Wenn es Katzen hagelt

Momentan sieht es nicht nach Katzenhagel aus. Die Kältewelle  brachte unterschiedlich viel Schnee ins Land. In St. Gallen über 70 cm, im Baselland 40 und bei uns in Sachseln etwa 6-8 cm. In den Bergenallerdings gab es sehr grosse Mengen und die Gefahrenstufe war lange Zeit und ausgedehnt auf „rot“. Einige Besserwisser fanden auf ihren selbst gewählten Routen im Abseits den Lawinentod.

„(…) Die sibirische Eiseskälte lässt Europa erschaudern und wird auch vor der Schweiz nicht halt machen. Forscher sprechen von einem Phänomen, das statistisch nur alle 25 Jahre vorkommt…)“

Daraus ist zu folgen, wie René, mein einstiger Chef an der Fliegerschule Birrfeld haarscharf und sofort folgerte,  dass es die letzte war, die wir wahrnemen konnten. Es sei denn, es gebe Ausnahmen. René hatte auch grosse Nummern unter sich, wie etwa den späteren Fliegerboss bei der Swissair, Philipp Bruggisser. Ob der Chef dem damaligen Jungspund die Flausen im Kopf nicht auszutreiben vermochte oder ob dieser bereits der ganz Durchtriebene  war der zum Alphatier mutierte, wissen die Götter!

Fredy machte mich auf den folgenden Artikel aufmerksam:

Gestern hat es Katzen gehagelt. Sie lagen überall, auf den Strassen, den Trottoirs, den Gärten, den Dächern, den Dächern der Autos. Sie tropften von den Laternen und von den Bäumen, drängten sich in den Pfützen und verstopften die Regenrinnen. Ständig fielen neue Katzen vom Himmel. Sie prasselten gegen die Scheiben, trommelten auf die Dachlukenfenster und liessen die Bäche über die Ufer treten. Die Luft war erfüllt von ihrem Miauen, sie klagten und schrien, die Hunde zogen die Schwänze ein, die Mäuse flüchteten durch die Gänge und selbst die Katzen der Menschen wussten nicht mehr wohin. Ihr empörtes Fauchen blieb wirkunglos, die vom Himmel fallenden Artgenossen schreckte dies nicht. Sie stürzten aufs Dorf herab und türmten sich in den Strassen zu Bergen. Der Verkehr brach zusammen, die Geschäfte schlossen, und nicht nur das öffentliche, auch das private Leben stand still. Die Bürger des Dorfes sassen in ihren Häusern und blickten verwirrt zu den Fenstern hinaus, wo der Katzenberg höher und höher wuchs. Von draussen drang kaum noch Licht herein. Man zündete Kerzen an und gab sich hilfesuchend die Hand. Niemand dachte daran, eine der vielen tausend Katzen behalten zu wollen. Welch‘ absurder Gedanke! Niemand wollte je wieder Katzen sehen. Die Flut der vom Himmel stürzenden Höllenbiester war ein so schrecklicher Albtraum, dass alle hofften, es sei nur ein Traum. Doch die Katzen, die vor den Fenstern ineinander verkeilt, übereinander gestapelt lagen und sich verzweifelt Bewegungsfreiheit verschaffen wollten, waren real. Sie schrien mit aufgerissenen Mäulchen, spitzigen Katzenzähnchen und feurigen Augen ins Innere und liessen Männer, Frauen und Kinder vor Angst erstarren. Der Regen strömte noch immer hernieder. Es schüttete Katzen und noch mehr Katzen, der Himmel fiel auf das Dorf herab und begrub es. Nur einer störte sich nicht daran. Der Dichter. Er verweilte in seiner Klause, unbeeindruckt von der beginnenden Apokalypse – und ganz in die Frage versunken, woher der Ausdruck, es hagelt Katzen, wohl stammte.
Quelle: Züri Ost, 10. 10. 2012

Eine Frau mit ihrem Schirm wie ein Schild von einem Hagel von Katzen und Hunden Stockfotografie - Alamy

Die Formulierung kommt wohl ursprünglich aus dem Englischen: »It’s raining cats and dogs«, daher fällt auch die Erklärung »etwas englisch« aus:

It's Raining Cats and Dogs here!! - The Mommies Reviews

 

 

 

 

 

Über die Entstehung dieser Floskel sind verschiedene Theorien im Umlauf. Eine Variante ist der Umweg über das griechische Wort »catadupe«, was »Wasserfall« bedeutet. Möglich wäre hier der Zusammenhang zu »cat« (= die Katze). Zweite Variante ist der lateinische Ursprung: »cata doxas«, was so viel wie »jenseits jeglicher Erfahrung« bedeutet.

Es gibt noch zahlreiche andere Varianten, teilweise mythischen Ursprungs, teilweise auch scheinbar absurde Erklärungen, wie z. B. der Umweg über Wirbelstürme. Da »regnet« es ja scheinbar nicht nur Katzen und Hunde, sondern auch Frösche, Fische, Autos und sogar ganze Häuser.

Bei den Fliegern spricht man bei „Nichtflugwetter“  von den tief fliegenden Dackeln.

Überlassen wir die endgültige Erklärung den Katzenstreckern die so genannt werden, weil sie über den Katzenstrick von Luzern nach Einsiedeln pilgerten. Die „Giftspritze“, eine einstige Fasnachtsklicke (Sprüchlibrünzler) aus Ennetbürgen (Hans Reiser, Edi Lischer, Ueli Dubach, Walter Fleischmann…), nannte sie zu  „Zieh am Büsi“ um!

 


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