Fahrgastschiff Diamant aufgelaufen

Diamant – Bild: SGV

Der neue Stolz der SGV-Gruppe hat schon einen kräftigen „Kritz“ in der Schale….!

Millionenschaden auf Schweizer Fahrgastschiff

(…) (09.12.17) Am 8.12. um 11.15 Uhr wurde das Fahrgastschiff „Diamant“ im Schwimmdock der SGV-Werft bzw. Shiptec AG in Luzern eingeschwommen.

Fahrgastschiff „Diamant“ (Bild: Corinne Glanzmann) Großbild klick!

Nachdem Polizeitaucher die Lecks im Rumpf provisorisch abgedichtet hatten, konnte das Schiff mit eigener Kraft in seinen Heimathafen zurückkehren. Die Maschinen hatten die Havarie unbeschädigt überstanden.Sicherheitshalber wurde das Schiff aber auf der Fahrt von Kehrsiten über den Vierwaldstättersee nach Luzern von weiteren Schiffen eskortiert. Am 7. ind 8.12. hatten Feuerwehren aus mehreren Gemeinden, darunter aus Stans und Luzern, das Wasser aus dem havarierten Schiff gelenzt, den drohenden Untergang so abgewendet und es in stundenlangem Einsatz wieder stabilisiert. Wie lange die „Diamant“ nun ausfallen wird,

„Diamant“ wird gelenzt
(Bild: Robert Bachmann)   Großbild klick!

ist hauptsächlich von den Lieferfristen für Ersatzteile und Ersatzgeräte abhängig. Der Schaden dürfte in Millionenhöhe liegen, weil viele teure Geräte vermutlich ausgetauscht werden müssen. Das Wasser lief in die Kombüse, in die Heizung und teilweise in die Kühlzellen der Gastronomie. Im Rumpf klafften handgroße Lecks, als das Schiff am 7.12. um 21.10 Uhr 400 Meter vor dem Anleger Kehrsiten an einen Felsen unter Wasser entlangschrammte und an Backbordseite aufgerissen wurde.
Drei Abteilungen liefen daraufhin mit Wasser voll. Das Schiff blieb aber manövrierfähig und konnte die Station Kehrsiten aus eigener Kraft wieder ansteuern, wo die Passagiere und Besatzung von Bord gingen. Der Unfall wurde nun von der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft Nidwalden sowie die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) untersucht. Vorerst musste ein Ersatzschiff die geplanten Fahrten der „Diamant“ unternehmen, die seit ihrer Indienststellung im Mai keinerlei technischen Probleme hatte.
Quelle:Tim Schwabedissen

Schaden am Rumpf
(Bild: Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstaettersee)   Großbild klick!

 

Es stellen sich Fragen!

Wissen die Steuerleute der Kursschiffe nicht, wo sie fahren? Wird das Luzerner Seebecken befahren, muss der ausgebaggerte Kanal gesucht und gefunden werden. Das scheint zu funktionieren. Die Kursschiffe sind heute mit modernsten Navigationsgeräten inkl. Echolot und Radar versehen. Kehrsiten-Bürgenstock wird schon seit sehr langer Zeit angefahren. Die Eigenheiten müssten demnach bekannt sein. Entweder kennt man den Seergrund nicht oder es wurde geschlampt. Wurden Instrumente falsch abgelesen, falsch interpretiert oder gar nicht beachtet? War der Steuermann überfordert? Oder wurde das Schiff einfach zu nahe am Ufer geführt? Letzteres könnte ein wichtiger Grund sein, denn es war keine Kursfahrt sondern eine Fahrt mit Prominenz an Bord. Es soll Fahrgäste geben, die ein sehr nahes Fahren dem Ufer entlang feststellten (ohne Radar!).

Diamant, Unfall Kehrsiten, Bild Rolf Gwerder
„Kuh“

„(…) Die „Kuh“ ein bekanntes Hindernis, ist ja beinahe 2 km von der Station Kehrsiten-Bürgenstock entfernt Damit sind die grossen Steinblöcke beim Honegg-Chänzeli gemeint. … In den Notizen eines Seeguslers fand man für die Fahrt nach Horw u.a.: „Nas“- Schwyzerstein- Wispelenegg – Kuh – Müliortegg (Kehrsiteregg (?) – Spissenegg – Horw:)“

Station Kehrsiten Bürgenstock mit den fraglichen Hindernissen, – Bild: Archiv Rolf Gwerder

Für die Navigation dienten: Drehzahl (Je nach Ladung), Uhrzeit, Kompass-Kurs („Nummern“) und das „Büechli“, wo alle Daten notiert waren. Man bedenke: Nachdem ein Nauen längere Zeit z.B. am Kran bei Horw zwecks Auslad angelegt war, wurde der Magnetkompass von den Stahlelementen und den elektischen Feldern beeinflusst, was jeweils zu einer mehr oder weniger (un)klaren Deviation führte. Navigation mit dem Kompass war also stets etwas Lotterie! Der seitliche Abstand von 300 m zum Ufer mussten die alten Seegusler noch nicht einhalten, heute allerdings schon.

Diamant, Unfall Kehrsiten, Bild 2, Rolf Gwerder

„(…) In der Anfahrt zur Schiffstation Kehrsiten-Bürgenstock (30 – 45°) befindet sich doch kein Felsen!? Mögliche Ursache: Fahrt nach Radar und „Regenfilter“ zu weit geöffnet: Dann verschwindet die Uferlinie und die dahinterstehende Felswand wird zum vermeintlichen Ufer. Da aber der DIAMANT mit GPS-Plotter ausgerüstet ist, sollte das doch aufgefallen sein – oder? )“ Rolf: Fragen über Fragen! Die SUST wird die Ursache ermitteln. Wir wollen ihr nichts vorweg nehmen!

Diamant, Unfall Kehrsiten, Author: Luzerner Dampfschiff

„(…) Hätte das Schiff nicht so rasch anlegen können und die Feuerwehr nicht gepumpt wäre der DIAMANT wohl gesunken…)“

Goliath, der damaligen Kalk- und Steinfabrik AG Beckenried; Vorbereitung zum Auslad –  Bild: Archiv H. Odermatt

Schon die alten Seegusler konnten es sich nicht leisten aufzufahren. Die zwar kräftigen und stabilen Eichenplanken hätten Felsvorsprüngen kaum Stand gehalten.

 

Auf etwa 1,5 cm abgenutzter Schiffsboden des Nauens SCHWALMIS (1923-1980), gesunken 1929, gehoben 1938 – Bild: Archiv Rolf Gwerder

Bezüglich „Uferkontakt“ ist sich die SGV, bzw. die Vorgängerin DGV einiges gewohnt. Die robuste Konstrultion des DS

DS Unterwalden, Crash am 23.10.1923 beim Hotel Nidwaldnerhof in Beckenried – Bild: Stadtarchiv Luzern bzw. Heinz Schürmann, Luzerner Dampferfreund.ch

Unterwalden, welches heute noch unterwegs ist, „bewährte“ sich als „Schneepflug “ für Seemauern.

Meine Tante Anna aus Basel war auf dem Schiff. Bei ihr war Karl Schmid, das zweite Grosskind aus erster Ehe unserer gemeinsamen Grossmutter, Marie Murer-Würsch, die spätere Frau des alten Boden Rädi. Man sei auf dem Vorschiff gewesen. „Karli“ sein wie ein Stück Holz zwischen den Bänken Richtung Spitz „gekugelt“….

Am 13. Februar 1956, frühmorgens ist das DS UNTERWALDEN 350 m nördlich der Schiffstation Kehrsiten Dorf 7 m tief in die steinreiche Uferböschung hineingestossen.

Unterwalden, Kehrsiten 1956, 14. Febr. Quelle

Hier gibt es mehr zu Schiffsunglücken auf dem Vierwaldstättersee

Blau kursiv: Rolf Gwerder


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