Arbeitsmoral


Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.

Albert Einstein

 

 

 

Albert Einstein

DGB einblick meint(e): Qualitätsbewusstsein, Arbeitsmoral und Erfahrungswissen zählen zu den Fähigkeiten, die die Unternehmen eher bei älteren Arbeitnehmenden sehen als bei den Jüngeren. 

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Quelle: DGB einblick
 
Die Arbeitsmoral und die Leistungsbereitschaft der Schweizer Arbeitnehmer sind im Vergleich sehr hoch. Die durchschnittliche Wochen-Arbeitszeit beträgt ca. 42 Stunden.  Und während der Arbeitszeit ist man nicht nur anwesend, sondern es wird was geleistet! Zusätzlich können die Arbeitnehmer bei betrieblicher Notwendigkeit zur Leistung von Überstunden angehalten werden. Die Vergütung von Überstunden kann unter Beachtung der Überzeitregelung gemäss Art. 12 und 13 ArG (Arbeitsgesetz) vertraglich wegbedungen werden. Was noch zu sagen ist: Der blaue Zettel am Montag ist hier verpönt! Die Mentalität der Schweizer Arbeitnehmer deutet daruf hin, dass man vorwiegend für den Betrieb – und weniger vom Betrieb lebt – eben – hohe Arbeitsmoral! Nun, die hohe Einwanderungsrate, könnte diesbezüglich schlechte Manieren bringen…

Am 03. 03. 2002 stimmte das Schweizervolk über die schrittweisen Einführung der 36-Stunden-Woche mit einer entsprechenden Initiative ab. Es hielt an der 42-Stunden-Woche fest. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit ist  somit seit 1990 mit ca. 42 Std. gleichbleibend.

Arbeitszeitverkürzungen haben in der Schweiz keine Chancen!

 
Volksinitiative „für eine kürzere Arbeitszeit“
 
   685’002
25.3%
   2’021’078
74.7%
 
 
Stimmbeteiligung 57.4%  

Als Vergleich: Deutschland weist etwa 38 Stunden auf. Wegen der hohen Arbeitslosenquote (8.6%, Stand April 2009), waren die Verkürzung der Arbeitszeit immer wieder ein Thema.

In Frankreich wird durchschnittlich 37,9 Stunden/W gearbeitet, etwas höher als es das Gesetz verlangt.

Die Angaben weichen je nach Quelle ab! Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt in der EU-27 bei 40,5. Am meisten wird in Österreich und in Großbritannien mit 42,4 Stunden, gefolgt von Lettland (42,2) und Slowenien (41,4) gearbeitet. Deutschland liegt mit 40,3 Tagen knapp unter dem Durchschnitt. Am kürzesten ist die wöchentliche Arbeitszeit in Holland (38,9), Belgien (39,0), Frankreich (39,1) und Finnland (39,2).  

Interessant:

„(…) Im Vergleich des gesamtdeutschen Arbeitsmarktes von 2008 mit dem der Bundesrepublik (ohne DDR) von 1960 hat das Arbeitsvolumen nur um 2,7 % zugenommen, zugleich ist aber das Potenzial der Erwerbspersonen aber um 69 % von 26,3 Millionen auf 44,4 Millionen Personen gewachsen. …“

 
 Gewöhnliche Arbeitszeit IAT

Bruttoarbeitszeit Schweiz: 8,4 x  5 x 52 = 2184 Std/Jahr. Nach Abzug von durchschnittlich 4,5 Wochen Ferien und 11 Feier- und freien Tagen verbleiben netto rund 1902 Std /Jahr für effiziente Arbeitsleistung. Für den Heizer auf der E-Lok gibt es keinen Platz…!

Es kommt weniger darauf an, viel zu arbeiten, als viel richtiges zu tun! Bliebe noch die Frage, wer nun Trittbrettfahrer ist… => Der österreichische Sozialdemokrat Josef Cap zeigt sich nach seiner «Trittbrettfahrer»-Kritik an der Schweiz unbeeindruckt von Bundesrätin Calmy-Reys Replik. Mehr… 

Dass die Schweiz derzeit bereits mehr doppelt so viel wie Österreich über den Internationalen Währungsfonds (IMF) bezahlt, lässt Cap ausser Acht! 

Herr Cap kennt wohl den Unterschied zwischen der Schweiz und den Schweizer Banken und deren Verantwortlichkeit nicht oder blendet diesen aus => gefundenes Fressen für Wahlpropaganda in eigener Sache? Das geht auch Österreich an, denn sie verdienen in der Schweiz gutes Geld, denke man etwa an STRABAG oder an PORR Suisse…:

„(…) Ausländische Baufirmen haben in der Schweiz einen Preisvorteil, weil sie völlig legal weniger Lohn zahlen müssen. Möglich ist dies wegen eines Systemfehlers bei den flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit.  …)“ => mehr

Nach dem in der Schweiz geltenden Arbeitsgesetz beträgt die wöchentliche Höchstarbeitszeit für Arbeitnehmer in industriellen Betrieben sowie für Büropersonal, technische und andere Angestellte, mit Einschluss des Verkaufspersonals in Grossbetrieben des Detailhandels 45 Stunden (Art. 9, ArG). Pro Kalenderjahr sind maximal 170h Überzeit zulässig (Art. 12, ArG).
Für alle übrigen Arbeitnehmer beträgt die wöchentliche Höchstarbeitszeit 50 Stunden (Art. 9 ArG). Pro Kalenderjahr sind dabei maximal 140h Überzeit zulässig (Art. 12, ArG). Es handelt sich dabei um diejenigen Arbeitnehmer, die ausserhalb der Industrie manuelle Tätigkeiten ausführen, also um gewerbliche Handwerker und deren Hilfskräfte, das Personal in Krankenanstalten (teilweise) und Heimen sowie zusätzlich um das Verkaufspersonal in Klein- und Mittelbetrieben des Detailhandels (weniger als 50 AN). Die wöchentliche Höchstarbeitszeit darf u.a. wegen Dringlichkeit der Arbeit oder ausserordentlichen Arbeitsandranges überschritten werden (Art. 12 ArG). Die Überschreitung der Höchstarbeitszeit ist gemäss Art. 13, ArG zwingend zu kompensieren.

Die hohe Wochen- / Jahresarbeitszeit der Schweiz wirkt sich deutlich günstig auf die Arbeitskosten im internationalen Vergleich auf. Würde man die Absenzenstatisiken einheitlich erfassen und veröffenlichen, wäre sehr schnell klar, dass hier eine weitere Stärke der Schweizer Arbeitnehmer erkennbar würde!
 
Ausländische Unternehmungen haben allen Grund, sich in der Schweiz niederzulassen. Stihl-Vorstandsmitglied Jürgen Steinhauser sagte es in einem Interview so:
 
„(…)  „Wie kommen Sie überhaupt auf die Schweiz? Wir gelten nicht als günstiger Industriestandort.“
„Schon seit langer Zeit produzieren wir in der Schweiz unsere Ketten. Wir haben dabei sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem wirtschaftlichen Umfeld und der Qualifikation der Mitarbeiter. Die Lohnkosten in der Montage sind niedriger als in Deutschland. Ausserdem konnten wir wichtiges Knowhow in der Fertigung aufbauen. Es war deshalb naheliegend, uns in der Schweiz weiterzuentwickeln. Wir schaffen damit übrigens rund 200 zusätzliche Arbeitsplätze. „)“

Es würde sich also die Frage stellen, wer von wessen Arbeit profitiert! Die hohe Arbeitszeit wurde stets damit begründet, dass die Schweizer Arbeitskräfte in einem Binnenland ohne Bodenschätze dazu verdammt seien!

 

Unternehmerverbände und politische Behörden behaupten, wir müssten mehr arbeiten (längere Arbeitszeiten, höheres Rentenalter, usw.), um „wettbewerbsfähig zu bleiben und die Finanzierung der Sozialwerke zu sichern. =>  …Arbeitszeit in der Schweiz: Klischees und Tatsachen…

Wie dem auch sei, das Volk hat es sich zu einer Tugend gemacht. Man lebt, um zu arbeiten. Andere arbeiten, um zu leben.

Lesenswert:

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Cash Guru:

Guru,  Alfred Herbert

  •  25. 05. 2010: Weiter auf der Rutschbahn! -/- Euro – weitere Abstimmung mit den Füssen: jeden Tag drängeln Ausländer, allen Voran die Deutschen, in die Schweiz. Jetzt wollen sie legal Konten bei unseren Banken anlegen und ihre Euro  loswerden. Die Schweiz ist der Deutschen liebste Fluchtburg: letzte Woche sollen sie über 7 Milliarden  in die Schweiz geschaufelt haben. -/- Dollar – im Fernen Osten heute bockfest: über 1.16. Eine Freude für die Schweizer Exportindustrie in den Dollarraum!
  • 26. 05. 2010: Technische Erholung – kurz aber heftig? -/- Banken – Spanien im Fokus. 1. Regionalbank in Zwangsverwaltung. Regierung plant 45 Regionalbanken zu 15 grösseren Instituten zusammenzuschliessen. Aber machen drei Kranken einen Gesunden? – Der Druck auf europäische Bankvaloren wird nochmals zunehmen. -/- Bank-Ratings – Analysten aller Couleurs überdenken Bankratings neu. Es ist zu befürchten, dass der ganze europäische Bankensektor zurückgestuft werden wird!

… 

odh: Die Rolle der Analysten wäre zu definieren! Eberts (1986) definiert den Begriff Finanzanalyst (Synonym; Investmentanalyst, Research Analyst) so: „Unter einem Finanzanlysten versteht man eine Person,die in Hinblick auf eine Wertpapieranlage, vornehmlich mit Hilfe „externer“ Informationen, wissenschaftlich fundierte („objektive“) Analysen und Prognosen über Kapitalmärkte (Aktien- und Rentenmarkt), Branchen und Einzelunternehmungen erstellt. Diese werden im folgenden Entscheidungsprozess in Bezug auf Investments von ihm oder anderen Personen verwendet.“
Einer Definition der DVFA (1995) zufolge sind Analysten „(…) Personen, die aufgrund allgemein verfügbarer Informationen und spezieller Vorkenntnisse eine Beurteilung und Bewertung von Wertpapieren von Unternehmen und deren Derviaten – auch von Volkswirtschaften, Kapitalmärkten und Branchen – in Form von zumeist schriftlichen Analysen vornehmen. Die Ergebnisse der Arbeit der Analysten dienen privaten und institutionellen Anlegern und den Kundenberatern, Vermögensverwaltern sowie Portfoloimanagern in Kapitalgesellschaften im In- und Ausland als Grundlage für Anlageentscheidungen. … Sie treiben also „Research“… Die Hauptaufgabe von Analysten besteht darin, aktuelle Fehlbewertungen ihres Untersuchungsobjekts am Kapitalmarkt aufzudecken…)“ Quelle: Nico Friedrichs, Die Rolle der Analysten am Kapitalmarkt, google S. 39
Aufgund der vergangenen und aktuellen Ereignisse kommt es einem vor, es seien eher Finanzalchimisten am Werk. Die Geschwindigkeit der Geldverschiebung weltweit ist so hoch, dass die „Analysten“ kaum Zeit finden, ihre Computer richtig zu speisen – dann ist eben “ shit in , shit out“, wie Figura, als eine vorübergehende Gewissheit zeigt:
 
http://www.mitklarersicht.ch/wp/wp-content/uploads/2015/03/mob1297_1273249943.jpg

 Auch eine vorübergehende Gewissheit! Quelle: maoxian.com

Lesenswert: …Der Booboo-Crash auf den besten Finanzblogs…

Heute will niemand erklären können, wie diese Situation entstehen konnte! Nennt man so „wissenschaftlich fundierte („objektive“) Analysen und Prognosen über Kapitalmärkte“? 

Es ist relativ einfach, eine Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn abzuschliessen und wenn es abbrennt die Versicherungssumme zu kassieren… Dafür braucht es kaum wissenschaftliche Grundlage sondern kriminelle Gene.

Das „Abbrennen“ von Lehmann Brothers war die Erstausgabe. Griechenland stellt lediglich ein „update“ dar… Das geht nicht nur gegen die Moral, sondern gegen die Ethik.

  • 27. 05.2010: Zögernde Erholung – wars das schon? -/- Leerverkäufe – Deutschland studiert ein totales Verbot von Short-Verkäufen. Will den Markt noch mehr an die Kette legen? -/- Richemont – Geschäftsjahr 2009/2010 (30.3.): Umsatz minus 4pc Gewinn minus 18pcDividende 0.35 Franken (0.30). Gewinn unter Analystenerwartungen. Aktienrückkaufprogramm von maximal 10 Millionen Aktien über zwei Jahre angesagt.
  • 28. 05 2010: freundliche Grundstimmung zum Start! -/- u-blox – Dual Electronics wählt u-blox für neuen iPod touch (GPS). – /-  Ems – übernimmt restliche Prozent der asiatischen Beteiligungsholding EFTEC Asia Pte.Ltd. „damit können wir das erfolgreiche Wachstum in den strategisch wichtigen asiatischen Märkten noch konsequenter vorantreiben…“
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