Bundesrätin Leuthards Wink mit dem Zaunpfahl

Wir leisten uns, was wir benötigen und was wir uns leisten können. Ausser einer Hypothek gibt es weit und brreit keine Kredite, für die einzustehen ist. Unter „normalem“ Kaufsverhalten wird offenbar auch der Hang nach Auto- Leasingverträgen und Kleinkrediten und generell das Leben auf „Pump“ verstanden – woraus letztlich „Blasen“ entstehen. Man würde vielen Marktteinehmern beibringen, das zu konsumieren, was sie zu bezahlen in der Lage sind.

Bundesrätin Leuthard ruft zur Stützung der Binnenkonjunktur auf

Schweizerinnen und Schweizer sollten in der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht sparen. Durch normales Kaufverhalten und vorgezogene Investitionen könnten sie die Binnenkonjunktur stärken, sagte Bundesrätin Doris Leuthard vor den CVP Frauen Schweiz.

Alles gut und recht. Und wie soll die Vorsorge, z. Beispiel die dritte Säule finanziert werden, wenn nicht mit Sparen? Lesen Sie bei socilainfo zumThema Drei-Säulen-Prinzip! Und wer gibt uns das Vertrauen und die Sicherheit, dass sich das Kapital nicht noch weiter am Ersparten vergreift? Die Verluste der Pensionskassen reden eine deutliche Sprache.

Entwicklung von Vermögen und Deckungskapital
Ende 1999 bis Ende 2008
Die Angaben per Ende 2008 basieren auf provisorischen Daten. Es können sich noch kleine Änderungen ergeben.

Quelle:Pensionskasse Stadt Zürich

Die PKZH meldet in News v.5.02. 09: …PKZH-Verpflichtungen trotz schlechtem Anlagejahr 2008 ungefährdet…  Nicht alle Pensionskassen können das sagen!

„(…) Bisher hat kein Versicherer in der beruflichen Vorsorge seine Zahlen für 2008 publiziert. Im März wird es so weit sein. Aber ihre Versicherten wissen seit mehr als einem Jahr, mit welcher Verzinsung ihrer Spargelder sie rechnen können. Helvetia garantiert 2,95 Prozent für obligatorisch versicherte Guthaben – 0,2 Prozent mehr als der Mindestzins des Bundesrats. Allianz garantiert 3,1 Prozent. Swisslife, Axa und Bâloise legten sich aufs Minimum von 2,75 Prozent fest. Alle Gesellschaften garantieren zudem freiwillig einen Mindestzins auf überobligatorische Sparkapitalien, das sind Guthaben bei Jahreslöhnen von über 82’000 Franken. Helvetia zahlt 3,25 Prozent, Allianz 3,4 Prozent und Swisslife, Axa und Bâloise zahlen je 2,25 Prozent.

Von solchen Garantien können Versicherte von Pensionskassen ihrer Arbeitgeber nur träumen. Sicher ist nichts mehr. Laut einer letzten Umfrage befinden sich 60 Prozent aller Kassen in Unterdeckung. Der Tagesanzeiger berichtete: …Pensionskassen: Wie gewonnen, so zerronnen.. Der Bericht ist nicht mehr verfügbar!

Auch noch nichtviel hat man darüber gehört, wie und mit welchen Massnahmen die Pensionskassen ihre Versprechen einhalten wollen.

Der frühere Parteipräsident der SVP, Ueli Maurer: Sie alle kennen das Sprichwort: „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.“ Würden alle Politikerinnen und Politiker dieses Sprichwort als Basis ihrer politischen Arbeit nehmen, hätten wir nicht über 120 Milliarden Franken Schulden in der Bundeskasse. Wir können nicht einmal unsere Vorfahren für diese Schulden verantwortlich machen – unsere Generation hat den überwiegenden Teil davon angehäuft – noch 1990 war die Schuldenlast unter 40 Milliarden. Deshalb liegt es an unserer Generation, diese auch wieder abzutragen. Oder hat irgendjemand Lust, unsere Kinder dafür bluten zu lassen? Schulden abbauen muss man, wenn die Wirtschaft läuft und die Konjunktur boomt. Also jetzt!

Ob es besser ist, nicht zu sparen, sagt uns auch niemand, denn „Spare in der Zeit, so hast du in der Not alles, was dir die Inflation gelassen hat“ Lothar Schmidt von WALL STREET CORRESPONDENTS.


4 thoughts on “Bundesrätin Leuthards Wink mit dem Zaunpfahl”

  1. @ SMS. Du magst recht haben. Es ist gut ersichtlich am Verhalten der Investmentbanker. Sie folgten alle einem Leitbock. Vermutlich wären sie ihm auch gefolgt, wenn er über eine Felswand in die Tiefe gestürzt wäre… Aber das konnte nur passieren, weil niemand wagte, selbständig zu überlegen und zu handeln. Keiner wollte auf einen möglichen Gewinn (Bonus?) verzichten. man vergönnt sich gegenseitig das Schwarze unter den Fingernägeln. Da liegt der Anfang und das Ende kennst du selber.

  2. Jeder unterliegt mehr oder weniger der Massenpsychologie. Man kann versuchen, sich dagegen zu wehren, aber immer wird es nicht gelingen … meistens nimmt man das massenverhalten gar nicht wahr und oft ist es sogar gut, dass man sich nicht dagegen wehrt … im Kreisverkehr zum Beispiel könnte es gefährlich sein. Und nun ist die frage, wo hört die Massenpsychologie auf und wo fangen Regeln an.

  3. @ SMS: => müssen tut der Einzelne ausser Steuern bezahlen und sterben nichts.
    => persönlich befriedigt man seine Bedürfnisse wenn man sie selber hat, nicht wenn sie die Bundesrätin, die Analysten oder die Ökonomen haben.
    => der Befehl ist der Tod der Motivation.
    => wo Massenpsychologie hin führt hat uns z. B. die Entwicklung zum tausend jährigen Reich aufgezeigt
    => Schon Siegmund Freud (1856-1939) stellte fest:
    „(…) … Wie nun schon ausführlich erwähnt, erfährt ein einzelner in der Masse oft eine tiefgreifende Veränderung seiner seelischen Tätigkeit. (Die Affektivität wird gesteigert, die intellektuelle Leistung merklich eingeschränkt, beides in Richtung einer Angleichung an die Massenindividuen.) Freud versucht nun, für die seelische Wandlung des einzelnen eine psychologische Erklärung zu finden….)“
    Daher: Ich bin für mein Tun alleine verantwortlich und sonst gar niemand anders. So wie man die Maschine und den Computer dem Menschen anpassen sollte, soll sich die Politik dem Individuum und nicht das Individuum der Politik anpassen. Vorläufig zähle ich mich noch nicht als ferngesteuerter Politroboter.
    Wie die Empfehlungen auch lauten werden, ich befolge sie nicht, ausser, sie stehen mit meinen Absichten im Einklang..

  4. … volkswirtschaftlich müsste man, persönlich will man aber nicht so recht … und befehlen kann man hier nicht so gut … das ist eben die sogenannte Massenpsychologie

Schreiben Sie einen Kommentar