Kategorie-Archiv: 07 Arbeitswelt

Image von Berufsgruppen im Öffentlichen Dienst


 

Pflegedienstleitung gesucht: http://ch.gigajob.com/direktliste-d7666f1afaefaf4e/

„(…) Mit der „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2010“ legen das Meinungsforschungsinstitut forsa und der dbb beamtenbund und tarifunion zum vierten mal eine umfassende demoskopische Erhebung zu Kernthemen des öffentlichen Dienstes und der staatlichen Aufgabenerfüllung vor. Es bietet sich jetzt die Möglichkeit, längerfristige Entwicklungslinien und Einstellungsänderungen im Urteil der Bürger über die staatlichen Leistungen und deren Garanten zu dokumentieren. Gleichzeitig können Veränderungen im Selbstbild der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes besser nachgezeichnet werden.

Der Meinungstrend der letzten Jahre ist dabei eindeutig. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen verlassen sich die Bürgerinnen und Bürger besonders auf die Kontinuität und Qualität staatlicher Dienstleistungen: Das Ansehen der Beschäftigten wächst. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dieser positive Imagewandel des öffentlichen Dienstes auch nach Abflauen der Krise im Wesentlichen anhält und die Umfragewerte nicht auf ihr Ausgangsniveau zurückfallen. Hier scheint es einen langfristigen Lerneffekt zu geben: Für die Menschen ist der Staat nicht mehr vor allem Kostenfaktor, sondern sie verlassen sich darauf, dass er ihnen eine verlässliche Grundversorgung sichert. …)“ Quelle: ZV Info 2010, Ausgabe 12

Interessant: 77% der befragten glauben, dass es gerade in einer durch zunehmende Globalisierung geprägten Gesellschaft einen starken Staat brauche. Diese Aussage hat sich gegenüber früheren Ergebnissen verstärkt. Auch ist die Privatisierungsskepsis grösser geworden als in Vorjahren. Eine Privatisierung der Rentenversicherung z. B. wollen deutlich weniger als in Vorjahren. Denkt man in Deutschland schneller an die Kraft der Obrigkeit?

Wenn die wüssten, was der „Staat“ eh schon alles anrichtet! Der Staat verlangt von den Banken ein bestimmtes Eigenkapital. Die so genannten systemrelevanten, die Grossbanken der Schweiz müssen künftig 19% nachweisen Damit soll das Risiko eines Bankrotts gemindert werden. Wieviel Eigenkapital muss der Staat ausweisen?

Nach der Bundesverfassung, Art 8 Abs. 1, sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich.

„(…) In der Schweiz zahlen die Unternehmen und die obersten 20% der Bevölkerung 60% der Staatsausgaben, die übrigen 80% der Bevölkerung übernehmen rund ein Drittel der des Haushalts; bei der direkten Bundessteuer leisten die obersten 10% gut 70% des Ertrages, während die untere Einkommenshäfte praktisch nichts beisteuert. Wenn man also berücksichtigt, dass in der heutigen Struktur der meisten westlichen Gesellschaften einerseits eine Mehrheit des Steuerertrages durch eine Minderheit der Bevölkerung erbracht wird, anderseits die Stimmen aber nach Köpfen und nicht nach der Steuerkraft verteilt sind, dann ist klar, weshalb „Umverteilung“ so populär ist: weil die Mehrheit der Stimmenden vom wirtschaftlichen Gewicht einer Minderheit profitiert, ohne dass diese mit vermehrter Stimmkraft dagegenhalten könnte….)“ Aus: „Was würde Robin Hood heute sagen?“ von David Zollinger => 091000_SMH.pdf

Es scheint – viele sind gleich, einige gleicher, andere ungleicher!

Auch der Staat bekommt mehr und mehr ein Imageproblem. Nicht um sonst meint das Volk: „Die in Bern oben, machen so oder anders, was sie wollen.“ Der Staat entmündigt den Bürger laufend indem er ihn in seinen Freiheiten einschränkt. Unter dem Vorwand von mehr Sicherheit und man wolle Rasern das Handwerk legen, wurden Fiskaltankstellen eingerichtet (Radarfallen im Strassenverkehr).  Die Raser rasen weiter, weil Rasen eine Eigenschaft ist. Sie rasen auch dann, wenn sie keinen Führerausweis mehr haben. Sie rasen mit dem Auto der Frau, des Bruders, des Kollegen usw.

20 Minuten, 05. 10. 2011: „(…) Ein 28-jähriger Schweizer ist im Kanton Waadt mit seinem 560 PS-starken Bentely Continental mit 325 Stundenkilometern über die Autobahn A1 gerast. Aufgrund eines Videofilms auf seinem Handy konnte der Mann überführt werden.

Der Vorfall ereignete sich am 21. April gegen 3.30 Uhr morgens auf der A1 beim Autobahnkreuz Vengeron in der Nähe von Coppet VD. Der Mann habe während der Fahrt mit seinem Handy das Armaturenbrett gefilmt, teilte die Waadtländer Kantonspolizei am Mittwoch mit. Darauf könne man erkennen, dass der Tacho 325 km/h anzeige, was mehr als 90 Metern pro Sekunde entspreche. …

… Letzten Dienstag wurde ein 38-jähriger Schwede verurteilt, der im August 2010 mit 290 km/h bei Düdingen FR über die A12 gefegt war. Ein Polizeirichter des Sensebezirks verurteilte ihn deswegen zu 300 Tagessätzen à 150 Franken, die Hälfte davon bedingt.

Erschwerend wirkte sich ein Videofilm aus, in dem der Schwede, dazu noch mit einem Kind im Wagen, bei einer weiteren Raserei gefilmt wurde. Die Existenz dieses Films war von der Zeitung «Le Matin Dimanche» enthüllt worden.)“

In einer zweiten Phase wurde der Besitz von Radarwarngeräten verboten (um Fiskalausfälle zu verhindern!). Ginge es um eine wirksame Erhöhung der Sicherheit, müssten die Radarwarnanlagen mit Leuchtfarbe gekennzeichnet werden und man müsste mit grossen Tafeln ankündigen: „Achtung, gefährliche Strecke, Radarkontrollen!“ Dies wäre im Sinne des Bürgers, im Sinne der Sicherheit im Sinne der Demokratie (die braucht weder Spitzel, noch geheime Überwachung und Kontrolle), jedoch kaum im Sinne der geplanten, automatisierten Fiskaleinnahmen.

Wer sich als Staat gegenüber dem Recht des Volkes heraus nimmt, beschädigt sein Image immens.

Besonders evident ist die Diskrepanz zwischen dem erlassenen Recht dort, wo der Staat Gesetze über sich ergehen lässt und diese nicht selten das Gegenteil von dem beinhalten, was in den Gesetzen für das Volk steht.

Der Staat befiehlt Wasser und geniesst Wein:

  • So verbietet er Kartelle und verpönt Monopole, während er sich selbst ebendieses Prinzip zubilligt, und dies beispielsweise in so grundlegenden Bereichen der Gewaltsausübung, der Gesetzgebeung und der Justiz.
  • Er lässt im Obligationenrecht (OR) einen Vertrag von noch so geringfügigem Inhalt nur gegen denjenigen gelten, der ihm zugestimmt hat, während er sich auf der Ebene des umfassenden und geradezu fundamentalen „Gesellschaftsvertrags“ über diese Minimalanforderungen hinweg setzt.
  • Er verbietet Zwangsmitgliedschaften in Berufsorganisationen, während er den staatlichen Normen jeden unterwirft, sobald er Fuss auf den Boden der Schweiz setzt.
  • Er lässt Streitigkeiten, die er selbst als Partei mit Bürgern führt (z.B. über Steuern oder andere öffentliche Abgaben) durch staatliche Gerichte entscheiden, also durch Richter, welche ihr gesamtes Berufseinkommen von ebendiesem Staat, das heisst von einer der beiden vor ihm stehenden Parteien beziehen; würde Analoges in einem privaten Schiedsverfahren passieren, würde der gleiche Staat nicht zögern, das Urteil aufzuheben(Art. 190 des Bundesgesetzes über das internationale Privatrecht).
  • Er gebietet privaten Wirtschaftseinheiten, deren Eigenkapital nur noch zur Hälfte gedeckt ist, entweder sofort zu sanieren oder den eigenen Konkurs auszulösen, bei persönlicher Verantwortlichkeit der Verwaltungsräte im Falle der Nichtbefolgung dieser Vorschrift. Sich selbst erlaubt er von Verfassungs und Gesetzes wegen seit nunmehr über 30 Jahren eine massive Überschuldung, in den letzten Jahren etwa doppelt so hohe Passiven (rund 150 Mia Franken) wie Aktiven (70 Mia Fr.). Seine Gläubiger sind also nur zur Hälfte gedeckt, während er den Privatfirmen und besonders streng den Banken gesetzlich vorschreibt, ihre Gläubiger mehr als 100% zu decken.
  • Er will im Rahmen einer sich abzeichnenden Gesetzesrevision den Aktiengesellschaften dieses Landes vorschreiben, dass sich ihre Exekutivmitglieder (Verwltungsräte) jedes Jahr der Wiederwahl durch alle Gesellschaftsmitglieder stellen, während sich die Exekutivmitglieder des Bundes (Bundesräte) bloss alle vier Jahre der Wiederwahl stellen; abgesehen davon, dass sie sich der Volkswahl überhaupt entziehen.
  • Und dieser Staat behauptet, er sei das Volk (Aus „Staats-Oper“ von David Dürr)

Ist es Imagebildend, wenn Volksbegehren nicht oder nur schleppend umgesetzt werden? Das Beispiel Ausschaffung zeigt es auf: Mit einer zweiten Volksinitiative soll dem Volkswillen Nachachtung verschafft werden. => SVP lanciert neue Ausschaffungsinitiative 

(…) Mehr Zwang, mehr Staat

Doch im Februar 2009 leitete der Bundesrat unter dem Schock der UBS-USA-Auseinandersetzungen und der Drohung mit der Kavallerie aus Deutschland eine Kehrtwende ein und erklärte, die Schweiz werde sich den internationalen Gepflogenheiten anpassen und diesen Vorbehalt fallenlassen; zukünftige Doppelbesteuerungsabkommen würden fortan einen vollständigen Informationsaustausch vorsehen. Solche Abkommen sind seither mehrfach abgeschlossen worden, und die Vertragspartner erhalten von der Schweiz Bankauskünfte beim Verdacht auf Steuerhinterziehung. Darauf stützt sich das im Grunde nachvollziehbare Anliegen der kantonalen Steuerämter, gegenüber ausländischen Behörden nicht diskriminiert zu werden und in Zukunft selbst auch Bankauskünfte einholen zu können, wenn Verdacht auf Steuerhinterziehung von Schweizer Steuerzahlern besteht. Steuerhinterziehung ist ein Delikt, und man kann fragen, weshalb hier dem Staat die Möglichkeit der vereinfachten Verfolgung vorenthalten bleiben soll. Letztlich wird ein struktureller Wechsel vorbereitet, durch den die Verwaltung eine Privilegierung gegenüber anderen Gläubigern erfährt. In totalitären Staaten ist es normal, dass der Staat Zugriff auf alle Informationen und Güter der Bürger hat. In der Schweiz war das bisher nicht so. Und es wird weitergehen: Wenn dieses Zugeständnis gegenüber den Behörden des Auslands auch in der Schweiz wiederholt wird, werden wohl künftig auch bei anderen Übertretungstatbeständen (z. B. im Strassenverkehrsrecht) Zwangsmassnahmen wie Verhaftung, Hausdurchsuchung, Bankauskünfte etc. angeordnet werden. So würde bei einer Ordnungsbusse der Beamte zuerst bei der Bank anfragen und gleich das vorgefundene Guthaben des Gebüssten beschlagnahmen können. Verständlich, dass dieser Gedanke staatlichen Organen gefällt. Man kann das gut finden oder schlecht. Aber in einer Demokratie sollte ein solcher Entscheid durch das Volk gefällt werden und nicht durch die Finanzdirektorenkonferenz. Der Bundesrätin ist beizupflichten, wenn sie sagt: «Darüber müssten wir wirklich einmal diskutieren.»  )“ Aus Weltwoche: Feuer frei v. 1. 6. 11,  Autor David Zollinger)

Am Beispiel der EU ist deutlich ersichtlich, wo die Macht angesiedelt ist und wo sie zementiert werden soll: Im Zentrum! =>

„(…) EU-Kommissionspräsident Barroso traut dem Konzert der Einzelstaaten keine Lösung der Schuldenkrise zu. Manche Länder seien schlampig mit der Verantwortung umgegangen. EU und Euro seien nur überlebensfähig, wenn Brüssel mehr Kompetenzen erhalte. …)“

Auch am Beispiel der EU ist ersichtlich, dass sich Staaten für sich erlauben, was sie Unternehmungen verbieten: Sie erwägt, die Schulden mittels Hebelprodukten in den Griff zu bekommen. Es handelt sich um jene „kreativen Produkte“, mit denen dir Investmentbanken die Finanzkrise vom Zaune rissen. Wein predigen und Wasser verteilen!

Auch am Beispiel der EU ist ersichtlich, wieviel die Abgeordneten abkassieren. Freilich hats aufgezeigt => Europäische Demokratie.

Wen wunderts, dass es Schweizer Politiker, besonders EU-Turbos, es auch so haben möchten? Über 14’000 Euro pro Monat ist nicht nichts. Da kann man sein eigenes Land schon dagegen ausspielen! Ob dies imagefördernd wirkt? 

Krone; Einkommens-Check – 25.08.2010:

„…) 2.579 Euro brutto im Monat einschließlich Sonderzahlungen: So viel verdient der durchschnittliche männliche Beschäftigte in Österreich. Bei den Frauen sind es nur 1.730 Euro. Doch es gibt auch starke Unterschiede abhängig von Bundesland und Alter. mehr: => …So viel verdient Österreich…

Krone; Hitparade der Berufe: 

„(…) Welche Jobs haben die besten Verdienst-Aussichten? In welchem Beruf kann man rosig in die Zukunft blicken? Und welche Jobs will absolut niemand machen? Auf all diese Fragen hat eine aktuelle Studie Antworten gefunden – mit einem sehr klischeehaften Ergebnis! Hier erfährst du, welche Jobs als „Top“ gelten, und welche der absolute „Flop“ für die Österreicher sind. mehr: => …Welcher Job hat das beste Image?…

Auch andere Berufsgruppen haben ein Image-Problem:

Deutschland:

„(…) Das soziale Ansehen der Pflegenden ist in den letzten zwanzig Jahren nicht nennenswert gestiegen. Die Entlohnung sowie die Arbeitszeiten sind unattraktiv und in den Köpfen der Bevölkerung ist er noch immer da – der Hauch von Florence Nightingale. )“ Dies ist ein Widerspruch zum Krankenpfleger in der Statistik, der ja zu den Gewinnern gehören sollte.

Eben – hörten die Politiker mehr aufs Volk, was „Volksvertretern“ gut anstehen würde, sähe unsere Welt wohl etwas anders aus!

Leider sind die Volksvertreter keine Vertreter im eigentlichen Sinn!

OR Art. 32 G, Abs. 1: Wenn jemand, der zur Vertretung eines andern ermächtigt ist, in dessen Namen einen Vertrag abschliesst, so wird der Vertretene und nicht der Vertreter berechtigt und verpflichtet

OR Art. 34 G, Abs. 1: Eine durch Rechtsgeschäft erteilte Ermächtigung kann vom Vollmachtgeber jederzeit beschränkt oder widerrufen werden, unbeschadet der Rechte, die sich aus einem unter den Beteiligten bestehenden anderen Rechtsverhältnis, wie Einzelarbeitsvertrag, Gesellschaftsvertrag, Auftrag, ergeben können.

Wenn der Souverän, das Volk einen Stellvertreter bestimmt, so könnte der Souverän, das Volk oder der Prinzipal selber hingehen, den Stellvertreter also nicht einsetzen… Für „Volksvertreter“ gilt dies nicht! Laut Bundesverfassung Art. 161, Abs. 1 gilt: Die Mitglieder der Bundesversammlung stimmen ohne Weisungen.

Die indirekte Demokratie herrscht über der direkten! Die „Stellvertretung“ der Volksvertreter sind daher Zwangsdelegierte.

Das Image schaffen sich die Berufsgruppen weitgehend selber:

 Carlo Schmid, Appenzeller Zeitung, 02.12.2008

 „Er wolle keine Strassenputzer, die halbe Ingenieure seien. Und wenn er als 87jähriger in einem Pflegeheim sei, möchte er eine Pflegerin, die ihm den Schweiss von der Stirn wische und ihm Wärme gebe und keine Frau Doktor Soundso, die ihm erkläre, wie gross der Neigungswinkel des Bettes sein müsse, nur weil sie es so in der Universität gelernt habe.“

These 3
• Die Branche steckt im Bauerndilemma: Wer ständig mit negativen Ereignissen Schlagzeilen macht, muss sich nicht wundern, wenn er keinen Nachwuchs findet.

„Bauerndilemma“
• Man muss die Missstände anprangern, um politische Veränderungen zu bewirken.

• Durch die Missstände wird ein Bild geprägt, das den potenziellen Nachwuchs abschreckt. Mehr, => Stiftung careum: «Gutes tunschlecht darüber reden?» – Stiftung Careum

„Ubs!“ sagte der Zocker Kweku Adoboli, der es geschafft hat 2,3 Milliarden der UBS in den Sand zu setzen. Auch ist es ihm gelungen, die Reputation der Bank arg zu beschädigen. Das Positive an der Sache ist, dass die Bank ihr Geschäftsmodell endlich verändern muss, will sie ihren schlechten Ruf erfolgreich reparieren. Was Grübel nicht schaffte, wird wohl Adoboli indirekt erreichen.

Aus dem Personalblog:

22. 04. 2008  Pflegenotstand in Sicht?

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Die aktuellen Börsengerüchte von cash Guru »  finden Sie hier. 

Empfehlung: Lesen Sie das Finanzblog von Stephan Marti!


Der Wandel der Berufe im Gesundheitswesen


Wer also früher eine drei- oder 4-jährige AKP-Ausbildung AKP: Allgemeine Krankenpflege)  genoss, hatte „Die fünf Funktionen der Pflege“ dazu zu lernen, um das DN II zu erhalten. Sie kommen nun sogar automatisch auf das terziäre Niveau. Sie werden also jenen gleich gestellt, die nach neuen Lehrplänen das Niveau der Höheren Fachschule erreichen.

Wer in der DDR eine AKP-Ausbildung absolvierte, musste nach der Wende 

  • Eine Bestätigung, dass die absolvierte Ausbildung von Ex-DDR den Richtlinien 77/452/ EWG und 77/453/EWG entspricht und eine

  • Eine Bestätigung, dass der Ausbildungsabschluss im gesamten Gebiet Deutschlands als Krankenschwester / Krankenpfleger für allgemeine Krankenpflege gilt und uneingeschränkt gearbeitet werden darf (beide Bestätigungen müssen vom zuständigen Regierungspräsidium ausgestellt sein).

Wer mit diesen Papieren in die Schweiz kam, wurde automatisch im DN II eingereiht und heute tragen sie den Titel HF. Diese Berufsleute mussten nie eine Differenzbereinigung über sich ergehen lassen, wie etwa die Leute aus den übrigen Oststaaten, namentlich Bulgarien und Rumänien, obwohl die Ausbildungen in den Oststaaten jener der DDR sehr ähnlich waren. Der Grund liegt darin, dass die Weichen politisch gestellt wurden. Mit der Personenfreizügigkeit mit den alten EU-Staaten ging auch die gegenseitige Diplomanerkennung einher. Auf die Differenzen wurde grosszügig nicht eingegangen. Europa war zu heilig! Unter dem Strich macht dies ein Teil der Kostensteigerung im Gesundheitswesen aus! Dass Politik im Spiel war ist daran zu erkennen, dass die Deutsche ZAV (Zentralstelle für Arbeitsvermittlung) die Schweiz bewirtschaftet hat, als wäre die Schweiz ein deutsches Bundesland. Schmutzkonkurrenz zu den einheimischen Personal- und Arbeitsvermittlungen nennt man dies im Volksmund.
 
Die Änderungen im Gesundheitswesen in der Kurzübersicht, von Adecco dargestellt:

„(…) Die Berufsbildung im Gesundheitswesen ist im Umbruch. Vor der Einführung des revidierten Berufsbildungsgesetzes 2002 wurde ein grosser Teil der Berufe im Gesundheitswesen im Auftrag der Kantone vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) reglementiert. Danach wurden die Gesundheitsberufe zusammen mit den Sozial- und Kunstberufen in die schweizerische Bildungssystematik integriert und die Zuständigkeit ans Bundesamt für Berufsbildung und Technologie überführt. Diese Veränderungen beeinflussen die Landschaft der Berufe im Gesundheitswesen. Einerseits wurden neue Berufe (z. B. Fachfrau/Fachmann Gesundheit [FaGe]) gebildet, um durchgehende Bildungswege ab der Sekundarstufe 1 (obligatorische Schule) zu gewährleisten, andererseits wurden bisherige Berufe inhaltlich oder bezüglich der Zulassungsbedingungen und Berufsbezeichnungen verändert. Die Publikation «Wandel der Berufe im Gesundheitswesen», ein Gemeinschaftswerk vom Careum Verlag und Adecco, soll Berufsangehörigen, Berufsinteressierten, Berufsberatern und weiteren beratenden Personen als Übersicht und Hilfestellung dienen. Die Publikation stellt mehr als 50 Berufe vor, deren Angehörige im Gesundheitswesen tätig sind, und die interkantonal (vor der Bildungsreform) und/oder eidgenössisch (nach der Bildungsreform) reglementiert waren bzw. sind. Neben dem Kurzpro£ l umfasst die Übersicht Angaben zu den Bildungsinhalten sowie die Übergangsregelungen bzw. die Regelungen zur Führung der beruflichen Titel. Die deutsche Fassung der Publikation wird Ende April 2010 erscheinen und bei Adecco Medical (www.adecco.ch) und beim Careum Verlag (www.verlag-careum.ch) erhältlich sein. )“

Auszug aus «Wandel der Berufe im Gesundheitswesen»: Dipl. Pflegefachfrau/ Pflegefachmann HF 

Dauer                                   Titelerwerb                              Weitere
                                                                                             Aufnahmegrundlagen
3 Jahre,                                erfolgreicher Abschluss des           Bestandene Eignungs-
mind. 5400 Lernstunden         Bildungsganges nach RLP              abklärung 

Verkürzter Bildungsgang        Übergangsregelung (1):
mit einschlägigem EFZ           Inhaberinnen und Inhaber
(z.B. FaGe)                           eines Pfegediploms

                                           KWS, AKP, PsyKP, IKP, DN 2
                                           sind berechtigt, den HF-Titel
                                           zu führen.
                                           Inhaberinnen und Inhaber
                                           eines PLegediploms DN 1 sind
                                           erst nach dem erfolgreichen
                                           Besuch eines 40-tägigen vom
                                           SRK anerkannten Lehrgangs
                                           berechtigt, den HF-Titel zu
                                           führen

Kurzprofil (2)
Die Tätigkeit der dipl. PLegefachperson HF umfasst ein breites Spektrum von Aufgaben der Gesundheitsvorsorge. Die dipl. PLegefachperson HF trägt die fachliche Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess und für die Ausführung der organisatorischen und
medizinisch-technischen Aufgaben, welche ihr delegiert wurden. Sie arbeitet effizient, analytisch, systemisch, evidenzbasiert und reflektiert. Sie berücksichtigt ethische und rechtliche Prinzipien, den Lebensstil und die soziale Umgebung der Patienten sowie das kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld.

Arbeitsprozesse
– Datensammlung und Pflegeanamnese
– Pflegediagnose und Plfegeplanung
– Pflegeintervention
– Pflegeergebnisse und Pflegedokumentation
– Kommunikation und Beziehungsgestaltung
– Intra- und interprofessionelle Kommunikation
– Wissensmanagement

(1) Anhang 1 (Auszug aus der Berufsbildungsverordnung BBV und Verordnung des EVD über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen)
(2) Rahmenlehrplan (1. Januar 2008).

 Quelle: http://www.adecco.ch/de-CH/Documents/CV_Flyer_Adecco.pdf

Die Bildungssystematik für nicht universitäre Berufe im Gesundheitswesen:

siehe auch:  

Siehe auch:    Überblick Bildungsstufen…

Wer als Ausländer/-in vom Schweizerischen Roten Kreuz mit der Vormeinung folgende Beurteilung bekommt:

muss damit rechnen, dass für die Anerkennung ein Differenzbereinigungskurs von 20 Tagen, verteilt auf ein Jahr, besuchen muss. Dies trifft für alle Angehörigen von Staaten zu, die mit der Schweiz keine gegenseitige Diplomanerkennung vereinbart haben.

Es treffen vermehrt verschiedene Kulturen aufeinander.

 NZZ 5.8.11:

Ausländische Pflegefachleute müssen ein anderes Miteinander und die Übernahme von mehr Verantwortung lernen

Die Ausbildung von Pflegefachkräften ist in westlichen EU-Ländern und der Schweiz vergleichbar. Die Art, wie die Arbeit verrichtet wird, unterscheidet sich aber. So müssen etwa auch deutsche Pflegende umlernen, was den meisten recht gut gelingt.

 

Mitarbeiterinnen in Schweizer Krankenhäusern sind verantwortlich in die Behandlung der Patienten einbezogen.

GAETAN BALLY / KEYSTONE

Claudia Schoch

Es ist neun Uhr morgens, und sie ist schon fertig mit ihrer Arbeit, hat die ihr zugeteilten Patienten versorgt, gewaschen, Verbände gewechselt, Tabletten verabreicht. Was nur machen ihre Kolleginnen und Kollegen so lange? Sie sind alle noch an der Arbeit? – Es ist ihre erste Arbeitswoche als Pflegefachfrau in der Schweiz. Bald ist Arztvisite, Chefarzt, Oberärzte und Assistenzärzte kommen vorbei, sehen nach den von ihr versorgten Patienten. Die Ärzte besprechen die «Fälle». Sie ist dabei, wird gar einbezogen und nach ihrem Eindruck vom Befinden der Patienten gefragt. Das ist ihr neu und eher fremd. Ist das nicht Sache der Ärzte? Sie ist unsicher, was sie antworten soll. Bei ihrer Arbeit hat sie wenig bemerkt, hat nicht besonders darauf geachtet. Wichtig war doch, dass die Arbeit rasch und kompetent verrichtet wurde. Für Gespräche und Nachfragen bei den Patientinnen und Patienten bleibt dabei wenig Zeit.

Betreuung und Begleitung

Bereits am Empfang von Spitälern der Deutschschweiz lässt sich feststellen: Man spricht Hochdeutsch. Viele Pflegende, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Ärztinnen und Ärzte stammen aus Ländern der Europäischen Union, viele aus Deutschland (vgl. untenstehenden Beitrag). Sie sind willkommen und auch unbedingt erforderlich. Denn ohne sie wäre die Aufrechterhaltung des Betriebs vieler Spitäler unmöglich. Doch die zugewanderten Pflegefachleute und Ärzte treffen bei uns auf eine etwas andere Pflegekultur als in ihren Heimatländern.

Die meisten Pflegenden schätzen es, dass sie in den Schweizer Spitälern ernsthaft in die Behandlung der Patienten einbezogen sind, dass sie als Partner verstanden werden und von ihnen die Übernahme von Verantwortung erwartet wird, dass der Arzt von ihnen Rückmeldungen über das Befinden der Patienten wünscht. Es würden an die Betreuung der Patienten in der Schweiz höhere Ansprüche als in andern Ländern gestellt, sagt Kristian Schneider, Pflegeleiter am Universitätsspital Basel.

Die Ausbildung der Pflegefachkräfte in Deutschland und der Schweiz ist zwar weitgehend vergleichbar, wie die Leiterin des Master-Studienganges Pflege an der Berner Fachhochschule, Petra Metzenthin, bestätigt. Doch die Verantwortung, die Pflegende am Krankenbett zu übernehmen haben, unterscheidet sich. Nicht in der Schweiz ausgebildete Fachkräfte müssten umlernen beziehungsweise umdenken, hält Schneider fest. Die Arbeit am Krankenbett werde anders geplant und eingeteilt. Es gehe nicht allein darum, dass die Aufgaben erledigt seien, der Patient soll auch begleitet werden. Den meisten gelinge die Umstellung gut. Sie lernten rasch, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Die Leiterin des Pflegedienstes in der Viszeralen Chirurgie und Medizin im Berner Inselspital, Cornelia Klüver – auch sie war vor über 20 Jahren in die Schweiz gekommen -, stellt aber dennoch fest, dass die Einarbeitungszeit etwa für eine deutsche Pflegefachkraft je nach Fachgebiet fast doppelt so lang dauert wie für eine in der Schweiz ausgebildete Person. Dabei fehlt es den deutschen Pflegefachkräften nicht an Wissen, sagt auch sie. Sie haben Vergleichbares gelernt. Sie haben ihr Wissen und Können zu Hause aber anders angewendet. Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung in Schweizer Spitälern stellen laut Klüver höhere Ansprüche an die Pflegenden. So würden gewisse in der Schweiz regelmässig von der Pflege verrichtete medizinische Arbeiten, wie etwa das Legen von Infusionen oder die intravenöse Verabreichung von Medikamenten, in unserem Nachbarland in der Regel von Ärzten ausgeführt. Auch sei die Mitsprache der Pflege bei der Behandlung der Patienten weit weniger ausgeprägt.

Zu direkt wirkt forsch

Metzenthin stellt in der Schweiz einen andern Umgang mit den Hierarchien fest. Man habe hier ein anderes Verständnis des Miteinanders, meint auch Kristian Schneider. Ein wichtiger Unterschied zeige sich in kultureller Hinsicht. Man ist unter den Kollegen in der Regel per Du. Ferner sei das Verhältnis zu den Ärzten unkomplizierter, weniger formell als in Deutschland. Es bestehe eine Kollegialität zwischen Pflege und Ärzteschaft. Umlernen müssten in dieser Hinsicht nicht nur Pflegende, sondern auch Ärzte, die aus Deutschland in die Schweiz kommen. – Die oft direkte Art von neuen deutschen Mitarbeitern empfinden Schweizer Patienten, aber zum Teil auch Mitarbeiter, als forsch oder gar unfreundlich. Für Zuwanderer namentlich aus dem Norden Deutschlands bedeuten wiederum die Schweizer Dialekte eine Herausforderung. Die Umstellungen bei der Arbeit dauerten in der Regel nicht allzu lange; die meisten gewöhnten sich innert weniger Wochen um, meint Schneider. Die kulturelle Anpassung an die Schweizerart hingegen nehme nicht selten erheblich mehr Zeit in Anspruch, manche brauchten bis zu einem Jahr, um es zu verstehen, den Unterschieden Rechnung zu tragen. Schneider bezeichnet die Assimilierung an die andere Art des Umgangs als die grösste Herausforderung. Gerade im Spital, wo es oft um intime Probleme geht, spiele die Art der Begegnung eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Der Pflegeleiter am Basler Universitätsspital, der selbst aus Süddeutschland stammt, unterstreicht, dass er in seinem Bereich darauf achte, einen guten Mix aus in der Schweiz ausgebildeten und aus Deutschland stammenden Pflegefachkräften zu haben. Denn nur so sei die kulturelle Anpassung garantiert. Werde nur noch Hochdeutsch gesprochen, könne dies nicht gelingen.

Zugewanderte Fachkräfte sind eine wichtige Stütze im Gesundheitswesen

cs. · Ohne ausländisches Gesundheitspersonal würde die Versorgung in Schweizer Spitälern und Heimen zusammenbrechen. Zwischen 2002 und 2008 benötigten die Spitäler rund 15 000 zusätzliche Pflegefachkräfte und Ärzte. Weit über die Hälfte davon rekrutierten sie im Ausland, bei den Pflegenden waren dies 55 Prozent, bei den Ärzten gar 75 Prozent. 80 Prozent der zugewanderten Arbeitskräfte stammten aus den Nachbarländern, beim Pflegepersonal rund die Hälfte allein aus Deutschland, bei den Ärzten gar 60 Prozent. Dies hat das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) in einer im vergangenen November veröffentlichten Studie ermittelt.

Insgesamt ist die Zahl der Pflegefachkräfte in den Schweizer Spitälern im erwähnten Zeitraum von sechs Jahren von 48 000 auf 54 000 Angestellte um über 12 Prozent gestiegen. Während der Anteil der ausländischen Fachkräfte im Jahre 2002 noch bei 33 Prozent lag, hatte er sich bis 2008 auf 36 Prozent und damit um fast 10 Prozent erhöht. Bei den Ärzten veränderte sich der Bestand im gleichen Zeitraum von 16 000 auf 20 000 Spitalärzte, was einen Anstieg um 25 Prozent bedeutet. In den Alters- und Pflegeheimen verfügte 2008 laut der Studie jede fünfte höhere Pflegefachkraft (Tertiärausbildung) über ein ausländisches Diplom.

Die Entwicklung an den Spitälern und in Pflegeheimen ist angesichts der Tatsache, dass die Ausbildung von Personen in der Schweiz im gleichen Zeitraum tendenziell abgenommen hat, noch beunruhigender. Besonders stossend ist die Diskrepanz zwischen zugewandertem Personal und schweizerischen Ausbildungsabschlüssen bei den Ärzten. Im Jahr 2008 standen 10 in der Schweiz diplomierten Ärztinnen und Ärzten 15 aus dem Ausland zugewanderte gegenüber. Doch auch im Pflegebereich sind die Verhältnisse alarmierend. Hier überwiegen aber immerhin mit einem Verhältnis von 10 zu 9 noch knapp die in der Schweiz ausgebildeten höheren Fachkräfte (Tertiärstufe). Die Zahlen zeigen, die grosse Bedeutung der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte für das Gesundheitswesen.

Die Migration von Gesundheitspersonal ist ein nicht unproblematisches weltweites Phänomen. Es entsteht dabei eine Art Dominoeffekt, unter welchem schliesslich die wirtschaftlich schwächeren Länder leiden. Unter den OECD-Ländern bestehen dabei grosse Unterschiede in der Zuwanderung. Die Schweiz steht mit einem Anteil an ausländischen Ärzten von insgesamt über 28 Prozent hinter Neuseeland (47 Prozent), Australien (43), Irland (35), Kanada (35), Grossbritannien (34) und Luxemburg (30) an siebter Stelle. In Deutschland oder Frankreich beträgt der Ausländeranteil unter den Ärzten nur 11 beziehungsweise 17 und in Österreich rund 15 Prozent.

In 57 Ländern – insbesondere in Afrika, Indien, Indonesien – herrscht ein akuter Mangel an Gesundheitspersonal. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb einen Kodex zur grenzüberschreitenden Anwerbung von Gesundheitsfachkräften verabschiedet. Dieser empfiehlt, im Rahmen des Möglichen inländische Arbeitskräfte anzustellen und eine aktive Rekrutierung von Pflegepersonal und Ärzten in den Entwicklungsländern zu unterlassen.

 

 

Betrachtet man die Grafik, so ist die Frage nicht weit, warum beim Medizinstudium in der Schweiz der Numerus Clausus gilt?

Böse Zungen würden es so deuten:

  • Ausgebildete zu rekrutieren ist günstiger als selber ausbilden. Gesundheitswesen Schweiz auf dem Trittbrett der Deutschen?
  • Je mehr ausländische Mediziner und Akademiker, umso eher ist die Schweiz in der EU – Euroturbos wirken auf breiter Front. Ob Toni Brunner es auch so sieht? => Über mich – Toni Brunner 
  • Vor ca. 15 Jahren beklagte man in Deutschland viele arbeitslose Ärzte. Es wurde befürchtet, dass diese hier in der Schweiz dereinst beschäftigt werden müssten. Die Befürchtungen von damals sind heute Realität.

 

Die grosse deutsche Masse in der Schweiz darf ruhig etwas durchmischt werden. „Diversifikation“ schadet überhaupt nichts und tut der oft empfundenen Forschheit, gar Arroganz gut! Daher: Die Schweiz braucht Pflegefachkräfte, auch aus Osteuropa

mehr aus dem Personalblog:

16. 06. 11: Gesundheitssystem bald vor dem Kollaps?

18. 05. 11: Gesundheitswesen, Sprachkompetenz

24. 02. 11: Ausländer, Achtung vor der Falle der Altersarmut!

14. 02. 11: Klau von Fachpersonal – eine ethische Frage?

06.12. 10: Gesundheit: Ökonomisierung ad absurdum

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Das Finanzblog von Stephan Marti gehört zur „Bettlektüre“!


Rückkehrer – vom Handlanger zum Firmenchef


 

„der arbeitsmarkt“ | 01.06.2011 | Text: Kujtim Sabani, Fotos: Robert Hansen

„…) Als Gastarbeiter tragen sie zum Wohlstand der Schweiz bei. Als Rückkehrer in ihre Heimat bauen sie mit ihren neu erworbenen Kenntnissen ein neues Mazedonien mit auf. Vier Erfolgsgeschichten.

Produzent von Armierungsstahl

Kasam Kasami lehnt sich in seinem gepolsterten Ledersessel zurück. Als Direktor sitzt der 57-Jährige mit Anzug und Krawatte an seinem Schreibtisch. Seine Firma produziert Armierungseisen, das er in Mazedonien verkauft und in den Kosovo, nach Serbien und Albanien exportiert. Den Stahldraht importiert er aus der Ukraine und aus der Türkei. 22 Männer beschäftigt er, 500 Euro bezahlt er ihnen monatlich, inklusive der Abgaben an die Sozialversicherungen. «In meiner Firma wird wie in der Schweiz gearbeitet», sagt Kasam Kasami stolz. Auf Pünktlichkeit legt er grossen Wert.

Armiereisen aus Kasamis Produktion

Kasam Kasami öffnet das Fenster, durch das er aus seinem Büro direkt in die mächtige Fabrikhalle schauen kann. Er zeigt auf eine vollautomatische Schweissmaschine, die er kürzlich aus Österreich importiert hat. Ohrenbetäubender Lärm dringt in das Zimmer. Fingerdicker Stahldraht wird auf einen dünneren Durchmesser gepresst und erhält damit eine grössere Festigkeit. Funken sprühen. Ein Schweissautomat fertigt Eisengitter, die später in einem Betonbau verwendet werden. Ein Arbeiter füttert das Ungetüm mit neuem Draht.

Seine Karriere hat Kasam Kasami in einem der grössten Textilunternehmen des damaligen Jugoslawien begonnen. 1984 kam er mit Hilfe seines Schwagers in die Schweiz, um für seine junge Familie finanziell besser sorgen zu können. Zu Beginn arbeitete er als einfacher Betriebsmitarbeiter in einem Maler- und Gipserbetrieb, später wurde er Gruppenleiter. Seine Familie kam 1990 nach. 1996 kehrte er mit etwas Startkapital in der Tasche in seine Heimatstadt Tetovo zurück und gründete mit einem Gastarbeiter aus demselben Dorf die Firma «Zgjimi», einen mazedonischen Pionier in der Armierungseisenbranche. 2001 übernahm er den Betrieb und nannte ihn später «Eurozgjimi». Damit will er auf europäische Qualität hinweisen. In Albanien eröffnet er derzeit eine Vertretung. Auf die in der Schweiz erworbene Erfahrung ist er stolz. In Mazedonien ist er ein angesehener Unternehmer.

In die Schweiz reist er noch oft. Drei seiner Brüder sind geblieben – auch sein ältester Sohn. Diesen und seine drei Enkelkinder vermisst er besonders. Deshalb hat er für ihn auf dem Betriebsgelände ein Tochterunternehmen gegründet: eine private Motorfahrzeugkontrolle. «Mein Sohn ist Mechaniker von Beruf.» Auch ein Haus will er ihm bauen, wenn er ihn so zur Rückkehr nach Mazedonien bewegen kann. Dabei stellt Kasam Kasami seiner Heimat keine Bestnoten aus: «Neue Unternehmer werden nicht unterstützt, eher verhindert. Ich musste eineinhalb Jahre warten, bis mir ein Staatsbeamter vom Innenministerium zugeteilt wurde, der für die Zertifizierung der Motorfahrzeugkontrollen zuständig ist. Die Bürokratie ist ein grosses Problem, Korruption ist weit verbreitet. Und das Zinsniveau bei Geschäftskrediten liegt bei 14 Prozent», zählt er einige Gründe auf, weshalb ein Neustart mit Hindernissen behaftet ist. Sein Weg hat trotzdem zum Erfolg geführt: «Dank meiner Zeit in der Schweiz konnte ich mir das alles aufbauen.»

Ziegelei aus der Schweiz

Auf dem weiss gekachelten Boden des Bürogebäudes sind verschiedene Sorten Ziegel gestapelt. «Das ist ein Schweizer Modell. Es hat kleinere Löcher und ist aus deutlich mehr Material gebrannt. Diese Ziegel sind hier sehr beliebt», sagt Nevzat Ramani.

  Nevzat Ramani.

Der heute 45-Jährige hat sich nicht nur Schweizer Know-how nach Mazedonien geholt, sondern gleich eine ganze Ziegelei mit Ofen, Förderbändern, Gestellen und Presse. Ein Familienbetrieb in der Gemeinde Lufingen im Zürcher Unterland musste wegen Überkapazitäten und Preiszerfall die Ziegelproduktion 2002 einstellen. Der erhoffte Aufschwung kam nicht mehr. Der Geschäftsführer der Ziegelei verkaufte die Anlagen nach Mazedonien. Tonnen von Material kamen mit Bahn und Lastwagen in das Dorf Poroj bei Tetovo, in eineinhalb Jahren wurde die Ziegelei wieder aufgebaut und schliesslich 2006 wieder in Betrieb genommen. Den benötigten Lehm können die Unternehmer gleich auf dem eigenen Gelände abbauen lassen. Riesige Haufen rötlicher Erde liegen neben dem Fabrikgebäude bereit. «Vorsicht. Anlage läuft fernbetätigt. Auch zurzeit stillstehende Maschinen können jederzeit anlaufen!», steht auf einem gelben verbogenen Blechschild.

50 Mitarbeiter beschäftigt die Firma Mikeli, von Zilbear und Nevzat Ramani geleitet. Dazu gehört auch ein Betonwerk, das erste in der Region. Die beiden Brüder bezahlen mindestens den mazedonischen Durchschnittslohn von 250 Euro, bei gut gehenden Geschäften kommen bis 500 Euro Provision als Motivator hinzu. Trotzdem sei es schwierig, gut qualifizierte Mitarbeiter zu finden, beklagt sich Nevzat Ramani.

Geld war damals auch für den heute 51-jährigen Zilbear Ramani der Grund, sich im Alter von 19 Jahren in der Schweiz als Gastarbeiter zu verdingen.

Zilbear Ramani

Zuerst arbeitete er als Maurer und Kranführer, später in einer Staubsaugerfabrik, und er reinigte Industriekessel. Sein jüngerer Bruder Nevzat kam vier Jahre später in die Schweiz. «Wir haben dort wie in unserer eigenen Firma gearbeitet. Nie haben wir auf die Uhr geschaut», betont er. 1998, fast 20 Jahre später, war die Zeit für die Rückkehr nach Mazedonien gekommen. 23 000 Franken Startkapital sollten reichen, um ein Unternehmen aufzubauen, das heute nach eigenen Angaben einen Wert von vier Millionen Euro hat und 50 000 Quadratmeter Gelände umfasst. Das nicht ohne Hürden: «Bankkredite haben wir nicht erhalten. Und auf die Bewilligung für das Betonwerk warteten wir trotz Erfüllung aller Vorgaben drei Jahre», empört sich Nevzat Ramani noch heute. Am Rande der Legalität hätten sie die Betonproduktion aufgenommen und schliesslich über Beziehungen die offizielle staatliche Genehmigung erhalten.

Ziegelsteine der bekannten Art

 

2001 schlugen Granaten auf dem Firmengelände ein. Albanische Freiheitskämpfer und die mazedonische Armee gerieten aneinander, beschossen sich gegenseitig, Häuser brannten, einige Dutzend Menschen auf beiden Seiten wurden getötet. Das im August 2001 unterzeichnete Abkommen von Ohrid billigte der albanischen Gemeinschaft mehr Rechte zu. Einige Granatsplitter zeugen heute noch von den Auseinandersetzungen, zu spüren ist davon überhaupt nichts mehr. Die Maschinen des Betonwerks laufen auch Hochtouren, Kieselsteine werden nach Grösse sortiert. Auch die beiden Brüder packen an, wo es etwas zu tun gibt. Im Büro arbeitet der Nachwuchs der beiden Unternehmer.

Studium und eigene Physiotherapiepraxis

Eine ganz anders gelagerte Geschichte – in fast akzentfreiem Schweizerdeutsch – erzählt Sherif Xheladini.

Sherif Xheladini 

Der 42-Jährige sitzt in seiner Praxis an seinem Bürotischchen, trägt einen weissen Kittel, hinter ihm steht ein Massagetisch, im Büchergestell ist Fachliteratur auf Albanisch, Deutsch und Englisch aufgereiht. Aus der Stereoanlage klingt sanfte Musik. In einem Nebenraum hat er diverse Fitness-Trainingsgeräte installiert. «Ich wollte unbedingt meine Physiotherapieausbildung auf universitärem Niveau weiterführen. Das kann ich mir nur hier in Mazedonien leisten.» Am Morgen besuchen er und seine fünf Jahre jüngere Frau Minure die Vorlesungen im Fachbereich Physiotherapie an der medizinischen Fakultät in Tetovo. Am Nachmittag behandeln die beiden ihre Klienten – er die Männer, sie die Frauen. Eine gut einstündige Sitzung kostet 10 bis 15 Euro. Für das Ehepaar ein Bruchteil dessen, was sie in der Schweiz mit dieser Arbeit verdient haben. Für die Patienten mehr als ein Tagesgehalt – denn die Behandlung wird von der staatlichen Krankenkasse nicht finanziert. Trotzdem reisen einige sogar aus Serbien an, um sich bei Rückenproblemen und Gelenkschmerzen regelmässig behandeln zu lassen. Die Patienten schätzen die Professionalität, die Pünktlichkeit und auch die humorvolle und zuvorkommende Art von Sherif Xheladini – und natürlich seine Behandlungsmethode. «Dieser Erfolg freut mich sehr. Offenbar wird meine Qualität geschätzt», sagt er bescheiden. Dabei müssen er und seine Frau sich gegen 15 andere Physiotherapiepraxen in der Stadt behaupten. Viele seiner Kunden sind zwischen 18 und 25 Jahre alt und leiden unter Stress-Symptomen.

Sherif Xheladini begann an der Universität in Skopje Geisteswissenschaften zu studieren, kam 1988 im Alter von 20 Jahren nach Biel, arbeitete in einem Restaurant, später in der Migros, zuletzt als Rayonleiter. Seine Berufung war an einem anderen Ort: An der Migros-Klubschule absolvierte er eine eineinhalbjährige Ausbildung mit 15 Wochenstunden zum Physiotherapeuten, die er nun in Mazedonien vertieft – seine bisherige Schulung wird allerdings nicht angerechnet. 60 000 Franken hat er in seine Praxis investiert. Die meisten Geräte und Hilfsmittel hat er aus der Schweiz mitgenommen. In Blickweite hat er sich ein grosses Haus gekauft, wo seine Familie seit drei Jahren lebt. Vor allem seinen Kindern sei der Umzug schwergefallen. Sie vermissten die Schweiz, ihre früheren Freunde. Mit diesen sind sie oft via Internet in Kontakt. Über Satellit schauen sie deutschsprachiges Fernsehen.

Auch Sherif Xheladini vermisst die Schweiz manchmal, vor allem, wenn er sich über die mazedonische Bürokratie und die schlechte Wirtschaftslage ärgert. «Ich habe 20 Jahre in der Schweiz gelebt. Das ist die Hälfte meines Lebens», sinniert Sherif Xheladini. «Ich bin nirgends 100 Prozent zu Hause. Gleichzeitig habe ich zwei Heimatländer», sagt er nachdenklich. Er reist noch oft in die Schweiz, trifft Freunde, organisiert Material für seine Praxis. Ob er dereinst in der Schweiz eine Praxis eröffnet, lässt er offen. Als Doppelbürger könnte er das.
 
Aus dem personalblog:
06. September 2010: Missbrauch am Sozialstaat 
 

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Gesundheitswesen, Sprachkompetenz


 
Das Gedruckte mit seiner Abfolge von Buchstaben allein ist etwas Seelenloses. Man redet auch von toten Sprachen. Sie bestehen lediglich von Schriftzeichen.
 
Sprache ist Sprechen verbunden mit Tonalität. Das ist der grosse Unterschied zur reinen Zeichensetzung. Saint Ex hat es treffend gesagt: Man nehme ein Buch und leere dieses von allen Buchstaben und Satzzeichen. Anschliessend gebe man alle Buchstaben und Zeichen aber geordnet ins Buch. Alle „a“ zu den „a“, alle „B“ zu den „B“, usw. dann noch alle Punkte, Beistriche usw. Wenn alles fein säuberlich eingereiht ist, hat man wieder ein Buch – ein ganz spezielles: Ein Buch für Generale…!
 
Sprechen wir einen Dialekt, so ist man mehrsprachig, denn für das Schriftliche verwenden wir eine andere, die Schriftsprache.
 
Der Dialekt ist doch das Element, in welchem die Seele Atem schöpft
 Goethe, Dichtung und Wahrheit
 
Es scheint gut zu sein, dass man wenigstens den Kindergärtlern diesen Atem gönnt! => Ja zur Mundart im Kindergarten.
 
Sprache ist die Quelle der Missverständnisse.
 Antoine de Saint Exupéry

Hier zu Lande versteigt man sich oft in der Forderung, ausländisches  Personal wäre in der Pflege nur dann geeignet, wenn es das Schweizerdeutsch verstehe und spreche. So was grenzt schon an Diskriminierung. Die Eigenheiten der Dialekte sind so unterschiedlich, dass kaum jemand wagt, das geforderte Schweizerdeutsch zu definieren. Nichts gegen unsere Dialekte. Ich mag sie selber gerne. Aber sie als „administrative Barriere“ zu benützen ist unter jeder Würde. Ein echter Freiburger dürfte man demnach genau so wenig in Graubünden einsetzen wie ein Unterwalliser im Oberwallis oder ein Haslitaler im Rheintal oder ein Rheintaler im Lötschental. Denkt man sich dies zu Ende, so wären selbst Schweizer und Schweizerinnen aus den anderen Sprachregionen diskriminiert! Wäre dies nicht Unsinn? fehlt es an persönlicher und an Führungskompetenz sowie an Respekt und Toleranz?

Schon um das Jahr 1964 zählte das noch kleine Werk der Pilatus AG in Stans, dass man mit Fachleuten aus dem Ausland Flugzeuge bauen, sowie warten und unterhalten konnte. Damals konnten einmal Vertreter aus 27 Nationen gezählt werden! Sogar ein Inder, der den Turban trug, konnte an der Arbeit an der DH-112 „Venom“ beobachtet werden!

Von einer fremdsprachigen ausländischen Fachperson wird neben einer äquivalenten bzw. anerkannten Ausbildungauch hohe Sprachkompetenz erwartet. Warum? 

Neben den Grundlagen von IT-Kenntnissen als „user“ (Anwender), mindestens im Bereich Textverarbeitung, ist die Sprache zentral. Prozessorientierte Pflege,  Qualitässicherung, die  Kommunikation mit Bewohnern, Mitarbeitenden, Vorgesetzten, Hausärzten, Ambulanz, und Angehörigen sowie richtige Formulierung in der Pflegedokumentation werden immer wichtiger! Die Beherrschung der Sprache ist für die Integration zentral.

Will jemand die Berufsanerkennung erreichen, so ist als Minimum das Niveau B2 des europäischen Sprachenportfolios verlangt. Dies gilt im Gesundheitswesen vom Pflegepersonal mit Zusatzqualifikation wie für untere Funktionen (Pflegeassistenz). In den vier Sprachregionen der Schweiz wird Deutsch, Französich oder Italienisch verlangt. Im rätoromanischen Sprachteil ist es Deutsch oder im Süden Italienisch.

Wer über einen sehr guten Abschluss auf dem Niveau B1 verfügt und dies aktuell beherrscht, kann einen Arbeitsvertrag bekommen. Der Einsatz erfolgt zum Beispiel zwar als Pflegefachperson, nicht aber als dipl. Pflegefachperson, so die Leseart. Das Ziel ist immer die Berufsanerkennung. 

Der Raster der Selbstbeurteilung kann als erste Orientierungshilfe bezüglich der Sprachkenntnisse dienen.

Dies Stufe B2 beinhaltet:

Hören: Ich kann längere Redebeiträge und Vorträge verstehen und auch komplexer Argumentation folgen, wenn mir das Thema einigermaßen vertraut ist. Ich kann im Fernsehen die meisten Nachrichtensendungen und aktuellen Reportagen verstehen. Ich kann die meisten Spielfilme verstehen, sofern Standardsprache gesprochen wird.
Lesen: Ich kann Artikel und Berichte über Probleme der Gegenwart lesen und verstehen, in denen die Schreibenden eine bestimmte Haltung oder einen bestimmten Standpunkt vertreten. Ich kann zeitgenössische literarische Prosatexte verstehen.
An Gesprächen teilnehmen: Ich kann mich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler recht gut möglich ist. Ich kann mich in vertrauten Situationen aktiv an einer Diskussion beteiligen und meine Ansichten begründen und verteidigen.
Zusammenhängendes Sprechen: Ich kann zu vielen Themen aus meinen Interessengebieten eine klare und detaillierte Darstellung geben. Ich kann einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.
Schreiben: Ich kann über eine Vielzahl von Themen, die mich interessieren, klare und detaillierte Texte schreiben. Ich kann in einem Aufsatz oder Bericht Informationen wiedergeben oder Argumente und Gegenargumente für oder gegen einen bestimmten Standpunkt darlegen. Ich kann Briefe schreiben und darin die persönliche Bedeutung von Ereignissen und Erfahrungen deutlich machen. Quelle

Das SRK informiert umfassend:

Sprachkenntnisse: Hilfe zur Selbsthilfe:

Die Politik hat andere Massstäbe! Zwar wurde im Zusammenhang mit der Einführung der Personenfreizügigkeit mit den Staaten der EU betont, wie wichtig ausländische Fachkräfte für die Schweiz seien. Die Realität ist eine andere. Es gibt eine grosse Masse von Ausländern in der Schweiz, die die entsprechende Landessprache kaum im Ansatz beherrschen! Um die „Integration“ doch irgend wie über die Runde zu bringen und um Statistiken zu schönigen, und um das Versagen der Politik zu vertuschen, werden mit „Schnellbleichen“, standardisierte Tests usw. Alibiübungen praktiziert. Die Lieben und Netten können gar nicht anders. Wir reden hier über ausländische Arbeitnehmer und deren Angehörige. Wenn es um den roten Pass geht, sind die Hürden sehr tief!

Tagi: …Ist Ihr Deutsch gut genug für den Schweizer Pass?…

Bei der Vergabe von Aufenthaltsbewilligungen und der Vergabe des „Roten Passes“ müssten neben Fach- und Sprachkenntnissen auch noch ganz andere Elemente geprüft werden. Beim erstmaligen Gesuch um eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung prüft das Migrationsamt, ob der im Arbeitsvertrag genannte Lohn ausreichend und eine geeignete Wohnung vorhanden ist.

Was kaum geprüft wird, ist, ob sich jemand, der sich hier niederlässt, eine genügende Altersvorsorge aufbauen kann (Drei-Säulen-Prinzip). Denn viele bringen kaum angespartes Kapital für die Altersvorsorge mit und wenn, dann reicht dies nie aus, um der Altersarmut zu entgehen. Wer mit der Vorsorge erst im Alter 50 oder darüber beginnt, wird kaum genug Sparkapital für eine genügende Rente ansammeln können! Hier liegt eine weitere Falle der Sozialisierung! Arbeitgeber, Arbeits- und Stellenvermittler und Betriebsberater liegen in der Verantwortung!

In den Pflegeberufen wird also viel verlangt. Ob es in anderen Berufen auch so zu und her geht?

2011. Januar 6. 12:10  „(…) Immer weniger deutsche Ärzte bewerben sich an Schweizer Spitälern. Dafür künden sich die osteuropäischen Doktoren an – allen voran die Griechen. Fortsetzung des Artikels…

 2003 praktizierten 775 ausländische Ärzte in der Schweiz, davon 563 aus Deutschland und 18 aus Osteuropa. 2009 stammten von 1323 ausländischen Ärzten 862 aus Deutschland und 103 aus Osteuropa. Sie stammen oft aus Polen oder Rumänien – vor allem aber aus Griechenland. 2003 praktizierten sieben griechische Ärzte in der Schweiz; 2009 waren es bereits 56. Damit bilden sie nach den Deutschen, Österreichern und Italienern die grösste Diaspora.

«Es wird aber schwieriger, deutsche Ärzte zu rekrutieren, die wir so dringend brauchen. Wir müssen sehen, woher wir künftig Ärzte nehmen sollen», sagt Andreas Kohli, Direktor des Spitals Langenthal. Es müssen künftig also mehr Ärzte ausgebildet werden.

Jaques de Haller, Präsident der Schweizer Ärztevereinigung FMH, ist derselben Meinung: «Wir müssen doppelt so viel Ärzte ausbilden als bisher, also rund 1200 pro Jahr». Ausländische Ärzte seien zwar gut qualifiziert. «Aber sie sprechen unsere Sprache nicht und sind mit den Eigenheiten unseres Systems, beispielsweise der Spitex, nicht vertraut.» Für de Haller ist die Ausbildung eigener Ärzte aber auch eine ethische Frage: «Es kann doch nicht sein, dass arme Länder wie Ungarn für teures Geld Spezialisten ausbilden, die dann in die Schweiz abwandern.» …)“ aus: „Schweizer Spitäler: „Die Griechen sind die neuen Deutschen“

Diese Aussage würden die Deutschen im Zusammenhang mit der griechischen Finanzmisere kaum machen!

Der Kunde ist König. Das wurde zwar schon bestritten. Es ist eine Ansichtssache. Ich gehe die Sache pragmatisch an. Im Bereich meiner Tätigkeit interessiert das Bestreiten niemanden. Die Anforderungen sind definiert und Forderungen stellt der Kunde. Daher ist bezüglich beruflichem Können, der persönlichen Kompetenz dem Beherrschen der Sprache „Gut“ nicht gut genug! Letztlich gilt es, dem potenziellen Arbeitgeber ein Bedürfnis zu schaffen! Wer sich um eine Stelle bewirbt, muss dem potenziellen Arbeitgeber die Argumente liefern, damit er eine überzeugende Wahl treffen kann.

Dass die Sprachkenntnisse allgemein wichtig sind und, dass man sich an objektiven Kriterien orientiert, hat nun auch das Bundesgericht bestätigt.

 

„(…) BUNDESGERICHT

Sprachkenntnis und Einbürgerung Objektive Kriterien erforderlich

fel. Lausanne · Die Autonomie der Aargauer Gemeinden wird nicht verletzt, wenn das kantonale Verwaltungsgericht darauf besteht, dass die Sprachkenntnisse von Einbürgerungskandidaten aufgrund objektiver und im Voraus bekannter Kriterien geprüft werden. Das geht aus einem neuen Urteil des Bundesgerichts hervor, mit dem eine Autonomiebeschwerde der Aargauer Gemeinde Erlinsbach abgewiesen wurde. Das Grundsatzurteil aus Lausanne dürfte auch für andere Kantone von Bedeutung sein, in denen den Gemeinden bei der Erteilung des Bürgerrechts Autonomie zusteht.

Niveau B1 bis B2

Das Aargauer Verwaltungsgericht hat den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen des Europarats (GER) herangezogen und die Auffassung vertreten, im Regelfall könnten von Bürgerrechtsbewerbern kommunikative Fähigkeiten (Verstehen, Sprechen) vom Niveau B1 bis B2 verlangt werden. Für die schriftliche Sprachbeherrschung dagegen dürfe mit Rücksicht auf die unterschiedlichen Bildungsfähigkeiten der Gesuchsteller nicht mehr als Niveau A2 verlangt werden, da sonst eher bildungsferne Personen diskriminiert werden könnten, befand das kantonale Verwaltungsgericht.

Etabliertes Instrument

Auch aus Sicht des Bundesgerichts hat sich der GER als Instrument im Fremdsprachenunterricht etabliert. Der Referenzrahmen unterscheidet drei Hauptniveaus sprachlicher Kommunikationsfähigkeit: A steht für eine elementare, B für eine selbständige und C für eine kompetente Sprachverwendung, wobei die Niveaus noch in die Stufen 1 und 2 unterteilt werden. Auch das Bundesrecht stellt im Übrigen auf den GER ab, so setzt etwa eine vorzeitige Erteilung der Niederlassungsbewilligung die Kenntnis der am Wohnort gesprochenen Landessprache auf dem Niveau A2 voraus.

Laut dem einstimmig ergangenen Urteil der I. Öffentlichrechtlichen Abteilung «erscheint der GER aufgrund des Rahmenkonzepts für den Nachweis der sprachlichen Kommunikationsfähigkeit im Hinblick auf die Einbürgerung als gut geeignet». Er erlaube es, einen objektivierbaren Massstab für die Einbürgerungsvoraussetzungen festzulegen. Im Rahmen dieser Kriterien bleibt der Entscheid den Gemeinden überlassen, «ob die Sprachkenntnisse im konkreten Fall für eine Einbürgerung ausreichen», wie das Gericht festhält. Wichtig bleibt, dass den Einbürgerungskandidaten rechtzeitig mitgeteilt wird, welches Niveau bei den verschiedenen Fertigkeiten (Sprechen, Verstehen, Schreiben) verlangt wird.

Urteil 1D_1/2011 vom 13. 4. 11 – BGE-Publikation. )“ Quelle: NZZ, 18. 5. 11

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Klau von Fachpersonal – eine ethische Frage?


„Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt – er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.“

Henry Ford

 

Die WHO findet es nicht als ethisch, wenn Pflegepersonal den Staat wechselt.  Besonders wenn von den reichen Länder aus, Pflegepersonalaus verarmten Ländern  abgezogen wird, erscheint dies der Leseart nach als unethisch.

Aus Ländern südlich der Sahara würde man hier aus drei Gründen kaum Gesundheits-Personal rekrutieren: 1. handelt es sich nicht um EU-/EFTA-Bürger, 2. die erforderlichen Sprachkenntniss würden kaum vorhanden sein und 3. würden die Kenntnisse über die Eigenarten des Schweizer Gesundheitswesen weitgehnd als unbekannt und daher als ungenügend beurteilt. Ob es sich in den USA anders verhält, wenn z. B. der Staat Washington Fachkräfte aus dem bankrotten Kalifornien anstellt, wird es wohl eine inneramerikanische Angelegenheit sein. Ob da die WHO intervenieren würde? Sie würde es aus zwei Gründen nicht tun: Einmal würde man sich kaum getrauen, sich in inneramerikanische Angelegenheiten zu mischen und zum Zweiten, es fehlt dazu die Legitimation! In Europa herrscht Personenfreizügigkeit. Menschen sollen sich also frei bewegen können. So war die Absicht.

Über zwei Millionen Rumänen leben im Ausland. Das ist viel, wenn man bedenkt, dass das Volk rund 21,5 Millionen Einwohner zählt. Bezogen auf die arbeitende Bevölkerung ist dies sogar sehr viel! Sie haben von 2005 bis 2010 nach Schätzungen der Weltbank knapp 40 Milliarden US-Dollar nach Hause geschickt. Mit 4,5 Milliarden US-Dollar war 2010 dabei das schwächste Jahr. Der Staat hat diesen Zustupf gerne genommen. Allein mit diesem Geld könnten Zinsen für Schulden bezahlt werden. Aber das ist wohl in undurchsichtigen Kanälen versickert.

Die Frage der Ethik müsste anders greifen! Die grosse „Völkerwanderung“ in Europa hat seine Ursache! Deutsche ziehen ins Ausland, weil sie dort bessere Anstellungsbedingungen und bessere Bezahlung vorfinden. Die hinterlassenen Lücken werden mit Personal aus dem Osten aufgefüllt – weil dort die Bezahlung und die Anstellungsbedingungen etwa um eine 10er-Potenz schlechter sind.

In Timisoara, Rumänien, werden „Altenpfleger“ im Schnellverfahren für den Export nach Deutschland ausgebildet. Fragt man nach den Programmen, wird um den Brei herum geredet. Die Qualitätsfrage wird sich sehr schnell beantworten! Wer heute in Deutschland eine „halbschwarze“ Stelle in der privaten Pflege im 24-Stundeneinsatz findet, ist mit 1500 Euro/Monat auf die Hand und Unterkunft und Verpflegung schon sehr zufrieden. Sozialabgaben werden keine geleistet. Der „Arbeitgeber“ profitiert zwei mal: Einmal ist diese private Pflege kostengünstiger als die ambulante oder das Altenheim. Zum Zweiten spart er die Arbeitgeberbeiträge. Das Nachsehen wird die Arbeitskraft dereinst haben, wenn sie ins Pensionierungsalter kommt. Dann ist nichts vorhanden! Moderner Sklavenhandel?

Die Pflegekräfte aus dem Osten werden in Deutschland auch nicht besonders rosig bezahlt. Eine erfahrene Pflegefachfrau mit D-Anerkennung beginnt mit einem auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag in einer Klinik (Gastro/Kardio) mit brutto EUR 2000.-. Aussicht: EUR 2300 nach ca. 3 Mt. Miete für ein Personalzimmer: 170 Euro, zuzüglich NK. Es ist ein aktuelles Beispiel und stellt keinen Einzelfall dar!

Die Deutsche Seniorenbetreuung  erklärt es gleich selbst:

24 Std Pflege: Der Begriff der 24 Std Pflege wird meist im Zusammenhang mit der häuslichen Pflege genannt, aber auch in einer stationären Einrichtung gibt es natürlich die 24 Std Pflege. Bei der häuslichen 24 Std Pflege wohnt die Pflegekraft mit im Haus der pflegebedürftigen Person und ist so rund um die Uhr verfügbar. Die häusliche 24 Std Pflege beinhaltet die Grundpflege, das heißt Hilfe beim Waschen, Anziehen und Essen und darüber hinaus auch noch Hilfe im Haushalt. Im Prinzip übernimmt die Pflegekraft die komplette Versorgung und macht so einen Umzug in ein Heim überflüssig. Viele Pflegekräfte, die in der 24 Std Pflege tätig sind, kommen aus osteuropäischen Ländern wie Polen, Bulgarien, Rumänien, Slowenien, der Slowakei, Estland, Lettland und Litauen. Die Qualität ihrer Arbeit ist mit der ihrer einheimischen Kollegen durchaus vergleichbar, aber die Kosten sind wesentlich geringer. Nicht nur deshalb sind osteuropäische Pflegekräfte erste Wahl bei der Besetzung von Stellen in diesem Bereich.

Lohndumping erster Güte!

Wo dies hinführt: 100.000 Haushaltshilfen aus Mittel- und Osteuropa arbeiten in Deutschland, der größte Teil von ihnen schwarz. Die Frauen aus dem Osten sind in aller Regel nicht sozialversichert; viele von ihnen müssen täglich, auch am Wochenende, rund um die Uhr verfügbar sein und verdienen dafür Monatsgehälter um 1000 Euro – eine deutsche Kraft würde für den gleichen Aufwand etwa 170 Euro am Tag nehmen. Mehr lesen: => …Altenpflege, ohne sie geht es nicht…

Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass in der Schweiz die Schwarzarbeit in Haushalten ähnlich wie in Deutschland entsteht – und niemand sieht hin! Der Aufenthalt als Tourist bis drei Monate ist das Vehikel. Die Organisation ist einfach. Vor Ablauf kommt die nächste und so geht es weiter bis die Rotation wieder von vorne beginnt.

Was nützt die ethische Frage? Und was nützt der Ehrenkodex der WHO?

    International recruitment of health personnel: draft global code of practice

SIXTY-THIRD WORLD HEALTH ASSEMBLY A63/8, Provisional agenda item A63/8 11.5 15 April 2010

Um was es sich dabei handelt, sinngemäss:

Regeln gegen «Nurse-Drain»

(sda) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will dem Trend entgegenwirken, dass Pflegepersonal aus armen in reiche Länder abwandert. Dazu verabschiedete die WHO-Generalversammlung am Freitag in Genf einen Leitfaden für die Anstellung von Personal im Gesundheitswesen.

Staaten und Arbeitgeber werden aufgefordert, fortan nicht mehr aktiv in armen Ländern medizinisches Personal zu rekrutieren. Ausländisches Personal sollte zudem die gleichen Rechte und Pflichten haben wie Einheimische.

Auch die Schweiz, wo ausländisches Personal im Gesundheitswesen stark vertreten ist, stimmte dem nicht bindenden Verhaltenskodex zu. Der Verabschiedung des Leitfadens gingen sechs Jahre Beratungszeit voraus.

Die Abwanderung von Gesundheitspersonal aus Entwicklungsländern in Industriestaaten habe alarmierende Ausmasse angenommen, hielt die WHO fest. Dies habe in den armen Ländern einen akuten Personalmangel im Gesundheitssektor zur Folge, insbesondere in den Ländern südlich der Sahara. ( NZZ 21. Mai 2010, 17:45, NZZ Online). Mehr =>

Die Stossrichtung ist klar: Es wird eine weitere Umverteilung angestrebt!

Wenn in den Ländern wie Ungarn, Rumänien, Griechenland, Bulgarien usw. das Vertrauen in den Staat verloren gegangen ist, weil man mit seiner Arbeit heute kaum eine Familie ernähren kann, ist die ethische Frage schnell beantwortet. Die Menschen kämpfen ums ÜBERLEBEN! Rumänien, welches bei der Ermordung Nicolae Ceausescus praktisch keine Auslandschulden hatte, wurde innert 20 Jahren in Grund und Boden „europäisiert“ und „globalisiert“! In Ungarn sieht es kaum besser aus. Über Griechenland wurde genügend berichtet. Die Rolle, die ausländische Banken, namentlich aus Amerika (Goldmann & Sachs) spielten, wird offenbar ausgeblendet! Hier wird die ethische Frage nicht gestellt! In diesem Fall kann sie offenbar gar nicht gestellt werden, denn Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein als Helfer Gottes hat scheints den besseren Draht zum Himmel als der Papst. 

Auf den Philippinen wird weit mehr Pflegepersonal ausgebildet, als das Land selber nötig hat. Die Fachkräfte werden gezielt „exportiert“. Auch die Schweiz soll schon bald davon profitieren. Die Philippini im Ausland versorgen letztlich ihre Familien in der Heimat. Der Staat fördert dies, weil es etwas zu exportieren gibt, welches zu einer Geldquelle wird. Dies läuft von selbst – ohne WHO! =>

Filipinas sollen fürs Gesundheitssystem rekrutiert werden …

Bildungsexport: gesehen 25. 02. 09 in der Financial Times Deutschland

Slowakische Pfleger für deutsche Heime (von Christine Maukel)

Alte Menschen brauchen Hilfe, junge Leute brauchen Jobs. Internationale Interessen, der sich die sozialpädagogische Akademie im slowakischen Brezno angenommen hat.

Der durchschnittliche Deutsche ist 43 Jahre alt, in der Slowakei sind die Menschen im Schnitt acht Jahre jünger. Die alternde deutsche Gesellschaft braucht Pflegepersonal, während die vergleichsweise junge Slowakei Probleme hat, ihren Nachwuchs qualifiziert auszubilden.

Um daraus einen Gewinn für beide Länder zu machen, gründete das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft (EBG) vor zwei Jahren im slowakischen Brezno eine sozialpädagogische Akademie. Dort werden derzeit 120 Schüler zu Pflegern, Erziehern und Sozialarbeitern auch für deutsche Pflegeheime ausgebildet.

„Wir werben damit, dass die Absolventen später in Deutschland arbeiten können“, sagte EBG-Projektleiterin Christa Kunze. Die Akademie wird komplett vom slowakischen Staat finanziert, gelehrt wird überwiegend nach nationalem Curriculum. Ein Drittel des Lehrplans kann die Akademie jedoch selbst gestalten.

Um die Schüler für den deutschen Markt zu qualifizieren, werden zusätzlich medizinische Inhalte vermittelt, die auch Bestandteil der deutschen Ausbildung sind. Dazu lernen alle Schüler von Anfang an Deutsch und absolvieren im dritten Jahr ein Praktikum in Deutschland, das ihnen das EBG vermittelt. Mit der Ausbildung erwerben die Absolventen gleichzeitig das Abitur, sodass sie später auch in Deutschland studieren können.

Es funktioniert auch ohne WHO! Die Staaten können die Probleme bilateral lösen. Sie werden dies tun, sobald das Problem unerträglich wird. Dazu braucht es keine Vorstufe einer zentralistischen Weltregierung! Es wird viel von Freiheit gesprochen. Bedeutet es Freiheit, wenn ausschöpfte Möglichkeiten oder Kreativität und Innovation abgewürgt werden, weil es dadurch zu Wettbewerbsvorteilen kommen kann? Die Zentralisten werden die erwünschte, wie die unerwünschte Migration nicht steuern können. Der afrikanische Norden ist ein praktisches Beispiel, der türkische und der italienische Ministerpräsident zwei andere.

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Arbeitsmoral


Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.

Albert Einstein

 

 

 

Albert Einstein

DGB einblick meint(e): Qualitätsbewusstsein, Arbeitsmoral und Erfahrungswissen zählen zu den Fähigkeiten, die die Unternehmen eher bei älteren Arbeitnehmenden sehen als bei den Jüngeren. 

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Quelle: DGB einblick
 
Die Arbeitsmoral und die Leistungsbereitschaft der Schweizer Arbeitnehmer sind im Vergleich sehr hoch. Die durchschnittliche Wochen-Arbeitszeit beträgt ca. 42 Stunden.  Und während der Arbeitszeit ist man nicht nur anwesend, sondern es wird was geleistet! Zusätzlich können die Arbeitnehmer bei betrieblicher Notwendigkeit zur Leistung von Überstunden angehalten werden. Die Vergütung von Überstunden kann unter Beachtung der Überzeitregelung gemäss Art. 12 und 13 ArG (Arbeitsgesetz) vertraglich wegbedungen werden. Was noch zu sagen ist: Der blaue Zettel am Montag ist hier verpönt! Die Mentalität der Schweizer Arbeitnehmer deutet daruf hin, dass man vorwiegend für den Betrieb – und weniger vom Betrieb lebt – eben – hohe Arbeitsmoral! Nun, die hohe Einwanderungsrate, könnte diesbezüglich schlechte Manieren bringen…

Am 03. 03. 2002 stimmte das Schweizervolk über die schrittweisen Einführung der 36-Stunden-Woche mit einer entsprechenden Initiative ab. Es hielt an der 42-Stunden-Woche fest. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit ist  somit seit 1990 mit ca. 42 Std. gleichbleibend.

Arbeitszeitverkürzungen haben in der Schweiz keine Chancen!

 
Volksinitiative „für eine kürzere Arbeitszeit“
 
   685’002
25.3%
   2’021’078
74.7%
 
 
Stimmbeteiligung 57.4%  

Als Vergleich: Deutschland weist etwa 38 Stunden auf. Wegen der hohen Arbeitslosenquote (8.6%, Stand April 2009), waren die Verkürzung der Arbeitszeit immer wieder ein Thema.

In Frankreich wird durchschnittlich 37,9 Stunden/W gearbeitet, etwas höher als es das Gesetz verlangt.

Die Angaben weichen je nach Quelle ab! Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt in der EU-27 bei 40,5. Am meisten wird in Österreich und in Großbritannien mit 42,4 Stunden, gefolgt von Lettland (42,2) und Slowenien (41,4) gearbeitet. Deutschland liegt mit 40,3 Tagen knapp unter dem Durchschnitt. Am kürzesten ist die wöchentliche Arbeitszeit in Holland (38,9), Belgien (39,0), Frankreich (39,1) und Finnland (39,2).  

Interessant:

„(…) Im Vergleich des gesamtdeutschen Arbeitsmarktes von 2008 mit dem der Bundesrepublik (ohne DDR) von 1960 hat das Arbeitsvolumen nur um 2,7 % zugenommen, zugleich ist aber das Potenzial der Erwerbspersonen aber um 69 % von 26,3 Millionen auf 44,4 Millionen Personen gewachsen. …“

 
 Gewöhnliche Arbeitszeit IAT

Bruttoarbeitszeit Schweiz: 8,4 x  5 x 52 = 2184 Std/Jahr. Nach Abzug von durchschnittlich 4,5 Wochen Ferien und 11 Feier- und freien Tagen verbleiben netto rund 1902 Std /Jahr für effiziente Arbeitsleistung. Für den Heizer auf der E-Lok gibt es keinen Platz…!

Es kommt weniger darauf an, viel zu arbeiten, als viel richtiges zu tun! Bliebe noch die Frage, wer nun Trittbrettfahrer ist… => Der österreichische Sozialdemokrat Josef Cap zeigt sich nach seiner «Trittbrettfahrer»-Kritik an der Schweiz unbeeindruckt von Bundesrätin Calmy-Reys Replik. Mehr… 

Dass die Schweiz derzeit bereits mehr doppelt so viel wie Österreich über den Internationalen Währungsfonds (IMF) bezahlt, lässt Cap ausser Acht! 

Herr Cap kennt wohl den Unterschied zwischen der Schweiz und den Schweizer Banken und deren Verantwortlichkeit nicht oder blendet diesen aus => gefundenes Fressen für Wahlpropaganda in eigener Sache? Das geht auch Österreich an, denn sie verdienen in der Schweiz gutes Geld, denke man etwa an STRABAG oder an PORR Suisse…:

„(…) Ausländische Baufirmen haben in der Schweiz einen Preisvorteil, weil sie völlig legal weniger Lohn zahlen müssen. Möglich ist dies wegen eines Systemfehlers bei den flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit.  …)“ => mehr

Nach dem in der Schweiz geltenden Arbeitsgesetz beträgt die wöchentliche Höchstarbeitszeit für Arbeitnehmer in industriellen Betrieben sowie für Büropersonal, technische und andere Angestellte, mit Einschluss des Verkaufspersonals in Grossbetrieben des Detailhandels 45 Stunden (Art. 9, ArG). Pro Kalenderjahr sind maximal 170h Überzeit zulässig (Art. 12, ArG).
Für alle übrigen Arbeitnehmer beträgt die wöchentliche Höchstarbeitszeit 50 Stunden (Art. 9 ArG). Pro Kalenderjahr sind dabei maximal 140h Überzeit zulässig (Art. 12, ArG). Es handelt sich dabei um diejenigen Arbeitnehmer, die ausserhalb der Industrie manuelle Tätigkeiten ausführen, also um gewerbliche Handwerker und deren Hilfskräfte, das Personal in Krankenanstalten (teilweise) und Heimen sowie zusätzlich um das Verkaufspersonal in Klein- und Mittelbetrieben des Detailhandels (weniger als 50 AN). Die wöchentliche Höchstarbeitszeit darf u.a. wegen Dringlichkeit der Arbeit oder ausserordentlichen Arbeitsandranges überschritten werden (Art. 12 ArG). Die Überschreitung der Höchstarbeitszeit ist gemäss Art. 13, ArG zwingend zu kompensieren.

Die hohe Wochen- / Jahresarbeitszeit der Schweiz wirkt sich deutlich günstig auf die Arbeitskosten im internationalen Vergleich auf. Würde man die Absenzenstatisiken einheitlich erfassen und veröffenlichen, wäre sehr schnell klar, dass hier eine weitere Stärke der Schweizer Arbeitnehmer erkennbar würde!
 
Ausländische Unternehmungen haben allen Grund, sich in der Schweiz niederzulassen. Stihl-Vorstandsmitglied Jürgen Steinhauser sagte es in einem Interview so:
 
„(…)  „Wie kommen Sie überhaupt auf die Schweiz? Wir gelten nicht als günstiger Industriestandort.“
„Schon seit langer Zeit produzieren wir in der Schweiz unsere Ketten. Wir haben dabei sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem wirtschaftlichen Umfeld und der Qualifikation der Mitarbeiter. Die Lohnkosten in der Montage sind niedriger als in Deutschland. Ausserdem konnten wir wichtiges Knowhow in der Fertigung aufbauen. Es war deshalb naheliegend, uns in der Schweiz weiterzuentwickeln. Wir schaffen damit übrigens rund 200 zusätzliche Arbeitsplätze. „)“

Es würde sich also die Frage stellen, wer von wessen Arbeit profitiert! Die hohe Arbeitszeit wurde stets damit begründet, dass die Schweizer Arbeitskräfte in einem Binnenland ohne Bodenschätze dazu verdammt seien!

 

Unternehmerverbände und politische Behörden behaupten, wir müssten mehr arbeiten (längere Arbeitszeiten, höheres Rentenalter, usw.), um „wettbewerbsfähig zu bleiben und die Finanzierung der Sozialwerke zu sichern. =>  …Arbeitszeit in der Schweiz: Klischees und Tatsachen…

Wie dem auch sei, das Volk hat es sich zu einer Tugend gemacht. Man lebt, um zu arbeiten. Andere arbeiten, um zu leben.

Lesenswert:

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Cash Guru:

Guru,  Alfred Herbert

  •  25. 05. 2010: Weiter auf der Rutschbahn! -/- Euro – weitere Abstimmung mit den Füssen: jeden Tag drängeln Ausländer, allen Voran die Deutschen, in die Schweiz. Jetzt wollen sie legal Konten bei unseren Banken anlegen und ihre Euro  loswerden. Die Schweiz ist der Deutschen liebste Fluchtburg: letzte Woche sollen sie über 7 Milliarden  in die Schweiz geschaufelt haben. -/- Dollar – im Fernen Osten heute bockfest: über 1.16. Eine Freude für die Schweizer Exportindustrie in den Dollarraum!
  • 26. 05. 2010: Technische Erholung – kurz aber heftig? -/- Banken – Spanien im Fokus. 1. Regionalbank in Zwangsverwaltung. Regierung plant 45 Regionalbanken zu 15 grösseren Instituten zusammenzuschliessen. Aber machen drei Kranken einen Gesunden? – Der Druck auf europäische Bankvaloren wird nochmals zunehmen. -/- Bank-Ratings – Analysten aller Couleurs überdenken Bankratings neu. Es ist zu befürchten, dass der ganze europäische Bankensektor zurückgestuft werden wird!

… 

odh: Die Rolle der Analysten wäre zu definieren! Eberts (1986) definiert den Begriff Finanzanalyst (Synonym; Investmentanalyst, Research Analyst) so: „Unter einem Finanzanlysten versteht man eine Person,die in Hinblick auf eine Wertpapieranlage, vornehmlich mit Hilfe „externer“ Informationen, wissenschaftlich fundierte („objektive“) Analysen und Prognosen über Kapitalmärkte (Aktien- und Rentenmarkt), Branchen und Einzelunternehmungen erstellt. Diese werden im folgenden Entscheidungsprozess in Bezug auf Investments von ihm oder anderen Personen verwendet.“
Einer Definition der DVFA (1995) zufolge sind Analysten „(…) Personen, die aufgrund allgemein verfügbarer Informationen und spezieller Vorkenntnisse eine Beurteilung und Bewertung von Wertpapieren von Unternehmen und deren Derviaten – auch von Volkswirtschaften, Kapitalmärkten und Branchen – in Form von zumeist schriftlichen Analysen vornehmen. Die Ergebnisse der Arbeit der Analysten dienen privaten und institutionellen Anlegern und den Kundenberatern, Vermögensverwaltern sowie Portfoloimanagern in Kapitalgesellschaften im In- und Ausland als Grundlage für Anlageentscheidungen. … Sie treiben also „Research“… Die Hauptaufgabe von Analysten besteht darin, aktuelle Fehlbewertungen ihres Untersuchungsobjekts am Kapitalmarkt aufzudecken…)“ Quelle: Nico Friedrichs, Die Rolle der Analysten am Kapitalmarkt, google S. 39
Aufgund der vergangenen und aktuellen Ereignisse kommt es einem vor, es seien eher Finanzalchimisten am Werk. Die Geschwindigkeit der Geldverschiebung weltweit ist so hoch, dass die „Analysten“ kaum Zeit finden, ihre Computer richtig zu speisen – dann ist eben “ shit in , shit out“, wie Figura, als eine vorübergehende Gewissheit zeigt:
 
http://www.mitklarersicht.ch/wp/wp-content/uploads/2015/03/mob1297_1273249943.jpg

 Auch eine vorübergehende Gewissheit! Quelle: maoxian.com

Lesenswert: …Der Booboo-Crash auf den besten Finanzblogs…

Heute will niemand erklären können, wie diese Situation entstehen konnte! Nennt man so „wissenschaftlich fundierte („objektive“) Analysen und Prognosen über Kapitalmärkte“? 

Es ist relativ einfach, eine Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn abzuschliessen und wenn es abbrennt die Versicherungssumme zu kassieren… Dafür braucht es kaum wissenschaftliche Grundlage sondern kriminelle Gene.

Das „Abbrennen“ von Lehmann Brothers war die Erstausgabe. Griechenland stellt lediglich ein „update“ dar… Das geht nicht nur gegen die Moral, sondern gegen die Ethik.

  • 27. 05.2010: Zögernde Erholung – wars das schon? -/- Leerverkäufe – Deutschland studiert ein totales Verbot von Short-Verkäufen. Will den Markt noch mehr an die Kette legen? -/- Richemont – Geschäftsjahr 2009/2010 (30.3.): Umsatz minus 4pc Gewinn minus 18pcDividende 0.35 Franken (0.30). Gewinn unter Analystenerwartungen. Aktienrückkaufprogramm von maximal 10 Millionen Aktien über zwei Jahre angesagt.
  • 28. 05 2010: freundliche Grundstimmung zum Start! -/- u-blox – Dual Electronics wählt u-blox für neuen iPod touch (GPS). – /-  Ems – übernimmt restliche Prozent der asiatischen Beteiligungsholding EFTEC Asia Pte.Ltd. „damit können wir das erfolgreiche Wachstum in den strategisch wichtigen asiatischen Märkten noch konsequenter vorantreiben…“
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Arbeit und Lohn für Ausländer in der Schweiz


Fremd ist der Fremde nur in der Fremde. 

 Karl Valentin

Ersucht ein Arbeitgeber oder eine Person aus dem Ausland um Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung, so müssen Bedingungen erfüllt sein.

Die Schweiz kennt bei der Zulassung ausländischer Arbeitskräfte ein duales System. Erwerbstätige aus den EU-/EFTA-Staaten können vom Personen-Freizügigkeitsabkommen profitieren. Aus allen anderen Staaten werden in beschränktem Ausmass lediglich Führungskräfte, Spezialistinnen und Spezialisten sowie qualifizierte Arbeitskräfte zugelassen.

Im Wesentlichen muss

  • ein Arbeitsvertrag vorliegen 
  • der Arbeitgeber nachweisen, dass er für Bürger aus EU-Efta in der Schweiz ergolglos gesucht hat (Inserate, Suche im Internet, Suche via Personaldienstleister) und für Personen von ausserhalb der EU muss die Suche EU-weit nachgewiesen werden.Eu-/Eftfa-Bürger mit voller Personenfreizügigkeit müssen ledigich einen Arbeitsvertrag vorweisen.
  • muss der Nachweis erbracht werden, dass es keine geeignete Arbeitslose hat
  • der Lohn orts- und branchenüblich sein (Verhinderung von Lohndumping)
  • beim Familiennachzug eine angemessene Wohnung vorhanden sein

Ein Arbeitgeber tut gut daran, wenn er auch einen Auszug aus dem Strafregister einfordert. Ein spezielles Meldeverfahren für kurzfristige Erwerbstätigkeit   ist zu beachten

Mehr Infos:

Seltsames tut sich jedoch bezüglich Lohngestaltung. So wird für Ausländer im Gastgewerbe im ersten Jahr ein tieferer Lohn als es die Empfehlungen verlangen, toleriert. Das hat ein RAV-Beamter aus dem Kanton Graubünden bestätigt.Somit findet die „St. Galler Erfindung“ mindestens stille Nachahmer!

Die „Südostschweiz“ berichtete am 25. 11. 09:
„(…)Die Behörden des Kantons St. Gallen wollen künftig Löhne von bis zu 20 Prozent unter den Referenzlöhnen tolerieren. Die Gewerkschaften sind empört: Dies sei «eine Einladung zu Lohnsenkung und Lohndrückerei», protestieren sie in einer Stellungnahme. …)“

Eine tripartite Kommission, zusammengesetzt aus  Vertretern der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Behörden, soll durch entsprechende Kontrollen Lohndumping durch Ausländer verhindern. Das ist eine flankierende Massnahme der bilateralen Verträge. Als Massstab dienen Referenzlöhne, die für die Ostschweiz anhand von Lohnstatistiken für jede Branche errechnet wurden.

Der Rabatt von 20 Prozent ist tatsächlich eine St.Galler Erfindung, berichtet die SP des Kantons St. Gallen, bei der sich die Arbeitgebervertreter in der Kommission, FDP-Nationalrat Walter Müller und IHK-Direktor Kurt Weigelt, durchgesetzt haben. Dies belegt eine Umfrage des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. St.Gallen sei der einzige Kanton, der einen Rabatt eingeführt habe, sagt SGB-Chefökonom Daniel Lampart. Es gebe zwar Unterschiede bei der Festlegung der Referenzlöhne. In einigen Kantonen würden dafür eigens erstellte Statistiken herangezogen, in anderen orientiere man sich am sogenannten Aargauer Lohnbuch. Der Kanton Zürich schlage beispielsweise 10 Prozent auf die Gehälter im Lohnbuch, die anderen übernähmen die Empfehlungen 1:1. Es gebe keinen Kanton wie St.Gallen, der einen solchen «Abschlag» eingeführt habe, kritisiert Lampart.

Die NZZ berichtete am 10. 04. 2010, dass der Streit um Lohndumping in St. Gallen beigelegt sei. Die 20-Prozent-Regel sei abgeschafft.

Die schlauen St. Galler haben sich die Hintertür gesichert!  Betroffen sei aber nur das Verfahren bei der Festlegung von Mindestlöhnen. Beim „Eingreifen in Einzelfällen gelte weiterhin eine „Interventionsgrenze“. Ist diese nicht überschritten, müssen die Kontrolleure nicht unverzüglich intervenieren. Wo die Grenze liegt, will die Kommission „zum Schutz der Arbeitnehmenden“ nicht publik machen. Handelt es sich hier etwa um eine „Gummilösung“, welche es weiterhin erlaubt zu tun und lassen was man will und um gewerkschaftliche Gemüter zu beruhigen?

Neu würden die Kontrolleure in St. Gallen laut Regierung auch keine Unterchiede bei inländischen Betrieben mehr machen. Bisher wurden inländische Betriebe – auch in anderen Kantonen weniger häufig konrolliert. Nicht der Druck der Gewerkschaften, sondern die Beaanstandung durch das seco in Bern habe diese Praxisänderung bewirkt.

Wo es auch nicht stimmt: Systemfehler im Entsendegesetz! Der Schweizer Bauwirtschaft gingen bisher Milliardenaufträge verloren! Die ausländische Baumafia freuts!

„(…) Ausländische Baufirmen haben in der Schweiz einen Preisvorteil, weil sie völlig legal weniger Lohn zahlen müssen. Möglich ist dies wegen eines Systemfehlers bei den flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit.  …)“ => mehr

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Cash Guru:

Guru,  Alfred Herbert

  • 14. 04. 2010: UBS – Tag der Frustrierten!

    UBS – Tag der  UBS – Last minute-Gerüchte hinter den Kulissen zeigen höchste Nervosität in allen Kreisen. Schlagabtausch und Showdown aber mehr für die Kulisse (odh: => Hoffentlich bleibts nicht nur ein Theater, sondern es werden Nägel mit Köpfen gemacht und Tacheles gesprochen! Verantwortung soll endlich übernommen und abverlngt werden!).

    Bossard – zuversichtlich, dass dieses Jahr Umsätze und Gewinn zumindest „im hohen einstelligen Bereich“ zunehmen werden. 1.Q Umsatz plus 7,7pc in Franken im Jahresvergleich.
  • 15. 04. 2010: Roche schlägt Erwartungen

    UBS – internes Resumé: „Streifschuss, jetzt geht es normal weiter, wir müssen Geld verdienen.“ Jetzt kommen die ersten Hochstufungen: JP Morgan geht auf übergewichten mit Kursziel 23 (19).

    Credit Suisse – kommende GV neues Ziel der Boni-Bekämpfer. Ethos an der Spitze!
  • 16. 04. 2010: …SMI 7000 in Griffnähe – aber…

    Unique – heisst nur noch Flughafen Zürich, neues Börsensymbol FHZN.

    Ascom – verkauft das Network Planning Business nach Frankreich. Kleine Sache, 2,5 Millionen Franken.

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Arbeitsbelastung in der Pflege


Der Ruhestand eröffnet dem Pensionierten keine neuen Möglichkeiten; in dem Augenblick, da der Mensch endlich befreit ist von den Zwängen, nimmt man ihm die Mittel, seine Freiheit zu gebrauchen. Er ist dazu verurteilt, in Einsamkeit und Langeweile dahinzuvegetieren, ein purer Nichtsnutz. Dass ein Mensch während der letzten 15 oder 20 Jahre seines Lebens nur noch Ausschuss ist, offenbart das Scheitern unserer Zivilisation. Dieser Sachverhalt würde uns die Kehle zuschnüren, wenn wir die Alten als Menschen, die ein Leben als Mensch hinter sich haben, ansähen und nicht als wandelnde Leichname.


Aus: Simone de Beauvoir: Das Alter, rororo, 2004, S. 12

 

Die Evolution hat eben den Ruhestand nicht vorgesehen! der Mensch ist da um Leistung zu erbringen. Das will aber nicht heissen, dass er am Fliessband wüten muss, bis er umfällt. Es gibt mannigfaltige Arten von Leistungen. Diese für sich zu finden, ist Aufgabe des Einzelnen.

In der Pflege (Betagtenzentren, Altersheimen, Geriatrieen) wird verschiedentlich ein zulässiges Arbeitspensum von maximal 80%/85% festgelegt. Die Begründung: Die Arbeitsbelastung wäre zu gross. Wäre dem so, müsste diese erschwerte Belastung durch eine Inkonvenienzzulage abgegolten werden. Das jedoch ist nicht der Fall. Es gibt auch keine Hinweise dafür, dass die Funktionen in der Pflege höher bewertet wären! Damit soll aber keineswegs gesagt sein, die Arbeit wäre nicht belastend.

Liegt Willkür vor? Dann wäre es auch Diskriminierung.

Wird eine Arbeitsstelle respektive deren Funktion bewertet (Funktionsbewertung, Arbeitsbewertung), lag bisher oft das Genfer Schema oder ein erweitertes Genfer Schema zugrunde. Während ersteres nur für ausführende Tätigkeiten diente, wurde dieses so erweitert, dass auch leitende und Stabsfunktionen abgedeckt werden. Da die Funktionsbewertung besonders für industrielle Tätigkeiten vorgesehen waren, gilt es, eine entsprechende Interpretation für andere Bereich vorzumnehmen. So kommt im Schema die psychische Belastung, wie sie beispielsweise in der Psychiatrie, der Gerontopsychiatrie, und der Geriatrie (Umgang mit dementen Menschen) zu wenig zum Ausdruck.

Immerhin hat man aber mit dem System des BWI (Betriebswissenschaftliches Institut ETH Zürich) auch Funktionsbewertungen in verschiedenen Kantonen (z.B. Kanton Luzern) vorgenommen und damit auch die Gesundheitsberufe entsprechend eingestuft.

Das ursprüngliche Genfer Schema (von 1950):

Die Kriterien sind in vier Anforderungskategorien eingeteit:

  • geistige Anforderungen (Fachkenntnisse, Nachdenken),
  • körperliche Anforderungen (Geschick, Muskelbelastung, Nerven- und Sinnesbelastung),
  • Verantwortung (beispielsweise für Betriebsmittel, Sicherheit und Gesundheit Anderer) sowie
  • Arbeitsbedingungen (Temperaturen, Nässe, Schmutz, etc.).

In der Praxis werden belastende Arbeitsbedingungen oft mit einer Zulage zum Lohn abgegolten.

Das erweiterte Genferschema nach (Heinz Kappel 1983 – 32) 

Letztlich geht es immer um die Anforderungen und um die Belastungen welche der untersuchten Stelle zugrunde liegen oder von ihr ausgehen. Inzwischen kommen auch andere Systeme zur Anwendung. So etwa:

Warum also „nur“ max. 80%/85%? Warum soll jemand z.B. in der Geriatrie nicht zu einem 100%-Lohn kommen?

Nimmt man die Funktionsbewertungen aus den Kantonen, so sind die Funktionen in der Geriatrie oder in der Gerontopsychiatrie weder gesondert (höher) bewertet, noch sind spezielle Zulagen definiert. Aus klassifikatorischer Sicht gibt es alo keine Gründe, eine Tätigkeit wegen der Belastung vom Betrieb her zu reduzieren. Der Entscheid sollte daher beim Mitarbeiter liegen.

Wenn allenfalls die Absenzen grösser sind, oder werden, dann muss der Ursache nachgegangen werden. Die kann tatsächlich bei einer Überbelastung liegen. Aber meist spielen externe Gründe eine Rolle. Dann müsste die betroffene Person diese Ursache bekämpfen.

Handelt es sich z.B. um eine Familienfrau mit Kindern, so wird schnell klar, dass sie, wenn der Mann ebenfalls zu 100% tätig ist und im Haushalt nicht mittut, eine Belastung von um die 150%  (+/-) zu tragen hat. Aus dieser Sicht kann ein reduziertes Arbeitspensum sinnvoll sein.

Zweitverdiener ziehen oft Teilzeitpensen Vollzeitpensen vor.

Was aber, wenn eine Alleinerziehende oder ein Familienvater auf den vollen Lohn angewiesen ist? Die Kinderbetreuung muss so oder so organisiert und finanziert werden, ob bei vollem oder bei reduziertem Pensum. Die Ausbildungs- und die Lebenskosten bleiben 100%, ob Voll- oder Teilzeitarbeit! Eine Wohnung kann nicht zu 80% gemietet werden!
 
Guter Rat teuer? Man sollte wissen woher die Belastungen kommen! Sind diese erkannt, geht es ums Eliminieren. Mit der willkürlichen Festlegung eines Pensums von 80% hält man potenzielle Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt fern. Dies erschwert letztlich die Personalbeschaffung. Aber man redet dem schwierigen Arbeitsmarkt das Wort!

Neben externen Faktoren gibt es aber auch interne. Die geteilten Dienste mögen aus rein ökonomischer Sicht interessant sein, weil so mit dem geringsten Personalbestand gearbeitet werden kann, was die Lohnkosten senkt. Dass aber dieser geteilte Dienst sehr belastend ist, wird einfach ausgeblendet! Geteilte Dienste haben den Nachteil, dass die Arbeitstage sehr lange sind und, dass die Pausen kaum sinnvoll genutzt werden können.  Partner haben Mühe ihr Freizeitverhalten anzupassen. Und wer am Vereinsleben teilhaben oder sich weiterbilden will, erfährt Einschränkungen. Hier liegen u.a die Gründe für hohe Fluktuation und für Kurzabsenzen. Sie werden einfach nicht wahrgenommen oder verdrängt.

Wenn ein Haus mit vielen Wechseln beim Personal konfrontiert ist oder wenn dieses mit dem Bann eines schlechten Images belegt ist, dann ist dies meist auf dem Mist der Führung gewachsen. Analysen im Zusammenhang mit OE-Projekten zeigen dies immer wieder auf.

Wo kommen die Belastungen her?

  1. auserhalb des Arbeitsplatzes, bzw. des Betriebes (privates Umfeld)
  2. am Arbeitsplatz, bzw. innerhalb des Betriebes.

Zu 1.: Das private Umfeld muss jeder für sich analysieren und so gestalten, dass die ausserbetrieblichen Belastungen ein sinnvolles Mass nicht überschreiten. Der Arbeitgeber erwartet eine volle Arbeitskraft. Die Gegenleistung ist ein voller Lohn, OR Art 322 Abs. 1. => auch OR Art. 319 Abs. 1.  Zu beachten ist speziell OR Art. 321 a Abs. 3.  Daraus kann abgeleitet werden, dass die volle Arbeitskraft dem Arbeitgeber gehört.

Zu 2.: Innerbetrieblich gibt es meist mehrere Anhaltspunkte, für eine Verminderung des Belastungspotenzials. Es ist Aufgabe des Kaders, für Bedingungen zu sorgen, dass die Mitarbeitenden möglichst ungestört ihre Kernfunktion respektive ihre zugeteilten Aufgaben erfüllen können. Wo sind Probleme zu suchen? Es ist selbstredend, dass es im ureigensten Interesse des Arbeitgebers ist, dafür zu sorgen, dass der Arbeitnehmer möglichst ungehindert seinen Auftrag erfüllen kann. Der Aufwand für eine PPS in grösseren Betrieben ist kaum mehr wegzudenken. Selbst im Gesundheitswesen wird dem TQM-Management vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt.

Mittel

  • Zu knappe Stellenpläne, vor allem beim qualifizierten Personal, Gefahr, dass man zur reinen, unmenschlichen Funktionspflege übergeht.
  • mangelhafte oder ungeeignete Organisation (z.B. fehlende Demenzabteilung)
  • Finanzielle Engpässe. Diese werden über die „Köpfe“ aufgefangen, => höhere Arbeitsbelastung, => mehr Absenzen => erhöhtes Fehlerpotenzial, => tiefere Löhne => Erhöhung der Fluktuation

Personalführung

  • Leitbild und Führungsstil/-verhalten sind nicht kongruent
  • Fehlende Qualifikation des Kaders (Stationsleitung, Pflegedienstleitung) 
  • Mangelnde Konfliktresistenz der Vorgesetzten. Dadurch wird die motivierende Kontrolle neutralisiert
  • Mangelhaftes Führungsverhalten, Probleme der Mitarbeiter werden negiert, nicht ernst genommen oder gar unterdrückt, nur weil man selber nicht führungskompetent ist und um nach aussen (nach oben) den Schein zu wahren. Hier sind die meisten „inneren Kündigungen“ und letztlich eine hohe Fluktuation begründet. Es wird über die Mitarbeiter hinweg entschieden. Es fehlt an Sachlichkeit und Offenheit. Mitarbeitende werden höchstens mangelhaft und nicht rechtzeitig oder gar falsch informiert. Die schlechte Leistungsbereitschaft einiger Mitarbeiter wird toleriert und damit werden die anderen zusätzlich belastet.
  • Unmögliche Dienstpläne, die dauernd geändert werden, sowie nicht attraktive Arbeitszeiten (geteilte Dienste)
  • Es wird zwar viel „gesessen“, aber auch viel Zeit vertrödelt. Von den Sitzungen gibt es keine Protokolle, worauf man sich später stützen kann
  • Die Organisationsrichtlinien und Pflegestandards sind zwar schön dargestellt vorhanden, um beim nächsten Q-Audit gezeigt zu werden, echt umgesetzt werden sie aber kaum oder man gibt den Mitarbeitenden nicht die Zeit, sich damit auseinander zu setzen.
  • Es werden zu viele kleine Pensen (20-30%) mitgeschleppt mit dem Argument, dass man Ausfälle elgant beherrschen könne. Dabei wirdübersehen, dass diese Pensen nicht effizient sind. Beispiel: 20% entspricht rund einem Arbeitstag/Woche. Wenn nun eine wichtige Information oder eine wichtige Veranstaltung besucht werden muss, die 3-4 Stunden dauert, ist der Grossteil des Arbeitspensums bereits weg! Der so erzeugte Druck müssen diejenigen mit einem hohen Pensum tragen!
  • Weitere Mängel können sein: Ausbildung der Verwaltungsleitung und anderen Kadern (Hauswirtschaft, Küche, Personelles) nicht optimal oder gar ungeeignet.
  • Klare Kompetenzabgrenzung (z.B. zwischen Hausarzt und Pflegenden
  • Hausmachten und alte Seilschaften, welche informell die Führung aushebeln und machen, was sie für gut halten. Hier müssten schleunigst einige „Seile“ ausgewechselt werden!
  • Organisationshilfsmittel (Arbeitsabläufe, Organisationsrichtlinien, Stressbewältigung, …)

Zwischenmenschliche Fehlerquellen:

  • Kommunikationsprobleme
  • Problem der inneren Kündigung => unmögliche dauernde Arbeitsplatzsituation => Aussichtslosigkeit => psychosomatische Beschwerden
  • Zu viele Teilzeitpensen und vor allem wenn diese zu tief sind (weniger als 50%) bringen verschiedene Probleme. So werden die Einsatzpläne dauernd um diese Teilzeitler herum festgelegt und dies auf Kosten der übrigen Mitarbeitenden. Ausserdem sind solche geringen Pensen nicht effizient. Man erreicht die Leute kaum, wenn es um Information und Koordination geht und werden sie zu entsprechenden Sitzungen eingeladen, ist die halbe Arbeitszeit schon vorbei. Schlieslich werden Überstunden gescheffelt und dann bezogen, wenn es dem Betrieb am wenigsten dient.
  • Mobbing, oft erkannt aber es wird nichts dagegen unternommen- also geduldet!
  • Mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
  • Diskriminierendes Verhalten gegenüber ausländischen Mitarbeitern

Belastungen die von den Gepflegten ausgehen:

  • Pflegeabteilung als letzte Lebensstation
  • Steigende Anzahl gerontopsychiatrischer Pflegebedürftiger. Dauernde Höchstleistungen gehen auf Kosten der Freundlichkeit und Einfühlsamkeit gegenüber den Bewohnern. => entsprechende Ausbildung des Personals!?
  • Schwierige Angehörige

Würde man sich bemühen, die belastenden Faktoren zu minimieren, würde die Arbeitszufriedenheit verbessert, die Fluktuation verringert und die Personalbeschaffung vereinfacht.

Die Erfahrungen die im Ausland, (z.T. in Deutschland) gemacht werden, müssen hier nicht noch einmal gemacht werden:

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Cash Guru:

Guru,  Alfred Herbert

  • 16. 03. 2010:  Riesenauftrag für Meyer Burger!

    Meyer Burger – erhält mit Hennecke Systems einen Riesenauftrag von 250 Millionen Franken aus China. Abwicklung 2010/2011.

          Helvetia – 2009Gewinnsprung um 39,1pc!

  • 17. 03. 2010: Swiss Life – droht AWD-Riesenverlust?

    Swiss Life – erste Gerüchte sprechen davon, dass die deutsche Tochter AWD für 2009 einen doppelt so hohen Verlust abliefern werde wie 2008. Das wurde so von der Börse nicht erwartet! Wird Druck auf die Aktie bringen.

    EFG International – 2009-Konzerngewinn minus 54pc. Dividendenkürzung auf 10 Rappen (25). 

  • 18. 03. 2010: Steiniger Weg nach SMI 7000 – zuerst Konsolidierung?

    Bâloise – 2009: starkes Wachstum, Gewinn plus 8,9pc, pro Aktie CHF 8.64 (7.33), Dividende CHF 4.50.

    Von Roll – 2009: Umsatz minus 23pc, Gewinn 0,6 Millionen Franken, Dividende 10 Rappen. Für Vontobel: „Stabilisierung auf tiefem Niveau, erste Anzeichen einer Erholung. Aber Kursziel wird von 11 auf 10 reduziert.“ 

  • 19. 03. 2010: Nationalbank sieht höhere Zinsen!
  • Währungen – SNB spricht offen davon: „Die Schweiz muss sich auf höhere Zinsen einstellen“. Im Fernen Osten heute früh Euro unter Druck.

    Publigroupe – weiterer Einbruch im 2009. Analysten sprechen gar von desaströsen Zahlen. Umsatz minus 24,1pc, Verlust 20,9 (-42,1) trotz Kosteneinsparungen von 55 Millionen Franken. Keine Dividende. Alle Zahlen unter den schon pessimistischen Erwartungen.

     

     

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Gesetz des Überlebens in einer verrückten Welt


Wo lebt es sich besser?

Graphik: Brainworker; Arbeit / Lohn

Einfache Logik: Da wo am meisten Betriebe an die Wand gefahren wurden und wo für die Weltwirtschaft die grössten Schäden verursacht wurden, ist der Lohn am höchsten. Wir wollen fair sein. Während die Durchscnittslöhne in den untersten Stufen der Hierarche relativ ausgeglichen erscheinen (was das auch immer heissen mag!), sind die Auswüchse im obersten Management ersichtlich.

Bildlich gesprochen:
Wenige haben alles – alle haben nichts. Die Führungshierarchie lässt sich mit einer Pyramide darstellen. Will man die Gehälter ähnlich darstellen, kann man daneben eine umgekehrte Pyramide darstellen. Extrem ausgedrückt. Niemand (wenige) hat (-ben) alles , alle haben nichts (die meisten haben wenig). 

(…) …von 1998 bis 2007 ist die reale Lohnsumme pro Vollzeitstelle im Bankensektor um 63,4 Prozent gestiegen. Beim Rest der Wirtschaft betrug der Zuwachs nur gerade 8,2 Prozent.

Grahik: Blick

Selbst Frau Bundesrätin Doris Leuthard fordert eine Korrektur, nachdem Herr Bundesrat Merz aktiv Sand in die Augen gestreut hat.

…Löhne der Banker müssen sinken… (Blick)

…Merz hat uns Sand in die Augen gestreut… (Blick)

Nachdem der Volkszorn betreffend Boni gewisse Wirkung zu zeitigen scheint, sind die Banker kreativ geworden. Statt Boni werden neue Leute mit  „Handgeld“ angelockt.

„(…) Auch zu Beginn dieser Woche wurden neue Erfolgsmeldungen der UBS bekannt: In Minneapolis konnte die Schweizer Bank ein Dutzend Berater von Smith Barney abwerben, gemeinsam verwalteten sie bislang gut eine halbe Milliarde Dollar; dies meldete das örtliche «Minneapolis St. Paul Business Journal». Und Dow Jones konnte erneut von Abwerbungen berichten, die der UBS bei Merrill Lynch Global Wealth Management gelungen waren. Mehr bei finews: …UBS: Bis 200% Handgeld…

Eine Pensionskasse hat mit einem Satz die Situation erklärt:
„Gemäss Beschluss des Vorstandes vom 12. November 2008 muss aufgrund der aktuellen Marktentwicklung auf eine Anpassung der übrigen Renten verzichtet werden (Art. 20.2 Vorsorgeregelement). Somit wird also auf das Sparkapital kein Zins, der nachweislich erwirtschaftet wurde, gelegt. Also nimmt mandem Pensionierten Geld weg!
Dass sich die Pensionskasse langsam überlegen sollte, wie sie ihre Versprechen erfüllen wolle, hört man nichts. Es ist einfacher, Renten totlaufen zu lassen, als die Finanzierung zu regeln und zu sichern, sprich Beiträge zu erhöhen. Es wären jedoch inerster Linie die Arbeitgeber oder deren Verbände, welche sich als erste wegen den höheren Beiträgen dagegen stemmen würden. … Bei der Personenfreizügigkeit sind es aber die gleichen, die einseitig für sich schauen und anstatt einer kontrollierten Einwanderung einer unkontrollierten das Wort reden. Sie sind bei einem wirtschaftlichen Crash nicht betroffen, weil sie die Leute, die sie entlassen, dem Staat überlassen… Arbeitslosenversicherung: Die notwendige Erhöhung der ALV-Beiträge wird aber zuerst von der Arbeitgebernseite sabotiert – wegen den höheren Beiträgen.

Die Arroganz in der Finanzbranche am Beispiel von Swiss Re: Man fährt mit einer aggressiven Strategie in den Ruin. Gemeint sind damit vor allem komplexe Finanzprodukte wie Credit Default Swaps (CDS), auf die Swiss Re im vergangenen Jahr rund sechs Mrd. Franken abschreiben musste. Nun soll US-Milliardär Warren Buffett mit 3 Mrd. Fr. bei Swiss Re einsteigen. Das Unternehmen erwägt zudem eine weitere Kapitalerhöhung von 2 Mrd. Fr. Auf deutsch:
Warren Buffet bekommt 12% Zins! 1% sind 30 Mio => 360 Mio / Jahr!
Die Aktionäre dürfen noch 2 Mia zuschiessen und sie werden kaum mit 12% belohnt, sondern man stiehlt ihnen ganz einfach noch mehr Geld aus der Tasche. Der Verwaltungsrat von Swiss Re beantragt, die Dividende für das Jahr 2008 auf den Nominalwert je Aktie zu reduzieren, wie es weiter heisst. Sie, die Aktionäre würden sich besser zusammen tun, und selber eine Bank übernehmen und ihr Geld bewirtschaften!
Die Re – Gangster:
Jurist Peter Forstmoser verdiente 2007 als Swiss-Re-Präsident 3,3 Millionen. (KEYSTONE). Er verstehe wenig vom Versicherungsgeschäft…
Betriebswirt Walter Kielholz verdiente 2007 als Swiss-Re-Vize 2,9 Millionen. (pixsil) , er ist auch im CS-VR und steht dort in der Kritik.
Die „Topshots“ im VR:
Jakob Baer (65), Ex-Chef Schweiz der Revisionsfirma KPMG. Die Beratungsfirma hat das Swissair-Debakel mitzuverantworten!
Thomas Bechtler (60), Unternehmer und CS-VR.
Raymund Breu (64), Finanzchef des Pharmakonzerns Novartis.
Mathis Cabiallavetta (64), Ex-VR-Präsident der UBS.
Bénédict Hentsch (61), Bankier. Der war doch auch im Swissair-VR!
Hans Ulrich Maerki (63), Ex-Europachef der Computerfirma IBM.
Kaspar Villiger (68), alt Bundesrat (FDP) und VR von Nestlé und der NZZ.
Tradition haben die engen personellenVerflechtungen zwischen Swiss Re und CS. Zurzeit sind Bechtler und Walter Kielholz (57) Mitglieder in beiden VR. Swiss-Re-Konzernleitungsmitglied David Blumer (41) arbeitete bis im April 08 bei der CS. 

Wie wird der Mehrwert zwischen Kapital und Arbeit gerecht aufgeteilt? 

Ein schön schlechtes Beispiel wie das dabei zugeht, liefert grad die Deutsche Telekom. 50’000 Stellen werden ausgelagert – und das verbleibende Personal darf für die Wohltat des Bleiben Könnens sich bedanken durch 6.5% Lohneinbusse inklusive 4 Wochenstunden mehr an Arbeit. Die „Belohnung“ für diese „Effizienz- und Produktivitätssteigerung“ werden sich auch hier ein paar wenige Kaderführer … und natürlich die Eigentümer … einstecken.

[Handelszeitung No 25, 20.-26. Juni 07; s. 22-23]

Werden Mitarbeiter in grossem Stil entlassen, steigen die Aktien an der Börse.

Wir haben es noch nicht gehört: Das Kapital hat sich noch nie entschlossen, auf Dividenden und auf Zinse zu verzichten. Das würde die Wirtschaft ankurbeln.

Ein Kollege meinte einmal: „Wenn es schon einen Tresor gibt, solltest du einen Job in dessen Nähe suchen. Dort fällt immer etwas vom Inhalt ab…!“

Nachdem allgemein angenommen wird, dass die Finanzblasen in den USA entstanden sind, liegt die Vermutung nahe, dass dies die Folge vieler krimineller Auswanderer aus dem alten Kontinent sei… somit wäre die Ursache in Europa zu suchen. Dieses spezielle egoistische Gen hätte damit also seinen Ursprung im Abendland oder allenfalls gar im Schnittpunkt dreier monotheistischer Religionen… Das  würde wiederum erklären warum so viel Geld von den USA Richtung Israel fliesst. Nur hat noch niemend offen dargelegt, oder darlegen können (wollen?) wo es her kommt, bzw. wem man es aus den Taschen zieht…


Arbeit – Bedeutung, Ursprung


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Physik: „Arbeit = Kraft mal Weg.“ Mehr in Wikipedia. „Arbeit pro Zeiteinheit gleich Leistung. „Gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ (Forderung der Gewerkschaften)  oder „gleicher Lohn für gleiche Leistung“?

Die Arbeit als sozialwissenschaftlich-philosophische Kategorie erfasst alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur und der Gesellschaft. Sinngeber dieser Prozesse sind die aus freiem Willen selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnden Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anschauungen im Rahmen der aktuellen Naturgegebenheiten und gesellschaftlichen Arbeitsbedingungen“. Mehr in Wikipedia

Leider ist es so, dass die oben erwähnten, aus freiem Willen selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnden Menschen, vielfach weitestgehend diktatorisch fremdbestimmt sind. Jeder kann selber wählen bei wem er arbeiten will, so man ihn anstellt. Ist aber die Schwelle zum Unternehmen überschritten, läuft es nach Plan der Unternehmung. Wer produktiv tätig ist, passt sich den Abläufen und den Begebenheiten an, nicht umgekehrt. Wer in der Tintenburg tätig ist, dem ergeht es kaum anders. Und wer in der Hierarchie eine Funktion hat, unterzieht sich zu 100% den Zielen der Unternehmung. Sieht man sich die kleinlichen Kompetenzregelungen einmal genauer an, findet man dies lächerlich. Die Stelleninserate verlangen nach Leuten mit lauter Superlativen. Unter anderem sollen sie auch selbständig sein. Was das bedeutet, stellt einer nach dem ersten frei getroffenen Entscheid fest: Er wird gerügt, weil er die Kompetent überschritten hat… Warum tun sich die Menschen so etwas an? Die Antwort ist einfach: Der Lebensunterhalt zwingt dazu. Und auch: „Wessen Brot ich ess‘ dessen Lied ich sing!“…

Sinn der Arbeit

(…) Arbeit ist zweifellos eine der Achsen, um die sich die modernen Gesellschaften drehen. Während manch anderer Kulturkreis nicht einmal einen entsprechenden Begriff kennt und frühere Epochen in der Arbeit vor allem das mühselige Sich-Plagen sahen, gilt spätestens seit der industriellen Revolution die zielstrebige berufliche Tätigkeit als der Weg zu Reichtum und Freiheit. …)“

Arbeit auf Teufel komm raus“

Fast überall wird heute die schöne Frage gestellt, was kommt, wenn die Arbeit geht. Alle fluchen auf die Arbeit, alle verwünschen sie, aber sobald die Drohung am Horizont erscheint, daß uns bald die Arbeit ausgeht, entsteht ein furchtbares Gejammer. …“ Mehr

Wofür wir arbeiten:

„Aufstehen, Straßenbahn, Büro, Essen, Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag,
immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das Warum da, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an.“
Albert Camus, „Der Mythos von Sisyphos

Wenn Geld und Status nicht glücklich machen – wozu dann der ganze Stress um die Karriere? manager magazin gibt Ihnen eine Anleitung zu mehr Erfüllung im Job. Mehr:

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Wenn Arbeit keinen Sinn mehr gibt

(…) Die täglichen Meldungen von Arbeitskräften in China oder Indien, die per se jede Arbeit billiger und künftig vielleicht sogar noch besser erledigen können, führt auch in den Chefetagen schon zu einer kollektiven Sinnkrise. Jeder zweite Manager leidet unter dem negativen Zeitgeist. Wie Führungskräfte aus Motivationskrisen wieder herauskommen. Mehr im Handelsblatt

Kinderarbeit; Kinderarbeit ist oft gefährlich und immer hart. Meist leidet neben dem Körper auch die Seele. Mehr (Wikipedia)

Die Zukunft der Arbeit

(…) Die massenhafte Arbeitslosigkeit muss nicht dauern. Vom „Ende der Arbeit“ oder auch nur vom „Ende der Erwerbsarbeit“ zu sprechen führt in die Irre. Doch die Erwerbsarbeit wird elastischer, poröser, fluider. Sie verliert ihre monopolartige Dominanz. Mehr in Bundeszentrale für politische Bildung: …Thesen zur Geschichte und Zukunft der Arbeit…

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Arbeit“ und das Drum-Herum ist mitunter zentrales Thema im personalblog. Wo ist der Ursprung der Arbeit, oder wie ist der Begriff, das Wort entstanden?

Glaubt man dem Dreschflegel der Genesis („…Macht euch die Erde untertan“ ), so muss Adam der erste Arbeiter gewesen sein. Und er setzte die Direktive des „Chefs“ stur um. Heute darf man getrost von globalem Frevel an den natürlichen Ressourcen reden… Globaler Schaden mit religiösem Imperativ!

Brigitte Weingart, lic.phil.I geht der Frage nach dem Ursprung des Wortes Arbeit nach. Lesen Sie mehr in …Arbeit – ein Wort mit langer Geschichte…