Kampf um den Müll


Wir haben von den Zuständen in Neapel gehört. Au weia, wenn das bei uns so wäre!

„(…) „Für uns bedeutet der Müll pures Gold“, zitieren italienische Zeitungen Aussagen jener Clanchefs, die mit der ungeregelten Wegschaffung des Mülls weiterhin Milliarden verdienen. Das funktioniert so: Anstatt eine preisgünstige und möglichst schonende Abfall-Logistik zu nutzen, überlässt die Gesellschaft ihren Müll gegen gutes Geld den Kriminellen. Die müssen sich um Gesetze und Auflagen nicht kümmern und können alles kostenfrei in die Landschaft kippen. Zahllose Seen, Bergtäler, Naturschutzgebiete in Süditalien hat die Camorra durch diese Lösung bereits ruiniert, andererseits aber sauberes Geld mit Dreck verdient. Mehr in FAZ.net : …Neapel Stadt, Müll und Mafia…

Wo ist „bei uns“?

(…) Italien exportiert Müll nach Deutschland. Kein Aprilscherz, sondern ein Verzweiflungsakt der italienischen Behörden, um das Müllproblem der Stadt Neapel wenigstens kurzfristig ein wenig zu lindern. Mehr in WIKINEWS …Neapels Müll wird jetzt in Deutschland entsorgt…

Nehmen wir Deutschland

„(…) Beträchtliche Profite

Dies ist ein Geschäft, das sich für die schwarzen Schafe der Entsorgungsbranche lohnt, denn die legale Entsorgung gemischter Abfälle in Verbrennungsanlagen kostet 100 Euro pro Tonne, das Abkippen in Tongruben und Tagebauen hingegen nur zwischen 20 und 50 Euro. Inzwischen haben einige Unternehmen Klagen gegen die Genehmigungsbehörden und Deponiebetreiber eingereicht. Nach Angaben des Bundesverbandes Sekundärstoffe und Entsorgung (BVSE) sehen sie ihre Investitionen von knapp einer Milliarde Euro in die Anpassung ihrer Anlagen an die neuen Umweltstandards durch die Billigkonkurrenz in Ostdeutschland gefährdet. Mehr in der NZZ: …Verbreitet illegale Müllabfuhr vor allem in ostdeutschen Deponien…

In Italien hat der Cavaliere versprochen, das Abfallproblem in Neapel zu lösen. Dem Schein nach hat er für Ordnung gesorgt. Ob dies nachhaltig richtig gelöst ist, lässt sich bezweifeln. Und da nicht auszuschliessen ist, dass die „Beziehungen“ spielen werden, ist das Übel nicht beseitigt sondern verschoben… Nicht umsonst wurde festgestellt: „(…)Italien hat radioaktiv verstrahlten Hausmüll nach Hamburg geschickt. Schon zwei Mal piepten in dieser Woche die Geigerzähler, als Container aus Neapel in die Verbrennungsanlage Billbrook rollten. Mehr in WELT ONLINE: …Radioaktive Strahlung in Müll aus Italien gefunden… Verwundert so etwas jemanden?

In unserem Land scheint die Müllentsorgung und das Recycling gut organisiert zu sein. Die meisten Leute sortieren ihren Abfall voraus und benutzen die angebotenen Abgabestellen. Auch regelmässig durchgeführte Sperrgutabfuhren werden rege benutzt. Wie das geht, kann man am Beispiel des Kantons Bern, Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft nachlesen. Mehr dazu

(…) Im Jahr 2006 wurden 32’366 Tonnen PET (inkl. Denner, Waro, Otto’s) gesammelt. Der Absatz an PET-Getränkeflaschen auf dem Schweizer Markt belief sich im Jahr 2006 auf 42’700 Tonnen (inkl. Denner, Waro, Otto’s). Damit erreichte die Recyclingquote im vergangenen Jahr 76 Prozent. Der Verein PET-Recycling Schweiz erzielte im Jahr 2006 eine Quote von 79 Prozent. …“

Die Kapazität an Verbrennungsanlagen ist genügend. Es gibt in der Schweiz 28 davon. Man verbrennt sogar Müll aus Deutschland. So lassen sich die Anlagen vorläufig optimal ausnutzen.

Wenn ich mit Leuten aus dem Ausland zu tun habe, dann fällt mir auf, dass die Sauberkeit in der Schweiz stets lobend erwähnt wird. Ich versuche jeweils darauf hinzu weisen, dass das Littering-Problem gross sei und, dass es ein Heer von Reinigungspersonal braucht, welches täglich, meist am Morgen früh, die „Welt“ so herstellt, wie sie die Touristen und die Bürger wünschen.


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