SBB-Chef im Clinch

Wenn auf zig Millionen Türöfnungen am Einheitswagen IV der SBB über Jahre hinweg eine Panne mit tödlichem Ausgang ereignet, mag man dies als relativ wenig einstufen.

86 gemeldete eingeklemmte Personen zeigen jedoch in eine andere Richtung!

Wöchentlich ein Problem mit dem Einklemmschutz ist nicht einfach eine Bagatelle!

Wenn aber direkte und indirekte Fehler in grösserer Anzahl bei weniger als 500 Wagen auftreten, ist dies relativ viel!

Wenn nun nachträglich bekannt wird, dass das Problem intern schon länger bekannt ist, dann hat das Unternehmen ein Problem!

„(…) Die SBB habe bereits im Januar 2018 gewusst, dass bei Türen in den EW-IV-Wagen Probleme bestehen – also lange vor dem tödlichen Unfall von Baden, meldet der «SonntagsBlick». Das geht aus einem internen Dokument hervor, das auch 20 Minuten vorliegt.

Ein Ingenieur hielt fest, dass nicht überwacht werden könne, ob die Türen bei der Abfahrt geschlossen seien. Dies könne zu schwerwiegenden Unfällen führen. Abhilfe sollte ein Türblattkontrollschalter schaffen, so der Ingenieur. Diesen Juli hat die SBB begonnen, die Vorrichtung in ersten Wagen einzubauen.

Trotz dieser Sachlage sagte SBB-Chef Andreas Meyer noch vor zwei Wochen und damit nach dem Unfall von Baden, dass er von defekten Zugtüren nichts gewusst habe. Er hält an dieser Aussage fest…)“ Für ein Gehalt von um eine Million Franken im Jahr lohnt es sich vielleicht zu lügen. Der oberste Boss trägt die Verantwortung. Diese kann nicht delegiert werden. Der Boss muss Antwort geben können! Kann er es nicht, muss die Organisation überprüft und entsprechend angepasst werden, auch wenn es bedeutet, dass der Boss ersetzt werden muss!

„Fehlerfrei zu arbeiten ist (trotz der Erkenntnis, dass Irren menschlich ist) keine Hexerei, sondern Frage primitiven Anstandes.“ Joseph M. Wallner

Das Ziel, fehlerfreie Arbeit zu leisten muss auch bei der SBB gelten => Ziel fehlerfreier Arbeit