Depression, Bournout – Abhilfe

„(…) Die Depression ist gleich einer Dame in Schwarz. Tritt sie auf, so weise sie nicht wegm sondern bitte sie als Gast zu Tisch und höre, was sie zu sagen hat.)“  C. G. Jung zugeschrieben

Die meisten Menschen erleben einmal im Leben eine leichte bis schwere Verstimmung ihrer Psyche. Interessant ist der HInweis auf unbehandelte Fälle.

Depression, Such nach dem Wesen, aus: Daniel Hell, „Welchen Sinn macht Depression?“

Depression –Bedeutung (PUK Zürich,  Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, 9/17)

•Wahrscheinlichkeit für depressive Episode 16-20% im Laufe des Lebens

•Jahresprävalenz ca. 7-10-12%

•Durchschnittsalter unipolare Depression 40-45, bipolare Psychosen 30-35 Jahre

•Ca. 50% der Depressionen unbehandelt

•Ca. 10-15% der Depressiven versterben durch Suizid•Frauen : Männer = 2-3:1 (aber: häufiger unerkannt bei Männern)

Beispiel eines „Klienten“. Man tritt eine grössere Reise an und hat das Gefühl, irgend etwas stimme nicht. Eine innere Unruhe ist Begleiteinr. Am Zielort angekommen, kann der Jetlag nicht wie üblich überwunden werden. Der zweiwöchige Aufenthalt wird zur Belastung. Die Rückreise wird von ungewöhnlichen Gefühlen begleitet. Zu Hause angekommen steigert sich die Situation ins Unermessliche. Dauernd hoher Puls, ständiges Schwitzen, Ängste, verbunden mit Lichtscheue sind die Begleitumstände. Der Gang zum Arzt mit der Bitte um Verschreibung eines Antidepressivums läuft nicht wie gewünscht. Es wird zwar ein entsprechendes Medi verabreicht, dieses verstärkt jedoch die Symptome. Ergo Beendung der Einnahme mit Ausschleichen, danach ein neuer Versuch, und ein weiterer…. Die Ärztin ist verunsichert. Sie glaubt, es werde mit ihr gespielt! Die Blutanalyse hätte nichts Ausserordentliches ergeben. Tage später: Es gäbe im Blutuntersuch doch ein Ergebnis. Zu hoher PSA-Wert. Das gibt dem Ganzen den „Gong“! Danach folgte das „ganze Programm“, von der Biopsie bis zur OP und Bestrahlung…

Jene Psychiaterin, die ihren Klienten mit „Glingglang“ und Rauchstäbchen heilen wollte, fasste nach den Füssen und fragte: „Spüren sie etwas?“ – „Ja, ihre Hände an den Füssen!“… Sie war total neben den Schuhen angekommen! Als es dann ums Eingemachte ging, lehnte sie das Beiwohnen einer angehörigen Person widerwillig ab. Das war’s dann! Sie war „für die Füchse“! Das Einzige was einwandfrei funktioierte, war die pünktliche Rechnungstellung. – Vielleicht war alles etwas anders! Velleicht wollte sie einfach Stress wegstreicheln mit dem Ziel das Stresshormon Cortisol abzusenken. Die entsprechende Aufklärung, wie dies bei anderen medizinischen Prozedur üblich ist hielt die von sich eingenommene Psychiaterin für nicht nötig, als wären die Klienten die letzten Deppen!

Danach über drei Hare Sicht der Welt aus der Wurmperspektive mit Symptomen, wie sie für eine Depression beschrieben. Die Heilung kam von selbst! Die Depressin, der Unterdruck oder das „Tief“, füllte sich allmählich auf, bis Normalzustand herrschte.

Die innewohnende Selbstheilungkraft lässt es zu, dass jemand selbst aus dem schwarzen Loch herauskommt. Ein verständnsivolles, geduldiges Umfeld ist erforderlich. Und natürlich auch der Glaube an ein Gelingen!

Angst und Depression sind zwei verschiedene Angelegenheiten! Die Behandlungsmethoden sind bei Angst und Depression z.T. sehr verschieden. Hier Angst und Erregung, dort Bedrückung und Blockiertheit! Eine Gleichsetzung ist nicht angezeigt! Die Behandlungsmethoden unterscheiden sich! Bei Depressionen wird unterschieden zwischen dem Grundmuster, das als Botschaft und als Schutzversuch angenommen werden kann und einem schweren depressiven Leiden, das als Störung zu behandeln ist.

Was nützen Antidepressiva? (der Artikel ist der NZZ vom 19. 07 2019 entnommen)

Eine grosse Metaanalyse stellt Medikamenten gegen Depression ein schlechtes Zeugnis aus. Viele Ärzte und Patienten sind anderer Meinung. VON LENA STALLMACH

«Ohne Medikamente hätte ich es nicht geschafft», solche Aussagen hört man häufig von Menschen, die eine Depression oder ein Burnout überwunden haben. Viele Patienten und Ärzte sind überzeugt von der Wirkung der Antidepressiva. Doch steht diese Wahrnehmung nicht im Einklang mit dem, was Forscher in einer grossen Übersichtsarbeit kürzlich gezeigt haben. Demnach wirken die Medikamente nicht viel besser als Placebopillen. Sollten Ärzte und Patienten also auf Antidepressiva verzichten?

Seit Jahren wogt eine Diskussion über die Wirkung von Antidepressiva hin und her. Doch diese Metaanalyse hat Gewicht, denn sie wurde von Forschern aus dem renommierten Cochrane-Netzwerk durchgeführt. Ziel dieser Kollaboration ist es, sorgfältige Übersichtsarbeiten zur Bewertung von medizinischen Therapien zu liefern. Die Forscher berücksichtigen dabei nicht nur publizierte Studien, sondern sie tragen auch Daten aus unpublizierten Untersuchungen zusammen. Das ergibt ein repräsentativeres Bild, denn oft werden negative Resultate nicht publiziert. In diesem Fall bezogen sich die Forscher um Klaus Munkholm vom Nordischen Cochrane-Zentrum in Kopenhagen aber auf eine bereits bestehende Studienauswahl. 2018 hatten Forscher um Andrea Cipriani von der University of Oxford bereits eine grosse Metaanalyse publiziert, in der sie zum Schluss gekommen waren, dass 21 Antidepressiva besser wirkten als Placebos. Die Forscher hatten dafür 522 Studien, davon 86 unpublizierte, zu 21 verschiedenen Antidepressiva zusammengestellt und ausgewertet.

Minimale Unterschiede

Doch wurde diese Analyse von verschiedenen Seiten kritisiert. Unter anderem weil aus der Arbeit nicht klar wurde, wie gross der Unterschied zwischen Antidepressiva und Placebos war. Der statistische Vergleich wies auf einen kleinen Unterschied hin. Aus diesem konnte aber nicht geschlossen werden, wie sehr die Medikamente das Befinden der Patienten effektiv verbesserten. Die Forscher hatten statistische Grössen angegeben, welche in dieser Hinsicht schwer zu interpretieren sind.

Michael Hengartner von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und Martin Plöderl von der Universität Salzburg nahmen sich die Datensammlung deshalb schon letztes Jahr vor und berechneten, wie stark sich der Zustand der Patienten in der Medikamenten- und der Placebogruppe verbessert hatte. Die Schwere einer Depression wird in solchen Studien mit einem Wert auf der Hamilton-Skala zwischen 0 und 52 angegeben. Ein Wert zwischen 9 bis 16 gilt dabei als leichte Depression, ab 25 wird von einer schweren Depression gesprochen. Die Patienten, die die Medikamente erhalten hatten, verbesserten sich im Durchschnitt um 16 Punkte auf der Skala, jene, die Placebos eingenommen hatten, um 14 Punkte. Es handle sich also um einen geringen Unterschied von 2 Punkten, sagt Hengartner. Eine so kleine Verbesserung würde ein Arzt nicht einmal erkennen, wie Forscher um Stefan Leucht in einer Studie gezeigt hätten.

Diese Haltung vertreten auch Munkholm und seine Kollegen in der neusten Publikation. Sie weisen zudem auf zahlreiche methodische Mängel in den Antidepressivastudien hin, welche die Ergebnisse verzerrten und die Cipriani und ihre Kollegen in ihrer Auswertung zu wenig berücksichtigt hätten. Die Mängel seien so gross, dass man aufgrund der vorliegenden Studien nicht beurteilen könne, ob Antidepressiva besser wirkten als Placebos, schreiben sie in der Online-Fachzeitung BMJ Open. Mit anderen Worten hiesse das, dass es keine wissenschaftliche Evidenz gibt, die eine Empfehlung von Antidepressiva rechtfertigt.

Das sei problematisch, sagt Hengartner. Denn die Medikamente hätten auch Nebenwirkungen, die nicht immer nur harmlos seien. Viele Menschen beklagen sich über Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, innere Unruhe, Schlafstörungen oder sexuelle Funktionsstörungen. Nimmt jemand über lange Zeit Antidepressiva ein, können beim Absetzen Entzugssymptome auftreten, was sich wie ein Rückfall in die Depression anfühlen kann. Zu Beginn der Einnahme, bei einer starken Dosiserhöhung oder beim abrupten Absetzen können bei einigen Patienten sogar suizidale Impulse auftreten. Aus diesem Grund werden Menschen mit Suizidgedanken, die mit der Einnahme eines Antidepressivums beginnen, in Kliniken besonders gut überwacht.

Das sei problematisch, sagt Hengartner. Denn die Medikamente hätten auch Nebenwirkungen, die nicht immer nur harmlos seien. Viele Menschen beklagen sich über Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, innere Unruhe, Schlafstörungen oder sexuelle Funktionsstörungen. Nimmt jemand über lange Zeit Antidepressiva ein, können beim Absetzen Entzugssymptome auftreten, was sich wie ein Rückfall in die Depression anfühlen kann. Zu Beginn der Einnahme, bei einer starken Dosiserhöhung oder beim abrupten Absetzen können bei einigen Patienten sogar suizidale Impulse auftreten. Aus diesem Grund werden Menschen mit Suizidgedanken, die mit der Einnahme eines

Alles nur Placebo?

Allerdings ist es schwer nachzuvollziehen, dass Patienten die Medikamente überhaupt einnehmen, wenn sie nur Nebenwirkungen spüren würden, aber keine Verbesserung. Dies ist offensichtlich nicht der Fall, denn viele Patienten sind durchaus zufrieden mit den Medikamenten. Ist das alles nur Placeboeffekt? «Nein, sagt Hengartner, «denn Antidepressiva haben eine Wirkung.» Eine sedierende Wirkung könne für einen unruhigen, aufgewühlten Menschen angenehm sein, ebenso könne eine antreibende Wirkung für einen lethargischen Depressiven hilfreich sein. Aber die Medikamente könnten die Depression nicht heilen.

Das sei auch eine falsche Erwartung, sagt der Psychiater Gregor Hasler von der Universität Freiburg. Es gebe viele Medikamente, die eine Krankheit nicht heilen könnten und trotzdem hilfreich oder sogar lebensrettend seien, wie etwa Insulin für Diabetiker. Darüber hinaus hält er das Ergebnis der Metaanalyse für nicht relevant im klinischen Alltag. In solchen Studien würden Medikamente oft schlecht abschneiden, weil nur Mittelwerte dargestellt würden und die Medikation nicht auf den einzelnen Patienten angepasst werde. In der Praxis könne man dagegen die Dosis variieren, das Medikament wechseln oder mit einem anderen kombinieren.

Richtig eingesetzt, wirken sie

Das sieht auch Erich Seifritz, der Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich, so: «In der klinischen Praxis hat sich die Wirksamkeit von Antidepressiva in der Behandlung von Depressionen über Jahrzehnte hinweg bestätigt.» Antidepressiva könnten, kombiniert mit anderen Medikamenten, die schlimmsten Symptome einer Depression lindern, etwa die Stimmung heben, den Antrieb und den Schlaf verbessern sowie die Suizidalität reduzieren. Sie können aber keine psychischen, zwischenmenschlichen oder anderen sozialen Probleme lösen. Dafür brauche es eine Psychotherapie, sagt der Psychiater. In vielen Fällen sei aber eine medikamentöse Therapie als Grundlage nötig, um überhaupt psychotherapeutisch arbeiten zu können.

Werden Antidepressiva richtig eingesetzt, können sie in der Behandlung von depressiven Menschen also durchaus etwas bewirken. Seit vielen Jahren kritisieren Fachleute den leichtfertigen Einsatz der Medikamente. Wann Antidepressiva angebracht sind, muss ein erfahrener Arzt mit entsprechendem Fachwissen zusammen mit dem Patienten herausfinden. Und das erfordert offensichtlich etwas Zeit und womöglich mehrere Anläufe. Das dürfte in vielen Arztpraxen etwas zu kurz kommen.

In solchen Fällen nimmt man…. so die Ärztin. Dies bedeutet, dass alle Fälle gleich behandelt werden, begonnen bei „Adam und EVA“ nach dem Schulbuch.

Was wäre wenn? – Wenn die Menschen individuell reagieren?

Bei psychosomatischen Beschwerden sollten nicht nur die Symptome, sondern vor allem auch die Ursachen der Krankheit erkannt und behandelt werden. Die Ergänzung der Abamnese der Symptome durch den Einbezug der Ursache, also der emotionalen Krankheits-Disposition ist daher angezeigt.

Abnorm übersteigerte Selbstgefühle und ihre exaltierten Ansprüche und Illusion erzeugen gleichzeitig die Angst, dass sie nicht erfüllt werden.

Ob jemand schizoid, paranoid oder obsessiv oder manisch – hysterisch oder manisch -depressiv strukturiert ist, muss bei der Medikamentation und der Behandlung berücksichtigt werden. Aus der Angst oder der Abwehrhaltung und Blockade, entsteht der kompensatorische Drang oder die Sucht. Da die Kompensation nicht wirklich befriedigt, erzeugt sie Frust. Der Teufelskreis nimmt seinen Anfang! Dieser erzeugt den pathologischen Stress des Nerven- und Immunsystems. Diese fixierten Konflikthaltungen verlangen nach einer mentalen Therapie, die durch geeignete Mittel unterstützt werden kann.

Depression, mögliche Therapien

Da ein erheblicher Anteil der Gesamtbevölkerung depressive Erfahrungen macht, ist anzunehmen, dass unterschiedlichste Typen betroffen sind. Ergo kann es nur eine individuelle Behandung geben. Und nicht alles kann mit  Medikamenten alleine gehollfen werden. Inextremen Fällen ist eine professionelle Begleitung oder gar eine stationärer Aufenthalt in einer entsprechenden Einrichtung die einzige Lösung.

Arbeitswelt und psychische Belastungen: Burn-out ist keine Krankheit – damit wurde nun ein Strich gezogen.