Ein Siech

Das Wort Siech ist heute ein Unwort, doch kommt es sehr auf die Verwendung bzw. die Betonung an. Einst war es die Bezeichnung eines Kranken.

„(…) Im Kanton Obwalden  beschloss der Landrat 1508 ein eigenes, das untere Siechenhaus zu bauen, weil er mit den Leistungen der „Antönier“ von Uznach nicht mehr zufrieden war. Die Ordensleute hatten um das Jahr 1500 auf der Liegenschaft, auf  welcher heute die Kirche des ehemaligen Kapuzinerklosters und ein Teil der Seiorenresidenz „Am chärme“ in Sarnen stehen, eine Antoniuskapelle mit dem so genannten „oberen Siechenhaus“ erbaut. … Das erste Spittel wurde um 1525 auf der heutigen Spitalmatte Nr 7, Grundstück Hess erstellt…)“ so Andreas Anderhalden in „Vom Siechenhaus zum Kantonsspital.

Siäch, OW für Siech

Im Obwldner Mundartwörterbuch von Karl Imfeld ist Nebenstehendes zu finden:

 

 

Wörterbuch Berndeutsch-Deutsch

Siech, m.; Pl. Sieche => Bedeutung: 1. Schimpfwort, meist kombiniert mit „e tumme -“ oder „e blööde -„; häufig auch in Zusammensetzungen: „Du Sousiech!“ (Du Sauhund); „Blööde Schnurisiech!“ (Dummer Schwätzer).
2. Kraftausdruck für: der Beste, der Wichtigste usw.; „Si meine, was si für Sieche syge!“ (Sie glauben, weiss nicht wie gut/stark/erfolgreich zu sein). „Du bisch e richtige Sibesiech!“ (Du bist ein wahrer Held!).
3. Allerweltsfluchwort, oft an andere angehängt: „Hueresiech!“; „Stärnesiech!“ „Gopfertamisiech!“
4. Rausch, bzw. Vollrausch: „Hesch wider e Siech gha nächti?“ (Warst du wieder voll zugeknallt gestern Abend?).
5. Ursprünglich: Aussätziger, Kranker; veraltet, erhalten noch im alten Begriff > Siechehuus.

Eine zierliche junge Frau wandelt sich zur alten Hornhexe…

Wenn wir Polo Hofers Lied „Ich bi doch è lièbè Sièch“ hören, dann gibt es kaum negative Assotiationen zum „Siech“. Man kann es Polo abnehmen, dass er es meint, wie er es singt! Auf jeden Fall konnte er damit viele  Fans begeistern.

Versteckte „Botschaft“ mit der Giftspritze elegant erledigen

Auf dem geistigen Thron des virtuellen „Feldherrenhügels“ lässt es sich indessen erhaben über andere fühlen. Diese da unten sind zweigeteilt in die Guten und die Anderen. Sagt jemand zum anderen: „Hesch dui grad geseh, was dè primitiv Sièch widèr gmacht hed?“ , so hat dies nichts mit der Verwendung des Wortes Sièch  an sich zu tun, sondern es kommt griessgrämiger Hass gegen eine dritte Person zum Ausdruck. Es  deutet auf ein kaputtes Inneres hin und lässt die Kinderstube nachschwingen. Dies umso mehr, wenn sich die Person sonst stets von der besten Seite darstellt und an „Mehrbesserem“ spintisiert.

Gespaltene Zunge – Bild „Werner“ in das-neue-naturforum

Giftspritze, gespaltene Zunge oder zwei Gesichter? Es ist alles eine Frage der Zeit, bis alle durchblicken. Es bleibt nichts verborgen unter dem Licht der Sonne (Kohelet)!

Solche eingebildete Pfaue sollen sich auf ihrer Plattform wichtig tun und dabei dahin siechen. Eine ehrliche Anerkennung oder Rücksicht zu erwarten wäre unnütz. Denn: „Was glänzt, ist für den Augenblick geboren; Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren Schein -Johann Wolfgang von Goethe (Faust).

Die Erde aus dem All betrachtet ist ein kleiner Planet und es stechen keine „Wichtigen“ heraus! Kein Trump, Kein Putin, kein Möchtegern-Kalif Erdogan, keine Siebensieche, keine Xanthippen,  nichts!

Die Verfügbare Zeit ist kurz. Wenden wir uns Besserem zu!

 

 

 


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