Das Verschwinden einer Lehrerin

„(…) Irène Troxler · Neulich an einem Elternabend in der Volksschule: Die Lehrerin der Tochter stellt eine Kollegin vor. Zum Erstaunen vieler Eltern präsentiert sie die Frau, die neben ihr steht, nicht etwa als neue Lehrerin, sondern als «Lehrperson». Nun sind wir ja einigermassen abgehärtet, was Gender-korrekte Sprache angeht. Der erhobene Zeigefinger des Binnen-I erschreckt uns nicht, und auch das mit Schrägstrichen abgetrennte «/innen» überlesen wir ohne Murren. Dass irgendeine Frau deswegen einen besseren Lohn erhält oder weniger belästigt wird, glauben wir zwar nicht, aber solange manchen Menschen die Verkomplizierung der Sprache moralischen Auftrieb gibt, akzeptieren wir solche kleinen Verunstaltungen im Schriftbild.

Neu ist uns aber, dass eine Lehrerin, die freundlich lächelnd vor uns steht, von ihrer Weiblichkeit befreit werden muss. Ist eine abstrakte Wortschöpfung schmeichelhafter? Kommen die Qualitäten der Lehrerin besser zur Geltung, wenn ihr Geschlecht sprachlich vernebelt wird? Wohl kaum. Vor dem inneren Auge steigt unwillkürlich eine strenge Nonne auf, die den Kindern auf die Finger schlägt, wenn sie nicht aufpassen. Und für Fälle, in denen man unbedingt einen geschlechtsneutralen Begriff benötigt, damit sich Lehrer und Lehrerinnen mitgemeint fühlen, hätte der Duden ein vollwertiges Wort parat. Es lautet «Lehrkraft».

«Lehrperson» hingegen existiert nicht. Diese Konstruktion muss sich eine missionarisch veranlagte Pädagogin ausgedacht haben. Die Wortschöpfung hat allerdings schon eine steile Karriere hinter sich: Von der Pädagogischen Hochschule Zürich beispielsweise hat sie die Lehrerinnen und Lehrer bereits verdrängt. Nur die Schülerinnen und Schüler haben dort noch ein Geschlecht. Aber wie lange noch? Als «Schreibperson» schlage ich vor: «Nennen wir sie doch ‹Lernpersonen›». Was meinen Sie dazu, liebe «Leseperson»?)“ Q: NZZ vom 31. 01. 2017

Tja, über das Inninnen-Sydrom wurde schon geschrieben: Es wirkt nicht einheitlich, aber es wirkt nach! Wo das noch hin führt?

Missionarisch – sektierersch veranlagte Pädagogen begegnen uns alltäglich. Sie wähnen sich im Mittelpunkt des Geschehens und wollen von da aus dominieren. Sie scheuen sich selbst davor nicht, sich in eine Opferrolle zu manoverieren um danach eine lange ersehnte Anerkennung zu ernten und mutieren so zu Profilierungsneurtikern. Die Enttäuschung mus gross sein, wenn das „Liebesdefizit“ trotzdem nicht eliminiert wird, weil kaum jemand auf die Masche herein fällt!

Sehen Sie sich um! Sie werden schnell fündig! Diese Profilsuchtgeilen glauben, weil sie z.B. mit dem Fahrrad zur Arbeit ans andere Ufer fahren, müssten es ihnen alle anderen Arbeitnehmer gleich tun… Und wenn sie grün sehen, dann müssen alle anderen grüne Brillen aufsetzen. Doch die „Vorbilder“ und „Vorbeter“ streuen genüsslich Schneckenkörner und setzen Chemie in ihre Gärten – was sie anderen nie zustehen würden! Wein predigen…

Um sich aus eigener Sicht noch höher auf das Böckli zu stellen, bilden sie sich ein, dies sei am besten mit einer vom Staat finanzierten Weiterbildung zu erreichen. Ist das ausgeleihte Böckli oder die Leiter nach Gebrauch kaputt, geben sie es einfach so zurück – trotz angedichteter „Fähigkeiten“ sind sie sich jedoch für die Behebung des Schadens oder für eine Vergütung zu schade. Sie sind derart deformiert davon, dass der Staat

bzw. andere selbstverständlich für selbst verursachte Kosten aufkommen, dass sie die Realität verkennen. Wenn sie auf Widerstand stossen, dann spielen sie meist sofort beleidigte Leberwurst und schlüpfen als Täter in die Opferrolle – und glauben noch daran. Das ist wohl eine Folge einer lebenslangen beruflichen Anstellung in einer beschützenden Werkstatt. Dass das Bild darüber was recht und Recht ist anders ausfällt als bei Leuten die täglich Leistung zu erbringen haben, sich in einem veränderten Arbeitsmarkt bewegen und dauernd gegen Konkurrenz, auch aus dem Ausland, anzukämpfen haben, iegt wohl auf der Hand.

Das „Attest“:

„(…) B. T. konnte an vielen Orten eingesetzt werden und sein vielseitiges handwerkliches Können war eine grosse Bereicherung für uns….)“

Eine echte Würdigung würde etwas über die Erfüllung der Funktion und der besonderen Leistungen aussagen.  Die Wahrheit liegt im nicht geschriebenen…  Zeugnisse liest man am besten zwischen den Zeilen… Die Hauptfunktion lag jedoch nicht im handwerklichen Bereich. Ein „Ganggo“ (gang go machè, holè, bringè, tuè…) also? Nun, der Ganggo wurde mit einem „Master“-Abschluss kaschiert… Die wenigste wissen, dass an der Abschlussprüfung eines Masterlehrgangs kaum jemand durchfällt – nicht durchfallen darf! Jener Professor, der einen Kandidaten gut begründet durch die Prüfung sausen lässt, muss sich danach ziemlich „hoch oben“ rechtfertigen…. Daraus folgt: Schulen sollten der Wirtschaft potenziell leistungsfähige Schulabgänger liefern. Wie kann dies gut heraus kommen, wenn ihre mit grüner Farbe getarnten „Missionare“ sprich: „Lehrpersonen“ bzw. „Leerpersonen“ deformierte Weicheier sind?

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich zolle vielen „Volksbildhauern“, denen ich begegnete und denen ich viel zu verdanken habe meinen Respekt. Ich erinnere mich gerne an berufene Lehrer. Und ich schätze jene Berufenen, die sich täglich für das Wohl ihrer Schützlinge einsetzen.


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