglen ein, wo es frohes Wiedersehen mit der Wirtin gibt. Hier wird ein einfaches Mittagessen eingenommen. In der Wand sei wieder ein tödlicher Unfall passiert. Man wiss nichts Genaues. Später stellte es sich heraus, dass es sich um einen Östereicher und um einen Schotten handele. Wir betrachteten die Wand via Fernrohr. Und wir sahen den Abtransport der Verunglückten…

„(…)Wir zogen auch hinauf zum besagten Stein, wo wir einiges Material deponiert hatten, bevor wir in die Wand gestiegen sind. Aber was ist passiert? Gestohlen! Kein einziger Karabiner ist zu finden. Verflucht noch einmal, die soll der Teufel holen! Nur die Landkarten und die SAC-Ausweise sind noch da. Es soll ihnen gut tun, jenen die diese Sachen gestohlen haben!)“

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Urgrossdäädi mit Franz jun. und Urgrosskind Alena – die Last des Alters trägt der erprobte Alpinist noch „mit links“!

Franz Jauch ist alt geworden und er braucht Pflege. Spricht man ihn auf die Berge an, beginnen die Augen zu leuchten. Der einfache Mann der Tat brauchte nie viele Worte. Er schultert auch die letzte Last! 

 


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