D’Steyrhittè (das Steuerhaus)

Rolf Gwerder, der profunde Kenner der „Seeschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee“ schrieb: Über den „Luxus an Bord“ würde ich in einem Nachdruck etwa folgendes Schreiben: 

So weit Rolf. Am Beispiel des Goliath ist der Trend erkennbar: Die „Büroräume“ werden immer grösser, weil es immer mehr Schreibtischtäter gibt!

Steuerhäuser waren  nicht ungefährlich. So passierte es einst, dass die Steuerhütte eines Nauens unter der Acheregg-Brücke weg geschoren wurde, weil der Nauen zu wenig tief im Wasser lag. Der Steuermann konnte sich in letzter Sekunde retten.

Das Hittli des „Pirat“, missbraucht für ein Gruppenfoto etwa um 1928 (Wehri vor dem ehemaligen Edelweiss im Boden, Beckenried).

S’Hittli war schon immer ein Anzugspunkt (Zeichnung: odh)

Hier kann man wirklich von einem „Hittli“ sprechen:

Ziegler’s Nawili – Bild Rolf Gwerder

Auch z’Ziègler Naawili (WINKELRIED) soll früher auch nur so ein kleines Hüttli gehabt haben. Für viel mehr als ein Stehplatz mit einem Barhocker reichte es wohl kaum…

Neben der Steuerhütte gibt es die Motorhütte: Vom „Motorhittli“ redete man nicht, sondern es hiess „im Motor unnè“. Badezimmer, Schlafraum und Küche in einem beim Schwalmis. Da unten gab es auch mal Pannen – etwa als dr „Bièbu“ bzw. „Loren Edy“ (Edy Amstad) einmal den Motor anlassen sollte. Er machte alles richtig: „Zigèrettli“ aazinnt, inègschruibèd, mid em Hämmerli naazogè, s‘ Schwungrad uf d’Marke gestellt und de d’Prässluft uifda… Aber de heds grumplèd! Was isch passièrt? Dè Leeli hed ds Stèueisè nid è wäg gnu! Einisch hed’r vèrgässè, d’Luftfläschè zuè z‘ tuè. Er hed dr naa es zeytli vo Hand pumpèd, bis mè wider hèd chènnèn alaa! Dè Lorèn Edy isch è chrèftigen Abeiter gsey, aber èr hed Uberwachig bruicht! Ab und zuè isch r mid ‚m Gsetz nid z’Rank cho. Dr Sigi Buèsigèr (Landjäger), hed nè mes einisch i Handschäuuè abgfièrd. Bellchass und so hed r’scho vo innè gkännd! Dr Bodèn Edy hed ‚m immèr widèr Arbèd gää. Er isch mee as geduwdig gsey…

Auch die „Hohen Herren, die Götter des Vierwaldstätterssees“, die Steuerleute und Kapitäne mussten einst ihre Arbeit im Freien erledigen!

Abgebildet ist in Flüelen eines der beiden Schwesterschiffe „Victoria“ oder „Schweiz“, die 1870 gebaut wurden, um 1890. Auch ein Freiluftsteuerhaus
DS Italia, DGV

Das DS Italia hatte noch, wie andere Dampfschiffe auch, ein Freiluft-Steuerhaus. Ich sah es noch fahren!

Schlepper Unterwalden

Das 4000 PS-starke Schiff, der Schlepper „Unterwalden“, hatte das Steuerhaus mittschiffs. Der Blick zurück war ebenso wichtig, wie voraus.

Trajekt mit Sand und Kies Zwing Uri

Das Trajekt hatte einen „Hochsitz“

Ugluglugl…Die Steuerhütte des „Bruno“ wurde mit diesem versenkt…

Nauen „Bruno“, Steuerhütte geht unter. Foto: Feuerwehr Ingenbohl-Brunnen
Diamant, Bild SGV

Beim „Diamant“ dem neuen Flaggschiff der SGV ist das Steuerhaus in das Gesamtbild integriert.

Moderne Schiffe müssen nicht mehr nur mit dem Magnetkompass navigieren und auf Zeit nach „Nummern“ (Gradzahlen) fahren. Radar und Bilddarstellung haben Einzug gehalten. Der Steuermann sieht auf der virtuellen Karte stets, wo er sich befindet, wie tief das Wasser ist und wo sich andere Schiffe befinden. So können Fahrpläne eingehalten werden und die Sicherheit wird aufs möglichst Beste erhöht.

DSUnterwaldenCrash-23.10.1923-beim-Hotel-Nidwaldnerhof-in-Beckenried.jpg

Solche Bilder gehören wohl der Vergangenheit an sollte man meinen… http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/luzern/So-sind-die-beiden-Dampfschiffe-kollidiert;art92,805897

Man kann es nie früh genug lernen! Rolf im Hintergrund als Instruktor auf dem Nauen Guber

Cheryl, Steuerfrau aus Singapur am Steuer des „Guber“, Lektion 1, Richtpunkt fassen
Shannon als Steuerfrau, auch aus Singapur, Lektion 1, vor dem Wenden auf die Seite und rückwärts schauen…

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